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Brückeneinsturz in Genua: Kaputtgespart
DPA

Selten wurde so dramatisch an der Erneuerung öffentlicher Substanz gespart wie zuletzt im Euroraum - und dort nirgendwo so viel wie in Italien. Auch diese Tatsache gehört auf die Liste möglicher Gründe für die Genua-Tragödie.

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KlausMeucht 18.08.2018, 14:47
250. Dies stimmt leider nicht

Zitat von realist4
Niemand kann auf Dauer mehr Geld ausgeben als er einnimmt.
Dann befassen sie sich mal damit wie Geld entsteht, und was die Rolle von Zentralbanken ist.

Geld ist kein knappes Gut. Wir haben sogar sowohl in Deutschland, als auch welltweit das Problem zu viel Geld zu haben. Ok. Ich muss mich korrigieren. Wenn man auch Schulden mit einbezieht so ist die Summe alles Geldes weltweit genau 0.

I.a. kann ein Staat Geld drucken so viel er will. Er wird dadurch aber nicht reicher, genauso wie er durch Schulden (in eigener Währung) nicht ärmer wird.

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amwald 18.08.2018, 14:50
251. ja, ja Italien ist der Musterknabe

Zitat von giostamm11
ist ja nicht das gleiche. Die 3% Defizitregel der Neuverschuldung wird von Italien seit der Euroeinführung eingehalten. Die Verschuldungsquote von 60% wurde nie eingehalten, so eie von Deutschland auch NIE. Es gibt keine wissenschaftlich bestimmte Höchstverschuldung. Italien kam allen Verpflichtungen immer nach und konnte seine Schulden immer bedienen. Das Draghi Italiener ist stimmt, dass allerdings die Hetkunft in der Politik Draghis eine Rolle spielt ist eine chauvinistische und bösartige Behauptung. Drehen sie die Herkunft um, dann wird sehr schnell ein Schuh draus den Deutsche gar nicht gerne hören....abgesehen davon hat Deutschland seit Staatsgründung die mit Abstand schlechteste Finanzperformance europas hingelegt. 5 Währungen, 3 wirtschaftliche Totalcrashs.....aber wie gesagt.....deutsche Schulen sind offensichtlich noch schlechter als ihr Ruf...
Staatsverschuldung Stand Q! 2018
D = 62,9%, I = 133,4 %
daraus folgendes Kredit-Rating aller namhaften Agenturen
D = AAA, und zwar durchgängig, I = zwischen BBB und bei einigem goodwill BB+, insgesamt ziemlich exakt auf gleichm Level wie P

und die 1:1000 ährungsreform von 1987 brauchen Sie uns auch nicht zu verheimlichen, verursacht durch jahrzehntelanges dahin wursteln mit hohen Inflationsraten

Ich war heuer in der letzten Aprilwoche auf Busreise in bella Italia. Fährt man von den durchwegs sich in gutem bis sehr gutem Zustand befindlichen Maut-Autobahnen runter, findet man sich auf den Landstraßen auf dem Niveau der DDR vor deren Untergang wieder - die autonome Provinz Südtirol mal positiv ausgenommen. Geld müsste doch da sein, denn die Autobahnen kosten den Staat ja nichts mehr, bzw. waren sie von Anfang an nur gegen Maut zu benutzen.

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brasshead 18.08.2018, 14:51
252.

Zitat von marcaurel1957
Sicher gibt es NICHT endlos viel Geld und es macht keinen Sinn, bei der Budgetaufstellung irgendeinen Bereich zu ignorieren. Entweder passt man die Einnahmen an oder kürzt die Ausgaben. Wenn einen Brücke gebraucht wird, muss man eben woanders kürzen
Doch, genau das gibt es. Seit der Auflösung von Bretton-Woods in den 70ern ist Geld in nahezu allen entwickelten Volkswirtschaften ganz praktisch keine begrenzte Ressource mehr, jedenfalls aus gesamtgesellschaftlicher Sicht. Ganz einfach weil Staaten das Währungsmonopol haben und Geld in nichts mehr umtauschen und mit nichts mehr unterlegen müssen. Sie können jederzeit beliebig viel Geld gegen Verbindlichkeit bei ihrer Zentralbank, also bei sich selbst, erzeugen.

Was Sie hier als Selbstverständlichkeit beschreiben, gilt für Währungsnehmer, nicht für Währungsemittenten. Insofern ist, technisch gesehen, das Staatsbudget in keiner Weise vergleichbar mit einem Privathaushalts- oder Unternehmensbudget. Hier ist nämlich schlicht und ergreifend [b]immer[/i] Geld da. Darum ist die Verwendung des Begriffs "Budget" bei solchen Staaten auch letztlich nicht treffend. Ein "Budget" ergibt sich nur im Nachhinein, durch Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben, nicht aber im Vorhinein, im Sinne von Einnahmebeschränkungen.

Das Ganze gilt natürlich nur, wenn man seine Währungssouveränität nicht an eine fremde oder supranationale Zentralbank abgegeben hat. Dann ist man (die Gesellschaft) eben gekniffen und zum Währungsnehmer degradiert. So ähnlich wie ein Bundesstaat oder eine Kolonie.

