Forum: Wirtschaft
British Steel: Großbritanniens zweitgrößter Stahlproduzent ist insolvent
Danny Lawson/PA Wire/dpa

Vorstandschef Reichmann sprach von Unsicherheit über den Brexit: Der Stahlkonzern British Steel ist zahlungsunfähig - will den Geschäftsbetrieb aber weiterführen.

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Wal-Ire 22.05.2019, 14:54
1. Vorauseilender Gehorsam

Und an der Misere ist ausschließlich die EU Schuld, die Global Britain böswillig die Deals verwehrt, die das Königreich doch verdient hat.
Die Brexit-Partei wird in Scunthorpe bestimmt 80% bei der Europawahl einfahren!

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guidomuc 22.05.2019, 15:02
2. Stahl?

Die Briten brauchen keinen Stahl mehr, was immer sie daraus machen würden, wollte am Weltmarkt eh keiner haben. Und Helgoland oder Norderney haben schließlich auch keine Stahlhütte :-)
Sie sollten Schafe züchten, da kann sich wärmende Kleidung stricken und zu Essen gibt's auch.

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hackee1 22.05.2019, 15:27
3. Kein Problem...

...die Stahlarbeiter umschulen, eine Bank gründen und Finanzdienstleistungen anbieten.
Dazu müssen die Ex blue colours dann halt nach London pendeln...
Wer braucht den schon produzierendes Gewerbe...
Farage wird den Verlierern der Insolvenz dann noch erklären, dass die EU Schuld ist und Milch und Honig fließen wenn er und seine Kumpels den Rest der von GB übrig ist dann noch zünftig ausgeplündert haben....

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dgbmdss 22.05.2019, 16:13
4. die britische Fischerei erwartet mit dem BREXIT...

...einen Aufschwung und wird dort Arbeitsplaetze schaffen. Genau wie die Mitforisten bin ich überzeugt, dass die Restabwicklung der von Maggie begonnenen De- Industrialisierung Englands auch Chancen bietet.

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28zwei27 22.05.2019, 16:30
5.

SpOn hat's ja schon lange vorhergesagt - der Brexit wird schlimme Folgen haben.
Schön, dass die Leser in der Vergangenheit so sachlich aufgeklärt wurden - und nun so kompetent berichtet wird.

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Celegorm 22.05.2019, 16:46
6.

Zitat von dgbmdss
...einen Aufschwung und wird dort Arbeitsplaetze schaffen.
Gewiss, und wenn die britischen Fischer dann noch eierlegende Wollmilchsäue an Bord züchten ist das Schlaraffenland so gut wie erreicht. Die Fischerei-Thematik ist ja leider gerade sinnbildlich für die grenzenlose Naivität beim Brexit, denn Fischbestände halten sich definitiv nicht an Grenzen. Und eine nachhaltige, profitable Fischerei benötigt gerade in den tendenziell überfischten britischen Gewässern strikte Regulierung und reduzierte Flotten. Arbeitsplätze werden da definitiv keine entstehen und das sorgenfreie Paradies erst recht nicht.

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guidomuc 22.05.2019, 16:56
7. Ruhig Blut,,,

Zitat von Celegorm
Gewiss, und wenn die britischen Fischer dann noch eierlegende Wollmilchsäue an Bord züchten ist das Schlaraffenland so gut wie erreicht. Die Fischerei-Thematik ist ja leider gerade sinnbildlich für die grenzenlose Naivität beim Brexit, denn Fischbestände halten sich definitiv nicht an Grenzen. Und eine nachhaltige, profitable Fischerei benötigt gerade in den tendenziell überfischten britischen Gewässern strikte Regulierung und reduzierte Flotten. Arbeitsplätze werden da definitiv keine entstehen und das sorgenfreie Paradies erst recht nicht.
...wenn sie jetzt bald keinen Stahl mehr haben, haben sie auch schon bald keine Fischerboote mehr. Das wird langfristig ein Paradies für bedrohte Fischarten - also in britischen Gewässern.

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scoopx 22.05.2019, 17:41
8. Wer den Schaden hat...

Zitat von guidomuc
Die Briten brauchen keinen Stahl mehr, was immer sie daraus machen würden, wollte am Weltmarkt eh keiner haben. Und Helgoland oder Norderney haben schließlich auch keine Stahlhütte :-) Sie sollten Schafe züchten, da kann sich wärmende Kleidung stricken und zu Essen gibt's auch.
...braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Dennoch muß immer wieder betont werden, bis es auch der Letzte kapiert: Großbritannien hat inzwischen das Endstadium des kapitalistischen Zerfalls erreicht. Das Land ist nichts weiter mehr als eine Finanzkolonie korrupter und dubioser Oligarchen und hat auch noch die Stirn, diese Praktiken hinter Begriffen wie "Investor Visa" zu verstecken. Bahn-Privatisierungen müssen wieder rückgängig gemacht werden. Bis Anfang 2015 haben Pensionsfonds ein Defizit von £367.5 Milliarden angehäuft - weil, wie es im englischen Wiki treuherzig heißt, "Defined benefit pension schemes may be affected to swings in the financial markets".

Sind das nur einzelne Symptome? Ich fürchte nein, an dem ganzen System ist nichts mehr gesund. In "Telepolis" hat am 16.3. ein Journalist namens Rüdiger Suchsland unter der Überschrift Die "neue englische Krankheit" einen Text geschrieben, den zu veröffentlichen bis vor kurzem niemand gewagt hätte. Es heißt darin:

"Der Brexit wird stattfinden. Und zwar mit Pauken und Trompeten. Wir alle werden es zu unseren Lebzeiten erleben, wie ein souveränes Land sich selbst an die Wand fährt, zerlegt, zerstört. Wir werden erleben, wie Großbritannien sich abschafft. Wie Schottland das Vereinigte Königreich verlässt, wie in Nordirland der alte bürgerkriegsähnliche Konflikt wieder ausbricht, bevor die Katholiken ihn gewinnen, wie sich das verbliebene Wurmfortsatz-England in den Schoß eines längst reaktionär erstarrten Amerika flüchtet, immerhin seiner ehemaligen Kolonie."

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Steve.Joe 22.05.2019, 17:50
9. Strukturwandel

Den übrigen europäischen Herstellern geht es ja auch nicht viel besser. Und wenn weiterhin Produkte vermehrt in Asien produziert werden, dann wird auch der Stahl dort produziert. In der Autoindustrie wird Stahl vermutlich auch bei zunehmender Elektromobilität eine Rolle spielen, jedoch werden die Stahlunternehmen sich auf neue Anforderungen einstellen müssen.
Es stellt sich grundsätzlich die Frage, ob es sinnvoll ist einen Strukturwandel aufzuhalten. In Deutschland habe ich das Gefühl, dass Kohle, Stahl und C02 emittierende Stromunternehmen noch hochgehalten werden, obwohl diese Branchen absehbar signifikant an Bedeutung verlieren werden.
Der Brexit wird in einigen Fällen den Strukturwandel beschleunigen, aber vielleicht wird dies in Zukunft ein Wettbewerbsvorteil für GB sein.

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