Forum: Wirtschaft
Brexit: Briten beziffern Schulden bei EU auf nur 37 Milliarden Pfund
AP

Wie hoch wird die Abschlussrechnung für den Brexit? Zu dieser Frage hat die britische Haushaltsbehörde nun eine neue Zahl vorgelegt. Sie liegt deutlich niedriger, als bisherige Angaben aus der EU.

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gamrith 13.03.2018, 19:16
10. Ergebnis der Phase I

Man sollte sich noch einmal vergegenwärtigen, wie das in der Phase I gelaufen ist:

Die EU und GB haben Dich im Herbst darauf geeinigt, bei welchen Positionen im laufenden Haushalt und bei länger laufenden Projekten GB Verpflichtungen eingegangen sind.

Dann haben sie die Methoden ausgehandelt, mit denen sie jeweils die finanzielle Verpflichtung berechnen werden.

Die jeweiligen Summen werden berechnet und zusammengezählt und so die Gesamtsumme ermittelt. Es gibt jedoch Bestandteile, die noch nicht abschließend bilanziert werden können und manche Positionen sind Rettungsfonds, die bei auslaufen an GB zurückgezahlt werden.

Die Summe von 39 Milliarden war schon lange bekannt, wenn sie jetzt als Obligationen bestätigt werden, entspricht das einem Obligationseingeständnis, aus dem sie nicht mehr so einfach rauskommen.

Also ist das eher ein Erfolg der EU, weil GB dieses Geld auch bei Hard Brexit zahlen müssen.

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geotie 13.03.2018, 19:25
11.

Zitat von De facto
Es war zu erwarten das GB die Kalkulation der EU von 60 bis 100 einfach so nicht akzeptiert. Es wird noch teuer für die EU und das fehlende Geld wird für lange Nächte in Brüssel sorgen. Das EU Budget muss schrumpfen, ich bezweifle ob andere EU Länder bereit sind mehr zu zahlen im Gegenteil zu GroKo3.0.
Weniger Länder bedeuten auch weniger Einnahmen und auch weniger Ausgaben. Was die Briten zu bezahlen haben, sind nur die anfallenden Kosten, die durch die Briten entstanden sind(Pensionen etc.).
Das mit der GroKo3.0 habe ich absolut nicht verstanden, was das mit den Briten zu tun hat? Eine Erklärung vielleicht?

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Claes Elfszoon 13.03.2018, 19:51
12. Rechnen können ...

Zitat von trader_07
Na ja, wie gut man in Großbritannien rechnen kann, hat uns ja schon dieser Kasper Johnson gezeigt, der in großen Lettern auf einen roten Bus schreiben ließ: "We send the EU 350 Million Pounds a week". Nicht jede Null kann automatisch gut mit vielen Nullen umgehen ;)
... die Briten traditionell sehr gut. Verrechnet hat sich bisher allerdings die EU. Zuerst hieß es, der Austritt des UK sei finanziell quasi eine Lappalie, dann ging man schon von einigen Milliarden Ausfall aus und neuerdings begründet man jede Geldforderung an Mitglieder des Binnenmarktes mit dem Fehlen des UK-Beitrages.
8 Nettozahler in der EU haben sich dem verweigert. Die Niederlande fragte nach, wieso mehr eingezahlt werden soll, wenn die EU schumpft. Selbst Deutschland, das während der Koalitionsverhandlungen als einziger EU-Staat mehr zahlen wollte, mauert hinter den Kulissen gewaltig und Merkel brüskiert gerade Macron, weil sie seinen Plänen so nicht folgen will.
Die Kommission beziffert gegenüber den Mitgliedsländern, allein den jährlichen Einnahmeverlust auf 12-15 Mrd.. Der Schaden dürfte viel höher sein, denn wenn Importbeschränkungen und Zölle anfallen können noch einmal fast 30 Mrd. je nach Branche dazukommen - besonders betroffen: Deutschland. Natürlich wird auch materieller Schaden für die britische Wirtschaft entstehen, aber denen ging es ja bekanntlich nicht nur ums Geld sondern um die Unabhängigkeit des eigenen Rechtssystem, der Eigenständigkeit des Regierungshandelns im Bezug auf Einwanderung und der Möglichkeit ohne Kommission bilaterale Handelsverträge abzuschließen oder sich Freihandelszonen anzuschließen.

