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Britische Chefökonomin zum verschobenen EU-Austritt: Wie der Brexit die Briten jetzt
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Seit Jahren rechnen Ökonomen den Briten vor, warum sie der EU-Austritt teuer kommt, doch Brexit-Fans bleiben stur. Rain Newton-Smith vom Industrieverband CBI beschreibt die Folgen - und was sich ändern muss.

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misterknowitall2 12.04.2019, 12:56
130. Nee, nee...

Zitat von Beat Adler
Daemlich? Die Abstinenzler sind es, nicht die Teilnehmer! Es war den Briten nicht klar, ob ein Verbleib oder Austritt aus der EU wichtig ist oder nicht? Wer das annimmt, beleidigt jeden Briten, der am 23. Juni 2016 stimmberechtigt war! Stimmungstest statt Volksabstimmung? Was fuer ein hanebuechener Bloedsinn! Das House of Commons stimmte mit riesiger, ueberwaeltigender Mehrheit im Verhaeltnis 6:1 dem Abhalten des Referendums ZU! Damit wurde das Resultat fuer gueltig erklaert! "Stimmungstest" ist absurd hoch 4. mfG Beat
ich meine schon die, die für einen Brexit gestimmt haben. So eine Wahl ist schlicht dämlich.

Nein, genau so ist das gewesen. Es hat die Leute kein Stück interessiert. Fragen Sie doch die "Abstinenzler". Kein Mensch hat daran gedacht, dass es zu einem Brexit führen würde.

Nein, es war ein Stimmungstest von Cameron, um seine Regierung zu stärken. Sonst wäre er sicher nicht zurückgetreten.

Ach, was ist denn mit der Abstimmung von 1975? Die spielt jetzt plötzlich keine Rolle mehr?

Wer hat sie eigentlich zum Experten für den Brexit und die britische Stimmungslage ernannt?

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lab61 12.04.2019, 12:57
131.

Zitat von 123rumpel123
In Holland haben wir auch nicht gerade vegetationsfreundliches Klima. Vielleicht haben die Holländer deshalb das Gewächshaus erfunden?
Die Holländer haben dafür auch mehr Flachland für diese Gewächshäuser. Das muss ja auch alles so bewirtschaftet werden, dass es nachher zu annehmbaren Preisen angeboten werden kann.
Außerdem ist das Gewächshaus auch nur für einen eingeschränkten Produktkreis eine gangbare Lösung.

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123rumpel123 12.04.2019, 12:59
132. xxxx

