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Brexit-Verhandlungen: Briten verweigern der EU konkrete Schuldensumme
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Wie viel Geld schuldet Großbritannien noch der EU? In den Brexit-Verhandlungen ist das einer der größten Streitpunkte. Doch ein konkretes Angebot wolle das Land vorerst nicht machen, sagt Brexit-Minister Davis nun.

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iffelsine 12.11.2017, 16:52
1. Tatsächlich ist die EU schuld !

Hat sie sich doch nicht vorstellen können, dass jemand austritt. Nun fehlen klare Vereinbarungen und wie immer bei bestehenden Verträgen ist es schwierig, Löcher im Nachhinein zu stopfen. Die EU ist als Ganzes zahlreiche Verpflichtungen eingegangen, die müßten nun gekündigt werden und bis zum Ende der Kündigungsfrist stecken die Briten mit drin. Mit Ende dieser Frist geht auch die Verpflichtung der Briten zu Ende. Die längste Verpflichtung der Briten sind die Renten für britische EU-Beamte, denn erst wenn der letzte EU-Brite "gegangen" ist, ist Schluss mit zahlen - das kann noch 50 Jahre dauern. Das jetzt auszurechnen, ist unmöglich.

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Malto Cortese 12.11.2017, 16:55
2.

Schon eigenartig: die Briten kommen und kommen einfach nicht aus der EU heraus, obwohl sie sich eindeutig dafür entschieden haben. Bei den Katalanen dagegen geht das angeblich praktisch über Nacht, auch wenn sie nach der Unabhängigkeit eigentlich gar nicht austreten wollen. Ich denke London sollte einfach mal in Barcelona nachfragen, wo die Drohungen der EU mit dem Instant-Rauswurf doch auf dem Tisch liegen.

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Zaunsfeld 12.11.2017, 16:57
3.

Na wenn die Briten meinen, dass sie noch genug Zeit haben ... uns soll's recht sein.
Die Briten sollten vielleicht im Hinterkopf behalten, dass sie bis März 2019 noch einen kompletten Handelsvertrag mit der EU aushandeln wollen, damit ihre Produkte und vor allem ihre Banken und Hegdefonds nach dem Brexit noch Zugang zum europäischen Markt haben, damit sie nicht über die Wupper gehen.

Je länger die Briten warten, desto mehr ihrer heiß geliebten Finanzgeschäfte werden sich nach Frankfurt und Paris verlagern. Viele Banken und Finanzfirmen haben bis zum letzten Drücker gewartet, aber spätestens Anfang 2018 müssen sie damit beginnen, ihre Verlagerungen durchzuführen. Ein Jahr von da an ist sowieso schon ziemlich knapp bemessen, wenn man bedenkt, dass man Büros für Zehntausende Mitarbeiter anmieten, lokale Verträge abschließen, den Leuten Wohnungen suchen, Genehmigungen einholen und seine Infrastruktur vor Ort aufbauen muss.

Wenn Britannien meint, sich einen harten Brexit leisten zu können, sollen die Briten das ruhig mal ausprobieren. Die EU wird's überleben.

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Nubari 12.11.2017, 17:03
4. Der harte Austritt wird wahrscheinlicher

Dei Zeit läuft den Verhandlungspartnern davon. Davies macht nun deutlich, was nicht länger zu verschleiern war: Großbritannien wird keiner konkreten Summe für Kompensationen zustimmen. Da die EU nach einem Austritt aber über keine Druckmittel mehr verfügt, kommt ein Austritt ohne einen vereinbarten Betrag einem Verzicht auf die Ansprüche gleich. Es ist erstaunlich, wie hoch die Einsätze bei diesem Poker sind, bei dem am Ende beide Spieler verlieren werden. Anstatt sich auf Schadensbegrenzung zu verlegen, gehen beide Spieler weiter in die Vollen. Wobei die EU eine Gemeinschaft ist, in der die Kosten irgendwie umgelegt werden und letztendlich tragbar sein werden. Dass allerdings Großbritannien diese Einsätze riskiert, macht sie zu Hasardeuren und das kann nicht gut gehen. Noch schlimmer ist der Verdacht, dass man sich die Brexiteers aus einer großen Schwäche heraus eine unbesigbare Stärke einzureden scheinen.

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bigroyaleddi 12.11.2017, 17:04
5. Tja, so ist das ...

... wenn man nur mit irghendwelchen Sachen rumschwafelt und nicht bereit ist, eine konkrete Situation zur Kenntnis zu nehmen. Die Brexitiers haben und hatten keine Ahnung, davon aber reichlich. Wundert sich da vielleicht bei uns noch jemand darüber? Die haben doch schon bisher gezeigt, dass nix rüberkommt. Was soll sich daran ändern? Ich glaube, wir werden einen sehr harten Brexit erleben - für die Briten.

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beat126 12.11.2017, 17:05
6. "Deshalb würde er die Gespräche beenden"

Finde ich grossartig, denn kein EU-Parlamentarier würde privat eine Verpflichtung solcher Art auf sich nehmen. Ich bin dann nur gespannt, wie die EU die vergangene 14-Tage-Frist kommentiert. Denn es war ja ein gross verkündetes Ultimatum an dessen Ende ohne Vorschlag keine weitere Verhandlungen auf dem Programm stehen. Nicht GB, sondern die EU hat die Verhandlungen platzen lassen. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass auch vermeintlich Stärkere zu Verlierern werden können, ist er jetzt erbracht. Für mich war es allerdings nicht erst seit dem Brexit klar, sondern bei der Unterzeichnung der Freizügigkeit von Personen und bei der Einführung des Euro sowieso.

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geschädigter5 12.11.2017, 17:06
7. Wann endlich

wird auch der normale britische Bürger merken, dass die Verweigerung von genauen Zahlen durch May nur der Tatsache geschuldet ist, dass die von der EU genannten Beträge wohl von Britannien zu zahlen sind. Das heißt dann auch, das May dann sofort zurück treten muss. Das britische Volk wird offensichtlich ganz brutal belogen. Diese Exit–Regierung hat wohl inzwischen direkt Angst vor der Wahrheit. Armes Britannien.

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Baikal 12.11.2017, 17:08
8. Warumm sollte GB das auch machen?

Die EU exportiert mehr nach GB als GB in die EU. Wer also wird beim Austritt gekniffen? Solange Brüssel sich als Gefängniswärter geriert - ausgerechnet einen Franzosen zum Chefunterhändler zu ernennen war schon ein Meisterstück a la Juncker - und nicht begreift wie zerbrechlich das ganze Konstrukt ist wird scheitern, ganz einfach.

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go-west 12.11.2017, 17:11
9. Unter anderem wegen der Haltung Herrn Dysons

werde ich nie mehr eines seiner Produkte kaufen. Die Produkte sind zudem überteuert und aus mittelmäßigen Kunststoff hergestellt. Mein Dyson-Staubsauger läuft zwar noch, wird jetzt jedoch verschrottet werden müssen, da an allen Ecken und Kanten Kunststoffteile gebrochen sind. Dyson ist ein britischer Nationalist, der immer wieder gerne gegen die deutschen Verbraucher gewettet hat, die ihm zufolge Protektionisten sind und lieber eigene Produkte von Miele und Co. kaufen. Nach den gemachten Erfahrungen mit dem Dyson-Sauger weiß ich auf jeden Fall, warum ich ab sofort nur noch deutsche Qualitätsprodukt kaufen werde.

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