Forum: Wirtschaft
Bundestagswahlkampf: Vermisst: Ein Konzept für Gerechtigkeit 4.0
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Der globale Kapitalismus ist defekt. Auch, weil die Digitalisierung immer mehr Branchen durcheinanderwirbelt - und damit den ganzen Arbeitsmarkt. Die Bürger erwarten Antworten. Doch die Politik bleibt sie schuldig.

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Pinon_Fijo 21.05.2017, 11:53
1.

Warum Lohnerhöhungen trotz 'Fachkräftemangels' weltweit ausbleiben? Nun, wahrscheinlich weil es noch immer genügend Fachkräfte gibt. Wenn schon nicht im eigenen Land, dann halt am anderen Ende der Welt. Vielleicht mit einer geringeren Fertigungsqualität und niedrigerem Fachwissen, dafür aber auch mit erheblich niedrigeren Löhnen. So wahnsinnig viele Fachkräfte werden heutzutage halt auch nicht benötigt, insbesondere bei elektronischen Produkten, die Dinger laufen doch am Fließband. Mit nur wenigen hundert Mitarbeitern werden Millionen Artikel produziert.

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haarer.15 21.05.2017, 11:55
2. Die Bürger erwarten Antworten ...

... und konkrete Maßnahmen, dass die Schere in der Gesellschaft nicht noch weiter auseinandergeht. Von Merkel und Schäuble, den behäbigen Langzeitregierenden, kann man nichts mehr erwarten. Da wurden schon viel zuviele leere Sprüche abgegeben. Das ist ohne Substanz. Bei Schulz bleibt wenigstens noch die Hoffnung auf Veränderung.

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blitzunddonner 21.05.2017, 11:55
3. es ist nicht die digitalisierung. es ist die kapitalisierung.

es ist nicht die digitalisierung. es ist die kapitalisierung. wie man an uber praktisch erkennen kann, werden weltweit 100 000e kleinstunternehmer zu lohnsklaven globaler spekulativer unternehmen. die technik dazu ist nur das willkommene vehikel.

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spmc-12355639674612 21.05.2017, 11:59
4. Lohnerhöhungen

das Mittel, die aktuelle Situation zu verbessern, sind kräftige Lohnsteigerungen. Die Arbeitnehmer müssen sie jedoch einfordern, denn der Staat kann hier nur bedingt eingreifen, hauptsächlich durch die Anpassung des (zu niedrigen) Mindestlohns. Steuererleichterungen helfen hauptsächlich denen, die viele Steuern zahlen. Bei der ganzen Diskussion geht es aber nicht um Industrie 4.0 oder Digitalisierung - die online verkauften Waren müssen trotzdem hergestellt werden, sondern um Gerechtigkeit und darum, die Schere zwischen Reich und Arm nicht immer weiter aufgehen zu lassen. Ein ganz klassisches Thema also. Wir können nicht weiter nach dem Grundsatz verfahren "the winner takes it all", da es nur wenige Gewinner, aber viele Verlierer gibt. Es geht darum, gerade diejenigen zu unterstützen, die ohnehin wenig haben. Wie wäre es z. B. damit, Lohnerhöhungen eine Weile lang nicht prozentual zum bereits gezahlten Gehalt zu berechnen, sondern einfach jedem 50 bis 100 Euro im Monat zu geben? Davon würden niedrigere Gehaltsgruppen besonders profitieren. Der Staat könnte hier mit gutem Beispiel vorangehen.

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auf_dem_Holzweg? 21.05.2017, 12:00
5. Löhne bleiben bescheiden weil

es Lobby-Poliiker wie Merkel gibt, deren Mindeslohn gleichbedeutend zur Grenze zum Sklaventum liegt und denen das Volk völlig gleichgültig ist. Hauptsache alle Zahlen wie Arbeitslosenstatistik und Steuereinnahmen stimmen, ob ein Mensch von seinem Job leben kann, ist Merkel völlig gleichgültig. Das hat sie in 12 Jahren bewiesen und die Untergrenze permanent heruntergeschreubt. Auch Familien sind ihr völlig egal, die sind nur zum melken da, Bildung ist ohnehin Merkels Feind, denn sonst erkennt der Wähler noch ihre wahren Absichten. Mittlerweile gibt es keinen bezahlbaren Wohnraum mehr, trotzdem wird nicht eine einzige Wohnung vom Bund gebaut, denn das könnte ja die Preise kontrollieren und letztendlich wieder Merkels Steuereinnahmen verringern. Anstelle dessen prahlt man mit sinnlosem Aktionismus wie Mietpreisbremse. Einfach lachhaft. Und Wohnraum für's Volk kann der Regierung nicht wichtig sein, wenn man selbst noch mindestens 8 Jahre in einem schönen, blinkenden Regierungspalast sitzt, der vom Steuerzahler bezahlt wurde, aber dessen Nutzen dem Bürger selbst gar nichts abwirft. Weltfremdheit muss man dieser Regierung vorwerfen, nichts anderes!

