Forum: Wirtschaft
Brexit: Briten wollen länger in der Zollunion bleiben
AP

Die britische Regierung findet keine Lösung für den Grenzverkehr auf der irischen Insel nach dem Brexit. Ohne eine klare Regelung aber ist der Austritt aus der Zollunion unmöglich. Jetzt soll das Thema vertagt werden.

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kenterziege 18.05.2018, 10:05
1. Nach allem, was sich so im letzten Jahr angesammelt hat:

Ich wette, dass der Brexit in sich zusammenfällt. Es wird noch heulen und Zähneklappern geben, aber der Brexit wird Geschichte sein. Die Briten sind gespalten und die Schotten wollen in der Union bleiben.

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adissu 18.05.2018, 10:05
2. Jetzt mal Durchatmen und nochmal Nachdenken.

Ihr lieben Briten. ich habe Respekt vor der Entscheidung und dem Willen, diese Mamutaufgabe anzugehen. Jedoch denke ich, dass die letzten Jahre und insbesondere die letzten Monate doch hinreichend bewiesen haben, dass ein Brexit nicht zielführend ist. Nicht für die in der europäischen Union verbleibenden Staaten und noch viel weniger für Großbritannien.
Vielleicht sollte ihr nochmal die gleiche Größe zeigen, die der Mut zum Brexit erfordert hat und dieses Projekt für gescheitert erklären, bevor es zu einer Farce wird. Großbritannien ist nun mal nicht mehr das internationale Schwergewicht, dass es mal in der Vergangenheit war. Das wird auch ein Brexit nicht ändern.
Wenn auch Großbritannien eine Menge Geld in die EU jedes Jahr investiert, was zukünftig wegfallen würde, überwiegen die Vorteil, teil der EU zu sein. Zudem will die junge Generation nicht aus der EU und vermutlich wird das in 30 Jahren wieder zurückgedreht, weil die jüngere Generation die überwiegenden Vorteile sieht. Bringt euch also lieber mit der Energie, die ihr auf den Brexit verwendet, in die Gestaltung der EU in einer sich immer mehr globalisierenden Welt ein.
Ich werde mich über diesen Sinneswandel nicht lustig machen sondern sehe dahinter einen mutigen Schritt zu einer Fehlentscheidung zu stehen.

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sikasuu 18.05.2018, 10:06
3. Wir werden der Zollunion definitiv nicht mehr angehören , sagte...

... Brexit-Minister David Davis !
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Nur das AB WANN, hat er klugerweise offen gelassen. Die Situation ist nicht nur mMn, unlösbar!
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Solange das Irlandproblem nicht gelöst ist, & dafür gibt es keine sichtbare&machbare Lösung, bleiben 2 Möglichkeiten. Zollunion mit allen sich daraus ergebenden Einschränkungen für das allein agieren als Volkswirtschaft für GB....
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oder alleine, mit einer EU Außengrenze zw. Nordirland/GB in der EU.
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Ein "bisschen schwanger" geht nicht! Wenn GB diese Frage so lösen kann, dass die Interessen von beiden Beteiligten GB & EU dabei berücksichtig werden, ist der Fields-Preis(Mathematik) fällig für die Quadratur des Kreise:-)

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desertking 18.05.2018, 10:07
4. Brexit means Brexit

Hätte man sich alles früher überlegen können. Dann eben keine Zollunion und bewaffneter Konflikt in Nordirland. Good they got their country back, right? Sowas kommt dann eben von sowas.

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desmoulins 18.05.2018, 10:30
5. Lehren?

Hoffentlich lernen alle, die ja auch in D'land von einem Aufbäumen gegenüber der EU oder gar dem Austritt träumen (hallo, AfD), was genau damit verbunden wäre. Jahrzehntelange Stagnation, ein Schrumpfen der Wirtschaft, lachende Politiker in Moskau und Washington (von Peking mal ganz zu schweigen) und eine gesteigerte Kriegsgefahr. Und warum das alles? Um ein paar Ewiggestrigen einen Anflug von nationaler Souveränität vorzugaukeln?

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joG 18.05.2018, 10:32
6. Eine zweijährige Verhandlungs- cum Anpassungsphase

....war von vorne herein unsinnig und sollte nie so im Lissabonner Vertrag so aufgenommen worden sein. Das war schon damals Trivialwissen. Wenn man sich sachlich mit dem befasst hätte, was man in die EU Verfassung hineinschrieb, statt politischem Zungenschlag zu folgen, hätte man den Artikel nie so formuliert. Aber davon abgesehen ist es auch nicht sachgerecht die Trennung und Folgereglung so zu gestalten, wie dies von Brüssel nun angestrebt zu werden scheint. Politisch allerdings folgt es der gleichen Logik wie die Prodi Doktrin um Fall Korsika oder Katalonien. Man muss Bürger bestrafen, die ihre Region aus der aktuell bestehenden Bindung heraus wollen um ihre Selbstbestimmung zu erlangen. Dafür müssen auch die verbleibenden Bürger Nachteile hinnehmen, die man ihnen allerdings nicht sehr gut erklärt.

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archi47 18.05.2018, 10:36
7. Es wird schwierig

Die Briten haben eine Regierung gewählt, die vor Kraft nicht laufen kann und hieraus ihr Selbstverständnis zieht. Dementsprechend sind die kognitiven Fähigkeiten der Akteure.
Verschärfend kommen noch die Murdochmedien hinzu mit ihren Neigungen zu alternativen schlichten Wahrheiten. Viele Briten glauben das einfach alles.
Ich fürchte, die jetzige Regierung und ihre Medien haben sich so verrannt, dass ohne den notwendigen Absturz keine Einsicht wächst.

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Murmeltier 18.05.2018, 10:59
8. Und die Personenkontrollen?

So ganz verstehe ich nicht, warum die Zollunion auf einmal das Allheilmittel für Nordirland sein soll. Gewiss, die Lastwagen können dann offenbar weiter durchrollen. Aber jeder EU-Bürger darf auch künftig nach Irland einreisen und könnte dann theoretisch die Grenze nach Nordirland überqueren und von dort nach Großbritannien gelangen.

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zynischereuropäer 18.05.2018, 11:01
9.

Brexiteers wollen eine Verlängerung der Teilnahme an der Zollunion und degradieren sich damit selber zum oft beschworenen Vasallenstaat (nichts zu melden, aber einiges zu erfüllen). Herrlich.
Aber nach den verheerenden Meldungen der letzten Tage & Wochen (Interview mit dem jap. Botschafter; 15. Niederlage der Regierung im HoL; Harvard Studie, dass aus dem FTA mit den USA so schnell (wenn überhaupt) nichts werden wird; Drohung Trumps den NHS anzugreifen; etc.) herrscht wohl eher eine gedrückte Stimmung, selbst bei den Verursachern. Dass der irische PM gestern gedroht hat, dass es auch kein EU-UK Abkommen geben wird, wenn NI nicht geklärt wird beflügelt das ganze noch.
Aufgepasst liebe AFD und Nationalstaatsverfechter: so sieht es aus, wenn man allein in der globalisierten Welt ist. Keine kohärente Strategie, keine tollen schnellen Erfolge und auch keine Aussicht auf Besserung... stattdessen ein geteiltes Land, Chaos allerorten, wirt. Nachteile für alle Bürger und eine Int. Reputation die schon jetzt massiv gelitten hat. Und Brexit hat noch nicht einmal stattgefunden.

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