Forum: Wirtschaft
Bundespräsident: Steinmeier nennt knappen Wohnraum Existenzfrage
Ina Fassbender / DPA

Frank-Walter Steinmeier hat sich in die Debatte über Wohnungsmangel eingeschaltet. Der Bundespräsident findet deutliche Worte für Investoren.

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chrisse 05.06.2019, 15:47
20. Stellschrauben...

... um die Mieten zu senken, gibt es einige. Dazu gehören natürlich der Soziale Wohnungsbau, Mietpreisbremse etc. Aber das Thema der Verknappung der Nachfrage wird wenig bis gar nicht angegangen. Warum kann ein norwegischer oder dänischer Pensionsfond Milliarden in den deutschen Wohnungsmarkt stecken, um dort dann die maximale Rendite zu erwirtschaften? Warum kann sich jemand, der nicht seinen ersten Wohnsitz in Deutschland hat, sich dort überhaupt Eigentum anschaffen? Geht in Dänemark übrigens nur bedingt, obwohl in der EU. Warum kann sich beispielsweise ein reicher Saudi oder Israeli in Berlin Wohnungen kaufen, obwohl er dort nicht wohnt? Es gibt immer jemandenen, der mehr für die Wohnung zahlen kann als man selbst. Daher muss dieser Kreis der "Jemanden" beschränkt werden auf diejenigen, welche die Wohnungen tatsächlich brauchen!

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heinryk 05.06.2019, 15:48
21. Wohnraum darf kein Spekulationsobjekt sein!

Wohneigentum ja, aber nur zum Selbstgebrauch. Jeder braucht ein bezahlbares Dach über dem Kopf und bezahlbar heisst dass es nicht mehr als 30% des Einkommens kosten sollte.

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telarien 05.06.2019, 15:48
22. Lustig

Gerade die SPD von Steinmeier hat doch die Sozialwohnungen von Bund und Land nur zu gerne privatisiert. Jetzt jammern oder enteignen, das ist billig.
Die Politik braucht doch nur passende Gesetze und Auflagen bei Baugenehmigungen zu machen. Aber Appell an freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft finden die Jungs vom Lobbyverein besser, gell?

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tabori 05.06.2019, 15:50
23. Freie Marktwirtschaft

Solche Dinge regelt in unserem System eigentlich der Markt und nicht der Gesetzgeber. Wenn alle zwischen Altona, Eimsbüttel und Schanze wohnen wollen, dann steigen die Preise bis zur Grenzrate. Und wenn trotzdem keiner nach Wilhelmsburg ziehen will, dann ist das halt die freie Entscheidung der Bürger.

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teddy10 05.06.2019, 15:51
24.

Well, man holt Hunderttausende “ Asylanten “ pro Jahr ins Land, weist ihnen von der Notunterkunft Wohnungen zu, wo sie jetzt, auf Kosten der öffentlichen Kasse, wundervoll residieren - und das soll alles ohne Auswirkungen speziell am unteren Ende des Wohnungsmarktes bleiben ?
Dann lieber auf “Investoren” schimpfen, aber von diesem Bundespräsidenten würde ich auch nichts anderes erwarten.

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aljoschu 05.06.2019, 15:51
25. Steinmeier-Würfe aus dem SPD-Glashaus

Schön, dass Steinmeier und die SPD endlich die Bedeutung von Wohnungen für das Wahlvolk entdeckt haben - nachdem sie die heutige Situation durch Dummheit, Kurzsichtigkeit und Regieren nach Gutsherrenart erst tüchtig herbeigeführt haben.
In Wiesbaden wurden z.B. ältere sehr schöne Sozialwohnungen vom SPD-Bürgermeister einfach abgerissen und das gesamte Wohngebiet gentrifiziert, mit dichter Bebauung, um den Profit zu maximieren. Warum hat man den sozialen Wohnungsbau seit Jahren vernachlässigt? Warum hat man junge Arbeiter in den Zeiten des niedrigen Zinssatzes nicht beim Kauf eines Eigenheims unterstützt? Warum hat man gerade für diese Klientel die Hürden zur Gewährung von Krediten durch die Banken sinnlos erhöht?
Das ganze Dilemma ist hausgemacht und der werte Herr Steinmeier war dabei nicht unbeteiligt.
Jetzt wird groß getönt gegen die Kapitalisten und Spekulanten ... dabei haben sich viele der kleinen Hausbesitzer und Vermieter ihren Grund- und Hausbesitz ehrlich und fleißig über Jahrzehnte erarbeitet und erspart, zu Zeiten als dies noch in Deutschland möglich war.