Zitat von Fossibaerin
wann begreift das endlich mal einer? Es geht um Kosten. Kosten, Kosten, KOSTEN! Um die Absatzmärkte in der EU zu ersetzen, die mit Wegfall des günstigen EU-Binnenhandels wegfallen - weil UK-Produkte als Drittstaatenprodukte teurer sind als vorher - muss VK mit anderen Nationen neue Handelsverträge schließen. Insbesondere mit den USA. Die haben aber schon angekündigt, dass sie dafür vom VK eine Öffnung der britischen Agrarmärkte für amerikanische Produkte verlangen. Die EU-Landwirtschaftssubventionen sind zu diesem Zeitpunkt für die britische Landwirtschaft weggefallen. Der einzige Subventionsgeber der brit. Landwirtschaft ist dann der brit. Staat. Der ohnehin die Folgen des Brexit an anderer Stelle zu finanzieren haben wird. Die Regierung May hat versprochen, dass der brit. Staat aus Steuergeldern alle Zahlungen ersetzen wird, die bisher die EU für die Landwirtschaft, die Strukturbeihilfen, die Soziale Entwicklung, den Tourismus etc. geleistet hat, einschl. der Millionen für Nordirland, Auffangzahlungen und Ausgleichszahlungen für die brit. Fischerei etc. pp. Mit anderen Worten: Die brit. Regierung hat den evtl einzusparenden EU-Mitgliedsbeitrag schon dreimal ausgegeben, jedenfalls versprochen, bevor sie ihn noch jemals eingespart hat! In der Rechnung ist der NHS noch gar nicht drin. Übrigens: Je softer der Brexit desto höher der verbleibende Mitgliedsbeitrag. Also wenn das Handelsabkommen mit den USA zustandekommt, drängen die Produkte einer der am höchsten subventionierten Landwirtschaften dieser Welt (USA) zu einem Zeitpunkt auf den brit. Markt, an dem die brit. Landwirtschaftsprodukte zwingend teurer werden, weil die bisherige Subventionsstruktur der Briten gleichzeitig mit deren bisherigen Absatzmärkten in der EU wegfällt. Gleichzeitig wird auf jeden Fall der Kurs des brit. Pfundes sinken. D. h., Exporte verbilligen sich, Staatsschulden entwerten sich (wenn man nicht so doof war und sie in US-Dollar aufgenommen hat), aber Importe verteuern sich. Da VK einen Großteil seiner Waren des täglichen Verbrauchs importiert, steigen in der Folge die Verbraucherpreise. Wenn Sie jetzt als "kleiner Mann" vor dem Regal stehen würden, und hätten die Wahl zwischen einem traumhaft billigen US-Produkt, einem schweineteuren brit. Produkt und einem mittelteuren EU-Produkt - was würden Sie, angesichts des Teurerwerdens vieler anderer Produkte, wohl kaufen?
Den ganzen Text hätten Sie sich sparen können, wenn Sie nicht unterdrückt und oder vergessen hätten, dass das VK im Fall des harten Brexits auf 90 % der Importzölle verzichten will. Dann noch die Ausnahmen beachten und das von Ihnen beschriebene Szenario taugt nur noch für den Papierkorb.

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lab61 12.04.2019, 13:01
133.

Zitat von k70-ingo
Im Mittelalter vor der Hanse und selbst davor, zu Zeiten der Römer oder Wikinger und selbst zur Bronzezeit, versorgte sich Britannien nicht völlig autark. Die Handelsrouten sind Jahrtausende alt. Was einigen Hypernationalisten gar nicht recht ist. Es gibt welche, die echt fuchsig werden, wenn man sie auf die Herkunft der bei Stonehenge gefundenen bronzezeitlichen Metallwerkzeuge oder den übereinstimmenden Genpool von Südengländern und Norddeutschen anspricht.
Ja. Wir wissen eigentlich alle, dass die Engländer nichts weiter, als abgewanderte Deutsche sind:
Man muss sich nur überlegen, was das Wort "Angelsachsen" eigentlich umschreibt. Nämlich germanische Völker. Nachher kamen noch die Franzosen (Normannen) hinzu. Und die wenigen, ursprünglichen Völker der britischen Inseln, die keltischen Schotten und Waliser, wollen ja auch am Liebsten raus aus dem VK. :D

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ichliebeeuchdochalle 12.04.2019, 13:04
134.

Zitat von 123rumpel123
Die Fakten sehen anders aus. Beschäftigung und Einkommen haben seit dem Brexit keine negativen Einflüsse ! Statt dessen sinkende Arbeitslosenquote und steigende Einkommen.
Rumpel, das wurde Ihnen dieses Jahr bereits in den Foren erklärt, die zu den entsprechenden Artikeln erföffnet wurden. Kurzfristig findet eine Anpassung an die Brexit-Probleme statt. Kapazitäten müssen mit viel Geld aufgebaut werden. Danach kommt dann die Brexit-Verelendung durch Pleiten, höhere Einkaufspreise für Importe und weniger Erlöse für Exporte. Das alles haben wir Ihnen erklärt ... aber ... Und wir antworten ja auch nicht, weil wir uns erhoffen Sie zu erreichen, wir machen das, damit Neuankömmlinge nicht auf die Idee kommen, daß wir ökonomischen Unfug durchgehen lassen.

