Forum: Wirtschaft
Brexit: Briten wollen länger in der Zollunion bleiben
AP

Die britische Regierung findet keine Lösung für den Grenzverkehr auf der irischen Insel nach dem Brexit. Ohne eine klare Regelung aber ist der Austritt aus der Zollunion unmöglich. Jetzt soll das Thema vertagt werden.

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MathiasF 18.05.2018, 16:25
40.

Zitat von mapcollect
Die EU hat sich schlicht verzockt und in ihrer Arroganz es für unmöglich gehalten, dass die Briten sich im Votum gegen den Verbleib entscheiden.
Hä? Was hätte denn die EU tun sollen - das Referendum absagen oder was? Die EU hat nicht gezockt - das war David Cameron! Keiner in der EU wollte dieses schwachsinnige Referendum...

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Liberalitärer 18.05.2018, 16:34
41. Vereinigte Staaten von Europa

Zitat von mapcollect
Das die Arbeitnehmerfreizügigkeit neoliberalem Denken entgegen kommt bestreite ich doch gar nicht. Ich habe auch nicht behauptet, dass die Regierung den Brexit wollte. Die starke Zunahme von osteuropäischen Arbeitsmigranten hat vielen Briten nicht gefallen, ähnliche Tendenzen gibt es bei uns in Deutschland. Das war Boris eJohnsons stärkstes Argument beim Aufruf zum Brexit. Die EU hat sich schlicht verzockt und in ihrer Arroganz es für unmöglich gehalten, dass die Briten sich im Votum gegen den Verbleib entscheiden.
Man darf auch die Calais Situation nicht unterschätzen. Beide haben sich da nicht mit Ruhm bekleckert, Herr Hollande nicht, aber Herr Cameron auch nicht. Das von der AfD gespielte deutsche Flüchtlingsargument spielte bei der Abstimmung kaum eine Rolle, denn Calais ist nah und Regensburg weit weg. Man hat das in den Nachrichten gesehen, aber das war es dann auch.

Nicht unterschätzen sollte man dagegen, dass die Tories sehr sauer sind, dass man ihnen entgegen einer informellen Absprache Herrn Juncker vor die Nase gesetzt hat. Übrigens erfreute sich auch der verstorbene Altkanzler Kohl bei den Tories keiner großen Beliebtheit und Herr Juncker gilt dort als "Schüler". Und eine Verteidigungsunion wollen die meisten Briten nicht, um keine Parallelstrukturen zur NATO zu schaffen, aber auch weil es um Leben und Tod geht.

Nicht unterschätzen sollte man auch die CAP der EU. Das war schon immer ärgerlich und genau deswegen gab es auch die berühmte Forderung des "I want my money back". Gerade F zieht erhebliche Mittel aus dem Agrarhaushalt und Kohl hat die Angelegenheit damals mit dem deutschen Scheckbuch "gefixt".

Generell will im UK aber praktisch niemand einen EU Bundesstaat oder die Vereinigten Staaten von Europa. Das sollte man einfach zur Kenntnis nehmen.

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mapcollect 18.05.2018, 16:45
42.

Zitat von MathiasF
Hä? Was hätte denn die EU tun sollen - das Referendum absagen oder was? Die EU hat nicht gezockt - das war David Cameron! Keiner in der EU wollte dieses schwachsinnige Referendum...
Die EU hätte die Sorgen seiner Bürger ernster nehmen sollen. Und mehr Basisdemokratie würden sich viele in Europa wünschen - zumindest von den Bürgern.

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Liberalitärer 18.05.2018, 17:29
43. Der Angelsachse an sich

Das ist nur bedingt hilfreich. Der Angelsachse dreht sein eigenes Ding. Das gilt für alle, im Zweifel auch für den POTUS.

https://www.youtube.com/watch?v=d27gTrPPAyk

Und so interessieren das UK die Sanktionen gegen Iran auch nicht sonderlich. Man wird wohl weiter Geschäfte machen. Allerdings wird man das intern wohl ausdiskutieren müssen, was nicht eben spaßig werden wird.

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Liberalitärer 18.05.2018, 17:53
44. Nukleardeals

Zitat von Liberalitärer
Das ist nur bedingt hilfreich. Der Angelsachse dreht sein eigenes Ding. Das gilt für alle, im Zweifel auch für den POTUS. https://www.youtube.com/watch?v=d27gTrPPAyk Und so interessieren das UK die Sanktionen gegen Iran auch nicht sonderlich. Man wird wohl weiter Geschäfte machen. Allerdings wird man das intern wohl ausdiskutieren müssen, was nicht eben spaßig werden wird.
Anfügen sollte man natürlich, dass man sich keine Illusionen machen sollte. Es gibt in Westeuropa durchaus Unternehmen, die gerne im iranischen Nuklearprogramm aktiv werden wollen. Ich denke, da zumindest ist vorläufig das Geschäft mehr als verhagelt. Ich denke, dass gegen ein paar Teppichimporte wenig spricht. Bei anderen Produktkategorien wird auch das UK durchaus auf einer Linie mit den USA schwimmen.