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mocodelpavo 05.06.2019, 15:52
26. Leider nur ein Wunschtraum

Zitat von Nordstadtbewohner
Eine funktionierende Lösung wäre eher, die Mietpreise marktwirtschaftlich ohne jegliche Regulierung a la "Mietspiegel" usw. freizugeben. Das würde kurzfristig dazu führen, dass die Mieten steigen. Im Gegenzug würde Investoren massiv in den Bau neuer Wohnungen investieren. Das Angebot würde sich erhöhen und langfristig die Mieten senken.
Ihr Vorschlag der kompletten Deregulierung ist bereits seit 20 Jahre versucht worden und krachend gescheitert. Das Problem ist hier, dass das Angebot an Bauland nicht beliebig vermehrbar ist. Daher kann ein rein marktwirtschaftliches Regulativ hier nicht greifen.

Ich bin aber bei Ihnen, dass der Hebel im Angebots-Nachfrage-Gleichgewicht ansetzen muss. Also könnte man mindestens im Umland der urbanen Zentren Bauland neu ausweisen und den Verkauf an Auflagen knüpfen: Zuschlag nicht an meistbietenden, sondern an die Förderung einer Nutzer-Zielgruppe (z.B. maximalen Mietpreis definieren).

Noch einfacher wäre der Ausbau einer guten ÖPNV Infrastruktur, so dass man aus dem Umland wirklich schnell und ohne eigenen PKW in den Zentren wäre...

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eggie 05.06.2019, 15:56
27.

Zu späte Einsichten, zu späte Einlassungen für die er - zumal in seiner eigenen Partei - kein Interesse finden wird, falls sie überhaupt noch einmal die 5 Prozent Hürde überwinden wird.

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heinryk 05.06.2019, 15:56
28.

Zitat von Nordstadtbewohner
In Zeiten der Globalisierung mit Vorschlägen aus der direkten Nachkriegszeit zu kommen, zeugt davon, wie sehr noch altes Denken verbreitet ist. Großen Unternehmen die Vorhaltung von Wohnraum für ihre Beschäftigten aufzuzwingen, wird zu einer massiven Verlagerung von Unternehmen ins Ausland führen, da dort die Kosten für diese Zwangsmaßnahmen nicht vorhanden sind. Und was das "einfach Zuweisen von Wohnraum" angeht: Eine Mitgliedschaft in der EU bedingt das Prinzip der Marktwirtschaft, also das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Zwangsmaßnahmen zur de facto-Enteignung von Vermietern sind da nicht zulässig. Eine funktionierende Lösung wäre eher, die Mietpreise marktwirtschaftlich ohne jegliche Regulierung a la "Mietspiegel" usw. freizugeben. Das würde kurzfristig dazu führen, dass die Mieten steigen. Im Gegenzug würde Investoren massiv in den Bau neuer Wohnungen investieren. Das Angebot würde sich erhöhen und langfristig die Mieten senken.
Das ist totaler Unsinn und die grosse Lüge des freien Markts.
Wir haben hier in New York bereits seit Jahren und es funktioniert eben nicht, aus dem einfachen Grunde das Investoren nur in Wohnungen im Luxusbereich investieren wollen und somit eben das Problem für die meisten Arbeitenden Leute nicht lösen.

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chrisse 05.06.2019, 15:57
29. Wir sprechen ja in einigen Städten...

.. nicht mehr nur von Polizisten, Erziehern und Krankenpflegern. Soviel zu dem zynischen Kommentaren, welche (noch) aufkommen werden. Nach dem Motto "hätten die halt was gescheites gelernt"... Wir sprechen ja mittlerweile vom Mittelstand, zb Lehrerehepaar mit Kindern, etc. Auch für diese ist das Wohnen in manchen Städten unerschwinglich bzw. schwer zu finanzieren. Und denjenigen, die nun noch verächtlich sprechen... bei dem weiteren Anstieg der Mieten wird es auch euch treffen. Und dann ist niemand mehr da, der für euch Partei ergreifen kann.

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