Forum: Wirtschaft
Britische Pläne: Brexit könnte Steuerdumping in Europa befeuern
REUTERS

Als Reaktion auf den Brexit will Finanzminister Osborne die Steuern für Unternehmen deutlich senken. Mit solch einer Dumpingpolitik wären die Briten in Europa nicht allein - ein gefährliches Signal wäre sie dennoch.

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Newspeak 04.07.2016, 15:41
70. ...

Zitat von jjcamera
Für wen wäre es denn in Europa "gefährlich", wenn eine Welle von Steuersenkungen losgelöst würde. Zahlen wir etwa zu wenig Steuern an den EU-Apparat mit seinen 40 Tausend Mitarbeitern?
Für sie wäre es gefährlich, außer sie sind Unternehmer.

Wer soll denn den Staat finanzieren, wenn nicht die, die von ihm profitieren? Wenn Unternehmen niedriger besteuert werden, sinken dann die Staatsausgaben? Wohl kaum. Also werden dann Arbeitnehmer stärker besteuert. Wer denn auch sonst?

Wir können natürlich die Steuern auch auf 0 senken. Für alle. Dann sollen sich alle mal selbst aushelfen, Straßen bauen, Schulen organisieren, Polizei stellen. Viel Spaß.

Steuerdumping für Unternehmen ist ein verbrecherischer Akt gegenüber der Allgemeinheit. Und das sollten die Leute spüren, die sowas fordern.

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kp229 04.07.2016, 15:43
71. @masc74 #2

Logik scheint nicht Ihre Stärke zu sein! Frage: Was verleitet Firmen eher dazu, durch steigende Investitionen den Gewinn zu schmälern?

Antwort 1: Minimale Steuern auf den Gewinn?

Antwort 2: Höhere Steuern auf den Gewinn?

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romeo_mike 04.07.2016, 15:43
72.

Zitat von DesTeufelsAnwalt
Es kann aber auch nicht jedes Land der Welt keine Infrastruktur bereit stellen, aber durch die Steuergesetzgebung gerne ein bisschen (mehr) vom Kuchen abhaben wollen, oder?
Könnten Sie uns etwas näher erläutern, welche "Infrastruktur" der Herr Juncker in seinem Luxemburg bereit gestellt hat?

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DesTeufelsAnwalt 04.07.2016, 15:44
73.

Zitat von CafeAuLait
Schon alleine die Verbundenheit im Commonwealth, sowie mit den USA wird da ganz viel bewegen. Kanada, Australien, Singapur stehen gerade Schlange für eine Trade Deal mit UK. Auch mit den USA wird man dort schneller was hinbekommen, als die EU es schafft (entgegen allen Andeutungen Obamas). UK wird eine neue angelsächsische Freihandelszone etablieren und damit die EU alt aussehen lassen.
Verbundenheit mit den USA?
Der Treppenwitz des Tages.
Wer glaubt, dass die USA es vorziehen würden, ein Handelsabkommen mit GB einem mit der EU vorzuziehen glaubt auch, dass der Commonwealth DIE Wirtschaftsmacht Nummer eins ist.
Nichts von alledem wird passieren.
Die Briten werden - wie die Schweiz - brav zu allem, was sie im Binnenmarkt hält, ja und Amen sagen. Nur, dass wir die ewigen Querulanten jetzt nicht mehr am Tisch sitzen haben.

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soundscape 04.07.2016, 15:44
74. Nette Theorie...

Zitat von masc74
Ich verstehe denn Sinn von Körperschaftssteuern sowieso nicht. Meiner Ansicht nach volkswirtschaftlich richtig ist, das private Einkommen und den Konsum zu besteuern, Firmen jedoch nicht. Firmen zu besteuern schwächt deren Wachstums- und Innovationskraft und ist meiner Meinung nach kontraproduktiv. Durch eine Senkung oder Abschaffung Körperschaftssteuern werden Investitionen belohnt und so z.B. auch neue Arbeitsplätze geschaffen, bzw. die vorhandenen gesichert. Sofern Gewinne dann entnommen werden, unterliegen sie eh der Einkommenssteuer.
Aber was passiert, wenn der Gewinn entnehmende Anteilseigner der Firma ein Briefkasten in Panama ist, wo Einkommen mit 0% versteuert wird?

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mimas101 04.07.2016, 15:47
75. tststs

Das Steuerdumping wird nichts nützen da die Zugänge zur Brüsseler EWG andere sein werden, zumindest mit viel überflüssigen Papierkram, Zöllen, Kontrollen pp. Das wird für Export orientierte Unternehmen ein Grund zum Umzug in andere EWG Länder sein. Insofern träumt die britische Politik weiterhin.

