Forum: Wirtschaft
Bundestagswahlen: Merkels geheime Konjunkturwaffe
REUTERS

Seit Beginn der Merkel-Ära gilt: Immer wenn gewählt wird, bessert sich wundersam in den Monaten zuvor die Wirtschaftslage im Land - und die Chancen der Herausforderer schwinden. Mysteriös.

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dweird 01.09.2017, 13:41
30. Andere Statistik gesehen?

Irgendwie scheint Herr Fricke eine andere Statistik gesehen zu haben... Zumindest in dem abgebildeten Diagramm bessert sich zwar - zugegeben - die IFO-Stimmung immer kurz vor der Wahl ein wenig. Allerdings folgt dann nach dem Wahltermin der eigentliche Stimmungsaufschwung über längere Phasen um teilweise bis zu 20-30 Punkte. Ist das alles Self-fulfilling Prophecy? Jedenfalls scheint die Regierungspolitik der letzten 12 Jahre - bei allen sicher vorhandenen Missständen - nicht ganz falsch gewesen zu sein. Aber manche suchen und finden halt immer die Haare in der Suppe. QED.

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muunoy 01.09.2017, 13:41
31. Man könnte auch mal zu den Erfolgen stehen

Zitat von Poco Loco
Abgesehen davon, dass sich alle Parteien gerne mit fremden Federn schmücken, insbes. vor Wahlen ist nicht alleine Frau Merkels Strategie. Stellt man sich die Frage woher kommt die gute Konjunktur in DE, dann kommt man um die von der SPD geschaffene Agenda 2010 und die Hartz4 Reformen nicht herum. Frau Merkel erntet nur die Früchte dieser Saat, kann jetzt mit Geld nur so um sich werfen und dabei sich selbst auf die Schultern klopfen. Die Verlierer der guten Konjunktur, auf deren Rücken sich die Konzerne bereichern, übersieht man dabei gerne mal. Gute Konjuntur hin oder her, der Wähler lässt sich hoffentlich nicht für blöd verkaufen und erinnert sich auch an das sich anhäufende Politikversagen der letzten beiden Legislaturperioden, die wir vor allem Merkel, Schäuble, Dobrint , von der Leyen u. de Misere zu verdanken haben.
Vollkommen richtig. Auch ich halte Merkel für eine Katastrophe für unser Land. Die SPD mit Schulz und vor allem den potenziellen Ministern, die man ja jetzt schon kennt, halte ich lediglich für eine noch größere Katastrophe.
Der politische Einfluss auf die wirtschaftlichen Erfolge Deutschlands gehen auch nach meiner Meinung noch auf den letzten Macher-Kanzler zurück, den wir hatten. Wer meine Kommentare hier kennt, wird es kaum glauben. Aber auch ich habe die SPD unter Schröder gewählt, was ich vor und nach Schröder noch nie getan habe. Nur schämt sich die SPD für die Erfolge der SPD unter Schröder. Würde die SPD sich der Erfolge der letzten großen Sozialreform in diesem Land rühmen (tue Gutes und sprich darüber!), könnte sie vielleicht tatsächlich Wähler außerhalb der Transferleistungsempfänger-Klientel gewinnen. Und das scheint nötig zu sein, wenn man eine Volkspartei mit Ambitionen aufs Kanzleramt sein will.

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Esib 01.09.2017, 13:41
32. Ähm, Herr Fricke

Ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber das, was sie so zurechtfabulieren klingt schon verdächtig nach Verschwörungstheorie... Oder anders: Da sind schon stichhaltigere Argumentationen als Verschwörungstheorien gebrandmarkt worden.

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derjonny 01.09.2017, 13:42
33. Merkels Wirtschaftspolitik

Das traurigste an dieser Analyse ist, dass es überwiegend SPD-Initiativen waren, die für den jeweiligen Vorwahlaufschwung sorgten. Abwrackprämie? SPD. Kurzarbeitergeld? SPD. Mindestlohn? SPD. Erhöhung des Mindestlohns? SPD. Das einzige was wirklich originär CDU ist, sind die vergleichsweise guten (gemessen an der Lohnentwicklung) Rentensteigerungen von denen zwar Senioren in Altersarmut absolut auch nicht viel haben, aber das Gros der Wähler erfreut sich dann eben doch an den Vorwahltagsgeschenken und wählt die Amtsinhaberin.