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Fritz Godesberg 21.05.2017, 12:02
6. Wie geht Demokratie?

Sehr geehrter Herr Müller, "Bürger erwarten Antworten, doch die Politik bleibt sie schuldig" so forumulieren Sie in ihrer Überschrift und machen damit deutlich, dass auch Sie nicht verstanden haben wie unsere Demokratie funktioniert, denn in unserer Demokratie gibt es kein Gegenüber von Bürgern und Politik! Wäre das tatsächlich so wie Sie es formulieren wäre der Rechtsgrundsatz, dass alle Staatsgewalt vom Volk ausgeht ad absurdum geführt. Dass viel zuviele Bürger- aus welchen Gründen auch immer- in ihrem Denken immer noch oder auch nach wie vor den Obrigkeitsstaat als Grundlage haben, macht die Sache auch nicht besser. Wenigstens sogenannten Intellektuellen sollte der Unterschied bewusst sein, dass Bürger zwar aus ihrer Mitte heraus anderer Bürger beauftragen sich in besonderer Weise auf Zeit mit Themen der Staatsverwaltung, der sozialen Ordnung, der rechtlichen Ordnung etc. zu beschäftigen und für die Allgemeinheit zu handeln, was aber eben nicht bedeutet, dass diese dadurch zu einer bestimmten "Klasse" oder "Kaste" werden. Die Politiker, das sind immer wir! Ich komme jedenfalls mehr und mehr zu der Überzeugung, dass unser Land seitens seiner Bürgerinnen und Bürger vor allem an einem Defizit im Demokratieverständnis leidet oder aber an der Sehnsucht nach einem gerechten und weisen Anführer, der uns ins Paradies zurückführt. Man Leute, werdet endlich erwachsen! Seid endlich Demokraten im Wortsinn! Hört auf, auf "den Staat" zu hoffen, denn der Staat, das sind wir, die Bürgerinnen und Bürger der BRD. Und es ist an uns darüber zu diskutieren und zu entscheiden wie wir unser Land unser Miteinander organisieren und gestalten wollten im Rahmen des Grundgesetzes, das ich persönlich für die beste Verfassung halte, die Menschen bislang zu Papier gebracht haben, vor allem wegen der ersten 20 Artikel! Beste Grüße, Ihr Fritz Godesberg, der Name ist Programm

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aysnvaust 21.05.2017, 12:03
7. Ich empfehle hierzu...

Noam Chomsky "Requiem für den amerikanischen Traum" - hier wird deutlich erklärt, woher das sogenannte "diffuse Unbehagen" (ist m.M.n. überhaupt nicht diffus) rührt, und wer von dem weltweiten Wirtschaftsboom, der auch bei SPON regelmäßig abgefeiert wird, wirklich profitiert. Und: warum sich daran in absehbarer Zukunft auch nichts ändern wird. Trump, Le Pen und Konsorten sind nur natürliche Blüten, die die aktuelle Situation treibt; und wohl auch nur zarte Vorboten eines Erdbebens, das meine Kinder ausbaden dürfen.

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Ge-spiegelt 21.05.2017, 12:03
8. Schöpferische Zerstörung. Schumpeter

Lässt sich nicht aufhalten. Wer es versucht, verliert. Also besser selbst zerstören bevor man zerstört wird. Die Politiker verstehen das aber kaum und sind überwiegend populistisch und lassen sich von Lobbyisten steuern. Beispiel: Bayern will Diesel subventionieren anstatt auf Elektro Mobilität zu setzen. Der Niedergang des Einzelhandels ist natürlich schlimm. Hier muß die Politik unbedingt für Steuer Gerechtigkeit sorgen.

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nick_neuer 21.05.2017, 12:04
9. Produktivität

Eines verstehe ich nicht - vielleicht kann mir das ein ökonomisch versierter Forist mal erklären. Wenn es, wie beschrieben, viele neue Arbeitslose infolge der Digitalisierung gibt - wie kann dann die Produktivität stagnieren? Es wird doch nicht weniger als vorher produziert und distribuiert. Wenn durch "Amazon und Co" viele Beschäftigte im Einzelhandel arbeitslos werden, arbeiten die verbleibenden (also die bei Amazon) doch im Gesamten gesehen produktiver, oder nicht.? Schließlich erledigen sie mit weniger Leuten die gleiche Arbeit für die es vorher viele brauchte.

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