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CO2-Ausgleich: Klimaorganisation Atmosfair meldet deutlichen Spendenanstieg
Experiment e.V./privat/Experiment e.V./obs

Bei den Deutschen wächst offenbar die Bereitschaft, für klimaschädliches Verhalten einen Ausgleich zu bezahlen. Die Organisation Atmosfair meldet einen deutlichen Anstieg der Spenden.

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drstrolch 12.06.2019, 15:04
30. ....

Sorry, der Text war noch nicht komplett.
...wir sollten den Austoß pro km und Person miteinander vergleichen.
Da ist ein mit einer Familie besetzter SUV auch CO2 freundlicher als ein Kleinwagen mit einer Person.

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det42 12.06.2019, 15:24
31. reflexartig von Ablasshandel zu reden ist einfach...

so einfach ist es aber nicht. Solche eine Kompensation ist durchaus sinnvoll... damit werden z.B. diese unsäglichen Kohleöfen in den Entwicklungsländern ersetzt oder neue Bäume gepflanzt, die es sonst so nicht geben würde.
Das ist auch eine Form von Hilfe, die global und langfristig helfen kann. Aber natürlich... und da stimme ich vollständig zu... kann das kein Ersatz dafür sein, seinen Arsch auch hierzulande hochzubekommen und genauso auch hier alles erdenklich mögliche zu tun, um CO2 zu reduzieren. Das eine schließt das andere nicht aus!

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Realist111 12.06.2019, 15:36
32. ?

Zitat von rennflosse
Statt dessen hätte ich z.B. gerne flächendeckend E-Autos in den öffentlichen Verwaltungen von Bund, Ländern und Gemeinden, wenn die so unverzichtbar für die Klimarettung sind.
Meinen Sie vielleicht solche E-Autos bzw. -Busse? ;-)

https://www.spiegel.de/auto/aktuell/berlin-neue-e-busse-der-bvg-koennen-nur-halbtags-eingesetzt-werden-a-1271623.html

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Realist111 12.06.2019, 15:50
33. Wenn das, ...

Zitat von peaceonearth
Da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Ich dachte, man könnte ja mal einen Anfang machen und die völlig nutzlosen Kreuzfahrten sofort abschaffen. Es ist leider illusorisch zu glauben, der heutige Mensch würde sich schlagartig ändern und auf den gewohnten Konsum verzichten. Obwohl ich es mir natürlich wünschen würde. Ich bin auch nicht frei davon, esse gerne Mangos. Aber ich bin mein Leben lang nicht Auto gefahren und habe auch kein Handy. Ganz frei von den Abhängigkeiten kann man sich allerdings nicht machen, wenn man Teil der Gesellschaft bleiben will. Wo finde ich noch Kleidung, die tatsächlich fair und sauber produziert wurde? Nicht im örtlichen Laden. Muss ich sie bestellen, dann haben wir schon wieder das Problem des Transports. Ich denke, jeder könnte doch Stück für Stück Entsagung üben und sich nach und nach einen neuen Lebensstil angewöhnen. Aber mit der Freiwilligkeit scheint es ja auch nicht zu funktionieren. Also ist auch die Politik gefragt. Und da wären wir wieder bei meinem Vorschlag, wenigstens schon mal die sinnlosen Kreuzfahrten abzuschaffen. ;-)
... was Sie schreiben, der Realität entspricht, sind Sie persönlich ja schon seit längerem auf einem guten Weg.

Die Abhängigkeiten, was Kreuzfahrtschiffe betrifft, sind allerdings inzwischen dermaßen verflochten, dass Ihre radikalen Verbotsgedanken ;-) auf massiven Widerstand stießen, wenn man sie denn politisch in die Wege leitete.

Aus der kroatischen Staat Zadar etwa ist bekannt, dass sie sich vehement darum bewirbt, von den Kreuzfahrtgesellschaften in deren Programm aufgenommen zu werden und nur zu dem Zweck einen nagelneuen Hafen für Großschiffe errichtet hat.
Weshalb? Weil die Einnahmequelle für einen solchen Ort exorbitant gesteigert wird durch 50, 60, 70 Tausend Euro Kaigebühren täglich, durch Touristen, die in der Stadt selbst und im Hinterland nicht unerhebliche Mengen Geld lassen.

