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Bundestagswahlkampf: Vermisst: Ein Konzept für Gerechtigkeit 4.0
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Der globale Kapitalismus ist defekt. Auch, weil die Digitalisierung immer mehr Branchen durcheinanderwirbelt - und damit den ganzen Arbeitsmarkt. Die Bürger erwarten Antworten. Doch die Politik bleibt sie schuldig.

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Aquifex 21.05.2017, 15:51
120.

Zitat von Newspeak
Was fuer ein Witz. Sie koennen heute in einem MINT Fach summa cum laude promovieren und finden in Deutschland keine passende Stelle. Entweder gar keine, oder eine, bei der das Einkommen eben gerade NICHT ihrer Leistung entspricht. Deutschland ist ein Sklavenhalterstaat, man will maximale Leistung bei minimalem Gehalt etc. So schaut es aus. Und so ein Staat kann auch gerne untergehen und etwas Besserem Platz machen.
Was ist denn in Ihren Augen eine "passende Stelle"?
Wenn Sie es es frisch von der Uni gut antreffen, bekommen Sie promoviert ein Einstiegesgehalt zwischen 55.000 und 65.000 Euro. Das ist es was der Markt her gibt.

Und wieso dürfen denn Sie entscheiden, welches Gehalt Ihrer Leistung entspricht, Ihr Arbeitgeber aber offenbar nicht? Es ist viel mehr so, daß Sie meinen, daß Sie für Ihre Arbeit dieses oder jenes Gehalt haben müßten. Das ist aber ein Unterschied.

Gutes Geld für gute Arbeit ist schon recht und es gibt sicher so manchen Job, wo das mal neu verhandelt gehört. Aber wenn Sie in einem MINT-Fach summa cum laude promoviert haben und keine "passende" Stelle finden, dann würde ich Ihre Arbeit doch mal sehen wollen.

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luny 21.05.2017, 16:03
121. Vergleichen

Zitat von meine_foren
Ich finde, dass es in Deutschland gerecht zugeht, weil jeder die Freiheit hat, nach seinem ganz persönlichen Glück zu streben. Wer sich natürlich ständig mit anderen vergleichen muss und dabei nur nach oben schaut, ist in meinen Augen selbst schuld. Für mich sind dies arme Seelen, die getrieben sind von Gier, Neid und Missgunst. Hat jemand weniger: im Zweifel gerecht. Hat jemand mehr: definitiv ungerecht.
Hallo Meine_foren,

sich mit anderen zu vergleichen, scheint mir in der Natur der
Menschen zu liegen.

Zum einen dient das zur Einschätzung der eigenen Lage und
natürlich auch dem Wettbewerb.

Die Menschen leben meist nicht als Einsiedler ohne Vergleichs-
möglichkeiten.

Eine Gemeinschaft hat durchaus Vorteile. Da kann man beim
Nachbarn nachfragen, wie er es denn hinbekommt, daß seine
Tomaten so gedeihen, die eigenen leider nicht.

Wenn die Lebensumstände einigermaßen gleich sind, Stichwort
soziale Marktwirtschaft, gibt es wenig soziale Probleme.

Wenn die Unterschiede zwischen "arm" und "reich" zu groß werden,
ist der soziale Frieden gefährdet.

Anstatt von "sozialer Gerechtigkeit" zu reden, wie der Kanzler-
kandidat der SPD, sollten politische Vorschläge auf den Tisch, die
die soziale Marktwirtschaft wieder herstellen. Die Politik sitzt an
der Schaltstelle und schafft die entsprechenden Rahmenbe-
dingungen.

Also: Auf geht's und zwar JETZT!

LUNY

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Das Pferd 21.05.2017, 16:03
122.

Zitat von williamh.bonney
Wenn du gelesen hättest: "den Schwachen", das bedeutet allen MENSCHEN, die keine Geld* oder Produktivvermögen besitzen, und allen Völkern, die sich dem internationalen Kapital noch nicht "geöffnet"haben" Meine Quelle; Thomas Gerlach Denkgifte Psychologischer Gehalt neoliberaler Wirtschaftstheorie und gesellschaftspolitischer Diskurse gibt es als PDF im Internet, bitte googeln, da ich glaube direkte links sind nicht erwünscht, beinhaltet ein Literaturverzeichnis.
das hatte ich gefunden, dort zeigt das Literaturverzeichnis die Junge Welt als Quelle an. Was logischerweise schon eine Sekundärquelle ist die JW ist sicher nicht der Veröffenlichungsweg der Alfred Herrhausen gesellschaft
Das meinte ich mit Filterblase. Sie glauben, weil Sie glauben wollen.

Hätten Sie noch eine bessere Quelle? Dei Herrhausen-Gesellschaft ist offenbar derzeit offline

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melnibone 21.05.2017, 16:05
123. Gerechtigkeitsfragen.

