Forum: Wirtschaft
China-Kopien von Druckerpatronen: Die Tintenkiller auf Amazon
amazon

Birkenstock verkauft nicht mehr auf Amazon, aus Ärger über Plagiate. Bei Druckerpatronen dasselbe Bild: Chinesische Hersteller rollen via Amazon den Markt auf - ohne Rücksicht auf Patente oder Gesetze.

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zensurgegner2017 21.12.2017, 13:52
50.

Zitat von stefan7777
Den Tintenspritzern muß klar sein, dass so etwas nicht ewig gut gehen kann. Gegenüber diesem Gebaren tritt der berechtigte Plagiatsvorwurf und das unsolidarische Verhalten von Amazon bzw. der chinesischen Plagiatteure weit in den Hintergrund.
Machen wir nun Gesetze mit dem Bauchgefühl und ohne Verstand?
Der Amazonnutzer und chinesische Billigimporter verlagert seine Kosten auf:
Den Steuerzahler, der wegen entgangener MwSt höhere Steuern bezahlt, zudem zahlt er für die Müllentsorgung, denn 1000 Tonnen Plastikmüll aus unversteuerter Ware verteuern die Müllgebühren, drittens zahlt der Steuerzahler mehr Sozialhilfe , da die nun arbeitslosen Patronennachbauhersteller arbeitslos wurden.

Wer nun rumkrakelt, dass diese Tatsache gemessen an der zwar bedauerlichen aber LEGALEN Tintenpatronenabzocke unerheblich ist, der hat schlicht kein Demokratie und Sozialstaatverständnis

Also nicht wundern, wenn er beschchissen wird

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katarina.kaia 21.12.2017, 13:53
51. Beeindruckende Leistung des Forum

Soll ich erschüttert oder beeindruckt sein, das hier anscheinend niemand verstanden hat, dass sich nicht die Hersteller der "Original-Tinten zum Mondpreis" beschweren, sondern die günstigen Ersatztintenhersteller.

Die können nicht tiefer mit dem Preis, weil sie Steuern und die Entsorgung zahlen müssen.

Das fördert überhaupt nicht den Wettbewerb. Es zerstört ihn.

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zensurgegner2017 21.12.2017, 13:55
52.

Zitat von zeichenkette
der kauft halt den Nachbau. Davon haben Firmen wie die beschriebene lange Zeit profitiert, jetzt sind es halt noch billigere Nachbauer. Traurig für die betroffenen Firmen, aber dieser Wind weht halt jetzt woandershin. Das mit Steuerbetrug von Firmen zu vermischen, die über Amazon verkaufen, ist irgendwie unredlich.
Das ist keineswegs unredlich

Max Muster vermischt hier wieder mal das Bauchgefühl des kleinen Mannes, der von den pöhsen Original Patronenherstellern beschissen wird mit Widwestjustiz

Der Billigimporteur kann nur so billig sein, WEIL er Müllkosten, Qualitätssiegel Prüfsiegel UND MwSt nicht bezahlt.

Wer bei dene kauft der sollte sich nicht beschweren, dass Steuern steigen

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triptychon5zehn 21.12.2017, 13:57
53.

Ich weiß nicht was verwerflicher ist: Marken die in China herstellen und das Geld vor der chinesischen Grenze einbehalten, in Irland keine Steuern zahlen sondern direkt in die heimat ableiten und damit andere Staaten um ihre Steuern bringen und parallel die Arbeiter in China ausbeuten oder chinesische Hersteller, die direkt auf alles pfeifen und nur noch billig anbieten. Klar ist: Amazon müssTe Steuern direkt ausweisen und einbehalten und niemand hätte was dagegen. Da aber Großmarken in Europa mit Samthandschuhen angefasst werden stellt die Rechtsprechung den eigentlichen Problemfall da, Amazon handelt in seinen Grauzonen wie eh und je.

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zeichenkette 21.12.2017, 13:57
54.