Darüber hinaus:
Was geschieht mit den Hunderttausenden Leuten, die weltweit auf diesen Schiffen ihr Geld verdienen und damit in ihren Heimatländern unter dem Strich eine siebenstellige Zahl von Familienmitgliedern ernähren können? Arbeitslos und irgendwann in Kürze auf der Liste der Wirtschaftsflüchtlinge, weil andere Verdienstmöglichkeiten rar sind?

Nur zwei Aspekte - Ist alles nicht sooooo einfach ...

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Realist111 12.06.2019, 15:52
34. Grundsätzlich ...

Zitat von intercooler61
Wenn man sich wirklich ums Klima sorgt und weniger ums eigene Seelenheil, ist es effizienter, CO2-Zertifikate vom Markt zu kaufen und ungenutzt zu lassen (ggfls. auch zusätzlich zu den genutzten, die man bei innereuropäischen Flügen eh mitbezahlt). Dabei darf man sich sogar über die "niedrigen" Preise freuen, denn für die neuerdings postulierten 180 Euro kann man aktuell nicht nur eine, sondern gleich 7 Tonnen CO2 rauskaufen, die dann definitiv niemand mehr emittiert. Müsste allerdings organisiert werden, da Private m.W. keine Zertifikate an der EEX handeln können. BUND, DUH, Greenpeace & Co., wo seid Ihr?
... vielleicht eine gute Idee.

Haben Sie sie schon mal an "BUND, DUH, Greenpeace & Co" weiter geleitet??? Kurze Mail oder so?

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Ökofred 12.06.2019, 15:55
35. Da haben Sie wohl recht

Zitat von Byrne
Ja, Deutschland sieht da nicht gut aus. Und das, obwohl wir im internationalen Vergleich pro Kopf das meiste in Klimaschutz investieren. Irgendetwas scheint da an unserem Konzept nicht zu stimmen. Die USA schneiden übrigens so gut ab, weil sie massiv von Kohle zur Energiegewinnung auf Energiegewinnung durch Fracking-Gas umgestellt haben. Und Indien und China halten ihre Verpflichtungen deshalb so toll ein, weil sich diese Länder sowieso erst ab 2030 zur Reduzierung ihrer Klimagasemissionen verpflichtet haben. Die Vorgabe kann man bis dahin natürlich mit Leichtigkeit erfüllen.
Stimmt, und um das zu kopieren, brauchen wir nicht mal Frackinggas! Wir haben nämlich das GAs ohne Fracking. Und wir haben schon die Kraftwerke dazu. Um das jetzige Klimaziel zu erreichen, bräuchten wir nur Kohle (etwa 10 GW) durch Gas zu ersetzen und schon klappt es auch mit der CO2 Reduktion! Geheimnisvollerweise geht das in den USA besser als hier. Die Besitzer der Kohlekraftwerke wollen die hier gern weiterlaufen lassen. (aber nur bis max 2038, das ist ja quasi übermorgen).
Mit China und Indien haben Sie recht, allerdings ist Indien zB erst bei knapp 2t / Kopf. Da kann man schlecht verlangen, das die gleich mit reduzieren anfangen.

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rennflosse 12.06.2019, 16:22
36. Die nicht

Zitat von Realist111
Meinen Sie vielleicht solche E-Autos bzw. -Busse? ;-) https://www.spiegel.de/auto/aktuell/berlin-neue-e-busse-der-bvg-koennen-nur-halbtags-eingesetzt-werden-a-1271623.html
Ich denke eher an den Bereich, wo PKW's eingesetzt werden oder auch Kleintransporter.
Es muss ja nicht gleich der Tesla sein, mit einem BMW i3 in unserem Behördenfuhrpark käme man schon ausreichend weit. Notfalls würde ich am Ort des Geschehens übernachten.

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Byrne 12.06.2019, 17:40
37. Etwas komplizierter als Sie das glauben...