Werden nicht von der Politik beantwortet.
Solange sich diese Politik zu sicher sein kann ... wieder ... und wieder gewählt zu werden.
Das sollte der Wähler endlich wahrhaben mögen.
Der Wähler muss schon etwas anderes wählen ... oder eine Revolution anzetteln.

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alfred-wilhelm 21.05.2017, 16:13
124. Es mag sein,

..... dass wir in den letzten Jahren eine Stagnation oder gar eine leichte Steigerung des Reallohns erlebten, aber die letzten 20 Jahre betrachtet, war das für viele nicht der Fall.

Siehe hierzu:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/studie-realloehne-sind-seit-1990-um-bis-zu-50-prozent-gesunken-a-670474.html
bzw.
http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_02.c.289465.de/09-33-1.pdf
und
https://www.youtube.com/watch?v=wjPJIwI-M2g

Unabhängig davon, kann ich mich noch sehr wohl an den Lebensstandard und das Rentenniveau der 80iger und 90iger erinnern.

Zum Verständnis ein Beispiel:
Meine Nachbarin, die letztes Jahr im Alter von 83 Jahren verstarb hatte zu DM-Zeiten etwas mehr als 1250 DM Rente. In Eurozeiten wurden daraus etwas mehr als 650 Euro, die durch das Sozialamt um 100 Euro aufgestockt wurden. Für Lebensmittel und Dinge des tagtäglichen Bedarfes konnte man aber mit 1000 DM mehr anfangen als heute mit 1000 Euro.

Abgesehen davon:
Die Basis des Wohlstands des Staates, des Rentners, des Millionärs und des durchschnittlichen Bürgers ist und war die industrielle Wertschöpfungskette.
In den letzten 25ig Jahren wurde die industrielle Wertschöpfungskette der Konsumgüter-Industrie (Textilindustrie, Radio und Fernsehtechnik, Küchenelektronik, PC-Industrie usw.) aus Europa/USA nach Asien verlagert.
Damit wurden aber bei uns eine Unmenge von gutbezahlten Arbeitsplätze und Lehrstellen nach Asien/Indien/China verlagert.
Das Ergebnis in Deutschland sind Geringverdiener und Leiharbeiter, für ganz Europa hohe Jugendarbeitslosigkeit

Da unsere Politiker zu den Gewinnern zählen, könnte ich mit Vorstellen, dass die kein Interesse an der Änderung des Istzustandes haben.

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luny 21.05.2017, 16:16
125. Stimmt

Zitat von j.cotton
1) Sie trauen sich nicht. 2) Ihre Vorgesetzten wollen das nicht 3) Die Vorgesetzten dieser Vorgesetzten wollen das nicht 4) Die Politik will das nicht 5) die "Gläubigen" schon gar nicht 6) Das "System" verträgt es nicht 7 ) Ruhe ist die erste Bürgerpflicht, und diese Fragen wären auf`s höchste beunruhigend. 8) Eine bunte Mischung aus 1 bis 7...ach suchen Sie sich was aus!
Hallo J.cotton,

wenn sich bei der Apollo-13-Mission, "Houston, wir haben ein
Problem", alle so verhalten hätten, wie das heutzutage offensichtlich
üblich ist, wäre das übel ausgegangen.

In jeder x-beliebigen Firma hört man täglich:

"Dafür bin ich nicht zuständig", "Da kann man nichts machen", "Der
Chef will das so". Das nannte man einmal Killer- oder Totschlag-
argumente.

Der politische Betrieb ist stolz darauf, wie ein Unternehmen auf-
gestellt zu sein. Darüber sollte die selbsternannte politische "Elite"
noch einmal nachdenken, bevor sie genau aus dem Grund in die
Wüste geschickt wird.

Ja, das ist ziemlich unwahrscheinlich. Aber das dachten Ludwig
XVI. und seine Entourage auch.

LUNY

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Das Pferd 21.05.2017, 16:16
126.

Zitat von williamh.bonney
Unternehmen sterben nicht die gehen Konkurs
das halten Sie doch nicht für ein Argument, oder? Natürlich sprich man vom Sterben von Unternehmen, auch wenn dies formal nicht richtig ist.
Nun bringen Sie doch bitte erst mal eine Quelle jenseits von Indymedia & Co. Bisher blamieren Sie sich nur, weil Sie ganz offenbar etwas glauben, nur weil es oft wiederholt wird, und in Ihr Weltbild passt.
Bei kritischer Betrachtung sollte auffallen, daß so ein Satz höchst unwahrscheinlich sich aus Menschen bezieht, einfach weil das, selbst wenn das jemand denkt, zu den absoluten Tabus gehört.

