Forum: Wirtschaft
Brexit-Folge: Nissan baut neuen SUV in Japan statt England
REUTERS

Autobauer Nissan verlagert einen Teil seiner Produktion aus Großbritannien nach Japan. Einer der Gründe: der bevorstehende Brexit.

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albatross507 03.02.2019, 14:39
1. Binnenmarkt

Das Grundproblem ist, dass die meisten EU-Bürger gar nicht verstanden haben, was genau der Binnenmarkt eigentlich ist. Z.B. in Lateinamerika ist jeder Import mit Steuern belegt, teilweise mit einem komplexen Sammelsurium aus verschiedenen Steuern. In GB wurden nach langer Tradition der Rosinenpickerei die Vorteile der EU komplett ausgeblendet.

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tamna 03.02.2019, 14:45
2. nachvollziehbare und verantwortungsvolle Entscheidung

...kann darüber irgendjemand überrascht sein? Es wird nicht bei Nissan bleiben.

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StonyBrook 03.02.2019, 14:49
3. Realitätsverlust

Das Ausmaß, das der Realitätsverlust der britischen Regierung und auch von Teilen der Opposition erreicht hat, ist beängstigend. Noch immer wird so getan, als wäre der 29. März eine Deadline, bis zu der man eine Einigung braucht. Dabei ist die Frist längst verstrichen. Die Firmen haben Ihre Notfallpläne aktiviert, und wir Rest-Europäer können uns kaum darüber freuen.
Aber solange die Briten weder an der Spitze noch in der Masse einsehen, was für einen Schaden sie da anrichten, wird sich nichts daran ändern. Dadurch, dass jetzt Theresa May die von ihr selbst entworfene Irland-Lösung über den Haufen werfen will, stehen die Chancen auf eine Lösung immer schlechter.

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Galluss 03.02.2019, 14:51
4. Nicht überzeugend

Bisher hatte Nissan mit dem Standort Sunderland an der Ostküste kurz vor Schottland guten Zugang zum EU-Markt. Das wird mit dem Brexit etwas schwieriger, aber die Wege bleiben die gleichen. Die Schweden und Norweger direkt gegenüber werden keine Nissans mehr kaufen. Die wollen nur noch e-autos.

Wenn Nissan die Autos in Japan produzieren, haben sie sowohl Probleme mit dem Export nach England wie mit dem Export in die EU. Und lange Seewege. Das wäre dumm.

Es geht also um etwas ganz anderes: denen ist der US-Markt wegen der neuen hohen Einfuhrzölle -die die US-Fabrikanten von SUV´s schützt- weggebrochen. Mit dem Standort Japan haben sie besseren Zugang zum chinesischen Markt mit mehr als doppelt soviel Konsumenten als EU und USA zusammen.

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bogedain 03.02.2019, 14:52
5. Bei allem Respekt

für die Briten,die EU zu verlassen...sind das leider logische Entscheidungen der Wirtschaft.Und es werden weitere folgen einschliesslich Airbus.Ich hoffe,dass sind unüberhörbare Warnschüsse an das britische Parlament,es nicht auf die Spitze zu treiben.Kapital sucht sich immer den einfachsten Weg

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michael_1976 03.02.2019, 14:59
6. Anfang

Und das ust erat der Anfang.
Vir eunuchem Tagen hat Die britische BCI berichtet, dass jedes dritte Unternehmen die Produktion teilweisen bzw. vollständig ins Ausland verlegen könnte.
Ich wundere mich immer wieder, aber Sunderland hat mehrheitlich viel Brexit gestimmt. Da bekommen sie die Quittung...

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Havel Pavel 03.02.2019, 15:03
7. Alles hat immer zwei Seiten

Auch in der gegenwärtigen Situation gibt es Nutznieser, die von der Unsicherheit profitieren. Was Nissan abetrifft wird die Karre halt nun in Japan gebaut, was solls? Die japanesischen Arbeitnehmer wirds freuen, zudem dürften künftig wohl eher die asiatischen Märkte profitieren, der europäische Markt ist doch wohl eher gesättigt. Somit dürfte den Japanesen die Entscheidung nicht schwer gefallen sein. Wäre eine Fertigungsstätte in der Rest EU interessant, hätte man wohl ganz sicher leicht einen anderen Fertigungsort finden können.

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descartes 03.02.2019, 15:07
8.

Man könnte meinen, man befinde sich in einem Buch von Wilhelm Busch. Dieses war der x-te Streich, doch der nächste folgt sogleich.
Und zwar solange, bis man den Protagonisten in der englischen Regierung den Stecker zieht, von alleine merken sie es anscheinend nicht!
Für jeden, mit einigermassen funktionierendem Verstand, keine Überraschung und es würde auch keinen wundern, wenn die anderen Nachfolgemodelle nicht mehr in Sunderland gebaut würden.
Jeder, der Verantwortung für ein Unternehmen trägt, muss seine Entscheidungen den Rahmenbedingungen anpassen, das ist nur logisch.
Bin gespannt, wann die ersten Vorzeigeökonomen diese vorhersehbaren und notwendigen Reaktionen wieder als "Erpressung durch die Wirtschaft" betiteln ...

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vitalik 03.02.2019, 15:08
9.

Zitat von Galluss
Bisher hatte Nissan mit dem Standort Sunderland an der Ostküste kurz vor Schottland guten Zugang zum EU-Markt. Das wird mit dem Brexit etwas schwieriger, aber die Wege bleiben die gleichen. Die Schweden und Norweger direkt gegenüber werden keine Nissans mehr kaufen. Die wollen nur noch e-autos. Wenn Nissan die Autos in Japan produzieren, haben sie sowohl Probleme mit dem Export nach England wie mit dem Export in die EU. Und lange Seewege. Das wäre dumm. Es geht also um etwas ganz anderes: denen ist der US-Markt wegen der neuen hohen Einfuhrzölle -die die US-Fabrikanten von SUV´s schützt- weggebrochen. Mit dem Standort Japan haben sie besseren Zugang zum chinesischen Markt mit mehr als doppelt soviel Konsumenten als EU und USA zusammen.
Ich sehe es so wie Sie auch.
Dass Nissan nun GB verlässt, kann viele Gründe haben, aber dass man ausgerechnet in Japan Fahrzeuge für den europäischen Markt produzieren möchte, verstehe ich nicht.

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