Forum: Wirtschaft
Chinesischer Aixtron-Investor: Herr Liu versteht die deutsche Angst nicht
Fujian Grand Chip Investment Fund LP

Putzmeister, Kuka - und jetzt der Maschinenbauer Aixtron: Erneut befeuert eine Übernahme die Sorge vor einem Ausverkauf deutscher Technologie nach China. Investor Liu Zhendong spricht erstmals über seine Pläne.

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wunderformel 04.10.2016, 17:16
20. Ich auch nicht!

Zitat von
Herr Liu versteht die deutsche Angst nicht
Viele Leute hierzulande wissen oft nicht, dass "ihre" Firma zu grossen Teilen irgend einem Investor aus irgend einer Ecke der Welt gehört.

In den 1980er Jahren war ich bei der SEL tätig, die zu 80+% der ITT gehörte, und zwar schon seit den 1930er Jahren. Dieser Fakt war den mit anderen ITT-Firmen zusammenarbeitenden Ingenieuren bekannt, aber in den Fabriken wussten es nur wenige - ich habe selber erlebt, wie überrascht ein paar Werkzeugmacher waren, als ich ihnen das erzählte. Zuende ging es mit der Firma dann später, als sie von der CGE gekauft wurde und im Alcatel-Firmenverbund aufging.

Natürlich wollen die Chinesen von der Übernahme profitieren, was ja wohl verständlich ist. Warum sollten sie aber Spezialisten vergraulen? Es werden wohl hin und wieder ein paar Leute zeitweise oder dauerhaft nach China gehen, aber auf diese Art und Weise bleibt der deutsche Standort auch bekannt und wird wohl auch gepflegt werden.

Davon können beide Seiten profitieren, wie auch sonst bei wirtschaftlichen Verflechtungen.

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hman2 04.10.2016, 17:17
21.

Zitat von kuac
Wenn Bayer Monsanto kauft, dann ist das OK.
Ich wüßte nicht, was daran okay sein soll, Landwirte in der ganzen Welt in einen erbarmungslosen Customer-Lock-In zu sperren. Der Landwirt kauft gentechnisch modifiziertes Saatgut von Monsanto. Dessen Hauptvorteil ist die Resistenz gegen Roundup und andere Ultragifte. Die bringt der Bauer dann aus. "Leider" sind die tollen Pflanzen, die aus Monsantos Saatgut wachsen, fast alle unfruchtbar. Das heißt: Der Bauer muss neues Saatgut bei Monsanto kaufen. Aber da er inzwischen Roundup auf sein Feld gekippt hat, wächst da inzwischen nur noch das unfruchtbare Zeug von Monsanto und nix anderes mehr! Er muss also für Ewigkeit Saatgut nachkaufen, Gift nachkaufen, Saatgut nachkaufen, etc. pp. et. al.

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hf1205 04.10.2016, 17:19
22. Die

Zeiten des mühseligen kopierens und spionierens sind langsam vorbei. Jetzt wird einfach alles über Geld und Gier geregelt.
Wir sollten langsam begreifen, das letztendlich alle unsere Exportschlager bald genauso gut, dafür aber billiger in Asien produziert werden können. Auch Daimler & Co. werden irgendwann das Nachsehen auf den Weltmärkten haben.
Erinnern wir uns ans Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre, als die ersten PKW aus Japan zu uns kamen und als Reiskocher verspottet wurden. Es dauerte 2 Jahrtzehnte, dann war der größte Automobilkonzern ein japanisches Unternehmen Namens Toyota.

Da 1,3 Milliarden Chinesen aber dringend Arbeitsplätze benötigen um den sozialen Frieden nicht ernsthaft zu gefährden, werden bei uns die Arbeitsplätze wegfallen, wie bisher schon so viele. Was dann bleibt sind Dienstleister, die sich dann aber niemand mehr leisten kann, so wird Deutschland langsam aber sicher in die Bedeutungslosigkeit absteigen, mit all den gravierenden Folgen, die solch ein Abstieg hat. Zumal wir als größtes Handicap noch nichtmal auf dringend benötigten Rohstoffen sitzen, sondern diese teuer einkaufen müssen.

Die Chinesen lachen sich doch ein 2. Loch in den Bauch, über diese unglaubliche Naivität des Westens, der von Anfang an zuließ, dass man dreist seine Produkte nachbaute und das nun mit dem Technologie-Ausverkauf fortsetzt.

