Forum: Wirtschaft
Bundespräsident: Steinmeier nennt knappen Wohnraum Existenzfrage
Ina Fassbender / DPA

Frank-Walter Steinmeier hat sich in die Debatte über Wohnungsmangel eingeschaltet. Der Bundespräsident findet deutliche Worte für Investoren.

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dw_63 05.06.2019, 18:23
100. Wahre Worte

Zitat von Paddel2
Es ist beschämend, wie Politiker diese Themen analysieren. Wo arbeiten denn die genannten Busfahrer, Erzieher und Polizisten? Sie arbeiten fast ausnahmslos im öffentlichen Dienst. Wenn Wohnen also teurer wird und der Staat keinen günstigen Wohnraum schafft, dann muss der Staat seine Mitarbeiter eben besser bezahlen, so wie es ein verantwortungsbewusster privater Arbeitgeber tun würde. Aber es ist mal wieder die immer gleiche linke Leier von bösen Investoren und bösen Konzernen, die zu lesen sind. So kommen wir keinen Schritt weiter.
Der Vermieter wird für das Einlommen der Mieter haftbar gemacht, und wie Sie es so schön herausgearbeitet haben, auch der Staat bezahlt nicht sozial bei vielen nicht privilegierten Staatsdienern.

Es ist inzwischen hier in Deutschland üblich geworden, diejenigen als asozial hinzustellen, die etwas geschafft haben, von denen andere Mitbewohner partipizieren.

Und jeder der Deutschland im kleinen voran gebracht hatte, wird
als Vermieter mit einer Vonovia in den Topf geworfen.

Um mehr Wohnraum zu schaffen, müssen erst mal die Erstellungskosten gesenkt werden, also nicht beim Vermieter, dazu trägt im erheblichen Maße auch der Staat mit seinen Gesetzen und Auflagen bei, aber auch die Unterhaltskosten, auch wieder Gesetze und Vorschriften, wozu braucht man z.B. Noch einen Schornsteinfeger?

Und von den Grundstückskosten sowie Handwerkerkosten brauchen wir erst nicht zu reden. Wer günstigen Wohnraum haben will, muss den Hebel da ansetzen.

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tpro 05.06.2019, 18:46
101.

Zitat von dw_63
Der Vermieter wird für das Einlommen der Mieter haftbar gemacht, und wie Sie es so schön herausgearbeitet haben, auch der Staat bezahlt nicht sozial bei vielen nicht privilegierten Staatsdienern. Es ist inzwischen hier in Deutschland üblich geworden, diejenigen als asozial hinzustellen, die etwas geschafft haben, von denen andere Mitbewohner partipizieren. Und jeder der Deutschland im kleinen voran gebracht hatte, wird als Vermieter mit einer Vonovia in den Topf geworfen. Um mehr Wohnraum zu schaffen, müssen erst mal die Erstellungskosten gesenkt werden, also nicht beim Vermieter, dazu trägt im erheblichen Maße auch der Staat mit seinen Gesetzen und Auflagen bei, aber auch die Unterhaltskosten, auch wieder Gesetze und Vorschriften, wozu braucht man z.B. Noch einen Schornsteinfeger? Und von den Grundstückskosten sowie Handwerkerkosten brauchen wir erst nicht zu reden. Wer günstigen Wohnraum haben will, muss den Hebel da ansetzen.
"...wozu braucht man z.B. Noch einen Schornsteinfeger?..."

Wenn Sie nicht vorhaben eine Feuerstelle (Ölheizung, Gasheizung, Warmwassertherme mit Gas) bei sich einzubauen, dann brauchen Sie keinen Schornsteinfeger. Ansonsten ist es o.k. und dient Ihrer Sicherheit, wenn ein Schornsteinfeger nachschaut, ob Sie Sicherheitsabstände und Belüftungswerte einhalten.

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thielmich 05.06.2019, 19:09
102. so geht das ncht

Für 6 EURO / qm kann ein Neubau beim heutigen Anspruchsniveau nicht erstellt werden. Und ein Altbau nicht instand gehalten oder gar modernisiert werden. Allein der Austausch eines Eckventils (das ist ein Absperrventil unter einem Waschbecken) kostet 140 bis 150 Euro, wenn ein Handwerker eine solche Kleinreparatur überhaupt ausführen will. Nach fast jedem Auszug von Mietern werden nahezu immer mehrere 1000 Euro für Renovierungen fällig.

