Forum: Wirtschaft
Bürgerrechte vs. Sicherheit: Wie viele Menschenleben darf die Freiheit kosten?
DPA

Wie umfassend darf der Staat seine Bürger überwachen, um Terroranschläge zu verhindern? Für Innenminister Friedrich ist Sicherheit ein "Supergrundrecht". Doch der Staat stellt individuelle Freiheitsrechte oft über den Schutz von Menschenleben - die Liste reicht von Organspende bis Tempolimit.

Seite 1 von 26
angularm 18.07.2013, 15:39
1. Endlich

Hier wird das thema mal von der richtigen Seite angefasst. In Deutschland gab es in den letzten 20 Jahren mehr Opfer durch Blitzeinschläge als durch Terroranschläge.

Da fragt man sich doch, wie das weitreichende Ausspionieren der Bürger, das noch dazu eine zweifelhafte Erfolgsquote bei der Verhinderung von Terroranschlägen hat, gerechtfertigt werrden kann. Rein rational ist das nicht erklärbar, der Staat appelliert an die Paranoia der Bürger, um sich immer neue Befugnisse zu verschaffen. Der Bürger soll für den Staat möglichst transparent sein, während der Staat dem Bürger nicht einmal Einblick in ganz grundlegende Zusammenhänge geben will, unter dem Vorwand der Sicherheit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
diedenker 18.07.2013, 15:41
2. Die Freiheit ist die Mutter der Ordnung, nicht umgekehrt!

Mit der Freiheit (Fehler zu machen) stirbt auch unsere Menschlichkeit. Checklisten im OP zähle ich nicht dazu, sowas kann sicher sinnvoll sein. Ein Tempolimit sollte man nicht generell mit Freiheitsentzug gleichsetzen, aber die staatliche Bevormundung in jedem Bereich unserer Gesellschaft wird unerträglich. Hier sind wir auf dem Weg in eine unfreie aber dafür ordentliche Gesellschaft? Nur aus gesunden Individuen kann sich eine starke Gemeinschaft bilden, alles andere endet in der (Welt)Diktatur.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hl007 18.07.2013, 15:43
3. Freiheit kostet leben. So wie das Leben selbst.

Freiheit bedeutet letztlich auch den Missbrauch derselben. Aber dies lässt sich nicht verhindern, es sei denn man schafft die Freiheit ab.
Und die Grenzen der Freiheit sind klar definierbar. In Deutschland sind diese in der Verfassung verankert. Es gibbt Grundrechte, die nicht oder nur unter strengen Vorgaben angetastet werden dürfen. Und das ist gut so!

Wer etwas anderes möchte, dem empfehle ich Nordkorea. Dort sind Terroranschläge ebenso unbekannt wie Grundrechte.
Aber wer die unglaubliche Vorschriftenwut der letzten 30 sieht, der kann verstehen, weshalb die Menschen vor annähernd 80 Jahren den Nazis folgten. Immer schön alles regulieren, verbieten und die Unfolgsamen wegsprerren. In der DDR war ja nicht alles schlecht - vorsicht Erotik, oder Ironie?!)

Deshalb gilt dieses Zitat wohl auch für den amerikanischen Preisträger des schwedischen Comedypreises: "„Ich liebe – Ich liebe doch alle – alle Menschen – Na ich liebe doch – Ich setze mich doch dafür ein.“

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Furiosus 18.07.2013, 15:43
4. optional

Der Jungliberale hat Recht. Die einzige wirklich effektive Waffe, die Terroristen haben, ist Angst. De facto können sie uns ansonsten nicht schaden. Daher sollten wir sie einfach ignorieren. Wenn ab und zu eine Bombe hochgeht, ja mei. Freiheit hat nunmal ihren Preis. Feiglinge haben jedenfalls noch nie lange in Freiheit leben können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tailspin 18.07.2013, 15:44
5. Ich nehme noch Belehrungen an

Zitat von sysop
Wie umfassend darf der Staat seine Bürger überwachen, um Terroranschläge zu verhindern? Für Innenminister Friedrich ist Sicherheit ein "Supergrundrecht". Doch der Staat stellt individuelle Freiheitsrechte oft über den Schutz von Menschenleben - die Liste reicht von Organspende bis Tempolimit.
Ich bin kein Dr. jur. wie der Herr Friederich.
Aber von einem Super-Grundrecht auf Sicherheit ausser gegen Staatswillkuer habe ich noch nie etwas gehoert. Ich vermute, der Herr Friederich erlaubt sich hier eine eigenwillige Interpretation des Strafrechts. Genauso wenig wie die Polizei fuer die Verhinderung von Straftaten zustaendig ist (hoechstens zufaellig), sondern fuer die Verfolgung. Um Strafrecht anwenden zu koennen, muss erst mal etwas passiert sein. Prophylaxe gibts nicht, hoechstens Strafandrohung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
svenni1064 18.07.2013, 15:50
6. Freiheit ist mehr als nur ein Grundrecht

Zitat: "Der Chef der Jungen Liberalen, Lasse Becker, ist einer der wenigen Koalitionspolitiker, die das offen kritisieren. Er sagt, in einer Demokratie müsse man "in letzter Konsequenz auch bereit sein, die Gefahr eines Terroranschlags hinzunehmen". Die seien nur auszuschließen, wenn die Bürger auf alle Freiheitsrechte verzichteten. Absolute Sicherheit könne es nicht geben. "Sonst kommt als nächstes die ständige Handy-Ortung und die elektronische Fußfessel für alle Bürger", so Becker."

Wasch mir den Pelz und mach mich nicht nass: die Deutschen würden gerne gar nicht angegriffen werden und trotzdem volle Freiheit haben, und glauben offensichtlich mit dem Zahlen von Steuern könnte man sich dagegen versichern. Hier ist die Währung aber die persönliche Freiheit, in der bezahlt wird. Ob uns der Umrechnungskurs schon bekannt ist? Freiheit ist unbezahlbar!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
observerlbg 18.07.2013, 15:52
7. Hmmm, die ständige Handy-Ortung.

Das wäre doch schon mal einen Maßnahme der absoluten Sicherheit. Und wehe der Accu ist leer. Dann rückt das mobile Einsatzkommando an! Mutti muss ja immer wissen wo jedes einzelne Kind ist ;-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tjivi 18.07.2013, 15:53
8. Respekt Herr Becker!

Das so ganz gegen den politischen Willen öffentlich geäußert. Ich habe es bereits an anderer Stelle geschrieben: Sicherheit gibt es nicht im Leben. Freiheit ist meiner Meinung nach eines der höchsten Güter überhaupt. Die Politiker nutzen jeden relativ kleinen Terroranschlag sowie potentiell zu erwartende Anschläge, um mehr Sicherheit mittels zunehmender Überwachung in der Bevölkerung mehrheitsfähig zu machen. Und das mit Erfolg. Tschüss Demokratie, oder was davon noch übrig ist. "German Angst" macht es möglich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
UnitedEurope 18.07.2013, 15:57
9. Titellos

Richtg und wichtig.

Ich nehme durch mein Leben den Tod billigend in Kauf. Lieber verzichte ich jedoch auf die letzen 2% Sicherheit, wenn ich dafür 80% meiner Freiheiten behalten darf.

Ich muss bis heute am Flughafen Flüssigkeiten abgeben, das ist in Ordnung. Aber wenn jemand ein generelles Tempolimit fordert, soll er öffentlich geteert und gefedert werden ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 26