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kado18 18.05.2018, 18:14
45. Vergessen Sie etwa

Zitat von kenterziege
Ich wette, dass der Brexit in sich zusammenfällt. Es wird noch heulen und Zähneklappern geben, aber der Brexit wird Geschichte sein. Die Briten sind gespalten und die Schotten wollen in der Union bleiben.
die Britten sind zweitgrösster Nettoeinzahler, zahlen ca. 6 Mrd / Jahr, einige schreiben noch mehr in die EU ein, als sie trotz Brittenrabatt von ihr zurück bekamen.
Der EU-Haushalt soll jetzt von 140 auf 280 Mrd verdoppelt werden, dieser wird über Zölle und Mitgliederbeiträge finanziert, sie wollen sich nicht weiter bevormunden lassen von Brüssel, u.a. auch nicht bei Flüchtlingsquoten.
Das Fehlkonstrukt ist total gescheitert. Immer mehr Nehmerländer nimmt man auf, spätestens, wenn die Nehmerländer einmal einzahlen müssen und die wenigen Nettoeinzahler nicht mehr können, ist es vorbei. Jetzt sind die Nettoeinzahler I und F sogar die neuen Sorgenländer,
Italien will jetzt 250 Mrd von der EZB, von wem wohl?
In der EZB hat jedes noch so kleine Land eine Stimme, wie auch D, der Club Med unter franz. Führung hat 70 Prozent, d.h. wir werden überstimmt, das will jetzt Macron wiederholen mit seinen Ideen, u.a. einen EU-Finanzminister mit eigenem Budget (wenn die Hoheit über unsere Haushalts-Mrd an andere Länder abgegeben wird, ist das sogar eine Verfassungsverletzung), eine EU-Arbeitslosenversicherung, die gemeinsame Haftung für Kredite,....super für F und die Pleiteländer, aber nicht für uns.

Nur viele Michel begreifen das immer noch nicht, die ganz grossen Gewinner sind nur die, die schon nicht wissen, wohin mit ihren Mill / Mrd, die sind aber nicht solidarisch, die anderen sind die ganz grossen Verlierer, zahlen die Exporte selber, die in der Euro-EU, die über das Tarnsystem Target-2 abgewickelt. Von der Bundesbank (nicht der EZB) bekommen die Konzerne sofort die Mrd, inzwischen 910 Mrd, die gehört quasi uns allen, sie also wir, bekommen nur nicht / kaum eintreibbare Forderungen gegenüber anderen EU-Landesbanken.
Jeder Halbdumme weiss schon, gibt man einem sehr hoch Verschuldeten Geld, Waren,.. bekommt man nichts, max z.T. etwas zurück.
Das ist bestenfalls ein zinsloser Kredit über Jahrzehnte, eine Absatzförderung zu unseren Lasten.
Die Bürgschafts- Mrd sind sowieso weg, auch viel von den ca. 92 Mrd ESM u.a. Tarnnamen.

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Liberalitärer 18.05.2018, 18:45
46. Parlament

Zitat von kado18
die Britten sind zweitgrösster Nettoeinzahler, zahlen ca. 6 Mrd / Jahr, einige schreiben noch mehr in die EU ein, als sie trotz Brittenrabatt von ihr zurück bekamen. Der EU-Haushalt soll jetzt von 140 auf 280 Mrd verdoppelt werden, dieser wird über Zölle und Mitgliederbeiträge finanziert, sie wollen sich nicht weiter bevormunden lassen von Brüssel, u.a. auch nicht bei Flüchtlingsquoten.
Es geht gar nicht so sehr ums Geld oder um mangelnde Solidarität. Das UK wird sich am Ende vorbehalten wollen, über den Tod oder Nichtod seiner Bürger bei einem Kampfeinsatz zu entscheiden, das wird man nicht delegieren, jedenfalls nicht ohne ein vernünftiges Parlament, das mehr kann als "historische" Reden zu halten.

Und für jeden Angelsachsen (Engländer), Schotten oder Waliser ist das Parlament der Kern einer lebendigen Demokratie und eben nicht eine Technokratie, wie wohlmeinend diese auch sein mag. Diese Präsidialdemokratiemode wird das UK nicht mitmachen, da könnte die PM sich nackig machen, auch egal, Entscheidungen treffen Regierung und Parlament gemeinsam, aber das Parlament hat das sagen.

Und weil das so ist wird man immer ein waches Auge auf die "Präsidialdemokratien" haben, wo auch immer. Die sind nicht per se undemokratisch, aber Vorsicht ist geboten.

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Liberalitärer 18.05.2018, 19:13
47. Glorifizierung

Zitat von Liberalitärer
Und für jeden Angelsachsen (Engländer), Schotten oder Waliser ist das Parlament der Kern einer lebendigen Demokratie und eben nicht eine Technokratie, wie wohlmeinend diese auch sein mag. Diese Präsidialdemokratiemode wird das UK nicht mitmachen, da könnte die PM sich nackig machen, auch egal, Entscheidungen treffen Regierung und Parlament gemeinsam, aber das Parlament hat das sagen.
Und für uns ist das Parlament das, wo sich unsere täglichen Anliegen abspielen. Das kennen sie in ihrer Demokratie gar nicht. Wir Briten schauen zu, hören hin und streiten leidenschaftlich. Und es geht um ganz alltägliche Anliegen und nicht um "Europareden". Die kann jeder Depp schreiben. Und natürlich ist so eine echte Demokratie nicht statisch. Glorifizieren sollte man es auch nicht, es Korruption, Intrigen, Verrat. Shakespeare würde wohl sagen, dass das eben Teil der Inszenierung ist und irgendwie ist das Leben ja eine Bühne.

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koch-51 18.05.2018, 21:13
48.

Auch wenn sich diese Nachricht inzwischen als falsch herausgestellt hat, hilft sie doch, die Brexiteers zu verunsichern. Das ist besser als gar nichts

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bärenfreund-tom 19.05.2018, 06:55
49.

Hoffentlich fliegen die Briten ohne die Übergangszeit raus!
Die EU ist doch kein Wunschkonzert !
Drinnenbleiben wenn es doch vorteilhaft ist!?
Will man solche Egoisten in der EU haben?
Lieber ein Mitglied weniger als so ein Rückgratloses Land mit dabei zu haben.

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