Lehren für die Zukunft? Man könnte die ganzen Armutsberichte und -studien für die kommende Legislatur statt etwa zur Mitte hin, erst zum Ende der Wahlperiode bringen. Vielleicht sind dann die Probleme
Alleinerziehender, Kindern aus Harz-IV Familien oder Pfand sammelnder Senioren eher präsent, wenn es an die Urnen geht.

Allerdings, wenn es dieses Jahr keinen Wechsel gibt, wird es in vier Jahren mit Sicherheit auch keinen geben. Ich gebe der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung maximal noch 2-4 Jahre. Sollten wir nicht unerwartet in eine schwere Wirtschaftskrise rutschen (die Krise 2008 haben wir ja auch vergleichsweise robust überstanden) nähern wir uns langsam einem Punkt (Vollbeschäftigung, sind die Eurostat Daten mit Juni 2017 = 3,9% eigentlich seriös?), wo uns nicht nur Fachkräfte fehlen, sondern unsere Wirtschaft in einen allgemeinen Arbeitskräftemangel gerät mit entsprechenden Folgen für Inflation und Lohnentwicklung. Da sich dann die selbst die wirtschaftliche Lage von Leih- und Hilfsarbeitern drastisch verbessern wird, werden noch weniger Menschen einen Regierungswechsel befürworten.

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dwalle99 01.09.2017, 13:42
34. Ich dachte, der Unsinn des Hr. Fricke könne nicht gesteigert werden

Aber mit dieser neuen Kolumne wurde ich eines Besseren belehrt. Statt wie üblich irgendwelche „Argumente“ durch Zusammenstellung nicht zusammengehörender Daten und einer oft abenteuerlich anmutenden Story unter die Leute bringen zu wollen, unterstellt Hr. Fricke jetzt, das Fakten jetzt im Sinne einer Unterstützung für Frau Merkel manipuliert werden. Mein Gott, selten so einen Schwachsinn gelesen. Mit Verlaub, so wichtig ist die Bundestagswahl nicht für die Wirtschaft, vor allem wenn man den Export als Konjunkturmotor in Betracht sieht. Und wenn er es noch so oft wiederholt, es gibt keine Notwendigkeit, von Unternehmen und Bevölkerung noch mehr Steuern einzutreiben, weil angeblich soviel zu tun ist. Das ist linker Verteilungsaktionismus, der wird auch nicht aufhören, wenn man 99% Steuern und Abgaben abdrücken muss. Vielleicht läßt sich die Erhöhung des Ifo Index auch viel einfacher erklären: Immer im Frühjahr fängt das an, wenn man zusätzliche Geschäfte macht und mehr handelt. Könnte das etwas mit den Jahreszeiten zu tun haben, weil immer im September gewählt wird? Meines Erachtens ist eine solche Deutung weitaus fundierter als der Unsinn, den Herr Fricke hier von sich gibt.

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Athlonpower 01.09.2017, 13:44
35. Was hat denn Kohl alles ausgesessen, klären Sie uns mal auf.

Zitat von malcom1
muss es die SPD wieder richten. Auch ein Herr Kohl hat alles ausgesessen bis dann die SPD mit Herrn Schröder und seiner Agenda 2010 die Kohlen aus dem Feuer holen musste. Dann abgewählt. Was haben Seehofer und Merkel gemeinsam? Den selben Wendehals, heute hü und morgen hot.
Klären Sie uns doch mal auf, was Herr Kohl denn so alles ausgesessen haben soll, ich sehe da nämlich absolut nichts, was unter diese Bezeichnung fallen würde, denn fangen wir mal an,

1990 die deutsche Einheit, es folgt die Integration von ca. 17 Mio Menschen östlich der Elbe in den deutschen föderalen Staatenbund mit 5 neuen Bundesländern, die vor allem in der Infrastruktur sprich Fernmeldeleitungen, Straßen- und Schienenwege völlig marode und am Ende waren, dann folge die Neuinvestition in die 5 neuen Ländern in einem Tempo und in einer Zeit, von dem Gregor Gysi mal im Bundestag sagte, daß dies die olle DDR nicht mal in den nächsten 100 Jahren geschafft hatte,

