Forum: Wirtschaft
CO2-Ausgleich: Klimaorganisation Atmosfair meldet deutlichen Spendenanstieg
Experiment e.V./privat/Experiment e.V./obs

Bei den Deutschen wächst offenbar die Bereitschaft, für klimaschädliches Verhalten einen Ausgleich zu bezahlen. Die Organisation Atmosfair meldet einen deutlichen Anstieg der Spenden.

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Ökofred 12.06.2019, 10:51
10. hmmm...

Zitat von ptb29
Ich kaufe mir einen 2,5t SUV und spende bei jeder Tankfüllung 1 Euro für die Umwelt. Damit wird die Umwelt natürlich gerettet, genauso wie von einer CO2-Steuer.
Klar, die CO2 Steuer ist nichts anderes. Sie müssten allerdings 50 Euro spenden. Dann kommen wir der Sache schon näher.

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ich2010 12.06.2019, 10:51
11.

Zitat von karl-felix
genau das ist Sinn und Zweck der Übung . Die Erträge kommen dem Umweltschutz zugute. Eine zusätzliche C02 Steuer, die an die Bürger zurückgezaht wird wäre ein weiterer Schritt in die richtige Richtung . Merke : Auf für das grösste Umweltferkel beginnt die Reise immer mit dem ersten Schritt auch wenn einige sich gar nicht bewegen wollen . .
und was genau ist die Lösung für jemanden, der mit dem Auto pendeln muss da kein ÖPNV vorhanden ist? Es geht nicht um das wollen oder nicht wollen, sondern darum. dass Strafzahlungen gefordert werden ohne dass bezahlbare Alternativen vorhanden sind. Das ist typisch Grün. Bestrafen und verbieten. Alternativen Fehlanzeige. Geringverdiener, die auf das Auto angewiesen sind, die in alten Häusern mit Ölheizung wohnen, die zahlen drauf und denen fehlt das Geld hinten und vorne. Welche Lösung haben denn die Grünen, damit die soziale Ungleichheit nicht noch schlimmer wird? Oder will man diese Leute in die Arme von AfD und Konsorten treiben?

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Steve.Joe 12.06.2019, 10:56
12. Kompensation sinnvoll

Selbstverständlich ist Vermeidung sinnvoller als Kompensation. Aber wenn schon geflogen wird, dann besteht zumindest die Möglichkeit eine äquivalente Menge CO2 zu kompensieren, d.h. an anderer Stelle einzusparen. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass dies in Ländern passiert, die wirtschaftliche Unterstützung gebrauchen können.Damit lässt sich der C02 Ausstoß reduzieren, aber nicht komplette einsparen. Ein möglicher Kritikpunkt könnte sein, dass die geförderten Maßnahmen in der Zukunft keine wirtschaftliche Unterstützung bedürfen, und aufgrund wirtschaftlicher Aspekte dann vielleicht ohnehin durchgeführt werden (z.B. wenn künftige CO2 Abgaben in die gleiche Richtung gehen).
Bei einer CO2 Abgabe wird die Emission verteuert, und hat damit lediglich eine steuernde Wirkung. Es bleibt abzuwarten, ob mit diesen Einnahmen in Zukunft CO2 Vermeidung gefördert wird.
Die negative Haltung ggü. Kompensation kann ich nicht nachvollziehen. Das soziale Problem wird aber bleiben; einkommensstarke Haushalte werden sich immer mehr leisten können, insbesondere wenn in Zukunft die externen Effekte durch CO2 Emission durch Abgaben internalisiert werden.

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Ökofred 12.06.2019, 10:56
13. Autoindustrie?

Zitat von bikosaurus
...oder auch nicht, dass den übermäßigen (also nicht die, welche es wirklich brauchen und mit einem Normalo-PKW fahren) Autofahrern samt ihrer Lobby nun das Hemd am Popo brennt und man aufs Flugzeug umsteigt, als letzte Bastion der meist gutbetuchten Reisenden. Aber auch das wird in ein paar Jahren nicht mehr gehen, der derzeitige Lobbyismus, an dem die Atomindustrie, aktuell die Autoindustrie und zukünftig die Luftfahrtindustrie leidet, ist einfach unfassbar. Wenn man rechtzeitig mit innovativen Schritten in Richtung mehr Umweltverträglichkeit gegangen wäre - die Landeklappen quasi ausgefahren hätte - , würde die Landung weicher ausfallen. Ansonsten gilt das Ikarus-Prinzip.
Könnten Sie das bitte konkretisierten? Die Luftfahrt baut dieses Jahr wieviel 1.000 neue Flieger? Zuwachs bei Passagierzahlen? Von "leiden" kann man nicht grade reden.
Das Schicksal der Autoindustrie entscheidet sich im Ausland, wo 3/4 aller dt. Fahrzeuge hingehen. Die haben da keinen Andreas Scheuer und auch der Autolobbyismus ist eher durchwachsen... teilweise mangels Autoindustrie und Dieselbegeisterung. Viele Menschen kapieren das einfach nicht.