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jj.ll. 18.08.2018, 15:15
253. @giostamm

Zitat von giostamm11
was haben die ital. Staatsschulden damit zu tun? Nichts. Und wie alle wissen. Deutschland ist absolut kein leuchtendes Beispiel. Weder in Korruption, Geldwäsche, organisierter Kriminalität. Ganz zu schweigen von den katastrophalen Bauprojekten und Werke. Das Krisenmanagement ist unter jedem Hund wie letztes Jahr gesehen in Rastatt. dilettantisch, arrogant und unfähig. Im Infrastrukturvergleich liegt es auf Niveau Italien, mit einer HG die das Wort nicht verdient. Der letzte Verkehrsproklamationsminister war bestimmt der schlechteste des Kontinents seit WW2 und korrupt bis aufs Mark. Ob italiens Autobahnen teuer sind oder nicht ist irrelevant....Deutsche Autobahnen und die HG sind ja nicht mal eingezäunt....Tiere auf der Fahrbahn und ICE der Schafherden rammt.....ein positives Beispiel? Bestimmt nicht.....nur ein selbstgefälliges lautes Volk mit seichter Substanz...aber in einem absolute Weltklasse......moralisierendes despektierliches Fingerzeigen auf andere.....schon mal überlegt warum der Beliebtheitsgrad in Europa so schlecht ist?
Ich wiederhole: 7 cent pro km fuer die Autobahn, die hoechsten Spritpreise von Europa (mit wenigen Ausnahmen), die hoechste Jugendarbeitslosigkeit (ausser Griechenland), und dafuer Nervenkitzel gratis wenn man ueber eine Bruecke faehrt.
Touristen, die ihr nach Rimini oder sonst irgendwo hinfaehrt, seht euch die Bruecken von unten an! Oben hui unten pfui, wie es schon Goehte (sinngemaess) formulierte. Ja und ausserdem sind die Autobahnen eingezaeunt.

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jj.ll. 18.08.2018, 15:19
254. @giostamm

Man braucht nur animali in autostrada googlen und dann sieht man wieviele Loecher der Zaun hat, der die Tiere davon abhalten soll auf die Autobahn zu laufen. Ausserdem werden wohl in keinem Land so viele Haustiere ausgesetzt wie in Italien (buerokratische Besonderheit).

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nic 18.08.2018, 15:40
255. öffentliche Ausgaben zu kürzen

Die Brücke befindet sich im Privatbesitz und hat den Eignern sicher Abermillionen an Rendite erbracht. Sollte für die Gewährleistung dieser Rendite jetzt auch noch der Staat (so wie in Deutschland) einspringen oder wo ist der Zusammenhang mit "öffentlichen Ausgabenkürzung?

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Volker Zorn 18.08.2018, 16:15
256. Privat oder öffentlich - das ist doch nicht die Frage

Ob die Wartung der Infrastruktur an Privatunternehmen vergeben wird oder nicht, spielt doch überhaupt keine Rolle. Verantwortlich für die Qualität der erbrachten Leistung ist letztlich der Staat. Wenn man nun Aufträge an Billigheimer oder an gute Freunde des Ministers vergibt, dann kann es natürlich sein, daß es mit der Qualität nicht allzu weit her ist. Am Geld jedenfalls kann es in Italien eigentlich nicht liegen. Zusätzlich zu absurd hohen Kraftstoffsteuern ist hier ja eine saftige Autobahnmaut fällig. Wahrscheinlich sind diese Gelder - ähnlich wie bei uns - für alles mögliche verwendet worden, nur nicht für die Verkehrsinfrastruktur. Warum da jetzt Brüssel oder "die EU" aushelfen soll, erschließt sich mir nicht.

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forza_del_destino 18.08.2018, 17:15
257. Es gibt einen Staatshaushalt nach dem die Mittel verteilt werden

Zitat von brasshead
Nun sagt Fricke aber lediglich, man müsste die Sparmaßnahmen vernünftigerweise als Ursache wenigstens in Betracht ziehen, um hier oder dortzulande sicherzustellen, dass sich ähnliche Katastrophen in Zukunft verhindert werden können. Dass der Gedanke nun auch nicht einfach aus der Luft gegriffen ist, belegt er völlig hinreichend mit dem Stand und Verlauf der Nettoinvestitionen unterschiedlicher Länder, also dem Unterhalt, der dort für die öffentliche Infrastruktur aufgewendet wird.
"Vernünftigerweise" kann man zwischen den Staatseinnahmen und Staatsausgaben und dem Einsturz einer Brücke auf einer Privatstraße keinen Zusammenhang herstellen. "Vernünftigerweise" wären nicht die Sparmaßnahmen, sondern allenfalls der Staatshaushalt als Ursache in Betracht ziehen.
Aus Stand und Verlauf von Nettoinvestitionen in Infrastruktur auf die künftige Möglichkeit ähnlicher Katastrophen zu schließen, ist nicht nur vollkommen aus der Luft gegriffen, sondern intellektuell blamabel. Man sollte halt mal nachdenken, was alles zur Infrastruktur zählt.

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materialist 18.08.2018, 17:25
258. Unsinn mit Beilage

Wenn ein Privatunternehmen bei der Wartung und Überprüfung der Brücke spart und schludert um mehr Profit zu machen,dann ist für den Einsturz der Brücke einzig und allein Profitgier und niemals die EU verantwortlich.Das sage ich obwohl ich die EU überhaupt nicht leiden kann.

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tmayer 18.08.2018, 17:48
259. Totgespart.....hääää???

Deutschland ist mit 1,3 Bilionen Euro verschuldet, Italien mit 120 % des Bruttoinlandsproduktes. Dass also in der Vergangenheit zu viel gespart, wurde, kann man definitiv nicht sagen. Das Geld wurde häufig für sinnlose Wahlgeschenke (Rente mit 63) ausgegeben. Der Sozialetat macht 50% des gesamten Etats in Deutschland aus. Ist das Geld nicht besser in Bildung/Forschung und Infrastruktur aufgehofen? Dadurch entstehen Arbeitsplätze und wir bräuchten diesen immens hohen Sozialetat gar nicht mehr.

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