Forum: Wirtschaft
Brüchiges Dogma Privatisierung: Warum die britische Regierung jetzt wieder Zugstrecke
AFP

Die britische Regierung muss die Zugstrecke zwischen London und Edinburgh wieder verstaatlichen - ein peinlicher Rückschlag für die konservativen Tories. Die Opposition und große Teile der Bevölkerung fühlen sich bestätigt.

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nmare 21.05.2018, 12:37
30.

Zitat von Sokrates1939
Ich stimme Beitrag Nr. 2 vollinhaltlich zu. Die britische Regierung hat jedenfalls den Mut, Fehler zu korrigieren, während ich in der Bundesrepublik keinerlei Ansätze sehe, die wünschenswerte Rückgängigmachung der Privatisierung von Post und Bahn einzuleiten.
Die derzeitige britische Regierung will gar nichts korrigieren. Sie uebernimmt East Coast Main nur weil die beteiligten Firmen nicht bezahlen koennen was sie dem Staat schulden. Grailing hat schon angekuendigt dass die Linie sobald wie moeglich wieder ausgeschrieben wird und dass Virgin noch nichtmal von der Neuasschreibung ausgeschlossen wird.

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abrigal 21.05.2018, 12:39
31. Abschaffung des Postmonopols war ein Desaster

Jeder spuert die Nachteile dieser Privatisierungen mit denen sich einige Wenige auf Kosten der Allgemeinheit Vorteile verschafft haben
Anderes Beispiel, die Abschaffung des Postmonopols und die Privatisierung durch die Patketdienste wart ein oekologisches Desaster mit versteckten Mehrkosten meist fuer den Empfaenger . Nicht nur, dass die einsmals flaechendeckende gute Versorgung der staatlichen Post heute immer grossere Luecken aufweisst, auch uch die Zustellung wurde unzuverlaessiger und war es frueher der allseitbekannte Postbeamte der meist sogar noch mit dem Fahrrad immer zur selben Zeit die Pakete austrug sind des heute ortsunkundige Paketboten die fuer einen Hungerlohn mit leeren in der zweiten Reihe parkenden Lieferautos oft mehrmals vergeblich versuchen ihre Sendungen zuzustellen

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Reinhardt Gutsche 21.05.2018, 12:40
32. Streit der Ideologien

Zitat: "Der Streit um den Bahnverkehr ist in Großbritannien eine hochgradig ideologische Angelegenheit."

Dies ist zweifelsohne zutreffend, gilt allerdings nicht nur für den britischen Bahnverkehr: Die Doktrin des Wirtschafts- und Eigentumsliberalismus‘ à la Ayen Rand, MPS und Washington Consens ist in ihrer Gesamtheit nichts als eine "hochgradig ideologische Angelegenheit". Was denn sonst?

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mayazi 21.05.2018, 12:43
33. Japan kann es

Kennt sich hier jemand gut genug aus, um zu erklären, warum es in Japan mit den privat betriebenen Bahnen klappt? Die sind sehr teuer, so wie in GB, aber pünktlich, sauber, ordentlich, freundlich, etc.

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ricci1212 21.05.2018, 12:46
34. Jaherkarte Manchester London

Die Jaherkarte von Manchester nach London kostet :
£15660 =19000 euro
https://vt.nationalrail.co.uk/service/seasonticket/tickets

Dafuer bekommt man :

28 Jahre alte Zuege
Stehplatz
Urin geruch

DB ist billig un gut!!

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k.hohl 21.05.2018, 12:46
35.

Zitat von syracusa
Präziser: Infrastruktur und *Daseinsfürsorge* ist Aufgabe des Staats. Dazu zählen Infrastruktur für Verkehr und Versorgung mit Wasser und Energie, notfalls auch mit Kommunikationsinfrastruktur, Abwasser und Müllentsorgung, das Gesundheitssystem, ein System für existenzsichernde Renten und Pensionen, und Sozialhilfe, letztere gerne auch mit einem System der Unterstützung von Arbeitslosen.
Ohne Privatisierung der "Post" wären heute noch alle Netze in deren Besitz: Sowohl bei Festnetz (inkl. "Kabel"), als auch bei sog. Mobilfunknetzen. Endgeräte wären auch noch exklusiv über die "Post" zu beziehen. Verbindungen im Minutentakt zu bezahlen.
In diese Vergangenheit möchte ich nicht zurück!
Fazit: Pauschale Regelungen bringen uns ins Mittelalter zurück!

