Forum: Wirtschaft
Bundestagswahlkampf: Vermisst: Ein Konzept für Gerechtigkeit 4.0
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Der globale Kapitalismus ist defekt. Auch, weil die Digitalisierung immer mehr Branchen durcheinanderwirbelt - und damit den ganzen Arbeitsmarkt. Die Bürger erwarten Antworten. Doch die Politik bleibt sie schuldig.

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alfred-wilhelm 21.05.2017, 19:43
210. Ich denke,

...... der strukturelle Wandel, von dem wir hier sprechen, hat etwas signifikantes Anderes an sich, als die Änderungen, die wir in der Vergangenheit erlebten. Es geht nicht mehr um Wachstum und das Schaffen von Arbeitsplätze und Beschäftigung von Menschen sondern um das ersetzen von Menschen durch Roboter und die digitalisierte Erzeugung, Herstellung und Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen - ohne den Menschen

Teilweise erlebten wir das bereits in den vergangenen Jahrzehnten, sei es, dass - dank Internet - viele Einzelhandelsgeschäfte verschwanden und durch Versandhandel ersetzt wurden oder z.B. der Bücherhandel von Amazon dominiert wird.

Das bedeutet aber, dass Menschen keine Gelegenheit haben werden über produktive Arbeit ihren Lebensunterhalt zu sichern.
Nochmal: Die Arbeitsplätze sind schlichtweg nicht da und werden nicht mehr da sein und werden auch nicht durch andere ersetzt werden!

Wenn in manchen europäischen Staaten bereits jetzt eine Jugendarbeitslosigkeit von über 30% oder gar über 40% existieren, dann deshalb weil es bereits jetzt in den betreffenden Staaten keine Arbeitsplätze mehr gibt! Ursache ist die Ent-Industrialisierung und Verlagerung der industriellen Produktion in Billiglohn-Länder.
In der Zukunft kommt aber noch hinzu, dass die derzeitig in Europa existierenden Fertigungsstädten robotisiert und digitalisiert werden.

Das, was ich hier anspreche und hier in diesem Forum diskutiert wird, ist in der Schloss-Versailles-Welt unserer politischen und wirtschaftlichen Elite aber absolut kein Thema.

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keine-#-ahnung 21.05.2017, 19:46
211. Nur Mut!

Zitat von c.p.hant
Es ist immer sehr einfach, sich über andere lustig zu machen. Ich für meinen Teil kann dazu sagen, dass ich darüber schon öfter und auch länger nachgedacht habe. Was mich bislang davon abgehalten hat ist, dass Politik offenbar sehr schmutzig ist und ich mir nicht sicher bin, ob ich mir das antun möchte.
Mein Auto ist auch immer recht schmutzig - trotzdem mag ich das Teil irgendwie ...

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Das Pferd 21.05.2017, 19:46
212.

Zitat von luny
Hallo Das Pferd, der Philosophie, den Umsatz dadurch zu steigern, indem die Konkurrenz einfach aufgekauft wird, folgte die Ernüchterung, daß es doch besser sei, sich auf sein eigenes Kerngeschäft zu besinnen. Die Erhöhung des Umsatzes ist interessanterweise nicht unbedingt mit der Erhöhung des Gewinnes gleichzusetzen. Der Laie staunt, der Fachmann wundert sich. LUNY
Hatte in der Zeit mal mit einem regionalen Daimler-Chef zu tun. Man hat der über Chrysler sich aufgeregt. Das waren noch nicht mal die großen Kulturunterschiede, das ging nur um die Zusammenlegung der Vertriebsstruktur in Deutschland.
Und wer hier in den 90ern Crysler verkaufte, war eine Klitsche, meist Werkstatt mit ein bisschen Verkauf. Halt Ami-Car-Händler, hemdsärmlig, eben auch ein wenig dreckig. Am Besten mit Südstaatenfahne im Laden. Das beriet schon mal der Schrauber den Kaufwilligen, was bei der Kundschaft auch gar kein Problem war.
Aber für dem Mercedes-Menschen war es ein richtiger Kulturschock.

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c.p.hant 21.05.2017, 19:51
213.

