Forum: Wirtschaft
Brief aus Griechenland: "Liebe deutsche Steuerzahler..."
DPA

Griechenland bittet um weitere Finanzhilfen, Deutschland zeigt sich bislang hart. Dabei wäre ein griechisches Euro-Aus auch für die Deutschen schädlich - und das nicht nur mit Blick auf die nächsten Ferien. Ein sehr persönlicher Hilferuf aus Thessaloniki.

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Herr voragend 19.02.2015, 19:57
1. Laaaaangweilig

Immer das gleiche Lied.
Griechenland hat es so schwer und Griechland kann eigentlich nichts dafür und wer ist schuld mal wieder, die Deutschen. Warum das bleibt eigentlich das Geheimnis des Autors und der Griechen. Ich würde sagen werd erwachsen und arbeitet für Euch selber dann kann man wieder reden. Mit Schnorrern macht man das sehr ungern.

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Bueckstueck 19.02.2015, 20:01
2. Falscher Tonfall. Immer noch.

Mit süffisant drohendem Unterton, hahnebüchenen Begründungen für (Achtung!) Alternativlosigkeit eines Schuldenschnitts (Beispiel: Fehlinterpretation der Meinung Klugmans) und abstrusen Vergleichen (Beispiel: Griechische Parteizeitung diffamiert Schäuble und das soll mit einer dümmlichen Fotomontage einer Steinfigur des Focus von vor wievielen Jahren gleichzusetzen sein?) wird man weder den deutschen Steuerzahler noch seine Regierung überzeugen.

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miss_moffett 19.02.2015, 20:01
3.

Das ist ein Scherz. Als ob das Thema Griechenland jemals aus unseren Medien verschwinden würde. Und ob mich ganz Griechenland echt lieb hat oder mich Nazi schimpft, hat keinen Einfluss auf mein Leben. Wofür meine Steuern verwendet werden, hingegen sehr wohl und da darf ich wohl noch etwas gegen sinnlose Ausgaben haben.

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Hintersinnig 19.02.2015, 20:06
4. Schäuble hat recht.

Griechenland ist einfach eine kranke Nation, mit einer unanständigen Regierung.

1. Es hat sich mit gefälschten Zahlen den Weg in den Euro erschlichen.

2. Aufgrund jahrzehntelanger Mißwirtschaft, Klientelpolitik, Korruption und schierer Inkompetenz ist es (wieder einmal) nahe an den Staatsbankrott geraten.

3. Ein Nothilfeprogramm mit Auflagen, die strukturelle Schwächen, Ungleichbehandlung der Bürger (reiche Griechen zahlen weniger Steuern) und andere Mängel beseitigen sollten, hat die griechische Regierung immer nur widerwillig und zum Teil erfüllt.

4. Auf Zahlen aus Griechenland kann man sich immer noch nicht verlassen.

5. In blanker Mißachtung gültiger Verträge legt die neue Regierung ein abstoßendes Diplomatieverständnis an den Tag, wird unkontrolliert ausfallend und wirkt so schlicht noch inkompetenter als die Vorgängerregierungen (und das will etwas heißen).

MIt solchen Partnern muß man nicht nachsichtig sein. Es kann nur darum gehen, den Schaden für Deutschland und die anderen Gläubiger so gering wie möglich zu halten. Das erreicht man zunächst durch Härte, nicht durch initiales Nachgeben. Die Drohung der Griechen, zum Selbstmordattentäter für das globale Finanzsystem zu werden, ist spätestens durch die Börsenentwicklung in den letzten zwei Wochen kraftlos geworden. Vielleicht versteht Schäuble doch mehr von Spieltheorie als der krawattenlose Krawallprofessor.

Man sollte bedenken: Europa war ursprünglich eine Idee zur Verhinderung neuer Kriege zwischen großen europäischen Nationen. Da braucht es einen gescheiterten Halbstarkenstaat wie Griechenland als Mitglied nicht. Zur Zeit des kalten Krieges war das vielleicht anders. Aber jetzt nicht mehr.

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selbstständig 19.02.2015, 20:09
5.

Werter Herr Giorgos Christides,

ich glaube Sie überschätzen Griechenland und die Medien völlig.

Sollte der Grexit stattfinden, dann wird es sicher eine kleine Weile darum gehen, aber dann - das lehren uns die Medien - gibt es irgendwo auf der Welt eben spannendere Themen. Vielleicht klappt es dann später wieder mit dem Thema wenn "Griechenland ohne Euro zum Erfolgsmodell" wird.

