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Briefgeschäft: Zahl der Subunternehmer steigt rasant
DPA

Der deutsche Briefmarkt ist hart umkämpft: Die Deutsche Post und ihre privaten Wettbewerber setzen

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Locusta 14.04.2014, 20:11
1. Nicht nur die Post!

Zitat von sysop
Allenthalben wird fleißig "outgesourced". Im Prinzip ist dagegen nicht zu sagen.

Allerdings unter folgenden Voraussetzungen:

1. Es darf nicht reiner Menschenhandel stattfinden, wie das bei unfreiwilliger Leiharbeit und Freelancer-Überlassung der Fall ist.

2. Die JobCenters dürfen niemanden unter Sanktionsandrohung in Dumpinglohnverhältnisse nötigen.


Wenn obige Punkte sichergestellt sind, kann der Bürger NEIN sagen.

Dann wird der Markt zeigen, ob der Auftraggeber des Subunternehmens oder der Kette von Subunternehmen die Gelder ausgeben will / kann, die für so eine Zusatzbürokratie nötig sind, ohne dass bei denjenigen, die am Ende tatsächlich die Arbeit verrichten, ein Almosen ankommt.

In anderen Bereichen – z.B. der Softwareentwicklung - ist derzeit das sog. "Nearshoring" und "Nearshoring" beliebt.

Inzwischen sind selbst in einigen Billiglohnländern Auftragnehmer dazu übergegangen, die Entwicklungsarbeit nicht selbst zu leisten, sondern einen Teil des "Kuchens" (Auftragsvolumens) in die eigene Tasche zu stecken und die Arbeit weiterzureichen – in ein Land mit noch geringeren Löhnen.

Am Ende bekommen die auftragsgebenden (z.B. Deutschen) Unternehmen oft reinen Industrieschrott.

Geschieht ihnen Recht. Dann haben sie eine Menge Geld in den Sand gesetzt und müssen nochmals bei NULL anfangen.

Mancher wird dann ja aus Schaden klug.
[FETTGRINS!]

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NietzscheNatsche 14.04.2014, 21:34
2. Zuverlässigkeit leidet auch

Auf der einen Seite ist da die Gefahr des Lohndumpings, was den Auftraggebern ja egal zu sein scheint. Aber damit einhergehend ist eine unehmende Verschlechterung der Zuverlässigkeit festzustellen. Zumindest in unserem Zustellungsbereich. Und es ist dabei egal um welchen Zusteller es sich handelt. Ruft man dann bei der Beschwerdestelle an, stellt man schnell fest, dass die über ihre Subunternehmer überhaupt keine Kontrolle haben. Anscheinend gründet so manch einer aus reiner Verzweiflung ein Zusteller-Subunternehmen. Schafft es aber nicht bei ordentlichem Service Gewinn zu machen. Entweder er geht dann pleite oder wird unzuverlässig und wird nach Auslauf der ersten Verträge nicht wieder beauftragt. Aber dann steht ja bereits der nächste Verzweifelte auf der Matte. So ist es bei uns. Alle paar Monate ein neuer "Subunternehmer". Am Anfang klappt alles gut, dann verschlechtert es sich so nach und nach (nicht geklingelt und Abholschein sofort in Briefkasten, Päckchen grndstzl. beim Laden um die Ecke abgeben, verlorengegangene Sendungen, Rücksendungen trotz vollst. und korrekter Anschrift, Post falsch eingeworfen etc.) bis der nächste kommt. Ein einziges Trauerspiel. Warum die Unternehmen das nicht merken? Ganz einfach, weil das Beschwerdemanagement auch ausgelagert wird. Und die bekommen Fallpauschalen. Da lohnt es nicht nachzuhaken. Da wird eine Beschwerde schnell oberflächlich abgefertigt, das wahre Ausmaß verschleiert.

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dorettflorett 15.04.2014, 00:15
3. (Dies ist keine Werbung)

