Forum: Wirtschaft
Buchhaltung überfordert: Deutsche Bahn zahlt Rechnungen zu spät - Millionenschaden
REUTERS

Bei der Deutschen Bahn haben nicht nur Züge Verspätung. Bei dem Staatskonzern stauten sich nach SPIEGEL-Informationen monatelang Zehntausende Rechnungen. Der Schaden geht in die Millionen.

Seite 1 von 5
kinzigriver 08.01.2018, 12:54
1. Warum werden den nicht mal Konsequenzen gezogen?

10 Mrd € hat die Neubaustrecke Nürnberg - Berlin gekostet - die Züge fahren nicht oder fahren verspätet. Der Nahverkehr hat eine 10-Minuten-Verspätungs-Garantie eingeführt - kostet in manchen Verkehrsverbünden bis zu 500.000 € pro Halbjahr, Stuttgart21 wird teurer und teuret, neue ICE-Wagen wackeln und sind fahruntüchtig - und jetzt Millionenverluste bei nicht verbuchten Rechnungen - durch entgangene Skontobeträge - aber hat man einmal gehört, ein Verantwortlicher für dieses Chaos muss mal seinen Platz räumen - und das nicht mit Fortzahlung seiner Bezüge, sondern mal ohne weitere Zahlungen. Nein, es werden ständig neue Manager eingestellt und wichtige Positionen nach Parteibuch besetzt. Ein unfassbarer und unhaltbarer Zustand.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
joejoejoe 08.01.2018, 12:56
2. Die Bundesbahn kriegt nichts geregelt!

Ich bin sicher, dass die 'Vorstände der Bahn ihre Millionengehälter stets pünktlich auf dem Konto haben. Alles andere scheint sie ja weniger zu interessieren, oder sie sind komplett unfähig.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ehemalige Politiker jetzt diese sehr hohen Gehälter beziehen und aus lauter Freude darüber gar nicht wissen, was ihre Aufgabe bei der Bahn ist.
Der Fisch stinkt vom Kopf her!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sibylle1969 08.01.2018, 12:59
3.

Es gibt zahlreiche Softwarelösungen zur Automatisierung der Kreditorenbuchhaltung, die die manuelle Erfassung, Prüfung und Zahlung von Rechnungen deutlich verringern. Papier wird gescannt, mittels einer OCR-Capture-Lösung ausgelesen, fachlich geprüft, und wenn alles richtig ist, automatisch die Zahlung ausgelöst. Nur fehlerbehaftete Rechnungen müssen von einem Mitarbeiter geprüft werden, zb Rechnung für OCR zu unleserlich, unbekannter Lieferant, Rechnung stimmt nicht mit Bestellung oder Lieferschein überein oder UST falsch ausgewiesen. Mich würde interessieren, welche Softwarelösung die Bahn für die Automatisierung der Kreditorenbuchhaltung einsetzt. Dass gar keine solche Lösung im Einsatz ist, kann ich mir im Jahr 2018 nicht mehr vorstellen. Ich habe bis 2017 selbst bei einer Firma gearbeitet, die unter anderem eine solche Software verkauft. Bei großen Konzernen konnte man schon 2016 kaum noch landen, weil die alle schon Lösungen dafür hatte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Frette 08.01.2018, 12:59
4. Nicht nur die Deutsche Bahn ...

.. auch andere große Deutsche Unternehmen - wie zum Beispiel auch die Allianz Krankenversicherung- sind nicht ausreichend in der Lage organisatorische Änderungen zu Bewältigen. Darüber hinaus ist es jetzt Mode "Service-Dienstleistungen" in Billiglohnländer zu verlagern um so kräftig Verwaltungskosten einzusparen, was dann oft zu Lasten der Qualität geht.
Da haben die üppig bezahlten Topmanager wohl nicht so richtig den Blick für Ihre Verantwortung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
oikosnomos 08.01.2018, 13:02
5. Regress?

