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Bundesgerichtshof: Kinder müssen für Eltern trotz Kontaktabbruch Unterhalt zahlen
DPA

Der Vater verstieß ihn, 43 Jahre sprachen sie nicht - dennoch muss der Sohn nun einen Teil der Heimkosten zahlen. Der Anspruch auf Elternunterhalt sei trotz Kontaktabbruch nicht verwirkt, entschied nun der Bundesgerichtshof.

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Bin_der_Neue 12.02.2014, 10:31
40. Toll!

Wieder mal erfolgreich die Zeche dem dummen Durchschnittsbürger aufs Auge gedrückt. Der kommt mit immer mieseren Löhnen eh kaum noch über die Runden, soll aber nebenbei gefälligst noch schön Kinder in die Welt setzen, die zufälligerweise auch noch ein klein wenig Geld kosten, bevor sie endgültig flügge sind und dann auch noch horrende Heimkosten der Alten übernehmen? Wissentlich, dass sich währenddessen bald halb Europa aus dem deutschen Sozialsystem bedient? Macht nur weiter so, irgendwann wird es wieder einen geben, der es versteht, die unzufriedenen Massen aufzuwiegeln und zu blenden..

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suppenkoch 12.02.2014, 10:31
41.

Das wird den Staat freuen: selbst wenn sich also die eigenen Eltern nicht um einen gekümmert haben, muss man später für sie zahlen. Man darf sich nicht wundern, wenn in Zukunft immer mehr Jüngere Deutschland den Rücken kehren. Die Belastungen steigen und steigen, gleichzeitig soll man Geld für die eigene Zukunft zurücklegen und die Binnenkonjunktur soll man auch noch fördern. Dass das nicht geht, sollte einem klar sein.

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maturin001 12.02.2014, 10:31
42. ...

Zitat von stammbus
... denn umgekehrt müssen Elternteile auch für ihre Kinder zahlen, wenn diese den Kontakt abbrechen, weil sie vom anderen Elternteil aufgehetzt wurden. Und das passiert tausendfach in Deutschland.
Stimmt das? Solange die Kinder in der Ausbildung sind, müssen die Eltern zahlen, aber was ist im Falle einer Pflegebedürftigkeit des Kindes? Müssen Eltern auch dann ein Heim bezahlen, wenn die Kinder jahrzehntelang den Kontakt nicht wünschten?

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mirau 12.02.2014, 10:32
43. Trauriges Urteil

Als seit 25 Jahren ohne Kontakt zu den"Eltern" lebender kann ich das Urteil nicht nachvollziehen. Wurde damals mit nichts als meinen persönlichen Sachen in zwei Plastiktüten und den Sachen auf meinem Leib von heut auf morgen in mein Schicksal gestossen.Habe in der ersten Wohnung die ersten Tage auf dem nackten Beton geschlafen und habe mir in den folgenden Jahren ohne jede Unterstützung oder Rat mein Leben aufgebaut.Und soll jetzt für solche Leute zahlen? Da fallen mir viele Dinge ein,aber auf keinen Fall von meinem Geld das Heim zahlen

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BIGazzi 12.02.2014, 10:32
44. Recht ist manchmal ungerecht

Ich arbeite im Pflegeheim. Sehr oft ist es so wie man es aus schlechten Filmen kennt, die Kinder schieben die Alten ab. Daher ist es nur richtig, dass sie für einen Teil der Pflege aufkommen. Aber wenn ein Kind unverschuldet keinen Kontakt zu den Eltern hat und keinen Einfluss auf Entscheidungen hat, dann ist es ungerecht. Als erwachsenes Kind muss ich heute meine und die Zähne meiner Familie versichern und da die PV nicht ausreicht, werden jetzt die privaten Zusatzpflegeversicherungen gestärkt. Aber beim Durchschnittsverdiener ist halt irgendwann Ebbe im Geldbeutel. Langfristig werden wir an einer neuen Renten- und Pflegefinanzierung nicht vorbeikommen.

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zeitdiebin 12.02.2014, 10:32
45. Damit entlastet sich der Staat...

...derartige Sozialfälle auf diese Weise "aufzufangen". Aber richtig finde ich es nicht, wenn Kinder für Eltern aufkommen sollen, die sich unzureichend um diese gekümmert haben. Zumal sich Kinder nicht aussuchen können, wer sie gebärt. Dieser Entscheidung ist jedes ausgesetzt mit dem Tag seiner Geburt. Dann hätten die Richter noch weiter denken, indem Eltern in eine Altenpflegekasse einzahlen, die sich nachweislich NICHT um ihr Kind kümmern, damit diese Rabeneltern im Falle einer Pflege vorgesorgt haben! So wäre es für beide Seiten fair.

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morph2k8 12.02.2014, 10:33
46. Mann vergewaltigt Frau...

... und der aus dieser Greueltat entstandene Sohn muss dann später dem Peiniger seiner Mutter das Altenheim bezahlen. Anschließend lachend in die Kreissäge stürzen. Nur mal eins weitergedacht.

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KommenTatort 12.02.2014, 10:33
47. politisch motiviert

Zitat von _stordyr_
Ein Urteil, was sehr gut in die alternde Republik Deutschland passt. Es ist logisch nicht nachvollziehbar und in meinen Augen politisch motiviert. Wenn die Eltern den Kontakt.....
Stimme ihnen zu: Eltern, die ihre gesetzlichen Unterhalts- und Sorgfaltspflichten verletzen sollten ihre Unterhaltsansprüche in gleichem Maße verlieren.
Das Gericht entschied hier jedoch offensichtlich nicht nach vernünftigem Rechtsempfinden sondern nach fiskalpolitischen Gesichtspunkten.

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MediTomSin 12.02.2014, 10:33
48.

Zitat von Dirk Ahlbrecht
Ich finde es erstaunlich, dass der Bundesgerichtshof über derlei Selbstverständlichkeiten befinden muss. Was glauben die Leute eigentlich: Das der Staat für alles zahlt? Der Herr Sohn fährt dann 3 mal im Jahr in Urlaub und der Steuerzahler zahlt für den Herrn Papa?

Klar, das ist so selbstverständlich wie für andere Menschen zu zahlen mit denen man keinen Kontakt hat. Hier geht es nicht um ein normales Verhältnis sondern darum, dass der Vater den Kontakt und damit die Bindung zu seinem Sohn anscheinend abgebrochen hat (Sie fänden es wahrscheinlich auch gerecht, wenn Sie eine Exfrau hätten, deren Heimplatz Sie im Alter alimentieren müssten?)

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voland42 12.02.2014, 10:33
49. Eltern zahlen auch Unterhalt für die Kinder

Dass Eltern auch Unterhalt für Ihre Kinder zahlen müssen stimmt. Dass Kinder so auch für ihre Eltern aufkommen müssen stimmt aber meiner Meinung nach nicht. Eltern, die Kinder in die Welt setzen treffen ein bewusste Entscheidung (wird zumindest vorausgesetzt) und nehmen damit u.a. auch finanzielle Verantwortung auf sich. Damit sind sie verpflichtet (und haben das Recht) für Ihre Kinder aufzukommen bis sie selbstständig sind. Kinder jedoch treffen keine solche Entscheidung und suchen sich ihre Eltern nicht aus. Auf dieser Grundlage können Kinder also nicht verpflichtet werden Unterhalt zu leisten.

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