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DesTeufelsAnwalt 04.07.2016, 15:47
76.

Zitat von Claudia_D
Aber hier sprechen wir dann über die sogenannte "(noch mehr Integration", und die ist gerade so gar nicht beliebt, aber sowas von...
Sprechen Sie bitte nur für sich.
Es gibt durchaus eine größere Anzahl von Bürgern in der EU, die das anders sieht.

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it--fachmann 04.07.2016, 15:51
77. Commonwealth

Um Spekulationen vorzubeugen, mit dem Commonwealth ist es nicht mehr weit her. Ich habe lange Zeit in Indien gelebt, der größten der ehemaligen Kron-Kolonien. Die Leute dort haben einen großen Hass auf England. So dürfte es wohl auch in anderen ehemaligen Kolonien aussehen, wo indigene Völker leben. Vielleicht halten noch Australien und Neuseeland zu ihnen, weil diese Länder vorwiegend von Ex-Briten besiedelt sind. Aber was bedeutet das. Großbritannien würde die besten Zukunftsperspektiven in Europa haben. Die Jugen dort hat das sehr wohl verstanden. Aber die verbohrten Alten wollten den Brexit. Schade! Für die die Jugend Britanniens.

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geraldwinkeler 04.07.2016, 15:52
78. Rattenrennen

Die Absichtserklärungen von Herrn Osborne zeigen, wie dringend wir eine Internationalisierung der Politik, für die das Projekt EU trotz aller Mängel wie kein zweites steht, brauchen. Alles andere läuft auf ein fortwährendes Öko-Steuer- und Sozialdumping hinaus. Bestimmend sind dann am Ende weniger die nationalismusgeilen Kleingeister aus England und anderswo, sondern die Vertreter des Großkapitals und Ihre Helfershelfer, die sich der Nationalisten für Ihre Zwecke bedienen. Herr Murdoch weiß, weshalb er den Brexit liebt! Die großen Glaubwürdigkeitslücken des Herrn Juncker ändern an den grundlegenden Erfordernissen nichts.

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masc74 04.07.2016, 16:00
79.

Zitat von Maya2003
Dann besteuern wird doch am besten nichts und niemanden. Das müsste doch ungeheure Kräfte freisetzen, NOCH mehr neue Arbeitsplätze schaffen und am Ende ins kapitalistische Paradies der unbegrenzten Freiheit führen. Bleibt nur "der Staat" und seine Aufgaben als klitzekleines Problem - aber den können wir ja ......
Ihr Betrag ist schön polemisch, aber Ihre Kritik geht an meiner Anmerkung vorbei ... Unternehmen von Steuern zu entlasten ist nicht gleichbedeutend mit Niedrigsteuerpolitik und meint auch nicht zwingend "Reiche entlasten". Das gerechteste Steuersystem und gleichzeitig für die Wirtschaft am wenigsten belastend ist meiner Meinung nach ein vernünftiges und ausgewogenes Einkommenssteuersystem ohne Schlupflöcher, die versteckte Gewinne z.B. über Wertsteigerungen einkommenssteuerfrei macht.

Es ist nun einmal so, dass fast jegliche Wertschöpfung, auch die der Arbeitnehmer, über Unternehmen als "Agenturen" geschieht. Diese sind um so leistungsfähiger, je weniger sie steuerlich belastet werden. Nachdem unsere Volkswohlfahrt auf marktwirtschaftlichen Füßen steht, bedeutet dies gleichzeitig, dass die allgemeine Wohlfahrt steigt, je leistungsfähiger Unternehmen sind. Und dieser Ansatz ist nicht simpel gleichbedeutend mit generell Steuern runter, wie Sie unterstellen.

Eine Erhöhung der Unternehmenssteuern, wie Sie es fordern, führt dagegen zu weniger Investition bei gleichzeitiger Steigerung der Nachfrage des Privatkonsums (über "Umverteilung") - Das führt nicht zu mehr Gerechtigkeit, im Gegenteil, die Preissteigerungen durch höhere Nachfrage bei weniger Investitionen müssen gerade die unteren Einkommensschichten besonders schmerzvoll tragen! Unschädlich umverteilen kann man nur zwischen Konsumenten - Investitionen in Konsum zu verwandeln ist dagegen kontraproduktiv, gerade für die ärmeren Bevölkerungsschichten! Das ist für den "Mittelstandsbauch" unangenehm, aber unumgänglich, wenn man weniger leistungsfähigen Bürgern ein größeres Stück vom Kuchen zukommen lassen will.

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