Forum: Wirtschaft
Britische Handelskammer: Tausende britische Firmen bereiten sich auf No-Deal-Brexit v
DPA

Die britische Handelskammer schlägt Alarm: Der Großteil ihrer 75.000 Mitglieder würde sich mit Notfallplänen auf einen ungeregelten Brexit vorbereiten. Dazu gehöre die Verlagerung von Geschäften ins Ausland.

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xxgreenkeeperxx 27.01.2019, 12:34
160. man tut es

Zitat: Warum sollte irgend jemand in der Welt mit den Briten bessere Handelsverträge aushandeln als mit der EU? Zitat Ende.

Weil sie vielleicht das bessere Angebot haben, da sie keine Rücksicht mehr auf bestehende EU-Reglungen (Krümmungsgrad der Gurke usw.) und Entscheidungen des EUGH nehmen müssen. Ebenso könnte man ja fragen warum den Griechen auf dem internationalen Finanzmarkt jemand noch Geld leihen sollte, nachdem sie vor 10 Jahren fast bankrott gegangen wären. Man tut es aber trotzdem.

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cobaea 27.01.2019, 12:34
161.

Zitat von nofreemen
Der Brexit wird die Wirtschaft beleben und viele neue Arbeitdplätze bescheren. Die Engländer zeigen gerade ganz Europa wie man so etwas erfolgreich anpackt und umsetzt. Dir Schwarzmsler Europas "Experten" bekommen gerade eine Lektion von einem weltoffenen Volk erteilt. Das Muster wird schule machen und die AFD in vielem recht geben.
Wenn dieses "Muster" Schule machen soll, und "die Engländer (die Schotten, Waliser und Nordiren nicht?) ganz Europa" zeigen, wie man "so etwas erfolgreich anpackt", dann hätte ich doch gerne gewusst: Was wird da gerade "erfolgreich" angepackt? Der Austritt aus der EU ohne organisatorische Vorbereitung? Und was ist daran bisher "erfolgreich"? Dass eine ganze Reihe Banken und Betriebe den Auszug aus dem UK vorbereiten? Dass man immer noch nicht weiss, wie das mit inner-irischen Grenze funktionieren soll?

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Beat Adler 27.01.2019, 12:36
162.

Zitat von pirx64
An alle die denken, Warenverkehr geht einfach so weiter. Nein, geht er nicht. Plumpes Beispiel: Arzneimittel. Diese haben doch eventuell gar keine Zulassung in GB, nur in der EU. D.h., die Aufsichtsbehörde muss die Arzneimittel erst mal zulassen. Und wer kennt das nicht, Zulassungen dauern nicht Tage, Wochen oder Monate, die dauern Jahre. Und dann das Steuerrecht, GB ist von einem Tag zum anderen ein Drittland. Was das an Aufwänden und Kosten auf beiden Seierzeugt, ist auch nicht zu unterschätzen. Und und und. Ist doch nicht so, dass GB auf einmal kein Vereinsmitglied mehr ist, da hängt so viel dran. Und GB hat ignorant die 2 Jahre ablaufen lassen ohne einen Plan zu fassen, Abkommen vorzunehmen. Warum soll das auf einmal besser werden, wenn die nicht mehr in der EU sind? Und die müssen nicht nur mit der EU neue Verträge ausarbeiten, sondern weltweit. Das muss auch erst mal gestemmt werden, das dauert auch Jahre. Und bei der Performance, die die jetzt gezeigt haben ...
"Und GB hat ignorant die 2 Jahre ablaufen lassen ohne einen Plan zu fassen" Das stimm nicht! Es besteht ein Scheidungsvertrag von 585 Seiten! Nur die Heiligen im House of Commons sind dagegen, obwohl sie mit sehr grosser Mehrheit FUER das Abhalten des Brexitreferendums stimmten und auch mit sehr grosser Mehrheit fuer das Ausloesen des Artikels 50!

Wenn ich diesen Heiligen zuhoere, wie sie in die Mikrophone von BBC world news bloecken, life und ungeschnitten, dann verstehe ich, dass Grossbritanien wirklich "gross" ist aber noch im 18. Jhd. feststeckt, rule Britania!
mfG Beat

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WOLF in USA 27.01.2019, 12:40
163.