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Claes Elfszoon 13.03.2018, 19:58
13. Richtig, auf ...

Zitat von geotie
Weniger Länder bedeuten auch weniger Einnahmen und auch weniger Ausgaben. Was die Briten zu bezahlen haben, sind nur die anfallenden Kosten, die durch die Briten entstanden sind(Pensionen etc.). Das mit der GroKo3.0 habe ich absolut nicht verstanden, was das mit den Briten zu tun hat? Eine Erklärung vielleicht?
... diesen Zusammenhang haben die Niederlande (und 7 weitere Nettozahler) auch hingewiesen. Der Kommissionspräsident hat dem widersprochen und sich bei Deutschland bedankt, dem angeblich einzigen Land der EU, das sich für mehr Zahlungen infolge des Ausfalls des UK bereiterklärt habe.
Auch Tusk bläst bei jeder Gelegenheit in dieses Horn.

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stadtmusikant123 13.03.2018, 20:09
14. xxx

Zitat von Claes Elfszoon
... die Briten traditionell sehr gut. Verrechnet hat sich bisher allerdings die EU. Zuerst hieß es, der Austritt des UK sei finanziell quasi eine Lappalie, dann ging man schon von einigen Milliarden Ausfall aus und neuerdings begründet man jede Geldforderung an Mitglieder des Binnenmarktes mit dem Fehlen des UK-Beitrages. 8 Nettozahler in der EU haben sich dem verweigert. Die Niederlande fragte nach, wieso mehr eingezahlt werden soll, wenn die EU schumpft. Selbst Deutschland, das während der Koalitionsverhandlungen als einziger EU-Staat mehr zahlen wollte, mauert hinter den Kulissen gewaltig und Merkel brüskiert gerade Macron, weil sie seinen Plänen so nicht folgen will. Die Kommission beziffert gegenüber den Mitgliedsländern, allein den jährlichen Einnahmeverlust auf 12-15 Mrd.. Der Schaden dürfte viel höher sein, denn wenn Importbeschränkungen und Zölle anfallen können noch einmal fast 30 Mrd. je nach Branche dazukommen - besonders betroffen: Deutschland. Natürlich wird auch materieller Schaden für die britische Wirtschaft entstehen, aber denen ging es ja bekanntlich nicht nur ums Geld sondern um die Unabhängigkeit des eigenen Rechtssystem, der Eigenständigkeit des Regierungshandelns im Bezug auf Einwanderung und der Möglichkeit ohne Kommission bilaterale Handelsverträge abzuschließen oder sich Freihandelszonen anzuschließen.
Diese Summe haben die nach 3-4 Jahren wieder raus.

Und nach dem Gezeter des BDI von heute kann man wohl davon ausgehen, dass die Briten zumindest ein Ceta +++ bekommen werdnen.

Und dann sind sie frei!!!!!!!!!!!!!!!

Und haben dazu noch den unbezahlbaren Vorteil, die nächsten 20-30 Jahre nicht ständig ein Euro-Mitglied mit retten zu müssen.

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trader_07 13.03.2018, 20:14
15.

Zitat von Claes Elfszoon
Natürlich wird auch materieller Schaden für die britische Wirtschaft entstehen, aber denen ging es ja bekanntlich nicht nur ums Geld sondern um die Unabhängigkeit des eigenen Rechtssystem, der Eigenständigkeit des Regierungshandelns im Bezug auf Einwanderung
Ganz so einfach sollten Sie es sich nicht machen, den Schaden Großbritanniens nur auf monetäre Aspekte zu reduzieren (Schaden für die britische Wirtschaft).