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laborkittel 12.06.2019, 10:57
14. So ähnlich wie der Ablasshandel ...

Zitat von marenghi
...einer, der funktioniert! Zur Aufklärung: Die Kompensation wird in Klimaprojekte gesteckt, die so gut es geht berechnet genau den CO2-Anteil entsprechen, den man in die Luft geblasen hat (beim Flug, bei der Kreuzfahrt usw). Es ist also tatsächlich so, als wäre man daheim auf Balkonien geblieben ...und hätte motzende Spiegel-Online-Kommentare verfasst ohne Ahnung der Materie. :)
... in der katholischen Kirche? Wo alle Spenden 1:1 in die Unterstützung wohltätiger Zwecke eingespeist werden? Und nicht etwa in Prunkbauten und Gehälter der oberen Bediensteten?

Mag sein, dass die Idee eines CO2-Abgleichs gut ist. Aber auch hier gilt: Glauben ist gut, Kontrolle viel besser.

Letztendlich ist bei all dem ein bewusster Verzicht tausendmal ehrlicher als eine Ersatzzahlung.

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marenghi 12.06.2019, 11:06
15.

Ich bin diese ewigen Whataboutismen leid: "Es nützt nichts, wenn wir/ich XY tun - aber die anderen machen doch viel mehr!" Eine Kindergartenmentalität sondersgleichen.
Natürlich nützt es was: Wenn die westlichen Länder ungerührt pro Kopf das doppelt und dreifache der Entwicklungsländer in die Luft pusten, werden jene logischerweise uns was husten, wenn wir daherkommen und sagen: "Hört her, wir wollen weiterhin einmal im Jahr in die DomRep/20.000 km mit dem Auto fahren/drei smartphones in fünf Jahren - aber ihr müsst jetzt schön brav auf Öko umstellen und aufhören, euren Regenwald abzuholzen!"
Wir sind der Motor: Wenn wir zeigen, dass wir unseren Fußbabdruck erfolgreich auf ein gutes Maß stellen konnten, ohne dass wir in die Neandertalerzeit zurück fallen, dann haben wir doch eine ganz andere Verhandlungsposition. Andere Länder sehen dann die Chancen mit ökologisch sinnvollen Wirtschaftens. Dass sie weiter ihren Lebensstandard erhöhen können auch ohne qualmenden Kohlekraftwerke. Weil es bessere TEchnologien gibt. Technologien, die durch uns entwickelt werden, wenn wir anfangen, den Bedarf dafür zu generieren.ZB durch Anreize wie eine CO2-Steuer.
Bisschen weiter denken als den Augenblick.

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karl-felix 12.06.2019, 11:14
16. Die

Zitat von ich2010
und was genau ist die Lösung für jemanden, der mit dem Auto pendeln muss da kein ÖPNV vorhanden ist? Es geht nicht um das wollen oder nicht wollen, sondern darum. dass Strafzahlungen gefordert werden ohne dass bezahlbare Alternativen vorhanden sind. Das ist typisch Grün. Bestrafen und verbieten. Alternativen Fehlanzeige. Geringverdiener, die auf das Auto angewiesen sind, die in alten Häusern mit Ölheizung wohnen, die zahlen drauf und denen fehlt das Geld hinten und vorne. Welche Lösung haben denn die Grünen, damit die soziale Ungleichheit nicht noch schlimmer wird? Oder will man diese Leute in die Arme von AfD und Konsorten treiben?
C02 Steuer. Die schafft den Anreiz auch für Pendler, den Schadstoffausstoss zu minimieren .
Pars pro toto : Auch ein Pendler kann Sonntag mit dem Rad zum Becker die Brötchen holen .
Wir hatten über 25 Jahre eine Fahrgemeinschaft, jeder fuhr 1 Woche im Monat .
Beliebt sind bei uns P+R Plätze .

