Forum: Wirtschaft
Bundespräsident: Steinmeier nennt knappen Wohnraum Existenzfrage
Ina Fassbender / DPA

Frank-Walter Steinmeier hat sich in die Debatte über Wohnungsmangel eingeschaltet. Der Bundespräsident findet deutliche Worte für Investoren.

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Paddel2 05.06.2019, 17:41
90. Schwache Worte

Es ist beschämend, wie Politiker diese Themen analysieren. Wo arbeiten denn die genannten Busfahrer, Erzieher und Polizisten? Sie arbeiten fast ausnahmslos im öffentlichen Dienst. Wenn Wohnen also teurer wird und der Staat keinen günstigen Wohnraum schafft, dann muss der Staat seine Mitarbeiter eben besser bezahlen, so wie es ein verantwortungsbewusster privater Arbeitgeber tun würde. Aber es ist mal wieder die immer gleiche linke Leier von bösen Investoren und bösen Konzernen, die zu lesen sind. So kommen wir keinen Schritt weiter.

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dw_63 05.06.2019, 17:45
91. Wohnungsbesitzer meinen....

Zitat von neptun680
scheint es kaum noch zu geben. Was hat sich denn verändert, dass so viele Wohnungsbesitzer meinen, nur noch eine kleine Gruppe Gutverdiener sollten das Recht haben ordentlich zu wohnen. Oder sind es die Ausländer die man nicht haben will und damit gleich, auf Nummer sicher gehend, alle ähnlich sozial Schwachen ausgrenzt. Eigentlich ist es ein extremes moralisches Armutszeugnis, welches sich die Vermieter hier selber ausstellen.
Die Wohnungsbesitzer meinen, ihre Wohnungen nicht defizitär vermieten zu müssen, weil Leute wie Sie der Meinung sind, alle Vermieter sind Halsabschneider, Heuschrecken und Ausbeuter.

Es ist ein Armutszeugnis von Ihnen, pauschalisiert alle in einen Topf zu werfen.

Der Vermieter soll Ihnen eine Wohnung zu einer Miete hinstellen, die ihren Geldbeutel entspricht, sorry, nehmen Sie ihren Geldbeutel und kaufen sich eine Wohnung, ach zu teuer, warum muss der Vermieter die Differenz tragen.

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xafagog 05.06.2019, 17:47
92. Herr Steinmeier und Herr Hartz

Herr Steinmeier war ja als Kanzleramtsminister führend an der Einführung von Hartz IV, Niedriglohnsektor und Minirenten beteiligt, was das Bezahlen der Mieten erschwert, ebenso die massenhafte Privatisierungen von Sozialwohnungen in dieser Zeit wirken sich aus. Gut für ihn dass die Menschen nur die SPD als Partei verantwortlich machen, nicht aber die Protagonisten an den Schalthebeln der Macht.

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omguruji 05.06.2019, 17:50
93. Statik !!

Zitat von fountainebleau
Ich las vor Kurzem, daß die in UK geltenden Baugesetze geändert werden sollen, indem zusätzliche Etagen/Stockwerke auf vorhandene Häuser drauf gebaut werden dürfen, um der Wohnungsnot Herr zu werden. Dazu braucht man kein Bauland. Das heißt also, auf ein zB zweistöckiges Haus darf noch eine oder zwei Etagen draufgesetzt werden. Eine gute Idee, aber wie es hier so ist, werden gute Ideen aus anderen Ländern abgelehnt. Zusätzlich ist man in UK dabei, das Baugesetz so zu ändern, daß schneller gebaut werden kann. Man nennt das Entrümpeln. Ich finde, das hat was.
Kenne ich aus Indien, Nepal (dort bauen sie gleich Neubauten mit schönen Eisenstangen, die oben rausschauen, für spätere zusätzliche Etagen), Ägypten, dort wird teilweise illegal aufgestockt und dann kracht es irgendwann zusammen, da die Statik nicht bedacht wurde...

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Cannonier 05.06.2019, 17:51
94. Wenn Menschenrecht mit Menschenrecht kollidiert

Vielleicht sieht man ja irgendwann ein dass es einen Zielkonflikt zwischen Bevölkerungswachstum (Menschenrecht auf Fortpflanzung) und Wohnraumverfügbarkeit (Menschenrecht auf Wohnen) gibt.

