Forum: Wirtschaft
Brexit-Folgen: EU-Kommissar warnt Briten vor Steuer-Dumping
DPA

Großbritanniens Finanzminister will die Steuern für Firmen senken. EU-Wirtschaftskommissar Moscovici kritisiert das Vorhaben: Sinkende Einnahmen würden den britischen Haushalt nur noch mehr belasten.

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PeterPaulPius 05.07.2016, 12:50
80. Sachte Kamerad

Zitat von millenium64
Das schwache Pfund hilft zunaechst mal den englischen Exporten - egal wohin. Europa hat auch einiges zu verlieren .....
Die Spirale neigt sich ja dem Ende zu. Und wenn UK nur noch mit Finanzprodukten hebelt und alle Blasen lokal weiter anheizt, ist irgendwann over. Die haben keine echte Industrie. Das bißchen Automotive sind ausschließlich Niederlassungen. Die sind schnell weg.

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gldek 05.07.2016, 12:52
81. Ausgerechnet ein Kommissar

Die ganze Kommission steht in ihrer demokratischen Legitimation auf wackeligen Beinen. Solche Vorschläge zeigen erneut das autoritäre Selbstverständnis dieser Institution. Ein kleiner Vergleich: Die EZB druckt jeden Monat Lastwagen voll miserabel gedeckte Euros. Und da will man GB in das Steuerrecht dreinreden.

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zensurgegner2016 05.07.2016, 12:53
82.

Zitat von ticino49
die Schweiz ist (pro Kopf gerechnet) stärker industrialisiert als Deutschland. Der Export (pro Kopf gerechnet) ist höher. Die Schweiz hat unter den Top100 Firmen weltweit doch einiges zu bieten (z.B. Nestle). Die Schweiz mit Luxembourg zu vergleichen zeugt von Unwissen.
Ich habe der viel stärkeren "Industriealisierung" der Schweiz nicht widersprochen
Allerdings: Die Schweiz - ebenso wie Luxemburg - lebt von Gewinnverschiebung im Billionenbereich
Während Luxemburg 35% des Staatshaushaltes aus Steuerdumping erwirtschaftet, sind es in der Schweiz - laut Oxfam und TJN - bis zu 25%
Der Anteil der Briefkästenfirmen in der Schweiz ist laut AvenirSuisse bei etwa 15-17%

Und nur die Tatsache des "vom Steuerdumping" lebens habe ich verglichen

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undog 05.07.2016, 12:55
83. Irland - Sie irren.

Zitat von dieter-klaus.delacroix
"Sinkende Einnahmen würden den britischen Haushalt nur noch mehr belasten." Irland hat gezeigt, dass das Gegenteil der Fall ist!
Die haben innerhalb der EU geringe Unternehmenssteuern. Ferner betreiben Luxemburg, Niederlande etc. selekties Steuerdumping (amazon Umsatzsteuerfrei, Patentverwertung steuerfrei).
Und die Schweiz hat Verträge mit Warenfreizügigkeit aber mit Niedrigsteuersätzen insbesondere für Ausländer.
Und bei UK will an nun nicht vorverhandeln?

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schlaueralsschlau 05.07.2016, 12:56
84. @ dieter-klaus.delacroix

""Sinkende Einnahmen würden den britischen Haushalt nur noch mehr belasten." Irland hat gezeigt, dass das Gegenteil der Fall ist!"" Irland als Teil der EU hat Zugang zum Markt und kann somit auch Unternehmen anziehen. (Solange es keine Spirale des Steuerdumpings gibt)

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turbomix 05.07.2016, 12:58
85.

Zitat von Zoroaster1981
Die EU hat GB bald gar nichts mehr zu sagen. Offenbar besteht eher die Angst, dass mit so einer britische Maßnahme EU-Unternehmen nach UK gelockt werden könnten. Ansonsten: ich habe gewettet, dass UK austreten wird. Und nun würde ich gerne wetten, UK bald besser dastehen wird als jetzt mit der EU.
Zu1) Und wohin verkaufen wenn die EU hohe Einfuhrsteuern/Zölle bereithält? Wenn die EU es drauf anlegt kann GB nur verlieren!
Zu2) Ich habe gehofft und "gebetet", dass GB endlich austreten wird. Besser dastehen als in der EU? Da werden Sie sich aber schwer vezocken! Da spielen bei Ihnen wohl Wunschträume eine große Rolle.

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zensurgegner2016 05.07.2016, 12:59
86.