Ich verkaufe regelmässig über Internet Kleinteile, die ich nicht mehr brauche, zu viel gekauft habe oder nicht passen etc - und nutze hierfür Luftpolsterumschläge, frankiert á 1,45 (bis 2cm Dicke) oder á2,40 (bis 5! cm), da passt immer einiges rein. Normaler Briefkasteneinwurf also, da ich auch wenig Zeit habe. Das geht quer durch die ganze Republik, vor allem in die Wallachei, ins "Niemandsland", auf der Öd, hinterm Kuhacker 2a etc, aber auch München, Stuttgart, wo die Leute wohl alles für Miete lassen müssen - insgesamt Hunderte Sendungen. Es kam ALLES an! Einmal wurde einer nervös, da Sendung nicht ankam, bis sich herausstellte, dass er versäumt hatte, seine österr. Adresse auf der Plattform zu ändern, er lebt jetzt in D wieder. Sein Umschlag lag 3 Wochen später - die Ösis sind wohl langsamer - wieder als Irrläufer in meinem Briefkasten..:-) Während ein anderer Umschlag, den ich schlichtweg vergessen hatte zu frankieren, tags drauf wieder bei mir im Briefkasten war. Nur top Erfahrungen, bin höchst zufrieden, sonst würde ich das lassen, schon bei regelmässig 1 Verlustmeldung monatlich - was nicht mal jährlich der Fall ist! Also Subbies hin oder her, es scheint zu klappen, sie werden wohl ordentlich "vergattert". vielen Dank an die Dt Post!

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xcountzerox 15.04.2014, 01:08
4. scheinselbständigkeit

das ist doch eine massive förderung der scheinselbständigkeit. ähnliches läuft in den ablese- und messfirmen ab. dort werden auch nur angebliche "selbständige" angeheuert, seitdem sich bei diesen unternehmen heuschrecken eingekauft haben.

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thequickeningishappening 15.04.2014, 05:28
5. Es gibt weltweit staendig mehr

qualifizierte Arbeitskraefte bei staendig steigender Produktivitaet. Das fuehrt im Wettbewerb zu staendig sinkenden Loehnen!

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darkview 15.04.2014, 05:47
6. Zustelldauer

Die Laufzeit von anderen Anbietern als der Post ist oft 1-2 Tage länger, zudem haben die für große Mietshäuser oft keinen Schlüssel und die Briefe werden unter der Tür durchgeschoben und finden sich häufig sich Pizzaflyern und Kleidersammlung - finden sich hoffentlich... Gestern hatten wir im Betrieb einen Rückläufer der Deutschen Post im Briefkasten - aus dem Jahr 2007. Eine unzuverlässige Postzustellung kann heftigst geschäftsschädigend sein. Da haben Dumpingpreisen, auch in Zeiten elektronischer Post, nichts zu suchen.

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kone 15.04.2014, 07:38
7.

Zitat von sysop
Der deutsche Briefmarkt ist hart umkämpft: Die Deutsche Post und ihre privaten Wettbewerber setzen
Der Sinn einer wettbewerbsorientierten, sozialen Marktwirtschaft wird auf den Kopf gestellt, wenn dieser Wettbewerb nicht mit Kreativität und Innovation, sondern mit Lohndrückerei auf Kosten auf dem Rücken der Beschäftigten bestrittenwird. Briefgeschäft scheint mir ein geradezu klassisches Beispiel dafür zu sein, wie neoliberales Gedankengut, einmal zum dogmatischen Popanz erhoben, sich gegen abhängig beschäftigte Menschen richtet.

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kone 15.04.2014, 07:42
8. Naja ..!

Zitat von sysop
Der deutsche Briefmarkt ist hart umkämpft: Die Deutsche Post und ihre privaten Wettbewerber setzen
Der Sinn einer wettbewerbsorientierten, sozialen Marktwirtschaft wird auf den Kopf gestellt, wenn dieser Wettbewerb nicht mit Kreativität und Innovation, sondern mit Lohndrückerei auf dem Rücken der Beschäftigten bestritten wird. Das Briefgeschäft scheint mir hier ein geradezu klassisches Beispiel dafür zu sein, wie neoliberales Gedankengut, einmal zum dogmatischen Popanz erhoben, sich gegen abhängig beschäftigte Menschen richtet. DAS sind die tatsächlichen und schwerwiegenden Folgen von Hartz4 ... ! Das sollte jedem klar sein, der die rot-grüne Agenda 2010 immer noch bejubelt!

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BruSie 15.04.2014, 07:45
9.

Zitat von NietzscheNatsche
Auf der einen Seite ist da die Gefahr des Lohndumpings, was den Auftraggebern ja egal zu sein scheint. * .. dann verschlechtert es sich so nach und nach (nicht geklingelt und Abholschein sofort in Briefkasten, Päckchen grndstzl. beim Laden um die Ecke abgeben, verlorengegangene Sendungen, Rücksendungen trotz vollst. und korrekter Anschrift, Post falsch eingeworfen etc.) bis der nächste kommt.
Das mag im Paketgeschäft z. T. stimmen; hier ging es um die Briefzustellung.

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