Skontoversäumnis ist ein klassischer Regressfall im öffentlichen Dienst. Jeder Berufsanfänger weiß, dass er für diese Versäumnis privat in die Haftung gehen muss.Wäre die Bahn nicht (formal) privatisiert, bekämen die Vorstände nun eine dicke Rechnung. Bei der Bahn AG gelten aber andere Gesetze: höhere Gehälter - weniger Verantwortung!
Im Übrigen zahlt die Bahn nicht nur zu spät, sondern bucht auch Zahlungen ihrer Kunden falsch: Ich musste ein ganzes Jahr mit der Bahn verhandeln, um meine längst bezahlte Bahncard nicht ein zweites Mal bezahlen zu müssen. Statt einer Entschuldigung für die Schlamperei bekam ich ein Schreiben eines Inkasso-Büros.
Schlamperei scheint das neue Image der Bahn zu sein!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jan.22301 08.01.2018, 13:07
6. Millionenschaden

Ein Millionenschaden? Kein Problem. Nein, keine Fahrpreiserhöhung. Boni-Streichung für den Vorstand der Deutsche Bahn AG und die Geschäftsführer der Töchter! Und schon ist der Schaden fix kompensiert. Von denen, die verantwortlich sind. Dann wird den abgehalfterten Politikern, die sich im DB-Konzern versorgen lassen, auch bald die Lust vergehen. Und sie lernen mal das reale Leben kennen, wo es Folgen hat, wenn man Fehler macht. Wenn alles sehr gut läuft, dann gibt es einen "Rückmeldungseffekt" an die aktuellen Politiker. Wenn die dann etwas qualitätvollere Arbeit leisten würden, könnte es helfen, manchen Schaden zu vermeiden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rainer_daeschler 08.01.2018, 13:12
7. Hamsterrad der Unternehmensführung

"Um das alles besser zusammenzuführen, beschloss der Bahn-Vorstand 2013, die Buchhaltung für den Weltkonzern an drei Standorten zu bündeln."

Da hat sich sicher eine bekannte Unternehmensberatung an dieser Eingebung dumm und dämlich verdient. Die nächste (oder auch die selbe) wird sich in wenigen Jahren an der Entflechtung wieder dumm und dämlich verdienen, und dann diese Idee in einigen Jahren zur Wiedervorlage bringen, um die Buchhaltung auf neue zu bündeln. .... und sich wieder dumm und dämlich verdienen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
derhey 08.01.2018, 13:25
8. Der Betrieb

ist einfach kaputt, dank Mehdorn & Konsorten. Der Fisch stinkt vom Kopfe her.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
diderot_2013 08.01.2018, 13:25
9. Buchhaltung klingt zwar langweilig,

aber vielleicht sollten angehende Wirtschaftsjournalisten auch mal ein Praktikum im Rechnungswesen gemacht haben. Mit ein wenig Erfahrung würden zwei Aspekte in dem Artikel wahrscheinlich anders dargestellt. 1) Wenn in einem Konzern dauerhaft Rechnungen zu spät bezahlt werden, dann liegt das in der Regel nicht daran, dass das Buchhaltungszentrum zu langsam arbeitet. Das kann zwar auch sein, wenn zu wenige Buchhalter angestellt sind. Aber in der Regel ist das ein Problem der Konzernstruktur. Der Weg der Rechnungen vom Rechnungsempfänger bis zum Buchhaltungszentrum ist einfach länger als in einem Kleinunternehmen. Dann kommen die Rechnungen erst nach der Skontofrist oder gar nach der Fälligkeit im Buchhaltungszentrum an. 2) Bei einem Riesenkonzern wie der DB müssen verspätete Zahlungen nicht unbedingt zu Skontoverlusten führen. Es ist nicht unüblich, dass große Unternehmen auch nach der Frist Skonto ziehen, in der begründeten Annahme, dass nur sehr wenige Vertragspartner unberechtigt abgezogene Skonti nachfordern. Man müsste also erst einmal hinterfragen, ob es sich bei den Angaben um lediglich errechnete Skontoverluste oder um tatsächliche Skontoverluste handelt. Viel interessanter wären die Verluste bei den Vertragspartnern, die durch die verspäteten Zahlungen Liquiditätsprobleme bekommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 5