Forum: Wirtschaft
Chemiekonzern mit Wirtschaftssorgen: BASF-Chef fordert neue Agenda 2010
Uwe Anspach/dpa

Bei BASF brechen die Erträge ein, Tausende Jobs fallen weg. Konzernchef Brudermüller drängt die Politik in einem Interview zu umfangreichen Reformen - und warnt vor Arbeitslosigkeit durch Klimaschutz.

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fördeanwohnerin 19.08.2019, 07:54
1. -

Jungs, hättet Ihr mal schon vorher Euren Job gut gemacht und nicht alles immer bis dahin aufgeschoben, bis es nicht mehr anders geht, dann müsstet Ihr Euch keine Sorgen machen. Das Wort "nachhaltig" scheint aber immer noch nicht in der Wirtschaft angekommen zu sein.
Herr Brudermüller, Sie sind Teil des Problems.

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Kiesch 19.08.2019, 08:10
2. You've got me confused

Zitat von
"Was nicht funktioniert, ist, dass man einfach noch ein weiteres Instrument hinzufügt und eine CO2-Steuer auf die bestehenden Belastungen oben draufsetzt."
Zitat von
Aber wenn dabei CO2 entsteht, dann muss es bepreist werden - wie das im Energie- und wesentlichen Teilen des Industriesektors schon der Fall ist.
Beides Zitate von BASF Chef Brudermüller, etwa 4 Sätze auseinander. Er lehnt also eine CO2 Steuer ab um anschließend zu fordern, dass (neben der Förderung erneuerbarer Energien) CO2 bepreist wird. Wie man das wohl machen könnte? Vielleicht mit einer CO2 Steuer? Die könnte man sogar dafür benutzen die erneuerbaren zu fördern XD

Also entweder war das ne Glanzleistung von Brudermüller in verschwurbelten Aussagen oder - was ich hier tatsächlich für wahrscheinlicher halte - SPON hätte einfach besser klarstellen können, dass der gute Mann meint, dass man neben der CO2 Steuer nicht vergessen sollte das Geld in erneuerbare zu reinvestieren (sicher nicht ohne Eigeninteresse fordert er dafür Forschungsförderung).

Wo er vor der Arbeitslosigkeit durch Klimaschutz gewarnt haben soll ist mir ebenfalls unklar. Oder ging es darum, dass er genau das Gegenteil gesagt hat, nämlich das wir die Chance haben Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz zu verbinden? XD
Oder darum das BASF sparen will indem man Personal abbaut?

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marcus-manta 19.08.2019, 08:27
3. Intelligenter Gedanke....

lieber CO2-Vermeidung fördern, als abermals neue Belastungen an Industrie und Bürger erheben.
Die Bundeskanzlerin wird sich dieses Argument und noch 20 weitere in Ruhe anhören und vielleicht vor dem Jahr 2021 eine Entscheidung treffen. Oder auch nicht. Genau das ist das Problem in Deutschland.

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burlei 19.08.2019, 08:29
4. BASF muss Insolvenz anmelden!

Lieber Herr Brudermüller, das wäre der richtige Anfang gewesen. Es ist für den Finanzmarkt natürlich dramatisch, wenn die Gewinne nach Steuern für BASF von 5 Milliarden möglicherweise auf nur noch 3,5 Milliarden einbrechen. Noch dramatischer ist allerdings die Situation für die 3.000 Arbeitnehmer in Deutschland, die demnächst auf der Straße stehen. Bekamen die auch Gehälter und Zulagen von jeweils 6 Millionen Euro? Aber Mitarbeiter tun nichts zur Sache. Bei einem zu erwartenden Gewinn von 3,5 Milliarden können Sie nicht erwarten, dass der Bundesbürger in Panik ausbricht. Warten Sie noch etwas. Bei etwas mehr als 2 Milliarden Gewinn im Jahr ist es dann an der Zeit, auf Steuersenkungen für Konzerne, den Wegfall von Beschränkungen wie Kündigungsschutz usw und vor allem - ordentliche Finanzspritzen für Konzerne nachzudenken. Es ist dem Bundesbürger schon klar, dass der Arbeitnehmer für jeden Blödsinn aus den Kreisen von Wirtschaft und Finanzen auf zu kommen hat, dass er verzichten muss, damit die Investoren und Aktionäre wie gewohnt ihre Millionen scheffeln können. Dann aber zur richtigen Zeit! Nicht schon jetzt! Das ist zu früh, das glaubt ihnen jetzt niemand.

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pfranksen 19.08.2019, 08:30
5. Ist das gelerntes Verhalten?

