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Brief an 40.000 Mitarbeiter: Lufthansa-Vorstand warnt vor Problemen im Kerngeschäft
Lufthansa

Die Lufthansa-Spitze schlägt Alarm: In einem Brief an die Belegschaft haben zwei Vorstandsmitglieder des Unternehmens nach SPIEGEL-Informationen vor Problemen im Passagiergeschäft gewarnt. Es drohe "eine gefährliche rote Zone".

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cibstevo 06.02.2015, 22:07
60. Hab ich was verpaßt?!?

Gemäß offiziellen Pflichtveröffentlichungen an die Börse hat die Lufthansa 2014 ca.1 Milliarde € Gewinn gemacht.
Gewinnziel 2015 lautet "signifikant mehr als 2014"...
Sollte das nicht (mehr) stimmen wäre es wohl Zeit die Aktionäre davon in Kenntnis zu setzen! Sollten die Gewinnziele nach wie vor realistisch sein muß das Ganze wohl als üble Polemik und Einschüchterung der eigenen Mitarbeiter verbucht werden um noch mehr Zugeständnisse herauspressen zu können!
Wie hat doch der letztes Jahr ausgeschiedene Lufthansa-Vorstand Franz in einem seiner letzten Interviews gesagt...? "Die Zitrone ist nie ganz ausgepresst! Da fällt uns schon noch was ein!"
Na Bravo! Eine unsäglich dumme Art ein Dienstleistungsunternehmen führen zu wollen!

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ernstmoritzarndt 06.02.2015, 22:10
61. Nichts gelernt

Seit Jahren "mauert" der Vorstand. Es werden großartige Änderungen angekündigt, ohne daß man die Mitarbeiter auch nur in Ansätzen informiert. Jetzt der sog. Offene Brief. Ein Gejammer ohnegleichen. Jahrelang hat man im Wettbewerb keine Reaktionen gezeigt, dann in einer überhasteten Aktion Germanwings aus der Taufe gehoben, um jetzt die Stationen u.a. Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg usw. in 25.000,-- - EURO Gmbhs auszugliedern. Seit zwei Jahren ist die beabsichtigte Strukturreform (vorsichtig formuliert) im Gespräch. Zwei Jahre lang hat man praktisch nicht mit dem Personal gesprochen. Jetzt kommt man auf die Idee, daß im Kerngeschäft Probleme auftauchen könnten. Das ist dummes Zeug. Aus der Beobachtung und den Marktdaten ist bekannt, daß die Bundesbahn als Wettbewerber im innerdeutschen Bereich massiv Punkte macht. Insbesondere in der I. Klasse mit den Sonderleistungen der Versorgungen am Platz und den (innerdeutsch) zumindest konkurrenzfähigen Reisezeiten von Zentrum zu Zentrum muß die Fliegerei in Probleme geraten. Das gilt nicht nur für LH. Der letzte und der jetzige Vorstand haben mit der Marke "LH" gar nichts mehr am Hut. Manager, die genausogut Sauerkraut verkaufen könnten. Sie haben nichts gelernt und wollen nichts lernen.

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hruprecht 06.02.2015, 22:14
62. zu hohe Löhne

Die Piloten bei anderen Airlines verdienen nach Presseberichten teilweise nur die Hälfte. Das wird im Bereich Stewardessen ähnlich sein. Die Lufthanse ist dadurch deutlich teuerer als andere Airlines. Da die Konkurrent aber nicht unsicherer ist, gibt es keine Grund Lufthansa zu fliegen. Die Lufthansa muß ihre Exklusivlöhne auf die Kosten der Wettbewerber drücken, sonst geht sie pleite. Insofern finde ich es schön, daß die rote Zone kommt. Da werden die überbezahlten Piloten merken, daß sie für deutlich weniger arbeiten müssen. Ich nehme jedenfalls bei vergleichbarer Sicherheit die billigste Airline, denn auch da wird deutlich über Mindestlohn gezahlt.

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marian.hartel 06.02.2015, 22:20
63. Alles hausgemacht

Wenn man nicht von den erfolgreiche in der Branche lernt (Turkisch und Arabische Fluglinien), sich selber schwachsinnige Konkurrenz schafft, die sogar total inkompatibel ist (Germanwings) und mit 500km Tempo die treuesten Vielflieger vergrault, dann muss man sich nicht wundern. Bei der Lufthansa gehört das gesamte Topmanagement einmal komplett ausgewechselt und gleichzeitig viele der hochnäsigen Mitarbeiter, vor allem die Piloten, einmal auf die Misere hingewiesen.