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Beat Adler 12.04.2019, 13:30
135. Das Staatsrecht gilt auch in Grossbritanien, auch ohne Verfassung

Zitat von misterknowitall2
ich meine schon die, die für einen Brexit gestimmt haben. So eine Wahl ist schlicht dämlich. Nein, genau so ist das gewesen. Es hat die Leute kein Stück interessiert. Fragen Sie doch die "Abstinenzler". Kein Mensch hat daran gedacht, dass es zu einem Brexit führen würde. Nein, es war ein Stimmungstest von Cameron, um seine Regierung zu stärken. Sonst wäre er sicher nicht zurückgetreten. Ach, was ist denn mit der Abstimmung von 1975? Die spielt jetzt plötzlich keine Rolle mehr? Wer hat sie eigentlich zum Experten für den Brexit und die britische Stimmungslage ernannt?
Das Staatsrecht gilt auch in Grossbritanien, auch ohne eigentliche Verfassung.

David Cameron hatte das Recht auf seiner Seite, als er seinen Einwohnern ein Referendum versprach, aber konnte es nur deswegen durchfuehren lassen, weil das House of Commons zustimmte, das ebenfalls rechtens war. Mit dieser Zustummung bekam das zukuenftige Resultat der Abstimmung, wie immer es ausgehen wird, rechtliche Verbindlichkeit. Am Tag der Volksbefragung, am 23. Juni 2016, war jedem Briten klar, dass das Ergebnis zaehlen wird! Er wusste, dass er nicht um seine Stimmung befragt wird;-)

Nach dem das Resultat 52:48 fuer einen Austritt aus der EU eintrat, zog das House of Commons den Artikel 50 und legte dadurch den Brexit rechtlich verbindlich fest.

Labour schrieb in ihrem Manifest, dass sie den Willen der Stimmbuerger respektieren und die Durchfuehrung des Brexits unterstuetzen. Die Tories taten das Gleiche.

Staatsrechtlich gesehen, findet der Brexit statt. Es gibt kein Zurueck ohne massive Verwerfungen in der angeblich aeltesten Demokratie der Welt, in Grossbritanien.
mfG Beat

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dum_spiro_spero 12.04.2019, 13:46
136.

Zitat von karlo1952
vor dem Beitritt zur EWG bzw. später zur EU nicht am verhungern gewesen und werden es auch nach dem Brexshit nicht sein, egal wo immer sie die Lebensmittel herbekommen. Dann wird es halt etwas teurer, dafür sparen sie ja die EU-Beiträge.
Das behauptet auch k(aum)einer, dass die Briten leiden geschweigedenn verhungern werden. So etwas kennen die Nachkriegsgenerationen hüben wie drüben doch nur noch aus Erzählungen. Aber gesamtgesellschaftlich wird es bis auf wenige Ausnahmen auch nicht besser für die Briten. Glauben sie tatsächlich, dass wie versprochen die EU-Beiträge ins NHS fließen werden? Zusätzlich wird's vermutlich ein Personalproblem in der staatlichen Gesundheitsversorgung geben, heißt also die tatsächlich dorthin fließenden ehemaligen EU-Beiträge wird man aufwenden müssen, um den Status quo im Personal zu stabilisieren. Ich sehe da jetzt keine großen Vorteile, außer dass ich die Hürden für gewisse Nationalitäten erhöhe, die aber ohnehin gebraucht wurden. Ist doch wie hier, kein Spargel oder Erdbeeren in Deutschland ohne Erntehelfer aus Osteuropa. Keine Klinik in Deutschland ohne zugewanderte Ärzte und Pflegepersonal aus der gesamten EU im Rahmen der Arbeitnehmerfreizügigkeit. Manchem passt das nicht, aber unterbinde ich das, ist sofort Ruhe in vielen Kliniken. Selbst wenn ich die Einwanderung für bestimmte Berufsgruppen wieder zulasse, bekomme ich diese oft nicht zurück, da es Familienangehörigen ja dann schwerer fällt, seigenständig tätig zu werden.

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dum_spiro_spero 12.04.2019, 13:48
137.