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Badischer Revoluzzer 04.10.2016, 17:21
23. Ich würde an seiner Stelle

haargenau so argumentieren. Seine Sicht ist die des Stärkeren. Punkt.

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redwed11 04.10.2016, 17:22
24.

Zitat von Nordstadtbewohner
Es ist das Knowhow der Eigentümer und an wen die es verkaufen, ist zuerst einmal deren Sache. Sie denken zu einfach und vergessen, dass die großen Unternehmen längst internationalisiert sind und dieses Denken in Nationalstaatsgrenzen überholt ist. Erst kürzlich hat Bayer das amerikanische Unternehmen Monsanto aufgekauft. Da gibt es nicht so ein Geschrei. Wie gesagt, es ist in erster Linie die Entscheidung der Eigentümer. Ich arbeite auch für einen chinesischen Arbeitgeber oder Amerikaner usw., wenn es sich für mich lohnt.
Da irren Sie gewaltig. Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Und ein Verkauf mit einer Abwanderung der vorhandenen Technologie inklusive dem Verlust der Arbeitsplätze liegt nicht im Interesse des Allgemeinwohls in diesem Land.
Wenn Sie mit einer kurzfristigen Tätigkeit für ein von den Chinesen aufgekauftem Unternehmen zufrieden sind, dann ist das Ihre Sache. Deen wie die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, sind das keine langfristigen Arbeitsplätze. Die entstehen in China. Aber die überwiegende Mehrheit der in Deutschland Beschäftigten legen Wert auf einen längerfristigen Arbeitsplatz.
Und das ist das Problem mit den chinesischen Firmenaufkäufen. Arbeitsplätze und Technologie werden nach China verlagert und die wirklich arbeitenden Menschen in diesem Land sind die Angeschi......

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Msc 04.10.2016, 17:30
25.

Zitat von einwerfer
dem smarten Herrn Liu jedes Wort. Aber erst, nachdem der erste westliche Investor eine chinesische Firma mehrheitlich übernehmen durfte.
Warum sollten westliche Unternehmen das machen? Wer sich in den chinesischen Sumpf aus Wirtschaft und Politik wagt, kommt da sobald nicht mehr raus. Es ist tausendmal einfacher chinesische Firmen zu beauftragen (oder von Strohmännern gründen zu lassen) in China für jemand anderen zu arbeiten. Warum wohl baut Foxconn alle iphones und nicht Apple selbst? Damit Apple nicht an Arbeitsstandards gebunden ist (ich erinnere nur an die Serie an Selbstmorden), bei Problemen einen Sündenbock und jederzeit ein patentes Druckmittel (Auftragsentzug) hat um Produktionskosten weiter zu senken. Genauso lassen alle großen Chemieunternehmen der Welt mittlerweile haufenweise Basischemikalien in China produzieren. Spart Transportkosten. Und wenn was explodiert oder die Umwelt belastet wird, kann man sagen "Wir waren das nicht!".

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Nandiux 04.10.2016, 17:33
26. Moderne Industriespionage

Und wieder wird deutsches Know-how nach China abwandern. Die deutsche Politik steht machtlos daneben.

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forumgehts? 04.10.2016, 17:34
27. Genau

Zitat von exHotelmanager
Noch ist China ein Land, dessen Regierungen große Schuld auf sich geladen haben und freie Wirtschaft und Menschenrechte wenig achten.
damit ist China ja zu einer imperialen Macht geworden. Solange es damit Erfolg hat, sieht es auch keinen Grund zur Änderung dieser Politik. Finden wir uns doch damit ab, nach Ende WK1 war das europäische Zeitalter vorbei. WK2 hat dies nur ertwas beschleunigt.

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rst2010 04.10.2016, 17:37
28. man kann

keinem deutschen manager trauen, keinem amerikanischen, warum sollte ein chinese vertrauenswürdiger sein, oder zuverlässiger? alle versprechen sind für den mülleimer, das lehrt die erfahrung.

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spiegelleser861 04.10.2016, 17:37
29. Investitionen

China investiert in westliche Firmen und Know-how, Deutschland investiert in - Bankenrettungen - hunderttausende ungelernte illegale Migranten aus Afrika und Nahost - eine verkorkste Energiewende - südeuropäische Pleitestaaten. Ich habe so meine Befürchtungen, welcher Weg langfristig der erfolgreichere sein wird...

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