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landei23 06.02.2015, 22:23
64. Da wundert sich hoffentlich bei

der Lufthansa niemand drüber. Als leider vielfliegender Mensch wundere ich mich über die Probleme nicht. In jedem relevanten Bereich ist die Lufthansa der Konkurrenz hoffnungslos unterlegen. Insbesondere bei Dingen, die nichts oder sehr wenig kosten, wir zB dem Verhalten der Mitarbeiter, leistet sich die Lufthansa unterirdische Leistungen. Man sollte diesen Laden dicht machen, Platz für eine neue deutsche Fluggeselschaft machen und den Aktionären ihr Geld zurückgeben.

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diefreiheitdermeinung 06.02.2015, 22:50
65. Die Lufthansa hätte diese schon in den 70er und 80ern sehen können

aber die damaligen Konkurrenten aus dem ostasiatischen Raum hat man eher als Exoten wahrgenommen, die Flieger aus den Emiraten hoben mit Ausnahme der Gulf Air noch nicht richtig ab und Billigflieger auf dem europäischen Markt gab es nicht oder hatten wie z.B. Laker das zeitliche gesegnet. Wozu sich aufregen. WIR sind LH und bleiben LH und die Arroganz die mit dazugehörte war und blieb eines der Markenzeichen. Ich habe mich als damaliger Vielflieger schon recht früh von der LH abwenden müssen trotz relativ ordentlichem Streckennetz, dem damaligen Monopol für innerdeutsche Flüge und - durchaus begehrt - den Privilegien der Senator Karte. Aus jener Zeit ist mir im Gegensatz zu anderen Fluglinien eine Passagierbefragung zu Gerät, Sitzplatzangebot, Entertainmentangebot, Personal an Bord , Service allgemein nicht in Erinnerung. Was mir aber in schlechter Erinnerung blieb war wie die LH für das eigene Personal statt die zahlenden Passagiere sorgte. Da ging es nicht nur um die kostenlos fliegenden Familienangehörigen, die es irgendwie immer schafften sich freie Plätze vorne im Flieger zu ergattern (dafür gabs dann auch kein upgrading für zahlende economy Vielflieger wie bei den Ostasiaten) oder das Personal das selbstverständlich in den beiden oberen Klassen sitzend zu einem neuen Einsatzort kutschiert wurde. Oder die Schlafkabinen auf der Langstrecke, die selbstverständlich nicht für die zahlenden Passgiere sondern für Flugbegleiter da waren. Wahrscheinlich weil es die Gewerkschaft so durchgesetzt hatte. All dies machte einen tollen Eindruck auf Passagiere die von SQ, CX & Co. etwas andere Sitten und auch eine andere Art von Personal gewöhnt waren. Nun ist 2015 und der LH ist die grosse Reform nicht gelungen, die Zeit ist davongelaufen und es droht das gleiche Schicksal wie einer Alitalia, einer Air France und einer Iberia. Der evtl. Absturz in die Bedeutungslosigkeit. Die Vereinigung Cockpit hats ebenfalls noch nicht begriffen was die Stunde geschlagen hat. Ich sehe für die LH schwarz es sei denn sie verlegt ihren Standort raus aus Deutschland.

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Schornsteinfegerin 06.02.2015, 22:52
66. Unfair

Es mag sein, dass die Piloten bei LH und die Mitarbeiter mit gaaanz alten Verträgen gut verdienen - aber das war es dann schon.
In den letzten Jahren sind die Konditionen für Mitarbeiter im Service derart schlecht geworden, dass es erstaunlich ist, dass LH überhaupt noch Freiwillige findet. Von dem Geld kommt man tatsächlich gerade so über die Runden, ob man damit eine Familie ernähren kann, wage ich zu verzweifeln.

Ich möchte aus meiner eigenen Erfahrung aus der Passagierabfertigung in FRA berichten.
Den Mitarbeitern wird firmenseitig Service verunmöglicht, z.B. durch dein Einführung eines Passagierabfertigungssystems, mit dem viele Leistungen, die Kunden von früher gewöhnt sind, einfach nicht mehr durchführbar sind.

Das Ganze wird getoppt durch eine – zumindest auf der Station FRA - geradezu irrwitzige Arbeitsbelastung. Es dürfte aufmerksamen Vielfliegern nicht entgangen sein, dass sehr häufig nur noch ein Mitarbeiter am Gate im Einsatz ist (bei Kurz- und Mittelstrecken), und dieser Mitarbeiter es schlicht zeitlich oft gar nicht mehr schafft, sich um irgendwelche Kundenanliegen zu kümmern - denn der Flieger muss pünktlich raus, und wer ist dafür verantwortlich (wenn Flieger und Crew da sind)? Und wer muss hinter Rechenschaft ablegen, wenn es eine Verspätung gibt? Der Mensch am Gate.
Schon mal allein mit 150 Fluggästen bei einer überbuchten Maschine am Gate gewesen, dann kommt 2 Minuten vor dem Boarding noch ein Kinderwagen, der eingecheckt werden muss, und dabei stürzt der Computer ab und nichts geht mehr...?