Zitat von shardan
Macht endlich Schluss mit dem Gezerre. Das britische Volk hat sich mit knapper Mehrheit für den Brexit entschieden. Das Parlament hat - aus sicherlich eher ideologischen denn vernunftgesteuerten Gründen - den Vertrag abgelehnt. Das Parlament ist ebenfalls vom Volk gewählt. Nun denn, lasst sie ziehen. Wer gehen will, den soll man nicht aufhalten. Lasst GB doch Verträge mit China und USA machen - beide sind ja so für faire Verträge bekannt. Bis solche Abkommen zustande kommen dauert es etliche Jahre, ein Jahrzehnt ist da leicht drin. Bis dahin ist die britische Wirtschaft ziemlich komplett am Boden, und nur als Niedrigsteuerparadies kommt man auch nicht weit - ausländische Bankkonten ernähren keine Menschen. Wenn dann Abkommen mit China und USA geschlossen, werden, haben wir zumindest wirtschaftlich die erste amerikanisch-chinesische Kolonie direkt vor der Haustür, mit allen Folgen wie scharfen Zollkontrollen usw. Damit wäre allerdings eine Rückkehr in die EU für GB sehr schwierig - solche Verträge müssten dann erst wieder gekündigt werden. Die nächsten Jahrzehnte des britischen Hickhack incl. Streit in Irland sind gesichert.
Es hält sie doch niemand auf ...
Das Gezerre findet ausschliesslich in GB statt. Ist Ihnen das entgangen. Die Position der EU27 hat sich nicht verändert: Wer vom EU-Binnenmarkt profitieren will, hat sich an EU-Regeln zu handeln. Ganz simpel. Da gibt es nichts zu verzerren!

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willibaldus 27.01.2019, 12:43
164.

Zitat von b-blog
zwischen UK und USA einerseits und UK und China andererseits. Das ist die wahre Phantasie dahinter. Freier Handel der Briten imit den Amis auf der einen Seite und gleichzeitig freier Handel der Briten mit den Chinesen auf der anderen Seite ergibt viel mehr Wirtschaft als das Bischen Handel innerhalb der EU. Wenn sich das als richtig erweist, dann muß Deutschland folgen.
Die EU ist wirtschaftlich auf Augenhöhe mit den USA und leicht vor China, noch. Wie kann da der Wechsel von einem direkten Nachbarn zu Partnern auf der anderen Seite der Welt ein Vorteil sein?
Noch dazu, wenn das UK erstmal aus allen Handelsverträgen herausfällt, die die EU hält. Das betrifft ungefähr 2/3 des britischen Außenhandels. Manches läßt sich vielleicht innerhalb von Wochen oder Monaten regeln. Das Meiste wird Jahre brauchen, um die jetzigen Verträge auch nur annähernd zu ersetzen. Besser wird da kaum etwas werden können.

Stellen Sie sich vor, in allen Supermärkten ihrer Stadt sind auf einmal die Regale leer und überall hängt die Bekanntmachung: "Machen Sie sich keine Sorgen, in 3 Monaten bekommen wir Nachschub." Ist jetzt ein bisschen drastisch, aber ich denke, die Idee ist klar.

Mit Mays deal hätte das UK Zeit gewonnen für die notwendigen Umstellungen und Vorbereitung eigener deals.

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cobaea 27.01.2019, 12:45
165.

Zitat von gutmichl
Ich darf an die Antwort der "Sun" erinnern, die dem europäischen Bettelbrief unserer selbsternannten Wirtschaftsführer geantwortet hat. Die Briten stehen hinter dem Vorhaben, die Uneinigkeit liegt eher im Bereich, ob man überhaupt einen Vertrag mit der verhassten EU eingehen soll oder eben NoDeal spielt. Die Panik-Artikel, dass bald die Welt untergeht findet man vorzugsweise in Deutschland. German Angst ist auch berechtigt, denn mit den Briten geht eine Instanz der Vernunft, die größte Verteidigungsmacht, das Finanzzentrum und ein Nettozahler. Das darf der deutsche Michel bald ausgleichen.
Die "Sun" als Quelle - ist das Ihr humoristicher Beitrag zum Tag? Das ist noch unqualifizierter als die "Bild"-Zeitung als Quelle zu benennen. Die "Sun", die als eine der Triebfedern für den Brexit warb und alle "alternativen Fakten" von Farage und Johnson zum Credo hochjazzte. Die Briten sind im Übrigen bezüglich des Brexits genauso gespalten, wie sie es vor der Abstimmung 2016 waren: die Hälfte ist gegen einen Brexit, die andere Hälfte dafür. Und die befürwortende Hälfte ist in der Frage gespalten ob mit oder ohne Deal ausgetreten werden soll.

