Forum: Wirtschaft
Brückeneinsturz in Genua: Kaputtgespart
DPA

Selten wurde so dramatisch an der Erneuerung öffentlicher Substanz gespart wie zuletzt im Euroraum - und dort nirgendwo so viel wie in Italien. Auch diese Tatsache gehört auf die Liste möglicher Gründe für die Genua-Tragödie.

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Braveheart Jr. 17.08.2018, 12:46
20. Wenn die öffentliche Hand ...

... Schulen, Brücken, und andere Infrastruktur verkommen läßt, dann nimmt sie wissentlich in Kauf, daß die ihr anvertrauten Bürger an Leib und Leben gefährdet werden. Eigentlich dürfte kein Politiker mehr ruhig schlafen, weil die Realität voll krass mit seinem Amtseid kollidiert. Aber Politikereide sind halt nicht justitiabel ... und die Bürger sind die Dummen!

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f_eu 17.08.2018, 12:48
21.

Zitat von vrdeutschland
Die Brücke wurde von einem privaten Unternehmen betrieben. Was hätten dort die Aufstockung der öffentlichen Mittel bewirkt ?
Richtig.

Fakt ist aber, dass das private Vermögen weniger in Italien, jenes der entsprechenden Deutschen übersteigt.

Da liegt der Hund begraben. Erforderliche Infrastruktur gehört in die Hände des Staates. Das muss man für Deutschland den Leuten bei der CDU und CSU klar machen die immer noch die Mär von der Privatisierung verkünden.

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Rassek 17.08.2018, 12:51
22. Wenig

bis nichts ist bisher durch die Privatisierung zum Guten gekommen: Post..Bahn.. Altenpflege..Toll Collect. In Italien war genug Geld zum Renovieren vorhanden: Es wurde nur nicht genutzt. Wenn erst Rendite zählt ( und da war der Betreiber der Autobahnen vorbildlich) wird die Kuh gemolken bis sie zusammenbricht. Der Markt, dieses heilge Wesen, regelt nun mal erst in seinem Sinn: Dieser heisst Profit.

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ganzeinfach 17.08.2018, 12:51
23. Herr Fricke - stimme zu - bei fast Allem

Nur Ihr: "die nächste Katastrophe noch zu verhindern" wird wohl überrollt, "denn dazwischen kommen noch drei oder mehr Katastrophen". DAS Szenario, weil die Mittel bis zur Verhinderung eh nicht vorhanden sind. Dito Deutschland. ganzeinfach

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carahyba 17.08.2018, 12:52
24. Öffentliche Infrastruktur und Private

Zitat von vrdeutschland
Die Brücke wurde von einem privaten Unternehmen betrieben. Was hätten dort die Aufstockung der öffentlichen Mittel bewirkt ?
Da der Staat diese Investitionen einspart, vergibt er über PPP oder Konzessionen diese Aufgaben an Private. Diese verdienen sich Risikolos eine goldene Nase an den öffentlichen Infrastrukturen, wie das überall geschieht, denn die Risiken bleiben beim Staat. Der Bürger zahlt das sowieso entweder als Steuerzahler oder als Nutzer.

Aber wie man sieht, Beispiele in Portugal, muss der Staat nun nachträglich hohe Kosten übernehmen, auch in Deutschland gibt es solche Fälle.

Und die Untersuchungen zu den Falschabrechnungen der LKW-Maut werden verhindert oder verzögert und durch die Medien klein geredet.

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kraus.roland 17.08.2018, 12:52
25. Auch neutrale Information..

..kann skandalös sein! Was hat die Sanierung öffentlicher Haushalte und der resultierende Sparzwang mit dem Geiz einer privaten und profitorientierten Betreibergesellschaft von Infrastruktur zu tun???
Nicht nur der Profit, auch die Kosten und Pflichten gehören denen und nicht dem Staat. Bitte hört auf mit dem Geschwurbel, dem Nährboden eines unerträglichen Schwindels. Die Vermischung von Zuständigkeiten, Verantwortung und Lasten, die ausnahmslos allen Privatisierungsprojekten von öffentlicher Infrastruktur anhaftet, ist ein Halunkenstück zu lasten der Bürger. Es gibt kein wirtschaftliches, oder moralisches Argument dafür. Ausser der Profitsucht einer Minderheit! Am dicken Ende sind wir Alle die zahlenden Leidtragenden. Und wir zahlen unendlich viel mehr als mit kompetenten und gepflegten öffentlichen Händen! Das kann man - wenn's nicht trickreich verhindert wird - recht gut nachrechnen. Wenn Infrastruktur verkommt, sind die Verantwortlichen sehr leicht und genau auszumachen. Mit etwas Anstand und kameralistischer Ehrlichkeit geht das sogar! Daran fehlt's, auch bei uns!