Zitat von luny
Möglicherweise hat jemand auch alles RICHTIG gemacht und landet trotzdem auf Hartz IV-Niveau. Das kann schneller gehen, als man denkt.
Sehr viel schneller als man denkt. Ich zum Beispiel. Ich habe immer sehr gut verdient, zuerst als Arbeitnehmer, dann als Selbstständiger. Der unterwartete Tod von zwei mir sehr nahestehenden Menschen hat mich völlig aus dem Konzept gebracht. Dann bin ich selber auch noch schwerwiegend krank geworden und nach eineinhalb Jahren aus der Krankenversicherungsleistung gefallen. Was folgte war Hartz IV, weil ich weiterhin nicht arbeitsfähig war. Heute bin ich wieder selbstständigt. Dazu gehörte aber auch sehr viel Willenskraft, noch viel mehr Geduld und Disziplin. Ich empfand Hartz IV als entwürdigend. Als Einzelunternehmer mit einem jährlichen Umsatz von > 100.000 so behandelt zu werden und so entwürdigend wenig Geld zu haben, war eine prägende Erfahrung für mich. Denn: So viele Rücklagen hätte ich niemals aufbauen können, um das überbrücken zu können.

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Emderfriese 21.05.2017, 19:53
214. Macht

Zitat von 780
Ich finde gut, dass es solche Überlegungen zu unserem Dilemma gibt. Im Grund benötigten wir, um zu neuen Strukturen zu kommen, zuerst einmal, eine Veränderung der kapitalistischen Landschaft, also etwa die Umverteilung von Eigentum. Nun ist der Kommunismus gescheitert, und obwohl viele immer wieder zu diesem Punkt vorstoßen, nicht nur die Linken, gibt es da keine nennenswerten Konzepte. Das Problem ist, Aufgabe von Eigentum ist Aufgabe von Macht, und das ist sicherlich der Grund, warum Politiker, die von dieser Macht auch abhängig sind, hier stumm bleiben und lieber kleine Gebiete angehen, als diese Hauptproblematik zu lösen, damit arbeiten sie aber am Symptom und das muss schiefgehen. Noch schlimmer, wenn die Technisierung den Stand erreicht, dass der Mensch quasi überflüssig wird, was dann?
"...Das Problem ist, Aufgabe von Eigentum ist Aufgabe von Macht, und das ist sicherlich der Grund, warum Politiker, die von dieser Macht auch abhängig sind, hier stumm bleiben .."

Das ist der richtige Ansatz, um das Problem vom Grund her zu lösen. Es geht nicht um Reichtum, den der eine Besitzt und der Andere nicht. Es geht um die Nutzung des Reichtums! Vor mir aus könnten Milliardäre Milliardäre bleiben, wenn ihr Einfluss auf die Gesellschaft genauso groß wäre, die die jedes anderen Bürgers. Es geht - wie Sie ganz richtig sagen - um Macht!
Wenn hier dann und wann vorgerechnet wird, dass eine monetäre Umverteilung von oben nach unten für den Einzelnen unten auch nicht viel ändern würde, so verschleiert dieses "Argument" nur, dass es um viel mehr geht, als um Geld. Nochmal: Es geht um Macht! Und deshalb müssen wir Wege finden, die Macht des Geldes zu beenden. Nur so wird ein Schuh draus.

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keine-#-ahnung 21.05.2017, 20:06
215. Ich stimme Ihnen bezgl. ...

Zitat von mac4me
Um die Wendezeit 40 zu sein und aus einer abgewickelten Gesellschaft zu kommen, bedeutete, danach nur noch prekäre Beschäftigung zu haben. Das war die neue Realität in Deutschland, zuerst im Osten ausprobiert, später flächendeckend. Ich bin sicher, die meisten schreiben das nicht einmal, weil sie sich schämen. Aber diese "Versagergeneration" war politisch in Kauf genommen worden. Sie ist es, die heute die AfD wählt, nach dem die jahrzehntelange Wahl der Linken nichts gebracht hat.
... der Menschen zu, die zur Wende um die Fünfzig waren - meine Eltern bspw. Beide hatten es dann zwar wieder in halbwegs akzeptable Beschäftigungen geschafft, aber die Zäsur war eine gewaltige. Und da stand nicht nur das Geld im Vordergrund ...
Aber die Situation war damals IMHO mit der heutigen nicht vergleichbar - es war die Zahl an Arbeitsplätzen, die benötigt wurde, um die Leute aufzunehmen, die abgewickelt wurden, einfach in summa nicht da - auch in Westdeutschland nicht.
Das sieht heute völlig anders aus - die Jobs sind da, können aber nicht besetzt werden. Die Gründe sind vielfältig, einerseits studieren Zehntausende schlicht an der Lebens- und Arbeitsmarktwirklichkeit vorbei, statt sich in einem Lehrberuf ausbilden zu lassen, dann passt die offene Stelle nicht, weil man umziehen müsste oder für seine erworbene "Qualifikation" (für die es allerdings gar keine Nachfrage gibt) zu "wenig" Geld erhalten würde etc.pp. Gordischer Knoten #1.
Man kann jetzt seitens der ARGE auch nicht sagen, Du Dr. Sozialwissenschaftler wirst jetzt Fachkraft beim Gerüstbauer Müller, sonst sanktioniere ich Dich ... weil der Müller braucht solche "Fachkräfte" gar nicht, der will richtige. Und würde sie auch gerne ausbilden ... findet aber keinen Azubi, weil die alle Mattetick an der Unität stieren ... Gordischer Knoten #2.
Schreibe ich jetzt bspw. eine Ausbildungsstelle zur MFA aus, bewerben sich regelmässig auch Abiturienten bei mir. Schriftlich. Was sie besser hätten bleiben lassen und Ihre Bewerbung beim Vorstellungsgespräch lieber getanzt hätten. Weil ich mir dann sage, wenn es in zwölf oder dreizehn Jahren nicht gereicht hat, geradeaus Schreiben zu können, wie will dieses Wesen in drei Jahren einen Beruf erlernen? Gordischer Knoten #3.
Es bleiben Fragen über Fragen ... aber alle schreien laut nach Gerechtigkeit 4.87

