Forum: Wirtschaft
Brexit-Verhandlungen: Briten verweigern der EU konkrete Schuldensumme
DPA

Wie viel Geld schuldet Großbritannien noch der EU? In den Brexit-Verhandlungen ist das einer der größten Streitpunkte. Doch ein konkretes Angebot wolle das Land vorerst nicht machen, sagt Brexit-Minister Davis nun.

Seite 6 von 22
hru 12.11.2017, 18:00
50.

Zitat von Malto Cortese
Schon eigenartig: die Briten kommen und kommen einfach nicht aus der EU heraus, obwohl sie sich eindeutig dafür entschieden haben. Bei den Katalanen dagegen geht das angeblich praktisch über Nacht, auch wenn sie nach der Unabhängigkeit eigentlich gar nicht austreten wollen. Ich denke London sollte einfach mal in Barcelona nachfragen, wo die Drohungen der EU mit dem Instant-Rauswurf doch auf dem Tisch liegen.
Verstehe ich nicht. Die Briten sind im März 2019 aus der EU, die Katalanen in dem Moment wo sie unabhängig werden - weil sie dann erst wieder die Aufnahme beantragen müssen. Und die Aufnahme muss einstimmig beschlossen werden, wie würde da wohl Spanien abstimmen?
Es geht überhaupt nicht darum was die EU möchte - in dem Moment wo ein Teil eines EU-Mitglieds das Land verlässt ist es aus der EU raus. Die Diskussion ist schon beim Schottland Referendum geführt worden, offensichtlich haben die Katalanen gemeint, dass das nur bei Durchschnittstemperaturen unter 15 Grad so ist.... .

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Lotus Driver 12.11.2017, 18:00
51. JA, wieviel denn nun ?

Die Briten haben ihre Verpflichungen auf 20 Milliarden berechnet, die EU auf 60 bis 100 (????) Milliarden (geschätzt/gewünscht/geraten ?).

Ja, tatsächlich ist alleine EU gefragt einmal eine exakte Zahl und deren Grundlage darzulegen.

Die EU ist ein Kindergarten: hey, du schuldest mir Geld, ich weiß zwar nicht wieviel und warum, aber sonst darfst du nicht mehr mitspielen !

Beitrag melden Antworten / Zitieren
at.engel 12.11.2017, 18:02
52.

"In den Brexit-Verhandlungen will Großbritannien vorerst keine "Zahl oder Formel" zu seinen Restschulden bei der EU nennen."
bleibt die Frage, was Davis unter "vorerst" versteht, und wie lange das "vorerst" noch dauern soll. Das ist so in etwa das Gleiche wie mit der "Übergangsphase"... eigentlich sind wir ja schon in einer Übergangsphase.
Aber egal, man hat einfach den Eindruck, die Briten werden die Verhandlungen an die Wand fahren und dann die Schuld für einen letztendlich harten Brexit auf die EU schieben. Nur leuchtet mir einfach nicht ein, was der Sinn der Sache sein soll. Für Industrie und Handel ist das so ziemlich die schlechteste Option.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hru 12.11.2017, 18:03
53.

Zitat von Baikal
Die EU exportiert mehr nach GB als GB in die EU. Wer also wird beim Austritt gekniffen? Solange Brüssel sich als Gefängniswärter geriert - ausgerechnet einen Franzosen zum Chefunterhändler zu ernennen war schon ein Meisterstück a la Juncker - und nicht begreift wie zerbrechlich das ganze Konstrukt ist wird scheitern, ganz einfach.
Zum einen spielt es schon eine Rolle ob 10% meiner Exporte betroffen sind oder 30, aber vor allem geht es für UK um die Banken die ausserhalb der EU nicht nur ein paar Zölle zahlen müssen sondern viele Dienstleistungen gar nicht mehr machen kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tschoemitoe 12.11.2017, 18:04
54.