Es liegt also nicht immer am mangelnden Einsatz oder einer angeborenen Serviceaversion der Mitarbeiter per se, sondern diese sind schlicht nicht zu mehr Service in der Lage - und operieren gerade im Frühdienst ohnehin am ständigen Rande der Erschöpfung.

Um vier Uhr aufgestanden, seit fünf im Dienst und eine überfüllte Maschine mit gestressten Kunden nach der anderen.
Roterende Schichtarbeit, monatliche Dienstpläne, kaum noch Planungsmöglichkeiten fürs Privatleben- Freiwillige vor!
Ein früher supertoller Job, der Spaß gemacht und viel Befriedigung gebracht hat, ist heute zu einem Alptraum umstrukturiert worden. Sowohl für die Mitarbeiter, als auch für die Passagiere. Traurig!

Ich schließe mich völlig den anderen Kommentatoren an, die sagen, sie verstünden das Management nicht. Ich auch nicht. Einfach unfassbar. Seit mindestens 10 Jahren!

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CriSch 06.02.2015, 22:56
67. Einige haben es nicht verstanden.

Mag sein, dass Fliegen nicht umweltfreundlich ist, aber die Leute, die hier mehrfach vom Umweltverschmutzer Lufthansa sprachen, haben nicht kapiert, dass keine Bahn nach Übersee fährt. Die Lufthansa keine Probleme hätte, wenn sie nur die Bahn oder das Auto als Konkurrenz hätte. Die Konkurrenz sind andere Umweltverschmutzer, die durch ihre Konkurrenz die Preise drücken und dadurch sehr viel mehr geflogen wird.

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Dr.Watson 06.02.2015, 23:01
68. Och Joh!

Zitat von marian.hartel
Wenn man nicht von den erfolgreiche in der Branche lernt (Turkisch und Arabische Fluglinien), sich selber schwachsinnige Konkurrenz schafft, die sogar total inkompatibel ist (Germanwings) und mit 500km Tempo die treuesten Vielflieger vergrault, dann muss man sich nicht wundern. Bei der Lufthansa gehört das gesamte Topmanagement einmal komplett ausgewechselt und gleichzeitig viele der hochnäsigen Mitarbeiter, vor allem die Piloten, einmal auf die Misere hingewiesen.
... erfolgreich in der Branche lernen, z.B. den arabischen Fluglinien - was soll das heißen? Den außenarabischen und nichtmuslimischen Mitarbeiter wie den letzten Dreck behandeln? So und nicht anders läuft das bei diesen "erfolgreichen" Fluglinien, abgesehen davon, das diese massiv durch ihre Staaten subventioniert sind - sehen Sie diese also eher als kostenirrelevante PR!

Bei der Lufthansa gehört übrigens weniger das Topmanagement ausgewechselt, stattdessen eher das Anspruchs-/Versorgungsdenken der Mitarbeiter.
Bei meinen Bekannten aus der Luftfahrtbranche, war stets die Lufthansa das erstrebenswerte Hosianna, da dort exorbitant mehr Einkommen erzielt und deutlich früher die ebenfalls deutlich höhere Pension erlangt wurde, wie bei jedem anderen Mitbewerber, insbesondere den der arabischen, eher völlig ausgeschlossen.

Mich wundert es gar nicht, das dies nicht auf Dauer finanzierbar ist!

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MichaelGoldberg 06.02.2015, 23:10
69. Ein Wasserkopf- Unternehmen...

..dem durch vielfältige Unbillen und schockstarre Sesselkleber in den Entscheiderebenen die Flexiblität abhanden gekommen ist. Als kürzlich in der LH-Werbung las, dass man nun 6cm mehr Kniefreiheit für "lächerliche" 600 Euro Aufpreis bekommt, war mir klar: hier ging jeglicher Bezug zur Realität verloren. Ein Freund sollte dort als Berater in spezifischem Bereich hochgesteckte wichtige Ziele durchsetzen. Er scheiterte an zu komplexen Entscheider-Strukturen, in denen der Ball von einem zum anderen ging und keiner Verantwortung übernehmen wollte. Nach 1 Jahr steckte er freiwillig den hochdotierten Job bei LH auf, weil es ein sinnloses Unterfangen war.

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