Kaum brechen der Wirtschaft die Umsätze weg, wird reflexartig nach dem Staat gerufen. Dass die aktuellen Probleme (a) auf der weltwirtschaftlichen Lage und (b) auf Fehlentscheidungen des Managements beruhen könnten, wird anscheinend nicht mitbedacht.
Ob die Bürger/innen eine neue "Agenda 2010" mitmachen, wenn Deutschland schon einen der größten Niedriglohnsektoren hat, weiß sicherlich niemand zu sagen. Das aber die aktuelle Klimaschutzdebatte Schuld an der Misere der Wirtschaft sein soll, gehört wohl ins Reich der Märchen und Legenden. Greta Thunberg und FFF für die eigene Lage verantwortlich zu machen, zeugt eher von Ignoranz und Unwissenheit. Es ist derzeit immer noch eine Debatte, Entscheidungen sind noch überhaupt nicht gefallen.

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hausfeen 19.08.2019, 08:31
6. Noch so ein Unverbesserlicher. Klimaschutz SCHAFFT Arbeit.

Unterlassener Klimaschutz zerstört Arbeitsplätze UND unsere Lebensgrundlagen.
Natürlich werden Konzerne, deren Credo die Verwesung unserer Natur ist, Arbeitsplätze, Profit, gar ihre Daseinsberechtigung verlieren.
Wer die Transformation verpasst, wird vom Platz gestellt. Die IG-Farben-Nachfolger sollten doch besonders sensibel mit dem Thema sein.

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nickolausone 19.08.2019, 08:36
7. Blah, blah, blah... und wie immer... nix gelernt

Das klingt ja fast mehr nach einem Witz, als nach einer in irgendeiner Weise sinnvollen Forderung. Ich fange mal an... BASF jammert laut wegen Umsatzeinbrüchen, ja so ist das nun mal, mal geht es aufwärts mal abwärts, dennoch wird von einem Gewinnrückgang gesprochen, so schlimm kanns also nicht sein. Außerdem spricht der gute Mann selbst von Ertragssteigerung und einer sich stetig erhöhenden Dividende, das würde er wohl nicht tun, wenn rote Zahlen vor der Tür stehen.... Der Knüller des ganzen ist aber die Forderung "Die Bundesregierung sollte an eine neue Agenda 2010 denken" um dann im gleichen Interview mit Hinblick auf den Klimaschutz zu sagen "Gesellschaftliche Unterstützung wird es nur geben, wenn Klimaschutz nicht in Arbeitslosigkeit mündet" .... dass ich nicht lache, niemand der gesellschaftlichen Zusammenhalt födern will würde das Wort Agenda 2010 in den Mund nehmen und erst recht keine Erneuerung dessen fordern. Sry, aber so eine Aussage einer der großen neoliberalistischen Manager braucht wirklich kein Mensch... bitte wieder in die Ecke setzten und schweigen!

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echobravo 19.08.2019, 08:38
8. Aha

Es wird nicht explizit gesagt, aber ich vermute Leiharbeit und Werkverträge sind zu teuer geworden. Ich persönlich sehe das genau so, man sollte die 10h pro Tag für die o.g. Anstellungsverhältnisse zunächst probehalber für 10 Jahre abschaffen. Ebenso den 20 tägigen Mindesturlaub im Jahr. Der Markt wird das schon regeln. PS: Wer Ironie findet, gibt diese bitte an der entsprechenden Stelle ab.

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micspiegelforum 19.08.2019, 08:43
9. Schuld sind immer die Anderen

Herr Brudermüller hat Schwierigkeiten und dann sind die anderen (Rahmenbedingungen) schuld. Das sind übrigens ja die Bedingungen unter den er sich sonnt, wenn es gut läuft. Erster Tipp Chairman heißt nicht Stuhlmann weil man immer nur so da sitzt. Das mehr als üppige Salär und die wahrscheinlich weiter überbordenden Pensionsansprüche mit sämtlichen Nebenleistungen wollen (müßen!) verdient werden. Wenn der Gewinn einbricht mal beim Board of Executive Directors schauen warum denn keiner die Marktentwicklungen erkannt hat und z.B. Maßnahmen eingeleitet hat? Die Rahmenbedingungen sind ja unverändert.

Ich gebe mal die FDP wie sie sich sieht. Der Markt wird es regeln. Subventionen für Kohle und Atomstrom weg. Luft ist kein freies Gut mehr. CO2 wird besteuert. In zwar in echt so was um die 200€/t. Schwupps die beste Technologie gewinnt. Schwupps dezentrale Energieerzeugung wird wahrscheinlich ausgebaut.

Herr B. Hat recht: Man muss den Bürgern schon sagen, dass sein Konzern lediglich einen Bruchteil des privaten Strompreises bezahlt, das es bei der EEG Umlage ganz oder fast raus ist und das das Wort Netzentgelte nur aus dem Fernsehen und nicht aus seiner Bilanz kennt. Da brauchen wir einen viel breiteren und offeneren Dialog.

Bevor Herr Brudermüller wieder an das Geld und die Zeit (Zeit ist ja irgendwie auch Geld) will soll er sich um seinen Laden kümmern. Dafür sorgen das er wettbewerbsfähig bleibt, falls das nicht gelingt ist das maßgeblich die Schuld des Herrn Brudermüller. Der dann aber trotzdem eine fette Abfindung und einen fetteren Pensionsanspruch erhält. Also watteweich fällt.

Na dann

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