Zitat von suplesse
Wenn ich jemanden etwas schulde, so benötige ich eine Rechnung. Und zwar mit genauen Angaben, wofür ich zu zahlen habe, und zwar schriftlich. Die einzelnen Posten müssen stimmig sein und die Gesamtsumme ergibt sich aus den einzelnen Posten. Wenn mir einer einen Betrag X zuruft, reagiere ich überhaupt nicht. Habe das im Geschäftsleben schon gehabt. Mündlich zugerufen und dann kam am Ende ein ganz anderer Betrag nach Prüfung dabei raus. Den habe ich bezahlt und keinen Cent mehr. Angedrohte rechtliche Konsquezeb blieben aus. Was soll ein sogenannter Brexit bewirken, als Frust und Zerwürfnis auf beiden Seiten. Diese EU ist ein ganz schlechter Partner. Wenn ich keine Lust mehr habe mit jemanden zusammen zu arbeiten auf vertraglicher Ebene und in Aussicht stelle freie Kontakte später haben zu wollen, dann ist das doch mein gutes Recht.
Ich denke doch mal, dass die Berechnungen allesamt unstrittig sind. Strittig dürfte eher sein, was davon tatsächlich geltend gemacht werden kann...hier kann es natürlich unterschiedliche Sichtweisen geben (für z.B. bereits garantierte UK Zusagen für die Zeit nach dem Brexit), darüber muss man halt eine Einigung erzielen. Es glaubt doch wohl keiner, dass man sich auf Basis von "müdlichen Zurufen" an einen Tisch setzt...mann, mann, mann

Beitrag melden Antworten / Zitieren
die-metapha 12.11.2017, 18:04
55.

Zitat von suplesse
Wenn ich keine Lust mehr habe mit jemanden zusammen zu arbeiten auf vertraglicher Ebene und in Aussicht stelle freie Kontakte später haben zu wollen, dann ist das doch mein gutes Recht.
Es ist Ihr gutes Recht das haben zu "wollen" - was aber nicht gleichbedeutend ist, dies tatsächlich dann auch auch automatisch vertraglich zugesichert zu haben. Daraus noch ableiten zu wollen, Ihr Geschäftspartner bliebe Ihnen freundschaftlich verbunden und stellt Ihnen Büro und Kundenkontakte zur Verfügung entbehrt jeglicher Logik.
Als Geschäftsmann sollten Sie es eigentlich besser wissen - das ist nicht real umsetzbar und wird so auch nirgends praktiziert.
Aber mal zum Thema - GB möchte sich seiner Verpflichtungen völlig entledigen - gleichzeitig aber alle Rechte als Gewohnheitsrecht weiter genießen. Die Folgekosten für gemeinsame Projekte will man auch nicht tragen - eigentlich schei*** man auf die bisherigen Partner - erwartet aber zukünftig Entgegenkommen von diesen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MütterchenMüh 12.11.2017, 18:05
56. das war die Antwort auf das Ultimatum

Mit diesem Statement hat Davis kundgetan, was die britische Verhandlungsseite vom Brüsseler Ultimatum hält - nämlich nichts.

Ein harter Exit ist aber dennoch unwahrscheinlich. Brüssel wird einknicken, darin haben sie schließlich jahrzehntelange Erfahrung. Und wer sich selber nicht an seine eigenen Verträge halten kann oder will (Maastricht-, Dublin-Abkommen) hat schließlich schon bewiesen, was er von seinen eigenen Verträgen hält.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Papazaca 12.11.2017, 18:06
57. Es geht nicht um gerechte Forderungen, weder ...

von der britischen Seite noch von der EU, es geht um Macht. Hier im Forum wird oft moralisch argumentiert, bzw. werden gerechte Forderungen wie Pensionen angeführt. Letztlich geht es aber um einen Machtpoker. Das beinhaltet auch Bluff, wie beim Poker. Die wichtige Frage ist: Wer hat die besseren Karten. Aber auch beim Spiel agieren ja nicht alle nach rationalen Maßstäben.

Wenn ich Theresa May sehe, tut sie mir eigentlich leid. Die schläft offensichtlich seit längerer Zeit sehr schlecht. Wahrscheinlich gibt es dafür gute Gründe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
KRD 12.11.2017, 18:06
58. was heißt "mehr"

Zitat von Baikal
Die EU exportiert mehr nach GB als GB in die EU. Wer also wird beim Austritt gekniffen? Solange Brüssel sich als Gefängniswärter geriert - ausgerechnet einen Franzosen zum Chefunterhändler zu ernennen war schon ein Meisterstück a la Juncker - und nicht begreift wie zerbrechlich das ganze Konstrukt ist wird scheitern, ganz einfach.
Fakt ist, dass der GB Außenhandel zu 45% in die EU geht! Ihr Vergleich ist daher irreführend.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pico66 12.11.2017, 18:06
59. Es wird Zeit...

Es wird Zeit, Baumaterial für eine Grenze nach Irland zu bringen.
Es geht längst nicht mehr darum, ein politisches Statement abzugeben und sich einen Vorteil zu erhandeln - es geht den Briten darum, die EU innenpolitisch vorzuführen. Warten wir‘s ab, wann der britisch Langbogen überspannt ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 6 von 22