Forum: Wirtschaft
Britische Handelskammer zum Brexit: "Wir sind frustriert. Wir sind wütend"
DPA

Während sich das Londoner Parlament weiter nicht auf einen Brexit-Kurs verständigen kann wächst der Frust in der Wirtschaft. Die britische Handelskammer greift die Politik ungewöhnlich scharf an.

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Beat Adler 28.03.2019, 14:03
140. Es gibt KEINE Neuwahlen NACH dem Austritt aus der EU, nur VORHER!

Zitat von mostly_harmless
Och, das kommt drauf an, wann man die Neuwahlen ansetzt. Wenn die Briten 6 Monate nach dem EU-Austritt wählen, dürften signifkante Teile der Brexiteers im Allgmeinen, und fast alle Hardcore-Brexiteers nicht mehr im Parlament sitzen.
Es gibt KEINE Neuwahlen NACH dem Austritt aus der EU, nur VORHER!

Das vorliegende 585-seitige Abkommen ist, so sieht es zur Zeit aus, NICHT willkommen. Bis morgen Freitag 23:00 Uhr Londonzeit muesste es ratifiziert sein, um einen Aufschub bis zum 22. Mai zu bekommen. Wenn nicht, MUSS Grossbritanien entweder EU Wahlen durchfuehren oder am 12. April 23:00 Uhr Londonzeit over the cliff stuerzen!

Neuwahlen und/oder ein erneuters Referendum finden auf jeden Fall dann statt, wenn Grossbritanien immer noch Mitglied der EU ist.
mfG Beat

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kuac 28.03.2019, 14:05
141.

Zitat von tucson58
Ach was wäre los gewesen, wenn vor 3 Jahren das Unterhaus nach dem Referendum gesagt hätte .............."Da es sich nur um die Meinung des Volkes handelt, das aber für uns auch nicht bindend ist, verbleiben wir in der EU ! Aber es war nett mal zu wissen was das Volk so meint !...." In dem Fall könnte man Volksabstimmungen getrost in den Mülleimer kicken , da sie einfach wertlos sind ! Dann würden es die billigeren statistischen Umfragen auch tun !
Bauchgefühl ist kein guter Ratgeber.
Brexit vote " not legally binding" says supreme court judge:
https://www.independent.co.uk/news/uk/politics/brexit-vote-eu-referendum-not-legally-binding-supreme-court-legal-challenge-article-50-a7418706.html

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pavel1100 28.03.2019, 14:08
142. Seh ich auch so

Zitat von at.engel
Diejenigen, die in erster Linie für den Brexit gestimmt haben, sind diejenigen, die weder von der EU, noch von irgendeinem wirtschaftlichen Aufschwung profitieren. Denen geht nämlich dank steigender Immobilienpreisen, Transportpreisen, sinkender Realeinkommen, usw. nämlich permanent schlechter. Um es kurz zu machen: Man kann natürlich grundsätzlich nur Niedrigslöhne zahlen, auf Sozialdumping setzen, staatliche Einrichtungen auf das strikte Minimum beschränken... aber man braucht sich dann nicht wundern, wenn einem das Ganze politisch aus der Kontrolle gerät. Die Handels- und Industriekammer müsste ja nur einmal ihre Mitglieder befragen: Wieviel von den Gewinnen der letzten 20 Jahren ist wirklich unten angekommen... Inwieweit profitiert ein nordenglisches Kaff von den Milliarden, die in der City herumgeschoben werden... Wenn die Herren nur ein bisschen dafür interessieren würden, was in ihren Betrieben los ist, würde sich die Frage eines Brexits gar nicht stellen.
Genau so ist es. Nur, dass es dieser Gruppe nach dem Brexit wohl dann noch schlechter gehen wird: Höhere Preise, weniger Arbeitnehmerrechte, Arbeitslosigkeit durch Wegzug der Automobilindustrie und deren Zulierferern.

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uk2011 28.03.2019, 14:09
143.

Zitat von syracusa
Nein, das sogenannte Referendum war unverbindlich (nur deshalb konnte ja auf die eigentlich bei solchen Fragen notwendige Qualifizierte Mehrheit und ein Quorum verzichtet werden), und deshalb wurde durch dadurch gar nichts "entschieden". Und im UK ist nicht das Volk der Souverän (eine leider nie korrigierte Folge des frühern Demokratisierung des UK), sondern formal die Krone, und faktisch das Unterhaus des Parlaments.
Naja, nach dem Referendum war nochmals eine Wahl. Wenn die Briten der Meinung gewesen wäre, dass dieses Referendum fälschlicherweise angewendet worden ist, warum haben die dann nicht die Proeuropäer gewählt sondern einen so durchmischten Meinungshaufen - Halb Brexit/halb remain.

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Beat Adler 28.03.2019, 14:10
144.