Zitat von Ökofred
Stimmt, und um das zu kopieren, brauchen wir nicht mal Frackinggas! Wir haben nämlich das GAs ohne Fracking. Und wir haben schon die Kraftwerke dazu. Um das jetzige Klimaziel zu erreichen, bräuchten wir nur Kohle (etwa 10 GW) durch Gas zu ersetzen und schon klappt es auch mit der CO2 Reduktion! Geheimnisvollerweise geht das in den USA besser als hier. Die Besitzer der Kohlekraftwerke wollen die hier gern weiterlaufen lassen. (aber nur bis max 2038, das ist ja quasi übermorgen). Mit China und Indien haben Sie recht, allerdings ist Indien zB erst bei knapp 2t / Kopf. Da kann man schlecht verlangen, das die gleich mit reduzieren anfangen.
In den USA geht das besser, weil durch das Fracking der Betrieb von Gaskraftwerken billiger ist, als der Betrieb von Kohlekraftwerken. Auch die Briten können Kohle durch Gas günstig ersetzen. Kohle haben die nämlich nicht in Form von billiger Braunkohle, sondern nur noch in Form von teurer Steinkohle, dafür aber viel billiges Gas aus der Nordsee. Bei uns ist das leider genau andersherum. Leider an billigem Energieträger nur Braunkohle
Aber ja, wir können das statt teurem Ami-Frackinggas (wird teuer weil die daran verdienen wollen und Verdichtung, Transport und wieder Entdichtung irgendwie bezahlt werden müssen) auch mit etwas weniger teurem Gas aus Russland machen. Wir müssten aber nicht 10 GW Kohle durch Gas ersetzen, sondern bei Verzicht auf AKW und alle Kohlekraftwerke so um die 70 GW Gaskraftwerke hinstellen (geschätzte Bauzeit: 5 bis 10 Jahr). Nur wer soll die bauen und betreiben? Da hier die Energieversorgung möglichst schnell auf 100 % EE umgestellt werden soll, werden diese Gaskraftwerke nur selten und nur als Backup laufen und irgendwann gar nicht mehr, was sie komplett unrentabel macht. Da wird wohl der Staat bzw. der Steuerzahler einspringen müssen. Ach ja, zeitgleich müssen Sie für tatsächlich 100 % EE noch Speicher mit einer Kapazität von mindestens 10.000 GWh errichten (geschätzte Bauzeit: nicht möglich zu sagen, da bis jetzt noch nicht mal die technologischen Lösungen bzw. die gesellschaftliche Akzeptanz für solche Lösungen fehlen). Auch die werden, obgleich unerlässlich, bei einem weiteren Ausbau der EE nur sporadisch genutzt werden. Die werden sich also auch nicht wirtschaftlich betreiben lassen. Also dürften auch hier Staat bzw. diesmal die Steuerzahlerin einspringen müssen.

Irgendwas machen wir falsch...

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det42 12.06.2019, 18:23
38.

Zitat von Byrne
Wir müssten aber nicht 10 GW Kohle durch Gas ersetzen, sondern bei Verzicht auf AKW und alle Kohlekraftwerke so um die 70 GW Gaskraftwerke hinstellen (geschätzte Bauzeit: 5 bis 10 Jahr). Nur wer soll die bauen und betreiben? Da hier die Energieversorgung möglichst schnell auf 100 % EE umgestellt werden soll, werden diese Gaskraftwerke nur selten und nur als Backup laufen und irgendwann gar nicht mehr, was sie komplett unrentabel macht. Da wird wohl der Staat bzw. der Steuerzahler einspringen müssen. Ach ja, zeitgleich müssen Sie für tatsächlich 100 % EE noch Speicher mit einer Kapazität von mindestens 10.000 GWh errichten (geschätzte Bauzeit: nicht möglich zu sagen, da bis jetzt noch nicht mal die technologischen Lösungen bzw. die gesellschaftliche Akzeptanz für solche Lösungen fehlen). Auch die werden, obgleich unerlässlich, bei einem weiteren Ausbau der EE nur sporadisch genutzt werden. Die werden sich also auch nicht wirtschaftlich betreiben lassen. Also dürften auch hier Staat bzw. diesmal die Steuerzahlerin einspringen müssen. Irgendwas machen wir falsch...
Gasturbinen sind relativ günstig und verbrauchen nicht viel Fläche. Wir haben ja bereits 30GW installiert, die kaum genutzt werden und wieder aktiviert werden können. Außerdem gibt es bereits Überlegungen, alte Kohlemeiler umzubauen und dort Gasturbinen inkl. Speicher einzubringen.
Wie kommen Sie darauf, dass wir jetzt sofort eine solche Masse an Speicher benötigen ? ... mitnichten, wir müssen die nächsten 10 Jahre ohne Ende Regenerative zubauen und Überschüsse möglich in Wärmepumpen und E-Mobile stecken. Dafür braucht es erst mal nur ein wenige Regelenergiespeicher (batterieelektrisch) und ein smartes digitales Netz, wo der Strom frei gehandelt werden kann. Aber bestimmt nicht irgendwelche Riesenspeicher für den Winter... dafür haben wir noch viel zu wenig Überschüsse.
So werden auch Gas-Kraftwerke noch halbwegs ausgelastet sein, es gibt immernoch genug Lücken, die die Erneuerbaren nicht füllen können.
Na klar werden Gas-Kraftwerke mit der Zeit immer weniger mit fossilem Gas genutzt, aber warum nicht mit der Zeit auch immer mehr Biogas aus Elektrolysen verwenden.... dann haben wir automatisch auch unsere Speicher. Mit zunehmenden Überschüssen kann immer mehr "grünes" Gas erzeugt werden und so können Gasturbinen nach wie vor betrieben werden und die unglauglich großen Gasspeicher verwendet werden.
Gut möglich, dass die Gas-Kraftwerke unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten irgendwann "schwierig" zu betreiben sind, aber das sollte die Politik meiner Meinung dann auch abfangen. Ja, das kann und soll Geld kosten... aber das ist auch ok so und gesellschaftlich gewollt. Genau das ist die Aufgabe der Politik, dafür geeignete Lösungen zu finden.