Zitat von hansistyle2
klar is sowas nicht ok, aber mal ehrlich wenn man sich die unverschämten preise von den originalherstellern ansieht....30€! für eine füllung (schwarz, rot, blau, gelb) die dann grad mal für ca 150-200 kopien (und die sind für studenten und co schnell erreicht)...eine frechheit.
Das Sache mit den Tintenpreisen ist die, dass man damit die Drucker für sehr wenig Geld verkaufen und das Geld dann mit der Tinte verdienen konnte. Und dass Käufer offenbar genau das wollen: Denn verkauft man den Drucker so, dass das wirtschaftlich Sinn macht und die Tinte dann als billige Verbrauchsmaterialien, dann verkauft man nix, weil den Leuten der Drucker zu teuer ist und sie lieber einen für 39€ kaufen. Und dann über die teure Tinte für diesen Drucker meckern... Patronennachbauer nutzen das dann aus und verdienen auch an billigen Patronen noch gutes Geld, weil sie ja nicht vorher den Drucker entwickeln und fertigen und womöglich unter Herstellungspreis verkaufen mussten. Das kann man drehen wie man will, da treffen überall Dummköpfe auf Geschäftemacher...

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daniel_huep 21.12.2017, 13:58
55. Chinaware ist nicht gleich Chinaware - G&G hält abertausende Patente

Da mein Arbeitgeber Tonerdumping erwähnt wird, will ich mal »Insiderinfos« zur Verfügung stellen.
Wir arbeiten seit einiger Zeit sehr eng mit einem der wichtigsten Produzenten weltweit zusammen, einem chinesischen Unternehmen, das ebenfalls im Artikel erwähnt wird - es ist Teil des Konsortiums, welches Lexmark übernommen hat.
Diese Gruppe hält selbst Unmengen an Patenten, entwickelt zum umgehen der teils absurden Patente der Hersteller wie HP, Canon, Epson eigene Lösungen usw.. Aber auch das sind »chinesische Druckerpatronen«.
Man muss hier also sorgfältig unterscheiden, und sollte Markenware aus China nicht mit dem Hinterhofkram in einen Topf werfen.
Unser chinesischer Partner steckt auch dahinter, dass wir bei Tonerdumping - das ging im Frühjahr durch einige Medien wie z.B. golem (https://www.golem.de/news/hp-teure-luft-in-der-tintenpatrone-1703-126529.html) - eine HP 304 anbieten können, die im Gegensatz zur Originalpatrone in Normalgröße satte 8x mehr Tinte enthält - ohne Patentverletzungen etc.
Alles in allem muss man hier sorgfältig unterscheiden, und sollte die Finger von Billigmüll lassen, ganz gleich ob der jetzt in China, dem Ostblock oder Afrika zusammengebastelt wird - oder auch in Deutschland. Auch nicht jeder deutsche "Refiller" oder Hersteller von kompatiblem Druckerzubehör arbeitet perfekt. Qualität kostet - auch kompatible Qualität.

Daniel Hüpenbecker
Design&Development - Tonerdumping Orth & Baer GmbH

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Anna Bolika 21.12.2017, 13:58
56.

Zitat von cyoulater
Diesen Beitrag empfehle ich all jenen Foristinnen und Foristen, die hier auf SPON bei jeder Gelegenheit das Loblied auf den Online-Handel (SO schnell, SO toll, SO billig, KEINE - igitt! - Kassenschlangen, KEINE Anfahrtswege und SO PRAKTISCH) singen und meinen, auf den Einzelhandel könne man verzichten. Dann, liebe Leute, verzichtet auch auf Authentizität und Qualität bei der Ware und jammert nicht, wenn ihr billige China-Nachbauten als Originalteile untergejubelt bekommt.
"...und jammert nicht, wenn ihr billige China-Nachbauten als Originalteile untergejubelt bekommt." Wer jammert denn? Die Qualität passt und Ihre atemlose Aufzählung "...SO schnell, SO toll, SO billig, KEINE - igitt! - Kassenschlangen, KEINE Anfahrtswege und SO PRAKTISCH" stimmt doch auch! Ich habe bis dato mit chinesischen Produkten, gekauft auf Amazon Marketplace, in jeder Hinsicht nur beste Erfahrungen gemacht. Und beim "vor Ort Händler" oft wartend zwischen den Regalen zu verbringen, bis ich wahrgenommen werde, ist deutlich frustrierender als all die positiven shopping Erfahrungen im Netz, insbesondere bei meinem absoluten Favoriten Amazon: "...SO schnell, SO toll, SO billig, KEINE - igitt! - Kassenschlangen, KEINE Anfahrtswege und SO PRAKTISCH". Auf denn: Frohe Weihnachten und verzweifeln Sie nicht in Ihrem Laden...