Solange Griechenland es sich leisten kann/will auf Steuern/Kassenbeiträge zu verzichten, tausende unfähige Beamte wieder einzustellen, Oligarchen ungeschoren zu lassen, die Renten und Co wieder zu erhöhen oder - wie Sie schreiben - dem Irak mehr als die Hälfte seiner Schulden zu erlassen, der braucht Griechenland dann doch eigentlich kein Geld.

Merke: wer Geld anderer Leute ausgibt/verschenkt, der kann dies locker und entspannt tun und sich auch noch dafür feiern lassen.

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chroniom 19.02.2015, 20:10
6. Zum Nazi Vergleich:

Humor ist immer ein Balanceakt zwischen dem Darstellen eines Missverhältnisses oder eine leichte Überreichung zur Belustigung und einer Beleidigung. Und dass man die Gleichstellung heutiger Politiker mit den größten Verbrechern der Weltgeschichte ohne jegliche Differenzierung als Humor oder Satire verkauft ist doch mehr als nur fragwürdig.

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stefan.hemmer 19.02.2015, 20:13
7. Offenbar ist nun jedes Mittel recht ...

... um den deutschen Steuerzahlern noch ein paar weitere Milliarden abzuschwatzen. Da werden dann sogar die Anschläge in Paris instrumentalisert. Doch um es klar zu sagen: Die Nazi-Vergleiche in Griechenland stören mich nicht, daran bin ich schon längst gewöhnt. Derartige Töne hat es solange ich mich erinnern kann schon aus vielen Ländern gegeben. Was mich stört, ist die Gewissheit, dass die Griechen spätestens in zwei Jahren erneut Milliardenhilfen verlangen werden. Dann lieber jetzt ein Ende mit Schrecken.

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Amadís 19.02.2015, 20:14
8.

Liebe Griechen,

dass Sie in einer ganz vertrackten Situation stecken, für die Sie persönlich nichts können, und für die sowohl die Politiker n Griechendland, als auch im Rest der EU und insb. in Deutschland verantwortlich sind, stimmt selbstverständlich.

ABER die Iren sind in einer Ihnen nicht ganz unähnichen Situation gewesen. Doch statt zu jammern, haben die Iren malocht.
Jetzt kann man Irland natürlich nicht mit Griechenland vergleichen. Die Iren zahlen nämlich ihre Steuern. Zwar zähneknirschend, und auch nicht ohne kleine Tricksereien, aber sie zahlen. Auch scheint die Bürokratie in Irland besser zu funktionieren, da werden nämlich keine Millionenbeträge an längst verstorbene Rentner ausbezahlt.
Unverschämte Steuervorteile, wie in Griechendland für Reeder, gibt es in Irland aber auch.

Die sozialen Auswirkungen der sog. Eurokrise (Ja, es ist eigentlich eine Bankenkrise und keine Euro- sondern Bankenrettung) sind auch in Spanien und Portugal hart. Nur aus irgendeinem Grund jammern die einfach nicht soviel...

Vielleicht, nur ganz vielleicht, sollten Sie, liebe Griechen, doch auch mal vor der eigenen Tür kehren.

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Tyler_Durden666 19.02.2015, 20:15
9. Lieber ein Ende mit schrecken, als ein Schrecken ohne Ende

Dieser Unsinn wird auch von der griechischen Regierung so als Begründung angeführt. Die Fakten sind doch etwas anders. Bis 2032 braucht Griechenland nichts von seinen Schulden zu tilgen. Erst dann, wenn die Wirtschaftsleistung ausreichend ist, müssen die Schulden langsam abgetragen werden. Da die griechische Wirtschaft aber eigentlich nie konkurrenzfähig war und nach wie vor kein ausländisches Unternehmen in diesem Land etwas investieren möchte, kann Deutschland die bereits reingepumpten Milliarden abschreiben. Im Prinzip haben wir Deutschen also die Schulden bereits erlassen, weil Griechenland sie mangels Wirtschaftskraft nie zurückzahlen kann. Deshalb ist dieses rumgejammere und gebettele doch nur noch peinlich. Wo bleibt bei dieser Art der Argumentation eigentlich die vielbeschworene Ehre und der Stolz der Griechen? Ehrenvoll wäre es sich an Vereinbarungen zu halten, mit Schuldzuweisungen auf zu hören, endlich die eigene Verantwortung an der Misere einzugestehen und sich mit der gegebenen Hilfe aufzurappeln. Dann können die Griechen auch mit Stolz auf die eigene Leistung hinweise.

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