Nur eine Minderheit der Autofahrer ist auf das Auto zur Erreichung des Arbeitsplatzes angewiesen .

Was haben die Grünen damit zu tun ? Sie spenden freiwillig , ach so ich vergaß , Sie nicht.

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peaceonearth 12.06.2019, 11:17
17.

Das Klima wird aber auch nicht besser, wenn jeder für seine Sünden zahlt. Kreuzfahrten gehören abgeschafft, sofort. Und Flüge auf das nötigste reduziert. Aber der Mensch ist schwach und will letztlich nur sein schlechtes Gewissen beruhigen.

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stolte-privat 12.06.2019, 11:23
18. mal wieder vorne weg.....

Die BRD muß natürlich mal wieder eine Vorreiterrolle einnehmen. Vorne weg, koste es was es wolle in bester preussischer Marschtradition. Die 2-3% Co2 werden die Steuerzahler und die Unternehmen Unsummen kosten und nichts bringen, denn das Problem ist nur zu lösen, wenn weltweit ALLE an einem Strang ziehen. Umweltverträgliche und zugleich kostengünstige Alternativen zu schaffen und dann erst eine Politik der Steuerzwänge einzuführen, das wäre mal ein echtes Novum, bei der Intelligenz unserer derzeitigen Politikerclique nicht zu erwarten. Stattdessen nur noch Schüsse aus der Hüfte unter dem Druck von Lobbyisten. Das Ganze wird scheitern und dabei noch viele Existenzen vernichten. Auch die Generation Greta wird es trotz allem lobenswerten Engagement nicht schaffen, solange es nicht global eine Einsicht zur Zusammenarbeit gibt.

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greenwasher 12.06.2019, 11:34
19. Ist ja alles nicht so schlimm...

1. Ja, der Mensch ist nur für einen geringen Anteil der C02 Emissionen verantwortlich. Doch der weitaus größte Teil befindet sich in einem Austauschgleichgewicht. Heißt: Ozeane und Wälder stoßen CO2 aus, nehmen es aber auch in ähnlichem Verhältnis auf. Der Mensch entlässt zusätzliches CO2, welches nicht kompensiert wird und daher in der Atmosphäre verbleibt. Eigentlich einfach. Da macht es auch nichts, dass es "nur 2%" pro Jahr sind.
2. Ja, Deutschland wiederrum hat auch einen geringen Anteil am weltweiten Co2 Ausstoß (allerdings mehr als Anteil an Weltbevölkerung). Wissen sie wer noch so argumentiert? Die Briten, die Amerikaner, die Kanadier.. kurzum: Alle. Alle sagen "Ich habe nur 2%, sollen erst die anderen". Was passiert, wenn alle so argumentieren? Nichts.
3. Die "Hysterie" ist, zumindest aus meinem Blickwinkel, ein Abgleich der seit Jahren vorhergesehenen Fakten und der bisherigen Handlungen. Dass die CDU bei der Europawahl von dem Thema "überrascht" war, zeigt, dass es allerhöchste Eisenbahn ist. Seit Ende der 90iger gibt es unter Klimawissenschaftlern einen Konsens (ja, es GIBT einen Konsens) bezüglich des anthropogenen Klimawandels, aber die CO2 Emissionen steigen trotzdem jedes Jahr an. Das ist Physik, das kann man nachlesen. Trotzdem tun wir nichts. Und wir tun auch jetzt nichts, weil wir lieber an eine nie bewiesene unsichtbare Hand des Marktes glauben, als an Aussagen von Klimawissenschaftlern. Und dafür gibt es einen Grund, den ich gut verstehe, wirklich. Es ist die Sorge etwas ändern zu müssen. Die Sorge, weniger zu haben. Die Sorge, dass die Zukunft schlechter aussieht. Und ja, das könnte passieren. Ich habe zwei Kinder, ich habe sehr große Sorge um deren Zukunft. Ich persönlich bin der Meinung, die Zukunft wird sehr viel schlechter aussehen, wenn wir jetzt nicht handeln. CO2 Kompensation ist ein winzig kleiner Stein und in den Augen der meisten auch kaum geeignet. Aber es ist eine kleine Möglichkeit, ein Kompromiss. Mehr nicht.

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