Wussten Sie zum Beispiel, dass 42% (in Worten: ZWEIUNDVIERZIG Prozent! Knapp die Hälfte!) aller in Großbritannien zugelassenen Ärzte mit dem Gedanken spielen, das Land zu verlassen? Können Sie sich das Desaster vorstellen, wenn nur die Hälfte davon das wirklich in die Tat umsetzt?

https://www.theguardian.com/politics/2017/feb/23/thousands-eea-doctors-may-leave-uk-after-brexit-survey-bma

Darüber hinaus haben Sie natürlich Recht mit Ihrer Anmerkung, dass auch die europäischen Länder inklusive Deutschland wirtschafltichen Schaden erleiden. Gesellschaftlichen Schaden wie ein implodierendes Gesundheitssystem droht dem restlichen Europa allerdings nicht.

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d45gts 13.03.2018, 20:27
16.

Zitat von isi-dor
Die britischen Schulden werden nicht von den Briten festgelegt. Der Schuldner behauptet bekanntlich immer, keine Schulden zu haben.
... dann freuen Sie sich schon mal darauf
- Italien,
- Spanien,
- Portugal,
- Griechenland,
- Österreich,
- Belgien,
- Frankreich, ...
zu erklären, dass wir noch 900 Millionen Euro zu bekommen haben.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/233148/umfrage/target2-salden-der-euro-laender/


https://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article169931094/Oekonomen-warnen-vor-Billionenrisiko-fuer-Deutschland.html



... ach so, das wird ja praktischerweise nie fällig gestellt.

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Murmeltier 13.03.2018, 20:38
17. Immerhin ...

... erkennen die Briten heute wirklich mal an, dass sie was zahlen müssen. Na ja, morgen wird auch das vergessen sein. Was gehen mich schließlich meine Reden von gestern an? Bitte diesem Saftladen den Stecker ziehen, anders kapiert man es auf der Insel nicht.

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spmc-12355639674612 13.03.2018, 20:47
18. Interessant,

Zitat von Peace and Love
Die EU wirkt mehr und mehr wie eine Mafia die auf Methoden wie Ausstiegszahlungen Erpressungen und Schutzgeldzahlungen zurückgreift. Oder wie soll man die hohen Nettozahlungen durch Länder wie Niederlande Deutschland oder Österreich sonst bezeichnen
so etwas von jemandem zu lesen, der sich "Peace and Love" nennt. Es geht hier um so etwas wie eine "Vorfälligkeitsentschädigung", nicht um Erpressung. Das Wort "Vorfälligkeitsentschädigung" kennen Sie? Das zahlt man, wenn man einen Kreditvertrag vor dem Fälligkeitstermin loswerden will. Da GB Verträge unterschrieben hat, die auch mit Zahlungsverpflichtungen verbunden waren, gibt es also eine solche Abschlussrechnung. Mit Mafia oder Erpressung hat das so was von gar nichts zu tun! Ansonsten funktioniert das ein bisschen wie der Länderfinanzausgleich: Die Starken geben den Schwächeren. Dadurch werden die Schwächeren in die Lage versetzt, bei Ihrer Firma einzukaufen, was auf Sie persönlich ziemlich direkt einen positiven Einfluss haben dürfte. Oder wie genau erklären Sie sich die starken Volkswirtschaften der Nettozahler, die da wären: Deutschland, (GB), Frankreich, Italien, Belgien, Österreich, Schweden, Dänemark, Finnland und schließlich auch die Niederlande? (Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/38139/umfrage/nettozahler-und-nettoempfaengerlaender-in-der-eu/) - übrigens in genau dieser Reihenfolge ... Luxemburg gehörte 2016 merkwürdigerweise nicht zu den Nettozahlern.

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habu 13.03.2018, 21:19
19. Nun, da zeigt sich doch der Weitblick der Briten

Wir haben jüngst viele Menschen geschenkt bekommen (Göring-Eckardt), wertvoller als Gold (Schulz), die uns jährlich ziemlich genau soviel kosten, wie die Briten jetzt an Austrittskosten kalkulieren. Und wenn es doppelt so viel wird bleibt es immer noch weit unter den Kosten, die in 3 Jahren auf die Insel zukämen, wenn dann alle Merkel-Gäste einen deutschen Pass haben und sich ungehindert dort niederlassen könnten.

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