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hpkeul 21.05.2018, 12:47
36. Als überzeugter Marktliberaler

Weiss ich, dass die reine Lehre nicht immer funktioniert. Und es sollte so sein, wie es jetzt dort passiert. Das Gemeinwesen ist gefragt, wenn der Markt ein Problem nicht löst. Warum auch immer. Vor allem dann, wenn wie hier eine notwendige Bahnstrecke aufrechterhalten werden muss. In den meisten Fällen ist der Markt leistungsfähiger als der Staat. Aber es ist keine Sünde wider den Markt, wenn der Staat hier und da tätig wird.

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Patrik74 21.05.2018, 12:49
37. @14 Eile mit Weile

Es ist halt deutsche Mentalität einer verlorenen Sache in Nibelungentreue anzuhängen, selbst wenn es objektiv keine Aussicht auf Erfolg mehr gibt - das gilt für den Neoliberalismus wie für Verbrennungsmotoren oder Weltkriege. Zur deutschen Mentalität gehört auch einen gartenzwergenhafte Borniertheit, die einen Fakten abstreiten lässt, die anderswo schon zigfach bewiesen bzw. widerlegt wurden. Hinzukommt, kommt ein unerträgliches Sendungsbewusstsein, dass sich aufgrund erlebter historischer Rückschläge nur noch verhalten Bahn bricht, dafür aber umso ätzender, Stichwort: Austeritätspolitik

Diese Mentalität führt dazu, dass Deutschland anderen Kulturkreisen immer um 2 Jahrzehnte hinterhertrottet, und sich dabei aber komischerweise immer an der Spitze des Fortschritts fühlt, weil es überkommenes Denken zu 110% vertritt - bis zum vermeintlichen Endsieg halt, der regelmäßig ausbleibt...

Wenn sich das UK wieder bewusst wird, dass es sein Empire seinerzeit nicht auf der Basis privater Unternehmen, sondern mittels einer effizienten Verwaltung gebaut hat, und in Folge den Irrweg der Privatisierung aufgibt, wird es hierzulande noch eine Generation dauern, bis man - alle Fehler bis in die letzte Konsequenz stur wiederholend - auch erkennen wird, dass man wohl auf dem Holzweg war. Volk der Dichter und Denker, das war einmal.

Wie sagte Obiwan Kenobi: „Wer ist der größere Tor - der Tor, oder der, der ihm folgt?“

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srinivasa.r.aiyangar 21.05.2018, 12:49
38.

Das konnte doch niemand ahnen, dass die Anteilseigner nach einer Privatisierung eine möglicht hohe Rendite erwarten würden, deren Entnahme dann an anderer Stelle bei Reinvestitionen für Instandhaltung, Wartung, Modernisierung etc. fehlen würde.

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mimas101 21.05.2018, 12:50
39.

Zitat von kluch
zeigen, was passiert wenn ein Unternehmen behördenartig arbeitet und nur unkündbare Mitarbeiter hat. Privatisierungen müssen gute Rahmenbedinungen gesetzt werden. Die Aussschreibungsregeln müssen stimmen und der Staat muss für die ausgeschriebenen Strecken angemessen bezahlen. Sonst passiert halt sowas wie in GB, wo der Staat vermutlich zu lasch bei den Regeln der Ausschreibung war und zu wenig vergütet. Daher auch die hohen Ticketpreise.
Nicht ganz richtig. Die öffentliche Hand hat die Möglichkeit für die Errichtung von Eigenbetrieben die rein nach betriebswirtschaftlichen Aspekten arbeiten aber dafür ggfls. bezuschußt werden (Gewinne gehen dann wieder an die öffentliche Hand).
Man könnte es als eine Art gGmbH ansehen.
Es spräche also nix dagegen die DB in Form eines selbständigen Eigenbetriebs des Bundes weiterzuführen (der Bund will aber die DB über die Börsen verkaufen weil er Geld braucht).

Im zweiten Absatz könnte man herauslesen das die Gewinne zwar an die Privatunternehmen gehen aber die Verluste der Steuerzahler bezahlen darf. Na, klingt nicht so dolle ;)

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