Aber ich warte erst mal ab, vielleicht finden Sie noch eine Quelle. ich will ja nicht völlig ausschließen, daß in den letzten 30 Jahren mal ein Vorstandschef sowas gesagt hat. Nach aller politischen Erfahrung würde ich aber sagen, daran würde ich mich erinnern.

ach ja, die Herrhausen-Gesellschaft ist wieder erreichbar. Vielleicht finden Sie was.

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gohajaxe 21.05.2017, 16:19
127. Das wird sich zeigen

Zitat von nick_neuer
Nach dem momentanen Verteilungsmodell beschert die Industrie 4.0 (sofern sie mit Arbeitsplatzverlust einhergeht) aber nicht nur "Freiheit und Freizeit" sondern auch materiell prekäre Lebensverhältnisse namens ALG2. Der unverändert produzierte Reichtum kumuliert weiter bei den 1%. Deshalb ist es so wichtig, neue Verteilungsmodelle zu finden. Die Frage ist natürlich, ob das 1% da so ohne weiteres mitmacht.
Seien Sie genauer. Sie produziert sehr viele und sehr gute Arbeitsplätze; und dann gibt es immer noch Arbeitslose, nicht so viele in Deutschland, aber immer noch viel zu viele. Denen muss geholfen werden, insbesondere denen, die hilf- und schutzlos sind; aber mit Verlaub nicht den gestandenen Männern in ALG2, die arbeiten könnten, aber nicht wollen. Da müssen wir schon unterscheiden. Über die Balance von Fordern und Fördern müssen Sie auch sprechen; DAS war der Kern von Schröders Agenda und nicht die vermeintliche Abschiebung grosser Bevölkerungsteile in ALG2. Die Linksfraktion in der SPD (und die Linke sowieso) wundert sich, warum die Mehrheit der Bevölkerung sie nicht wählt. Dabei ist die Erklärung so einfach: Ihre Mehrheit ist eine Minderheit. PS Ein gewisser Sockel an Arbeitslosigkeit scheint unvermeintlich; ein besseres Mass als die Anzahl ist dafür die mittlere Verweildauer in der Arbeitslosigkeit; und davon der unfreiwillige systemische Anteil. PPS Wenn Sie Ideen für einen funktionierenden staatlichen Sektor ausserhalb oder neben der freien Wirtschaft haben, bin ich ganz Ohr. Auf das Geschrei der Leute, die dann ALG2 mal X bekommen sollen, aber sich dann im Gegenzug z.B. in der Pflege engagieren müssen, bin ich gespannt. Auf Ihre Argumente auch.

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c.p.hant 21.05.2017, 16:20
128. Wer nicht arbeitet ...

Zitat von williamh.bonney
Wenn du gelesen hättest: "den Schwachen", das bedeutet allen MENSCHEN, die keine Geld* oder Produktivvermögen besitzen, und allen Völkern, die sich dem internationalen Kapital noch nicht "geöffnet"haben" Meine Quelle; Thomas Gerlach Denkgifte Psychologischer Gehalt neoliberaler Wirtschaftstheorie und gesellschaftspolitischer Diskurse gibt es als PDF im Internet, bitte googeln, da ich glaube direkte links sind nicht erwünscht, beinhaltet ein Literaturverzeichnis.
Aus dem Dokument von Herrn Gerlach:

"Den strukturellen Hintergrund solcher Exzesse liefert das neoliberale Credo, wonach die Daseinsberechtigung der Menschen von ihrer ökonomischen Verwertbarkeit abhängt."

Dazu fällt mir der Sozialdemokrat Franz Müntefering ein, der 2006 sagte: "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen."

Vielleicht ist es an der Zeit, dass man die SPD kapert und wieder zu der Partei macht, die sie einmal war und dafür als erstes den Seeheimer Kreis auflöst.

Das Dokument von Thomas Gerlach findet sich übrigens hier: http://www.kritische-psychologie.de/files/tg2000a.pdf

Besten Dank für die Empfehlung.

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williamh.bonney 21.05.2017, 16:25
129. Volle fahrt in die Dystopie

Zitat von Das Pferd
danke, hatte ich vermutet, aber leider keine Originalquelle gefunden. Dafür hunderte Wiederholungen in entsprechenden Echokammern (auf deutsch eigentlich Hallraum, aber egal)
Na das finde ich in betrachtung des Amerikanischen Sozialbewußtseins und das von einem Vollblut Kapitalisten schon ziemlich optimistisch gedacht.
Na klar die betreiben ja zum Ausgleich Enwicklungshilfe, Monsanto, Nestle u. Co lässt grüssen. Die Schwachen denen man im eigenen Land keine Almosen zukommen lässt landen halt im Amerikanischen Knast, was würde ich für solch einen optimismus geben?

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