Forum: Wirtschaft
Bundesverwaltungsgericht: Klagen gegen Elbvertiefung abgewiesen
imago/ blickwinkel

Die Klagen gegen die Elbvertiefung sind vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gescheitert. Kommunen und Fischer hatten Planungsfehler und negative Auswirkungen auf den Tourismus bemängelt.

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Deify 28.11.2017, 13:25
1. Wer hat etwas anderes erwartet?

Wenn es um Entscheidungen Ökologie vs. Ökologie geht, ist von Anfang an klar, wer gewinnt. Man möge nicht wieder mit dem Argument des Wettbewerbs kommen; irgendwo hat auch das seine Grenzen, und zwar da, wo die Lebensgrundlagen benachteiligt werden; das werden sie schon mehr als genug. Man kann nicht die Welt den Wünschen der Wirtschaft anpassen, am besten noch die (schon verdreckten) Meere ausheben; es muss danach gehandelt werden, was noch vertretbar für die Umwelt ist. Nicht immer mehr, höher, weiter... irgendwann ist auch mal gut.

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DerVO 28.11.2017, 13:38
2. Elbvertiefung

Frage eines Unwissenden: Ist es aus Sicht des Naturschutzes wirklich erheblich, ob die Elbe _noch_ einen Meter tief ausgebaggert wird?
Oder anders gefragt: Sollte man die Natur nicht zuvorderst da schützen, wo es überhaupt noch eine gibt?

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helmut.alt 28.11.2017, 13:46
3. Auch wenn es den Naturschützern weh tut,

im Zweifelsfall müssen die Interessen des größeren Lagers (Arbeitsplätze!) Vorrang haben. Man kann einen status quo nicht permanent einfrieren.

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Anneliese-Schmidt 28.11.2017, 14:10
4.

Wie häufig möchte man denn in der Zukunft die Elbe noch weiter vertiefen? Die Containerschiffe werden, gerade in den letzten Jahren, deutlich größer, schon jetzt können sie nicht vollbeladen Elbaufwärts fahren. Das wird sich übrigens auch mit der in x Jahren vollendeten Elbvertiefung nicht ändern. Hier ist die Rede von 14,5 m Tiefgang auf der Flutwelle, z. B. die MOL Triumph hat aber vollbeladen einen Tiefgang von ca. 16 m.
Deutschland hat mit dem Jade-Weser-Port einen Tiefseehafen, den die Triple-E // 20.000-TEU // CSCL-Globe-Klasse anfahren kann, hier hapert es jedoch mit der landgebundenen Infrastruktur...
Von den angebrachten Bedenken abgesehen ist Hamburg auf lange Sicht ein Auslaufmodell.

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kuschl 28.11.2017, 14:10
5. Der Wasserfenchel ist wichtiger als zig tausend Arbeitsplätze

Man glaubt es kaum, was bei einer Verkehrswegeplanung plötzlich an schützenswerten Kreaturen oder Pflanzen gefunden wird und meistens von halbtagsarbeitenden Besorgtbürgern aus dem öffentlichen Dienst, die Zeit und Muße haben, akribisch das gesamte Elbufer abzusuchen. Was nicht da ist, kann man ja notfalls auch mitbringen und der eingebildete Ruf des Wachtelkönigs reicht, um eine Planung für Jahre per Gericht zu stoppen. Man selbst ist ja von den Folgen als letzter betroffen, erst trifft es ja die arbeitende Bevölkerung am und um den Hafen herum, die keine Zeit hat, den Wasserfenchel in einem verborgenen Quadratmeterareal zu finden. Über diese Klagealibiargumente freuen sich natürlich die großen Häfen in Westeuropa, die dankend alle großen Warenströme übernehmen und was kümmert die Kläger, ob in der Folge tausende Hafenarbeiter, Logistiker ihren Job verlieren. Man selbst hat ja einen sicheren Job abseits des Hafens, ist eventuell sogar unkündbar und fühlt sich toll in der Gründung einer neuen Bürgerinitiative und kann sich Aktivist
nennen und sich rühmen, mal wieder Steuergelder verballert zu haben für eine Sache, die später rechtsstaatlich per Urteil verworfen wird. Rechtsstaatlichkeit wird natürlich nur dann anerkannt, wenn sie sie der Sache dient. Wo bringen wir denn nun den Wasserfenchel oder den Ruf des Wachtelkönigs als nächstes hin?

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horstvonork 28.11.2017, 14:12
6. Eitelkeiten...

... leider reagiert der Hamburger Kaufmann eitel und nicht immer vernünftig. Hamburg soll die Zeche entlang der Elbe zahlen, die auf die Anwohner zukommt. Schließlich hätten sie die Kooperation auch direkt an der Küste haben können - ohne den Irrsinn, die Elbe noch weiter zu vertiefen.

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nobronski 28.11.2017, 14:12
7. DAS ist doch nur ....

...ein Tropfen auf den heißen Stein. Die nächste Schiffsgeneration wird Hamburg nicht mehr anlaufen können.
Die Äre "Hamburg ist eine Hafenstadt" ist endlich. Der Hamburger Hafen lebt nur noch von seiner "historischen Bedeutung". Moderne Tiefwasserhäfen, in denen tiedenunabhängig auch die weltgrößten Containerschiffe (und der Trend geht weiter nach oben!) jederzeit und problemlos, vor allem ohne große "Revierfahrt" (die Elbe rauf und runter) laden und löschen können sind unabdingbar für die Seereedereien und den Containerumschlag der Moderne.
Man sollte die Energien lieber auf Wilhelmshaven konzentrieren, damit sich die Arbeitsplätze nicht plötzlich in den Niederlanden befinden. Rotterdam ist beim Containerumschlag schon lange an Hamburg vorbeigezogen und nimmt weiter Fahrt auf.

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hamburgwolfgang 28.11.2017, 14:28
8. Cuxhaven hat um seinen Tourismus gebangt

Ich frage mich da wirklich, was ist wichtiger, ein paar Touristen mehr zu haben oder evt. 100000 Arbeitsplätze auf Dauer zu sichern. Die Elbvertiefung muß her,und zwar so schnell wie möglich.

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Hamberliner 28.11.2017, 14:32
9. Re: Der Wasserfenchel ist wichtiger als zig tausend Arbeitsplätze

Zitat von kuschl
Man glaubt es kaum, was bei einer Verkehrswegeplanung plötzlich an schützenswerten Kreaturen oder Pflanzen gefunden wird und meistens von halbtagsarbeitenden Besorgtbürgern aus dem öffentlichen Dienst, die Zeit und Muße haben, akribisch das gesamte Elbufer abzusuchen.
Es sind nicht nur die üblichen Verdächtigen. Das letztemal, als ich mich informiert habe, wie denn Die Linke dazu steht, war das Ergebnis: Die Linke war auch gegen die Elbvertiefung - und damit gegen diese Hafen-Arbeitsplätze.

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