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Byrne 12.06.2019, 21:11
39. Na klar

Zitat von det42
Gasturbinen sind relativ günstig und verbrauchen nicht viel Fläche. Wir haben ja bereits 30GW installiert, die kaum genutzt werden und wieder aktiviert werden können. Außerdem gibt es bereits Überlegungen, alte Kohlemeiler umzubauen und dort Gasturbinen inkl. Speicher einzubringen. Wie kommen Sie darauf, dass wir jetzt sofort eine solche Masse an Speicher benötigen ? ... mitnichten, wir müssen die nächsten 10 Jahre ohne Ende Regenerative zubauen und Überschüsse möglich in Wärmepumpen und E-Mobile stecken. Dafür braucht es erst mal nur ein wenige Regelenergiespeicher (batterieelektrisch) und ein smartes digitales Netz, wo der Strom frei gehandelt werden kann. Aber bestimmt nicht irgendwelche Riesenspeicher für den Winter... dafür haben wir noch viel zu wenig Überschüsse. So werden auch Gas-Kraftwerke noch halbwegs ausgelastet sein, es gibt immernoch genug Lücken, die die Erneuerbaren nicht füllen können. Na klar werden Gas-Kraftwerke mit der Zeit immer weniger mit fossilem Gas genutzt, aber warum nicht mit der Zeit auch immer mehr Biogas aus Elektrolysen verwenden.... dann haben wir automatisch auch unsere Speicher. Mit zunehmenden Überschüssen kann immer mehr "grünes" Gas erzeugt werden und so können Gasturbinen nach wie vor betrieben werden und die unglauglich großen Gasspeicher verwendet werden. Gut möglich, dass die Gas-Kraftwerke unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten irgendwann "schwierig" zu betreiben sind, aber das sollte die Politik meiner Meinung dann auch abfangen. Ja, das kann und soll Geld kosten... aber das ist auch ok so und gesellschaftlich gewollt. Genau das ist die Aufgabe der Politik, dafür geeignete Lösungen zu finden.
Ja, natürlich gibt es verschiedene technische Lösungen für die Speicherfrage. Synthetisches Gas wird nach heutigem Stand wohl die einfachste Lösung für das Speicherproblem sein. Aus physikalischen Gründen gibt es leider momentan kaum Chancen, die Kosten für diese Speicherung einigermaßen im Rahmen zu halten. Energie aus diesen Speichern wird wohl um den Faktor drei teurer. Das hat mit den Umwandlungsverlusten zu tun und wie man die kleiner kriegen kann? Da hat noch niemand eine Antwort drauf. Ich sage ja auch nicht, dass man dies alles nicht machen kann, wenn man will. Und alle, die glauben, die Welt geht in neun Jahren unter, wenn wir jetzt nicht sofort handeln, ist die Preisfrage sowieso egal. Man sollte aber auch so ehrlich sein, den Leuten zu sagen, was da finanziell auf sie zukommt.
Und auch nicht davon ausgehen, dass uns dies der Rest der Welt dann nach macht. Weil der Rest der Welt dann auch sieht, welche Kosten bei dieser Transformation entstehen bzw. welch gewaltiger Wohlstandsverlust/-verzicht damit einhergeht.

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