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mono-lith 17.08.2018, 12:52
26. Interessant ...

Aber trotzdem leider nicht konsequent zu Ende analysiert. Zum einen eignet sich die Genua-Brücke schlecht, um es als Beispiel für durch Investitionsstau nicht adäquat instand gehaltene Infrastruktur heranzuziehen, da es ja gerade ein privater Betreiber war und nicht die öffentliche Hand. Der private Betreiber hat wie jedes andere Unternehmen Einnahmen und Ausgaben und unterliegt mindestens nicht direkt den angegebenen Beschränkungen von Haushaltsausgaben von Staaten, ansonsten würde man bei Fehlinvestitionen von z. B. ThyssenKrupp ja auch sagen müssen: Kann das Unternehmen nichts dafür, waren die Einschränkungen durch den Finanzminister.
Darüber hinaus mag das für öffentliche Infrastruktur schon zutreffen, nur fragt man sich dann konsequent zu Ende, wer hat denn dann damals, als die Investitionen höher als die Abschreibungen waren, in den (ggfs. sinnfreien Flughafen) und nicht in die Modernisierung von maroden Brücken investiert. Antwort: Regionale Politiker und mitnichten die EU oder ein deutscher Finanzminister. Und warum ? Weil Bilder von der Eröffnung eines neuen Flughafens, Schule, Straße etc immer besser und populärer für diejenigen sind, die das Eröffnungsband durchschneiden, als wenn was repariert wird. Trifft insbesondere vor Wahlen zu. Hand aufs Herz: würde vermutlich jeder der selbst Politiker wäre und gern in seinem Job verbleiben will auch so machen.

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icheb66 17.08.2018, 12:54
27. Ursache und Wirkung

Zitat von hannesmann
Offensichtlich ist Herr Fricke mit den zugrunde liegenden Tatsachen nicht vertraut. Die Brücke befindet sich nicht im Besitz der italienischen Staates sondern eines privaten Unternehmens. Dort wurden wohl die Mauteinnahmen eher für Ausschüttungen einer Dividende als für Investitionen verwendet. Versagt hat hier der italienische Staat wohl eher bei der Aufsicht. An der Sparpolitik, von der Italien allerdings weit entfernt ist, kann es wohl nicht gelegen haben. Aber die Realitäten passen eher nicht ins Weltbild des Herrn Fricke. Ehe man in Italien immer neue Schulden macht, wäre es wohl angebracht die Schattenwirtschaft, das Versickern von Geldern bei der Mafia und eine ineffektive Verwaltung zu bekämpfen.
Sehr schlau argumentiert; aber es ist gerade der Tatsache geschuldet, dass sich der Staat dieser Aufgabe entledigen will, die Infrastruktur zu erhalten und weiterzuentwickeln. Deshalb schiebt man die Verantwortung privaten Betreibern zu, die natürlich nur aufs Geld schauen. Aus meiner Sicht sollte man es verbieten, alles was zur öffentlichen Infratsruktur gehört, zu privatisieren. Letzten Endes ist das Volksvermögen, das mit Steuermitteln finanziert wurde und dann an den meistbietenden verschachert wird. Das ist ein absolutes NoGo.

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lachina 17.08.2018, 12:56
28. Natürlich hat es miteinander zu tun....

Kaputtsparen und alles Privatisieren....das sind zwei Seiten der selben Medaille, auch wenn die Brücke von einem privaten Betreiber betrieben wurde , ist die Frage doch, warum solche Daseinsfürsorge wie Verkehrswege nicht in der öffentlichen Hand liegen?

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carahyba 17.08.2018, 12:57
29.

Zitat von sandiro
Es besteht ja der funken einer Möglichkeit dass jetzt in Deutschland endlich in Schulen und Lehrkörper investiert wird. Aber seien wir trotzdem nicht zu euphorisch, was 10 Jahre vernachlässigt wurde kann nicht bis heute in einem Jahr aufgeholt werden. Also weiter leiden und möglichst bald in den Ruhestand gehen.
Nicht 10 Jahre, die von Fricke gezeigte Kurve geht mehr als 20 Jahre zurück wo in Deutschland kaum was in die öffentliche Infrastruktur investiert wurde, aber grosse Kapitalkonglomerate mit Verträgen fett gemacht wurden wie bei der LKW-Maut.

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