Zitat von epiktet2000
Wer von den Abschreibungsmöglichkeiten schweigt, kann sich auch nicht als objektiv bezeichnen.
Was soll dieses Ablenkungsspielchen?
Es ging um den steuerlastVERGLEICH, und da Sie von dem "niedrigsten Körperschaftssteuersatz Europas" in Deutschland warnten, muss man eben dazusagen, dass das Unfug ist, da ausschießlich die Steuerlast unterm Strich entscheidend ist
und die ist in Deutschland knapp unter 30%.

Wenn Sie nun Rückzugsgefechte mit "Abschreibung" und Co führen, dann ist das ebenso Unsinn, denn dazu müssten Sie die Abschreibunsmöglicheiten des Auslandes vergleichen.

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ihawk 05.07.2016, 12:59
87. Haushaltsdefizite

Betrachtet man das grundlegende Problem, wird man schnell niedergebügelt ... ich versuche es trotzdem.
Woher kommt ein Haushaltsdefizit?
Die einfachen Antworten sind hinreichend bekannt, führen aber auch zu keiner Lösung.
Staaten sparen sich im wahrsten Sinn des Wortes zu Tode, weil sie in einer Schuldenfalle stecken, aus der es kein Entrinnen gibt und das vermeiden die Finanzminister dieser Welt zu offenbaren und erzählen allen möglichen Unsinn um dieses grundlegende Thema um jeden Preis zu vermeiden.

Seit den 80er Jahren hat nahezu jeder Staat den "Point of No Return" überschritten. Finanztechnisch heißt das, dass die Rückführung der Schulden ab diesem Zeitpunkt unmöglich geworden ist.

Haushaltsdefizite entstehen in erster Linie auf Grund der exorbitanten Schuldendienste. Das absurde Sparen hilft an dieser Tatsache nicht vorbei.
Das bestehende monetäre System droht zusammen zu brechen, weil die Finanzmafia ihre eigenen Regeln gebrochen hat. Lobbyisten erreichten in den späten 80er Jahren die weitgehende Kontrolle der Finanzmarktes politisch aufzugeben und dem "Freien Markt" überlassen.

Zurück zu England, Steuerdumping und englische Haushaltsdefizite:
Es lohnt sich zu recherchieren, was die "City of London" wirklich ist ... Zunächst einmal, wie so oft wenn es um viel Geld und Macht geht, ist der Name bereits eine arglistige Täuschung ... im übrigen genauso wie der Name der >>privaten

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Marut 05.07.2016, 13:01
88. Druckmittel

Die Ankündigung, der EU mit Steuerdumping entgegenzutreten halte ich erstmal für eine rein taktische Drohkulisse. GB will durch Verhandlungen vor der Austrittserklärung sich die Rosinen rauspicken, die EU sagt aber konsequent, erst die Erklärung, dann Verhandlungen. Es ist für mich erstmal nur die Drohnung "wir können euch auch schaden, wenn ihr nicht unser Spiel mitspielt". Da liegt aber das Hauptproblem: GB kann einfach nicht akzeptieren, dass sie mal nicht den Ton angeben. Sie sind spätestens seit Margaret Thatcher gewohnt, dass sie mit dem nötigen Erpressungsdruck immer bekommen, was sie wollen. Damit sollte jetzt aber endlich mal Schluß sein.
Durch eine Senkung der Steuern für die Industrie, würde sich GB in einem Maß selbst schaden, dass sie das nicht lange durchhalten würden. Auch für die Industrien, die GB damit im Lande halten möchte, dürfte das ziemlich unwichtig sein, denn GB ist für sie das Sprungbrett in den europäischen Markt. Das ist wichtiger, als ein paar Prozente Steuern.

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KayYou 05.07.2016, 13:01
89. Und jetzt stellen Sie sich vor,

Zitat von svizzero
Was wurde der Schweiz alles vor und nach dem Austritt aus dem EWR angedichtet? Eigentlich sollten diese paar Quadratkilometer mitten in Europa gar nicht mehr existieren.
wie reich die Schweiz heute wäre, wenn sie sich dem EWR angeschlossen hätte.
Nicht, dass Sie derzeit einen Steuerrückbehalt von jährlich etwa 500 Mio € an die EU überwiesen. Dazu auch noch etwa 400 Mio dafür, dass Sie problemlos Handel treiben können.
Vielen Dank übrigens dafür aus den Hungergebieten Ihres nördlichen Nachbarn.

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