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Brexit-Verhandlungen: Dann eben auf die harte Tour
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Britische Banken dürfen auch nach dem Brexit in der EU operieren - wünscht sich die Regierung in London. Brüssel ist vehement dagegen, doch die Briten haben einen Trumpf. Und drohen ihn nun auszuspielen.

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theodtiger 31.07.2018, 10:56
60.

Zitat von pom_muc
Stimmt es dass jedes Land im Europäischen Rat mit einer Stimme vertreten ist und man dort mit qualifizierter Mehrheit Beschlüsse fällen kann? Zum Beispiel ein Land wie Malta. 430 Tausend Einwohner. Nicht mal ein Promille der EU-Einwohner. Was ist da noch einmal so "demokratisch" daran dass solche Länder das gleiche Stimmrecht haben wie große Länder mit 80 Millionen Einwohnern? Theoretisch können die 80 Millionen Einwohner in D jederzeit von den 1 Million aus Luxemburg und Malta überstimmt werden. Wer wählt noch einmal den EZB-Präsidenten? Ach ja. Der Europäische Rat.
Welch ein Unsinn. Für eine qualifizierte Mehrheit braucht es neben 16 Staaten auch 65% der EU Bevölkerung, die diese Staaten auf sich vereinen. Da spielen Malta und Luxembourg keine große Rolle. Das Gewicht Deutschlands ist dabei etwa 190 mal so groß wie das von Malta. Keine Ahnung, aber Radikalit

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haarer.15 31.07.2018, 11:21
61. Extrawurst kann es nicht geben

Schon aus Prinzip nicht. Und erst recht nicht bei den britischen Finanzdienstleistern. Es ist klar, dass durch den Brexit der Finanzplatz London verlieren würde und eine Verlagerung nach Kontinentaleuropa stattfinden würde. Eine deregulierte Finanzbranche wäre auch absolut kontraproduktiv. Hatten die Briten vor lauter Brexit-Euphorie etwa Tomaten vor den Augen ? Nun rächt sich, was die Briten nicht wahrhaben wollten, dass es einen Zuschnitt allein made in Britain nicht geben kann. Denn "in is in und out is out" - völlig klar. Sie wollten es auch so. Ein echtes Druckmittel - nein, das haben sie hier nicht in der Hand.

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oliver_behre 31.07.2018, 11:23
62.

Zitat von ludna
ein möglichst grosses, globales, imperiales Europa ? Bildung eines 550-Millionen-"Staats" ?
"Imperial" haben Sie dazugedichtet und damit gezeigt, dass Sie nicht diskutieren, sondern nur Ihren unausgegorenen Senf ablassen wollen.

Ja, ein 550-Millionen-Staat mit förderaler Struktur wäre die Antwort auf globale Herausforderungen und würde nebenbei und obendrein auch eine Menge hausgemachte "Probleme" lösen, nicht zuletzt bspw. das schottische, das irische oder das katalanische.

Sobald man "die anderen" nicht als diffuse Bedrohung, sondern als bereichernde Vielfalt begreift und Europa nicht als Selbstbedienungsladen, dessen man sich zur Förderung eigtener Ziele bedient, spricht auch nichts dagegen. Funktioniert schliesslich in der BRD (oder Spanien, oder Italien, oder ...) auch, und ich wäre mir recht sicher, dass z.B. die Bayern ihren Dialekt ebenfalls als eigene Sprache begreifen, womit wir in der BRD auch 15 Sprachen hätten.

Wer es recht bedenkt, der stellt schnell fest, dass z.B. WIR die Regierung in Berlin nicht brauchen. Grosse Dinge können und wollen die eh nicht entscheiden, kleine Dinge könnten auf Länderebene schneller, besser und effektiver entschieden werden. Bei der Außen- oder Verteidigungspolitik geht eh nix mehr unterhalb europäischer Ebene, und bei der Wirtschaftspolitik im Prinzip auch nicht. Da bleibt nicht viel für den Bundesdeutschen Gesetzgeber übrig. Aber Sie haben natürlich etwas dagegen, nur - was?