Irgendwann wird auch der letzte Investor enteignet sein, das letzte Spekulationsgrundstück zugebaut, der letzte Acker asphaltiert sein.

Und dann?

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Jörg-Detlef 05.06.2019, 17:55
95. Wir brauchen einen Bundespräsidenten, der ...

... für alle da ist.

Steinmeier: "Wir brauchen Bauherren, die ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen." Jörg-Detlef: "Wir brauchen Politiker, die nicht versuchen, von ihrer Verantwortung abzulenken, indem sie sie anderen zuschieben." Herr Steinmeier scheint es für die Hauptaufgabe seines Amtes zu halten, der Koalition zur Seite zu stehen.

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Hexavalentes Chrom 05.06.2019, 17:58
96. Sirenengesänge des Höchsten

Wir können gut und gerne davon ausgehen, dass das soziale Band zerrissen ist. Sonst wäre der liebliche Gesang aus Bellevue nie ertönt. Nun blickt man auf das, was man angerichtet hat, und singt. Als würde sich dadurch auch nur irgendetwas ändern. Ein goldener Faden aus purer Verantwortung.GAnz sicher. Nutzlos und befreit von jeglicher Scham. Er näht nicht mehr zusammen. Es ist auch dies vorbei.

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fottesfott 05.06.2019, 17:59
97. Es muss mit dieser absurden Symbolpolitik Schluss sein!

Das Recht auf einen Kitaplatz hilft keiner Mutter, die keinen hat. Das Recht auf einen Facharzttermin hilft keinem, der keinen kriegt. Und gegen fehlende Wohnungen hilft keine "Mietpreisbremse" und kein "Grundrecht auf bezahlbaren Wohnraum", sondern schlicht - die älteren unter uns werden es vielleicht noch kennen und erahnen: Wohnungsbau!!
Verkürzung der Baugenehmigungen und Planung. Förderung von gemeinnützigen Genossenschaften. Förderung von Werkswohnungen und staatlich finanzierten Beamtenwohnungen statt Versteuerung als geldwerter Vorteil. Rückführung der Bauvorschriften für derlei Wohnraum (nicht für Luxusappartments) auf den Stand von 1990, Wärmedämmung geht auch später noch. Lange Sozialbindungsfristen, aber mit Fhlbelegungsabgabe. Das ging doch früher auch alles!
Aber früher konnten wir auch mal Flughäfen...

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huz6789 05.06.2019, 18:06
98. zu 14.

Zitat von Nordstadtbewohner
...Eine funktionierende Lösung wäre eher, die Mietpreise marktwirtschaftlich ohne jegliche Regulierung a la "Mietspiegel" usw. freizugeben. Das würde kurzfristig dazu führen, dass die Mieten steigen. Im Gegenzug würde Investoren massiv in den Bau neuer Wohnungen investieren. Das Angebot würde sich erhöhen und langfristig die Mieten senken.
Mal wieder das Märchen vom sich regulierenden Markt. Der gebetsmühlenartig verbreitete Neoliberalen-Katechismus funktioniert hier nicht funktioniert: Denn...
1. Wurden und werden zur Zeit enorm viele Wohnungen gebaut, aber die Preise sinken nicht sondern sie steigen - warum ? Weil...
2. die Nachfrage auf ein auf ewig begrenztes Angebot stößt: Bauland ist nun mal nicht unendlich vermehrbar Und ...
3. der Wohnungssuchende sich in einer Zwangslage befindet und mieten oder kaufen muss. D.h. es gibt gar keine freie Entscheidungsmöglichkeit.
Es gibt keinen realen "Markt", der sich selbst reguliert. Punkt.
Somit sind staatliche Eingriffe für eine begrenzte Ressource, die aber lebensotwendig für ein ganzes Volk ist, in einen wuchernden Markt nicht nur zu rechtfertigen, sondern geradezu Pflicht. Verdienen lässt sich immer noch genug, aber eine Goldgrube ist das halt nicht.

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Vanagas 05.06.2019, 18:20
99. Vielleicht fängt Steini bei sich an

Man könnte denken das im Schloß Bellevue vielleicht noch mehrere Zimmer für wohnungslose Studenten frei wären.

Go ahead, Steini!

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