Zitat von vegefranz
.... gerade in London dreht nicht mehr weiter ins Bodenlose und wird sich beruhigen. Es gibt also bereits jetzt viel Positives für die britischen Bürger zu vermelden .
der Wohnungsmarkt wird sich sicher auch in den ostenglischen Städten entspannen, dann können die verbliebenen bei ner Runde Bridge zu Fish & Chips entspannen, während sie aufs Meer starren.
Natürlich können sie sich auch mit den Londoner Bankern freuen, die zwar zumeist "remain" gestimmt haben, aber dann mit weiterlaufenden Geschäften endlich wieder näher zur "City" leben können. Zur See werden sie wohl auch danach nicht mehr fahren, das Übernehmen dann die Schotten in ihren Gewässern.
Ironie off: Der Londoner Wohnungsmarkt ist Kummers kleinster.

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k70-ingo 12.04.2019, 14:05
138.

Zitat von spon-facebook-10000640033
Briten sind wie Japaner. Was gesagt wird ist nicht die Position sondern was nicht gesagt worden ist. Schwammige Vorstellungen verbergen was Anderes und dadurch sind viele Unannehmlichkeiten in der Geschichte zustandekommen. Schade, dass Helmut Schmidt tot ist - er hat seine Jugend auch in Manchester verbracht und sprach fliessend Englisch - vielleicht Volker Ruhe konnte was anbieten. Eine Regierung ohne Unterstützung des Volkes ist eine Gefahr.
Wie die Japaner ticken, werden die Brexiteers merken, wenn es zu den Verhandlungen eines bilateralen Handelsabkommen kommen wird.
Die Japaner haben bereits vor Monaten auf unjapanische Art deutlich durchblicken lassen, daß man sich der jeweiligen Position voll bewußt ist und daß man keinen Anlaß für übertriebene Rücksichtnahme sieht.
Die Japaner werden sich nicht das Sushi vom Teller nehmen lassen. Die werden die Briten gehörig auf den Topf setzen.

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dum_spiro_spero 12.04.2019, 14:11
139.

Zitat von Nandiux
Außerhalb von der Boomregion London ist der Lebensstandard fast überall gesunken. Natürlich ist es nicht fair, dass dies nun der EU angelastet wurde, aber die betroffene Bevölkerung hat eben ein Ventil gebraucht und da kam das Referendum gerade recht. Normalerweise müsste man dafür die Konservativen und die "New Labour" Politik verantwortlich machen.
Hier liegt der Hase im Pfeffer. Das Eindampfen vieler Industriestandorte durch Thatcher und Co, dabei lag auf der Insel die Wiege der Industrialisierung, und die ungeschickte Interessenvertretung dieser zumeist englischen Menschen abseits der Finanzmärkte sind für mich ursächlich. Es hat in der EU-Zugehörigkeit bisher weder Torries noch Labour tatsächlich interessiert. Das Fischereisterben an Englands Ost- und Südküste hat doch nur bedingt mit dem EU-Beitritt zu tun und GB kam dazu ja nicht wie die Jungfrau zum Kinde. Welch eine Mär! Die Regierung hat einfach in der Kompensation der Fangquoten und Gebiete versagt und beim AMWZ-Abkommen 1982 den Fischern nicht erklärt, dass dies das Ende des ungehinderten Plünderns isländischer, norwegischer und Färinger Gebiete ist. Vielleicht sollte man ehrlicherweise den Leuten in Grimsby's Fischverabeitenden Industrie sagen, dass sie mit dem Brexit jetzt auch noch die Hauptzulieferer für ihren Fisch verlieren könnten. (Island, Norwegen (Alles aus Nordsee und Atlantik), Asien (Thun- und Schwertfisch)). Die Bude dort läuft so gut, weil sie in der EU liegt. Der Großteil wird wieder exportiert. Das werfen sie damit auch noch ein. Besser wird's durch den Brexit dann nicht. Selbst alte Fischer glauben nicht daran, dass es die jungen Leute dann wieder tage- bis wochenlang auf die See zieht. Aber sie haben ihre Ruhe vor der EU.

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