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stadtmusikant123 31.07.2018, 11:24
63. xxx

Zitat von theodtiger
Welch ein Unsinn. Für eine qualifizierte Mehrheit braucht es neben 16 Staaten auch 65% der EU Bevölkerung, die diese Staaten auf sich vereinen. Da spielen Malta und Luxembourg keine große Rolle. Das Gewicht Deutschlands ist dabei etwa 190 mal so groß wie das von Malta. Keine Ahnung, aber Radikalit
Nur, weil Sie das weglassen , was Ihnen nicht passt , heisst das nicht, dass der Forist die Sache falsch sieht.

Bei Fragen die Einstimmigkeit erfordern , können Mini-Staaten wie Malta schon mal alles blockieren, oder sich die Zustimmung was kosten lassen. Und Steuerpolitik würde ich nun mal nicht als esoterisches Randthema betrachten.

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juanth 31.07.2018, 11:31
64. Verhinderer

Gerade die britischen Banken haben jahrzehntelang jegliche Verbesserung in der EU blockiert, gegen Finanzsteuern gestimmt (und sind mit dieser ultra asozialen Einstellung auch noch durchgekommen), also
klare Trennung: Wir, die EU, brauchen den britischen Finanzplatz nicht, aber die, Briten, brauchen uns.
Kein Nachgeben!

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quark2@mailinator.com 31.07.2018, 12:47
65.

Zitat von Alias iacta sunt
Die britische regierung soll bitte die erhaltenen EU Gelder zurückzahlen und dann ohne weitere Verpflichtungen beider seits die EU verlassen. Status wie Türkei und Schweiz. Dann weiß jeder woran er ist und kann wieder weiterarbeiten.
Häh, was für erhaltene Gelder ? Wovon schreiben Sie bitte ? UK war immer Nettozahler, hat also weniger rausbekommen als eingezahlt. Und mit dem Austritt verliert UK seine Anteile an allen Dingen, deren Aufbau es mit finanziert hat, also all der Gebäuse, Grundstücke, etc. Sie beziehen sich vermutlich auf die zukünftigen Forderungen, deren Mitfinanzierung UK implizit zugesagt hatte, also z.B. einen Anteil der Pensionen der EU-Beamten. Ich bin sicher UK wird das bezahlen, was rechtmäßig beansprucht werden kann.

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quark2@mailinator.com 31.07.2018, 12:58
66.

Zitat von ramuz
... das basically widerspreche: es sind eben nicht hochqualifizierte Arbeitsplätze, an einige von denen könnten Sie auch gut angepasste Orang Utans stellen ( ohne die Orang Utans jetzt beleidigen zu wollen ), sondern es sind - wie Sie im Forlaufenden dann auch anspielen - hoch, viel zu hoch bezahlte. Es ist klar, dass diese - darf ich sie als Wegelagerer an den Routen des Geldes bezeichnen? - ... hm... Menschen dann aufjaulen, wenn man sie von dem Fluss der Gelder, die eigentlich den Anlegern, Eigentümern und Produzenten der Werte zustehen, abdrängen wird und sie sich nicht mehr so leicht und schamlos selbstbedienen können.
Danke für den freundlichen Ton ramuz, und die Information. Allerdings verstehe ich nicht, wieso solch hohe Gehälter gezahlt werden sollen, wenn die Arbeit so gering qualifiziert ist, wie Sie schreiben. Wäre es so, könnte jeder überall eine Börse eröffnen und sich einen Teil dieses Einkommens holen. Meine Befürchtung ist, daß es Hindernisse gibt, diese Arbeit nach Kontinentaleuropa zu holen. Daher ja meine Frage dbzgl. Es muß einen Grund haben, warum es DE und FR nie gelungen ist, London ernsthaft Teile seiner Börse abzuwerben.

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quark2@mailinator.com 31.07.2018, 13:08
67.