Zitat von misterknowitall2
Wenn es bei einer Wahl "Verlierer" gibt, ist die Wahl, Entschuldigung, Scheis+e. Mit ein Grund warum wir in Deutschland auf sogenannte direkte Wahlen verzichten. Sie führen mit einer 51:49 Wahl keine Entscheidung herbei, sondern trennen die Gruppen, sie spalten sie. Das hat mit Verlieren nichts zu tun, es geht ja nicht ein sportliches Event. Wenn Sie 49% der Bevölkerung eines Landes das Recht auf Meinung absprechen (was sie tun, wenn sie von Verlierern und Gewinnern reden), werden diese sicher nicht stillschweigen die Meinung von anderen akzeptieren. Was eine Demokratie wirklich ausmacht, ist die Fähigkeit Kompromisse einzugehen, nicht eine Abstimmung bei diesen Verhältnissen durchzuziehen. Das ist im Gegenteil ziemlich armselig.
Immer wenn die Verlierer sich weigern mit den Gewinnern ZUSAMMEN die Zukunft im Sinne des Herausholens des Besten fuer Alle zu gestalten, geht die Demokratie floeten! Siehe Brexit!

Wer nicht verliren kann und akzeptiert verloren zu haben, ist kein Demokrat!
mfG Beat

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biobayer 28.03.2019, 14:25
145. Neuwahlen 2022

Zitat von mostly_harmless
Och, das kommt drauf an, wann man die Neuwahlen ansetzt. Wenn die Briten 6 Monate nach dem EU-Austritt wählen, dürften signifkante Teile der Brexiteers im Allgmeinen, und fast alle Hardcore-Brexiteers nicht mehr im Parlament sitzen.
Von Neuwahlen ist nicht die Rede. Die nächsten regulären britischen Unterhaus-Wahlen finden 2022 statt. Wenn der May-Deal bei der morgigen Abstimmung obsiegt, und Frau May wie angekündigt nach dem Brexit (23.Mai) zu einem Zeitpunkt ihrer Wahl ihre Ämter zur Verfügung stellt, werden die Tories dann eben einen neuen Parteichef & Premierminister bestimmen - nicht mehr und nicht weniger.

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adal_ 28.03.2019, 14:34
146. 8 Brexit-Varianten fielen durch

Zitat von prisma-4d
Ich finde es schon komisch das weder der Autor des Artikels noch die Kommentatoren verstehen was die Britischen Abgeordneten mit dem Abstimmungsergebnis mitteilen wollen: "WIR WOLLEN ENDLICH RAUS". Sie werden von May und von der EU unter Druck gesetzt den Deal, den sie ablehnen doch noch anzunehmen. So etwas mag bei "Siegermächten" funktionieren, nicht aber bei Parlamenten. May müßte das wissen weil es eine Binsenweisheit ist....
Es gab nicht ein Abstimmungsergebnis, sondern 8 Abstimmungsergebnisse. Alle 8 Brexit-Varianten fielen durch.

Am meisten Stimmen erhielt "Second Referendum", der May-Deal-Brexit kommt an zweiter Stelle.
Insgesamt kann man feststellen, die große Mehrheit der Abgeordneten bevorzugt einen wie auch immer gearteten "weichen Brexit". Nur an der Fähigkeit, sich auf eine Variante zu einigen, fehlt es halt offensichtlich.
Dabei sind selbst die ganz harten Brexiteers beweglich nach dem Motto: Besser May-Deal-Brexit als gar kein Brexit.
Die DUP hingegen ist ein Totalausfall. Käme es letztlich auf deren Stimmen an, käme sowohl ein No-Deal-Brexit als auch gar kein Brexit in Betracht.

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markx01 28.03.2019, 14:36
147. Zitat:

"Sie führen mit einer 51:49 Wahl keine Entscheidung herbei, sondern trennen die Gruppen, sie spalten sie. Das hat mit Verlieren nichts zu tun, es geht ja nicht ein sportliches Event."

Na in dem Sinne haben wir in Deutschland permanent politische Entscheidungen, die von der Häflte der Bevölkerung per Wahlentscheidung weder beabsichtigt oder gewollt waren. ;)

Selbst H.Schmidt oder H.Kohl, die deutschen Väter der EU hatten zu ihren Hochzeiten nie mehr als 50% der Wählerstimmen. Und was machen jetzt? ;)

Gruß

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enfield 28.03.2019, 14:37
148. zwei Fragen:

Zitat von uk2011
Naja, nach dem Referendum war nochmals eine Wahl. Wenn die Briten der Meinung gewesen wäre, dass dieses Referendum fälschlicherweise angewendet worden ist, warum haben die dann nicht die Proeuropäer gewählt sondern einen so durchmischten Meinungshaufen - Halb Brexit/halb remain.
1) Welche Wahl meinen Sie?
2) Welche Partei sollten Remainer bitte wählen/gewählt haben?

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syracusa 28.03.2019, 14:38
149.

Zitat von Beat Adler
das sogenannte Referendum war unverbindlich? Wirklich? In welchem Sinne war es unverbindlich, nachdem das House of Commons mit sagenhaftem Verhaeltnis von 6:1 Stimmen dem Abhalten des Referendums zustimmte? Vor welchem Gericht haette die Verbindlichkeit des Ergebnisses des Referendums angefochten werden koennen?
Das sogenannte Referendum war unverbindlich. Wenn Ihnen das nicht mal bekannt ist, dann sollten Sie hier besser nicht mitdiskutieren.

Aus der Unverbindlichkeit wurde auch nie ein Geheimnis gemacht. Die britischen Wähler wussten darüber Bescheid, und gerade die Unverbindlichkeit gepaart mit den damaligen Prognosen bzgl eines Ergebnisses pro EU dürfte viele Wähler dazu motiviert haben, ihre Stimme für eine Protestwahl zu nutzen, bzw. gar nicht erst zur Wahl zu gehen.

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