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anton014 21.05.2017, 20:07
216. So ein Quatsch. Habe selten so viel Unsinn gelesen

Sie sollten sich besser mit den weltwirtschaftlichen Zusammenhängen befassen, bevor Sie so einen Blödsinn schreiben.
Die Löhne und Gehälter werden nicht von der Politik gemacht, sondern sind das Ergebnis vom globalen Wettbewerb. Und ... wer hier darüber und über Arbeitsverlagerung in Billigländer oder Arbeitsplatzvernichtung durch Maschinen klagt, sollte bei sich zu Hause nachschauen, was er an Gütern hat, die in Billigländern gekauft ider durch Maschinen gefertigt wurden. Gekauft wurden die sicherlich wegen des niedrigeren Preises im Internet.

Sehen Sie den Ursache/Wirkungszusammenhang?

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pennywise 21.05.2017, 20:10
217. Tja

Der Michel sieht es so
Schuld ist das faule Griechenpack!
Schuld sind die Flüchtlinge aka Moslems!

Dank verbalem Trommelfeuer der AfD aka CSU. Und des völk... ääh Pardon der BLÖD.

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freekmason 21.05.2017, 20:15
218.

Zitat von meine_foren
Person A lebt sparsam und vorausschauend und legt monatlich ihre Überschüsse geschickt an. Person B haut bei gleichem oder höherem Einkommen jeden Monat alles für Konsum raus. Die Vermögensschere zwischen beiden Personen öffnet sich immer weiter. Traurig? Ja! Aber deshalb ungerecht? :-)
argument? ja, aber strohmann. :)

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c.p.hant 21.05.2017, 20:19
219.

Zitat von Ossifriese
"...Das Problem ist, Aufgabe von Eigentum ist Aufgabe von Macht, und das ist sicherlich der Grund, warum Politiker, die von dieser Macht auch abhängig sind, hier stumm bleiben .." Das ist der richtige Ansatz, um das Problem vom Grund her zu lösen. Es geht nicht um Reichtum, den der eine Besitzt und der Andere nicht. Es geht um die Nutzung des Reichtums! Vor mir aus könnten Milliardäre Milliardäre bleiben, wenn ihr Einfluss auf die Gesellschaft genauso groß wäre, die die jedes anderen Bürgers. Es geht - wie Sie ganz richtig sagen - um Macht! Wenn hier dann und wann vorgerechnet wird, dass eine monetäre Umverteilung von oben nach unten für den Einzelnen unten auch nicht viel ändern würde, so verschleiert dieses "Argument" nur, dass es um viel mehr geht, als um Geld. Nochmal: Es geht um Macht! Und deshalb müssen wir Wege finden, die Macht des Geldes zu beenden. Nur so wird ein Schuh draus.
Macht durch Geld - ein Kernproblem. Menschen, die nach Macht streben, sind oft narzisstischer Natur. Das Fehlen von Liebe, Wärme und Geborgenheit während der Kindheit versuchen sie mit Macht zu ersetzen, was aber nicht funktioniert, weshalb immer mehr Macht eingefordert wird. Ein Teufelskreislauf.

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