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dw_63 05.06.2019, 19:24
103. Schornsteinfeger

Zitat von tpro
"...wozu braucht man z.B. Noch einen Schornsteinfeger?..." Wenn Sie nicht vorhaben eine Feuerstelle (Ölheizung, Gasheizung, Warmwassertherme mit Gas) bei sich einzubauen, dann brauchen Sie keinen Schornsteinfeger. Ansonsten ist es o.k. und dient Ihrer Sicherheit, wenn ein Schornsteinfeger nachschaut, ob Sie Sicherheitsabstände und Belüftungswerte einhalten.
Von dem Sie reden, ist kein Schornsteinfeger, der hatte diese Aufgaben bekommen. Aber darauf hatte ich gewartet, wieder weitere Siegel und Kosten, Einem Heizungsbauermeister wird nicht vertraut.

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nimue15 05.06.2019, 19:30
104. Ich lach' mich schlapp

Zitat von thielmich
Nach fast jedem Auszug von Mietern werden nahezu immer mehrere 1000 Euro für Renovierungen fällig.
Ich wohne jetzt über 40 Jahre in diesem Haus. Beide Eigentümer, die ich hatte, haben niemals etwas an den Wohnungen getan, wenn jemand auszog. Jede Verbesserung wurde von den Mietern geleistet. Warum soll er auch? Er kriegt doch auf jeden Fall jemandem in dieser Gegend.

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Bala Clava 05.06.2019, 20:31
105. Haus ohne Ausgang

Zitat von nimue15
Ich wohne jetzt über 40 Jahre in diesem Haus. Beide Eigentümer, die ich hatte, haben niemals etwas an den Wohnungen getan, wenn jemand auszog. Jede Verbesserung wurde von den Mietern geleistet. Warum soll er auch? Er kriegt doch auf jeden Fall jemandem in dieser Gegend.
Es muss aber auch einen Grund geben, warum Sie es in dem furchtbaren Haus so lange aushalten. Oder hat der Vermieter die Eingangstür zugemauert?

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zauberer2112 05.06.2019, 22:17
106. Steinmeier mischt sich überall viel zu sehr ein

Ihm haben wir ja auch die GroKo zu verdanken. Wenn er Politik machen will, hätte er dieses Amt nicht annehmen dürfen, das er auch noch als Doppelspitze ausgestaltet. Und Wohnen ist nicht das Problem, nur das Wo. Es können nicht alle in Berlin, Hamburg, Köln oder München wohnen, schon gar nicht umsonst.

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dw_63 05.06.2019, 22:46
107. Märchen

Zitat von huz6789
Mal wieder das Märchen vom sich regulierenden Markt. Der gebetsmühlenartig verbreitete Neoliberalen-Katechismus funktioniert hier nicht funktioniert: Denn... 1. Wurden und werden zur Zeit enorm viele Wohnungen gebaut, aber die Preise sinken nicht sondern sie steigen - warum ? Weil... 2. die Nachfrage auf ein auf ewig begrenztes Angebot stößt: Bauland ist nun mal nicht unendlich vermehrbar Und ... 3. der Wohnungssuchende sich in einer Zwangslage befindet und mieten oder kaufen muss. D.h. es gibt gar keine freie Entscheidungsmöglichkeit. Es gibt keinen realen "Markt", der sich selbst reguliert. Punkt. Somit sind staatliche Eingriffe für eine begrenzte Ressource, die aber lebensotwendig für ein ganzes Volk ist, in einen wuchernden Markt nicht nur zu rechtfertigen, sondern geradezu Pflicht. Verdienen lässt sich immer noch genug, aber eine Goldgrube ist das halt nicht.
" für eine begrenzte Ressource, die aber lebensotwendig für ein ganzes Volk ist, in einen wuchernden Markt nicht nur zu rechtfertigen, sondern geradezu Pflicht. Verdienen lässt sich immer noch genug, aber eine Goldgrube ist das halt nicht."

Und das ist ihr "Märchen" eines Sozialismus, der bekannt mit der DDR zusammengebrochen ist. Staatliche Intervention ist ein Dogma, denn die Folgen können diametral sein, entsprechend ist ein solches Handeln bewussten abwägenden Denkens geschuldet, und keinem Populismus wie Sie ihn hier verbreiten.

Falls Sie es noch nicht bemerkt haben, der "Staat" hat schon versagt, und ist nicht mehr in der Lage, ohne solche Populisten wie Sie mit solchen Aussagen die Meinung in der Bevölkerung im Nachgang zu verändern, um den Karren wieder aus dem Dreck zu fahren. Die Steinmeier Rede war ein richtiger Hilferuf danach.

