Forum: Wirtschaft
Brüchiges Dogma Privatisierung: Warum die britische Regierung jetzt wieder Zugstrecke
AFP

Die britische Regierung muss die Zugstrecke zwischen London und Edinburgh wieder verstaatlichen - ein peinlicher Rückschlag für die konservativen Tories. Die Opposition und große Teile der Bevölkerung fühlen sich bestätigt.

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Fabiuk 21.05.2018, 11:31
1. Infrastruktur ist Angelegenheit des Staates.

Eine andere sinnvolle Aufgabe (ausser Rentensicherung) hat er -genau betrachtet- kaum.

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henne.k 21.05.2018, 11:36
2. Privatisierung ist eine Sackgasse!

Dass das wirklich so schwer zu begreifen ist? Staatliche Unternehmen, die privatisiert wurden, haben allesamt an Servicequalität, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbereitschaft eingebüßt. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern, da Konzerne in der Privatwirtschaft Geld verdienen wollen und müssen, das zulasten der Belegschaft, der Kunden, der Produkt- oder Servicequalität. Das Geld hätte man sich sparen und in den Ausbau der Bahnstrecken stecken sollen. Hätte mehr gebracht. Ähnliches gilt für D. Hier lernt man leider auch nur durch die harte Schule, erst scheitern, dann ducken, abstreiten und am Ende reumütig zu alten, eingefahrenen Wegen zurück, die funktionierten. Alles mit Steuergeldern, würden politische Entscheider mit ihrem Barvermögen bzw. ihrem Besitz für Verluste teilhaften, würde keiner mehr solch gewagte Spielchen mit fremdem Kapital eingehen.

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disi123 21.05.2018, 11:42
3. West Midlands

Ich frage mich immer noch wie es sein kann, dass kaum Strecken von Sued (London) nach Nord (Manchester) Oberleitungen haben. Hier ist alles noch Diesel, die sind schrecklich laut, langsam und stinken.

Die offiziellen Zuege "Cross-Country" sind alles Dieselloks und keine Elektro. Ich denke da sollte erstmal angesetzt werden.

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spmc-131456386838485 21.05.2018, 11:47
4. Und wo ist jetzt die Neuigkeit?

Infrastruktur kann bei guter Qualität und bezahlbaren Preisen nicht profitabel betrieben werden. Aus diesem Grund sollte Infrastruktur immer eine Hoheitsaufgabe des Staates sein. Es ist ja am Ende auch ein Standortfaktor, der allen Bürgern zu Gute kommt. Bei privatisierter Infrastruktur wird es immer zu sehr hohen Preisen und hohem Verschleiß kommen. Ziel privaten Wirtschaftens ist ja immer der maximale Profit.

Das was auf der Infrastruktur passiert, also im Artikel die Züge, die auf den Schienen fahren, kann man sehr wohl privatisieren.

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HaPeGe 21.05.2018, 11:51
5. Die Briten haben es kapiert !

Eine privatisierte Bahn ist Nonsens. Besten Beispiel ist die Deutsche Bahn. Seit ihrer Privatisierung geht es mit der Bahn nur in eine Richtung: abwärts ! Unpünktlich ! Ein vernachlässigtes Netz incl. Brücken. Zu wenig Personal, zu wenig Nachwuchs. Vernachlässigte Strecken, z. B. Hamburg - Bremen - Osnabrück - Dortmund - Ruhrgebiet/Rheinland, also die nördliche Ost-West-Achse. Vernachlässigte Orte, z. B. Bremen. Standort des größten Daimler-Werkes, Airbus-Standort, ESA-Standort, Firmen für Satellitenbau. ICE-Verbindungen ? Fehlanzeige ! Eine; werktags alle zwei Stunden nach München. In Ost-West-Richtung ? Fehlanzeige. Die Deutsche Bahn hat den Norden der Republik jahrzehntelang sträflich vernachlässigt. Von Köln/Bonn fährt alle 45 Minuten ein ICE nach Berlin, ich frage mich WOZU ! Ausgelastet sind diese Züge garantiert nicht !

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sikasuu 21.05.2018, 11:52
6. Grundversorgung,Mobilität,Strom,Wasser usw. sind staatliche Aufgaben!

Was nicht heißen muss, das solche Dienste wie Behörden geführt werden müssen. Es ist sehr wohl möglich, die auch in "der Privatwirtschaft ähnliche Betriebsformen" zu fassen, wenn es nicht gerade so geht wie bei der DB:-((
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Privat steht IMMER die "Gewinnorientierung gegen Allgemeininteresse, das kann mMn. nie gut gehen, wie das Bahnbeispiel in GB deutlich zeigt. Wettbewerb ist bei solchen Oligopolen doch ein Witz. Sieh dazu Mobilfunknetze usw.
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Der o.a. Ansatz ist aber nur dann erfolgreich, wenn die VORGABEN der Eigentümers, d.h. der Gesellschaft auch eindeutig sind & dem Allgemeinwohl entsprechen.
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Das z.B. die Bahn "Gewinne machen muss" die dann an den Bund anführt, ist genau so widersinnig als z.B. die Bundeswehr, Polizei, Feiuerwehr usw. "Gewinnorientiert" aufzustellen.
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Die Prinzip muss mMn. ganz ideologiefrei auf alle Gemeinschaftsaufgaben angewandt werden, von der Krankenversorgung... über die Bahn... bis zum Wohnungsbau.
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Es spricht nicht dagegen, das PRIVATE innerhalb dieses System eigene Leistungen anbieten, doch "Grundversorgung" muss in öffentlicher Hand bleiben s.o.

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Newspeak 21.05.2018, 11:52
7. ...

Politische Entscheider, die fuer die Privatisierung der Bahn sind, sollten gezwungen werden, in Zukunft nur noch mit der Bahn zu reisen. Dann wuerden sie ihre Entscheidung schnell revidieren.

Das naemlich ist das Grundproblem. Die Eliten entscheiden ueber Dinge, die sie selbst nie betreffen, weil sie alle moeglichen Privlegien, z.B. Dienstwagen, Flugbereitschaft, etc. in Anspruch nehmen.

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andreasm.bn 21.05.2018, 11:53
8. Ah ja? Na mir fallen da spontan...

Zitat von Fabiuk
Eine andere sinnvolle Aufgabe (ausser Rentensicherung) hat er -genau betrachtet- kaum.
noch ein paar andere Dinge ein, die hoffentlich in der Hand des Staates bleiben, wie Polizei, Justiz, Aussenverteidigung.
Aber speziell die Infrastruktur, und hier insbesondere die Wasserversorgung, im Prinzip auch die Energieversorgung und eben auch das Schienennetz sollten definitiv in der Hand des Staates bleiben, sonst haben wir hier bald Wildwestverhältnisse.

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Patrik74 21.05.2018, 11:53
9. Zum Totlachen

Zitat von
Der Nahverkehr ist in Großbritannien so teuer wie nirgendwo sonst in Europa
Hieß es nicht, dass genau das Gegenteil passieren sollte? Und das, obwohl der Staat den Märkten bereits den größten Kostenblock - also die Infrastruktur - abgenommen hat....

Privatisierung führt nur zu Gewinnmaximierung, also: Preiserhöhung, Kostensenkung durch Qualitätsabsenkung und Unterinvestition. Und wenn sich die Elite gesundgestoßen hat, darf der Staat den Laden wieder auf Kosten der Öffentlichkeit sanieren, und dann geht das Spiel von neuem los - Ähnlichkeiten mit dem Banksektor sind natürlich rein zufällig...

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