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mwroer 21.12.2017, 13:59
57.

Zitat von spon-facebook-1293013983
Wenn ich bei Amazon kaufe, zahle ich meine Rechnung an Amazon. Eine kleine Gesetzesänderung, so dass Amazon bereits die MwSt abführt und den Händlern nur den Netto-Betrag überweist und zumindest das Steuerthema ist erledigt. Wenn man dann noch Amazon für die Patentverletzungen haftbar macht, ist das Thema auch erledigt. Mag zwar sein, dass Amazon nur "Marktplatz" ist, aber es ist deren Plattform und es sind deren Regeln und die verdienen dran. Ordentlich, würde ich sagen.
Ja aber Prüfungen des Patentrechts fallen nun wirklich unter die Verantwortung von Amazon. Ich finde es gibt Grenzen - auch gegen Amazon.

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RaKader 21.12.2017, 14:00
58.

Zitat von L. Schmidt
Amazon ignoriert nicht nur Urheber- und Arbeitnehmerrechte, sondern auch das Gewährleistungsrecht. Sobald über den Marketplace eingekauft wird, fühlen sich weder Amazon, noch der Verkäufer zuständig - der Dumme ist am Ende der Kunde: Ersatz oder Erstattung seien nur innerhalb von 30 tagen möglich. WTF?! Auf diesbezügliche Beschwerden kommt seitens Verbraucherschutzzentralen und Bundesregierung auch keine Antwort.
Das stimmt so nicht ganz: Händler mit Sitz in Deutschland müssen sich an das hiesige Recht halten, ähnlich Händlern im EU-Ausland.

Dem Treiben, Steuer- und Haftungsrechte zu ingorieren, könnte Einhalt geboten werden. Das Urteil des EuGH, den Taxideinst Uber nicht als Vermittler, sondern als Anbieter einer Dienstleistung mit allen Rechten und Pflichten einzustufen, könnte wegweisend sein.

Warum sich die Institutionen, vor allem die der Wirtschaft, hier wegducken, ist mir schleierhaft. Vermutlich sind in den deutschen Wirtschaftsverbänden zu viele widerstreitende Interessen vertreten. Bei monolithischen Interessenvertretungen wie den Taxi-Verbänden ist das wohl einfacher.

Möglichkeiten Amazon in seine Schranken zu weisen, gibt es meiner Überzeugung nach. Die Schmerzgrenze ist offenkundig noch nicht erreicht.

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b20a9 21.12.2017, 14:01
59. Einfuhrumsatzsteuer

Wenn ich mich recht erinnere, sind Artikel bis zu einem bestimmten Betrag, der glaube ich irgendwo zwischen 20 und 30 EUR liegt, von der Einfuhrumsatzsteuer befreit? Demnach wäre es kein Steuerbetrug. Oder doch? Natürlich kann man dann als Kunde auch keine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer bekommen. Für Privatverbraucher spielt das auch keine Rolle. Den zunehmende Import von Waren aus China sehe ich allerdings auch kritisch, da es in der Tat den Wettbewerb verzerrt. In Ordnung finde ich es allerdings bei Waren, die hier einfach nicht oder nur extrem schwer verfügbar sind. Z.B. bestimmte Handyschutzhüllen für exotische Modelle etc..

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