Zitat von theodtiger
Welch ein Unsinn. Für eine qualifizierte Mehrheit braucht es neben 16 Staaten auch 65% der EU Bevölkerung, die diese Staaten auf sich vereinen. Da spielen Malta und Luxembourg keine große Rolle. Das Gewicht Deutschlands ist dabei etwa 190 mal so groß wie das von Malta. Keine Ahnung, aber Radikalit
Halb und halb. Wegen der auf vielen Gebieten nötigen Einstimmigkeit haben Malta und Luxemburg natürlich genau so große Vetopower wie die Bundesrepublik. Abgesehen davon verschiebt sich durch den Austritt UKs die Balance zu den südlichen Staaten der EU. Der Norden wird weniger als die von Ihnen genannten 35% für ein Veto haben, der Süden deutlich mehr. D.h., wenn UK raus ist, können DE+NL+AT+... nicht mehr erfolgreich blocken, aber für FR+IT+ES+... wird es viel leichter. Ich bin auch der Meinung, daß viele Dinge in der EU nicht allzuviel mit Demokratie zu tun haben, auch wenn man da noch irgendein dünnes Fädchen herbeikonstruieren kann, wo dann ein Posten mit realen Wählern verbunden ist. Aber man sehe sich JEFTA an ... schon gültig, bevor die 400++ Mio. Bürger es auch nur mal gehört hatten. MMn. definitiv nicht demokratisch.

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ramuz 31.07.2018, 13:24
68. Oh gern geschehen.

Zitat von quark2@mailinator.com
Danke für den freundlichen Ton ramuz, und die Information. Allerdings verstehe ich nicht, wieso solch hohe Gehälter gezahlt werden sollen, wenn die Arbeit so gering qualifiziert ist, wie Sie schreiben. Wäre es so, könnte jeder überall eine Börse eröffnen und sich einen Teil dieses Einkommens holen. Meine Befürchtung ist, daß es Hindernisse gibt, diese Arbeit nach Kontinentaleuropa zu holen. Daher ja meine Frage dbzgl. Es muß einen Grund haben, warum es DE und FR nie gelungen ist, London ernsthaft Teile seiner Börse abzuwerben.
Aber die Begründung für Ihre Frage liegt doch auf der Hand: weil die eine Krähe .. nein halt: das sind ja intelligent Vögel.. also... weil halt der eine dem anderen das zuschanzt, was der andere dem einen zuschanzt. Haben alle genug zu zehren von fremden Gute, hat keiner einen Grund, dem anderen etwas zu missgönnen. Aber Sie dürfen gerne erklären, wie Sie kleine, grosse und exorbitante Bonuszahlungen an für ihre Arbeit sowieso schon Gehalt beziehende Banker, die mit fremden Gut handeln und von eben diesem fremden Gut sich den Pizzo ( OK - klingt nach Mafia, ist aber leider unvermeidbar) klauen, begründbar sind? Wie ich schon sagte: durch Qualifikation nicht, dass müssen Sie sich leider abschminken. Gleich werden Sie mit "Beziehungs- und Kenntnisnetzwerk" über die Tastatur kommen - eben, sag ich doch.

Aber in einem haben Sie natürlich recht: es muss einen Grund haben! Hätten Sie denn schon mal an Recht, Treu + Glauben, gar an Moral, gedacht? Nein?

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Der Kopfschüttler 31.07.2018, 15:15
69. Rosinenpickerei

Mein Gott, lasst sie doch drohen, zumal diese Drohungen so ins Leere laufen. Spätestens wenn der Wohlstand in GB auf das Niveau der Türkei gesunken ist geht dort das Geheule los und man will wieder zurück und wird einen neuen Aufnahmeantrag stellen. Leider wird es dann die ganzen Sonderlocken nicht mehr geben, da solch ein Antrag einstimmig von den EU Mitgliedsländern befürwortet werden müsste. Da würde ein Veto aus Spanien (WG. Gibraltar) reichen. Denjenigen Floristen hier, die meinen, dass die City nicht unter dem Breit leiden würden sollen mir Mal erklären, wie sie darauf kommen. Der Londoner Finanzplatz ist nur so gross geworden, weil der Sitz in GB quasi unbegrenzten EU Zugang bei kleinstmöglicher Reglementierung bot. Die Karawane wird weiterziehen, garantiert. Übrigens, innerhalb der Branche pfeifen es die Spatzen bereits von den Dächern: Die HSBC denkt bereits (ziemlich laut) darüber nach, den Firmensitz zu verlagern. In Folge dürfte dann ein Dominoeffekt eintreten. Andere Branchen die wettbewerbsfähig sind, gibt es dort mit Ausnahme von BP , Royal Durch Shell und Unilever (die Mehrheitlich auch noch in niederländischer bzw. südafrikanischer Hand sind) eh nicht mehr. Lasst Sie bitte vor die Wand fahren.

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