übrigens nebenbei hat Kohl dann auch noch maßgeblich das Schengenabkommen ausgearbeitet - Sie wissen schon, freier Grenzverkehr innerhalb der EU - und schlußendlich noch den Euro auf den Weg gebracht, alles in der Zeit von 1990 bis 1998 und noch angemerkt, der olle Kohl hatte noch Respekt vor der Leistung der kleinen Leuten und ließ sich nicht vor den damals aus GB herüberwinkenden neoliberalen Schweinekarren spannen und halten Sie sich mal fest, der Spitzensteuersatz lag damals bei 53% und die Reichen und Superreichen wurden damals selten an den Tafeln gesehen, könnte auch daran gelegen haben, daß es unter Kohl gar keine Tafeln gegeben hat,

da kann man nur festhalten, hätte Schröder doch auch so gut ausgesessen wie der olle Kohl, dann wäre Deutschland heute wirklich auf einem guten Weg und nicht nur die oberen 10% der Bevölkerung, so sieht es nämlich aus.

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llamb 01.09.2017, 13:47
36. Eigentlich nicht schlecht ...

... wenn es im Land bergauf geht. Konsumgüter werden stärker nachgefragt. Zufriedenheit steigt. Nur beim Spiegel nicht. Weil den keiner kauft, da er die Stimmung immer so schlecht macht. Klarer Zusammenhang erkennbar, oder?

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Rebellierender 01.09.2017, 13:47
37. Kontinuität

Zitat von BurgRitter
die Unterstellungen von Herrn Fricke zwischen den Zeilen. Frau Merkel steht für Kontinuität, Herr Schulz lässt sich als Wundertüte vermarkten, nein , wird es Knalltüte vom Team missbraucht. Es geht uns doch zumindest Summe zu gut. Warum sich auf einen Kandidaten einlassen, der noch nie geliefert hat?
Da fällt es mir glatt wie Schuppen...
- Verteidigung und Förderung von Korruption
- vielfacher Verfassungsbruch
- Verhinderung der Aufklärung von Skandalen wie NSA, NSU, Cum Ex usw.
- Abbau demokratischer Grundrechte
- Behinderung demokratisch legitimierter Untersuchungsgremien

Diese Aufzählung kann man noch fortsetzen. Ja, da kann man doch tatsächlich von Kontinuität sprechen, da weiss man wenigstens, was man wählt!

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awoth 01.09.2017, 13:51
38. Das ist doch nun wirklich

nicht sonderlich schwierig, wenn man nur die entsprechenden Nachrichten streut....

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Darwins Affe 01.09.2017, 13:56
39. Vermeintlich kleineres Übel

Zitat von Poco Loco
Abgesehen davon, dass sich alle Parteien gerne mit fremden Federn schmücken, insbes. vor Wahlen ist nicht alleine Frau Merkels Strategie. Stellt man sich die Frage woher kommt die gute Konjunktur in DE, dann kommt man um die von der SPD geschaffene Agenda 2010 und die Hartz4 Reformen nicht herum. Frau Merkel erntet nur die Früchte dieser Saat, kann jetzt mit Geld nur so um sich werfen und dabei sich selbst auf die Schultern klopfen. Die Verlierer der guten Konjunktur, auf deren Rücken sich die Konzerne bereichern, übersieht man dabei gerne mal. Gute Konjuntur hin oder her, der Wähler lässt sich hoffentlich nicht für blöd verkaufen und erinnert sich auch an das sich anhäufende Politikversagen der letzten beiden Legislaturperioden, die wir vor allem Merkel, Schäuble, Dobrint , von der Leyen u. de Misere zu verdanken haben.
1) Man hat halt manchmal den Eindruck, dass die SPD nicht gegen Merkel, sondern gegen ihre eigene Agenda 2010 kämpft. Das erhöht nicht unbedingt die Glaubwürdigkeit.
2) Da sich Schulz nicht von einer Koalition mit den Linksradikalen distanziert, haben viele Wähler vor venezuelanischen Verhältnissen gewisse Bedenken.
3) Der dumme Wähler vermutet vielleicht zu recht, dass die massiven Politikfehler eurer Bundeshenne (vermurkste Eurorettung, Flüchtlingskrise, Energiewende) von SPD und Anhang noch katastrophaler betrieben worden wären.
4) Fazit: Der Michel wird halt das (vermeintlich) kleinere Übel wählen.

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