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oldman2016 27.01.2019, 12:49
166. Kohl's "blühende Landschaften" sollten Warnung sein

Eigentlich müssten die von Bundeskanzler Helmut Kohl versprochenen "blühenden Landschaften" in den neuen Bundesländern, den Briten Warnung genug sein, den Versprechen der Politik zu misstrauen. Aber auch die EU, die einen richtigen Brexit bewusst und gewollt durch den Backstopp in der Nordirland-Frage torpedieren, sollten sich fragen, ob sie damit der Wirtschaft in der EU wirklich einen Gefallen tun.

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Sendungsverfolger 27.01.2019, 12:49
167. Same procedure ...

Zitat von syracusa
Das aber hat mit Demokratie nicht viel zu tun. Überhaupt wird die Bedeutung von Wahlen für die Demokratie massiv überschätzt. So war beispielsweise die mit großem Abstand beliebteste und mit größtem Zuspruch durchs Volk ausgestattete deutsche Regierung die von 1936 bis 1938. War die deshalb demokratisch? Demokratie bedeutet zuallererst mal "Herrschaft des Volks". Des **ganzen** Volks, und nicht nur die Herrschaft einer knappen Wählermehrheit. in der Schweiz, die von vielen gerade wg der vielen Volksabstimmungen als Vorbilddemokratie gesehen wird, sind gerade die Volksabstimmungen das undemokratische Element! Es ist eben leider so, dass immer mal eine Mehrheit des Volks Populisten auf den Leim gehen kann, und dass dann beliebig undemokratische Entscheidungen getroffen werden. Entscheidungen von großer Wirkung werden deshalb in einer Demokratie immer an ein Quorum gebunden, was beim Brexit-Referendum aber gerade wg dessen Unverbindlichkeit unterlassen wurde. Ganz sicher war aber beim Brexit-Referendum nur eine verschwindend geringe Minderheit von Ultranationalisten für einen harten Brexit. Der Ausgang des Referendums aber nimmt die ganze politische Klasse in Geiselhaft, weil es für keine Variante des Brexit eine parlamentarische Mehrheit gibt. So steuert das UK denn ungebremst auf den von fast allen unerwünschten harten Brexit zu. Demokratisch ist das nicht unbedingt ...
Sorry, aber diesen - mit Verlaub - Unfug, posten Sie jedes Mal, wenn es um die Definition "Demokratie" geht. Jedem Staatasrechtler stehen da die Haare zu Berge bezüglich Ihrer obskuren Anwandlung.

Ja, die Wahlen von 1932 waren demokratisch. Nein, das Ergebnis war es nicht. Das was Sie gerne hätten, ist eine sogenannte "wohlwollende Diktatur". Das ist ungefähr der Standpunkt, den die USA überwiegend in den 60er und 70er Jahren eingenomen haben. Demokratisch gewählte Regierungen wurden nur dann als solche betrachtet, wenn sie in das Demokratieverständnis der USA passten. Dieses Verständnis glich eigentlich dem "lenkenden Volksverständnis" der UdSSR in Bezug auf die Satelitenstaaten des Ostblocks. Nur dass da schon die Wahl manipuliert wurde und nicht erst das Ergebnis. Eine "wohlwollende Volkslenkung" ist keine Demokratie.

Und dass die Demokratie Herrschaft des _ganzen Volkes_ sein soll, entspringt exclusiv ihrem Gehirn. Eine Demokratie umfasst zwar einen Minderheitenschutz, jedoch nur als Existenzgarantie. Nicht jedoch als Mitbestimmungsgarantie (wäre ja noch schöner, wenn man manche skurile Gruppen mitbestimmen lassen _müsste_).

Demokratie ist es auch, wenn (objektiv) völlig falsche Entscheidungen getroffen werden. Dies lässt sich aber immer nur Rückwirkend (objektiv) feststellen. Also, solange Sie kleine Glaskugel oder Zeitmaschine haben, vermeiden Sie es besser, vermeindlich "falsche" Entscheidungen als undemokratisch darzustellen.

Der Brexit ist (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich) ein Unglück der europäischen Geschichte. Weisen wird das aber erst die Zukunft.

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Weltbild 27.01.2019, 12:49
168. Brexit ist ein Segen!

Jetzt können alle Mitglieder der EU in aller Ruhe beobachten was passiert wenn man austritt aus der EU. Dies wird all diejenigen endlich mundtot machen die andauernd gegen die EU wettern (auch weil sie keine Ahnung haben von der positieven Tragweite der EU für uns alle).

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Erika.Mustermann@spon.de 27.01.2019, 12:50
169.

Zitat von Trevor Philips
Ein herrlich relotierter Artikel. Weiter so Spiegel, immer schön die Standards hochhalten. 75000-"Tausende"ergibt also 35.
Sie haben einen von den Redakteuren unerwarteten Fehler gemacht.

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