Sorry, als Präsident hat man die Aufgabe der Versöhnung, nicht der populistischen Verortung eines Problems bei denen, die man selber geschaffen hat, die Hebel für die Bewältigung der Krise liegen wo anders, bei den Ländern und Kommunen, aber das spricht ein Steinmeier nicht an.

Bis jetzt hat er sich aus meiner Sicht nicht die Würde eines Präsidenten erarbeitet, da war selbst Wulff besser.

Am Ende sind wir alle wieder der Dumme

Und nein, ich habe nie die FDP und CDU gewählt, bis vor kurzem nur die SPD, in der Zwischenzeit kann die mich auch Mal....

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Paul-Merlin 06.06.2019, 00:16
108. Leere Worte ....

Der gleiche Steinmaier der bei der Agenda 2010 kräftig mitgewirkt hat, um den Raubtierkapitalismus so richtig zu entfesseln erbarmt sich jetzt also mit "warmen Worten" der geschundenen Mieter. Leider sind die Worthülsen völlig unglaubwürdig. Auf kommunaler Ebene hat die SPD bei der Veräußerung von örtlichen Wohnungsbauunternehmen an Finanzinvestoren tatkräftig mitgewirkt. Eine Ursache für die Veräußerungen von Wohnungsbeständen in großem Stil war die Steuerbefreiung der Erlöse aus dem Verkauf von Beteiligungen, die ab 2001 unter der rot-grünen Bundesregierung beschlossen wurde. Chef des Bundeskanzleramtes war damals Walter Steinmeier. Die an den Transaktionen und deren Finanzierung verdienenden Heerscharen von Beratern und Bankern sowie gut dotierte Lobbyisten – nicht selten ehemalige Politiker – nahmen im Sinne der Veräußerung Einfluss auf die öffentliche und veröffentlichte Meinung sowie die politische Debatte. Die Finanzierung der Käufe erfolgte weit überwiegend mit Fremdkapital (Leverage-Effekt), das dann nicht bei den Käufern als Schulden verblieb, sondern in die Bilanzen der gekauften Wohnungsunternehmen „gemergert“ wurde. Diese Finanztransaktion steigerte deren Verschuldungsquote extrem, machte Neubau und umfassende Modernisierung unmöglich. Manchmal standen nicht einmal ausreichend Mittel für notwendige Instandhaltung zur Verfügung. Hinzu kam: Die Private Equity-Branche dachte beim Einstieg in das Wohnungsunternehmen meist schon wieder an den Ausstieg. Das führte dazu, dass sich die Modernisierung und – schon gar nicht – der Neubau von Wohnungsbeständen bei den sich daraus ergebenden relativ kurzen Amortisierungszeiträumen sowieso nicht rechneten. Den dadurch letztlich zustandegekommenen großen Wohnungsgesellschaften blieb dann gar nichts mehr anderes übrig als über den Weg kräftiger Mieterhöhungen dafür zu sorgen, dass sich dieses Geschäftsmodell rechnet. Die Verlierer sind vor allem die normalen Arbeitnehmer, die im Ergebnis bis aufs Blut geschröpft wurden und werden.

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engelchen5711 06.06.2019, 05:59
109. Die SPD weiß ganz genau, ...

...dass sie weg vom Fenster ist, wenn immer mehr Mieter sich ihre Wohnungen nicht mehr leisten können und durch Gentrifizierung verdrängt werden. Die Grünen sind auf dem Vormarsch und sie befürworten zudem eine mögliche, legale Vergesellschaftung gemäß Grundgesetz. Es ist nun die letzte Möglichkeit, den Miethaien wie Deutsche Wohnen & Co. ihr kriminelles Spekulantentum auf Kosten der Mieter durch harte Maßnahmen wie einer Grundgesetzänderung zu vermiesen. Werden nämlich weiterhin Mieter verdrängt, wird sich das Kräfteverhältnis der Parteien in unserer Republik mächtig verändern. Der Druck im Kessel wächst. Die Miethaie sollten aufpassen. Und die SPD auch, dass sie das Problem in den Griff kriegt. FDP und CDU sind sowieso auf Seiten der Miethaie. Sie würden eh nichts zum Schutz der Mieter unternehmen. Also wird es Zeit, dass Druck von unten aus dem Volk kommt. Die Enteignungsdebatte ist hier erst der Anfang.

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