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CO2-Ausgleich: Klimaorganisation Atmosfair meldet deutlichen Spendenanstieg
Experiment e.V./privat/Experiment e.V./obs

Bei den Deutschen wächst offenbar die Bereitschaft, für klimaschädliches Verhalten einen Ausgleich zu bezahlen. Die Organisation Atmosfair meldet einen deutlichen Anstieg der Spenden.

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det42 12.06.2019, 22:08
40.

Zitat von Byrne
Ja, natürlich gibt es verschiedene technische Lösungen für die Speicherfrage. Synthetisches Gas wird nach heutigem Stand wohl die einfachste Lösung für das Speicherproblem sein. Aus physikalischen Gründen gibt es leider momentan kaum Chancen, die Kosten für diese Speicherung einigermaßen im Rahmen zu halten. Energie aus diesen Speichern wird wohl um den Faktor drei teurer. Das hat mit den Umwandlungsverlusten zu tun und wie man die kleiner kriegen kann? Da hat noch niemand eine Antwort drauf. Ich sage ja auch nicht, dass man dies alles nicht machen kann, wenn man will. Und alle, die glauben, die Welt geht in neun Jahren unter, wenn wir jetzt nicht sofort handeln, ist die Preisfrage sowieso egal. Man sollte aber auch so ehrlich sein, den Leuten zu sagen, was da finanziell auf sie zukommt. Und auch nicht davon ausgehen, dass uns dies der Rest der Welt dann nach macht. Weil der Rest der Welt dann auch sieht, welche Kosten bei dieser Transformation entstehen bzw. welch gewaltiger Wohlstandsverlust/-verzicht damit einhergeht.
Synthetisches Gas im großen Sil ist noch lange kein Thema... perspektivisch aber schon. Ich verstehe nicht, warum wir uns jetzt nicht einfach mal auf die nächsten 10, wahrscheinlich sogar 15 Jahre konzentrieren.... und nicht immer von Dingen fabulieren und über Kosten klagen, die sich noch kolossal ändern können und werden. Die nähere Zukunft geht relativ günstig ohne solche Speichermethoden, um auf deutlich über 60% grünen Anteil zu kommen. Alle Pläne sind da vorhanden und bezahlbar... kurz gefasst Regenerative zubauen ohne Ende, das müssen wir so oder so, ansonsten auf Gas umstellen und alles intelligenter machen.

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moev 12.06.2019, 22:23
41.

Zitat von marenghi
Es ist also tatsächlich so, als wäre man daheim auf Balkonien geblieben ...und hätte motzende Spiegel-Online-Kommentare verfasst ohne Ahnung der Materie. :)
Nein, das ist es selbstverständlich nicht. Wäre man auf Balkonien geblieben und hätte einfach nur das Geld gespendet hätte man damit den CO2-Austrag verringert. So hat man in lediglich stabil gehalten.

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marenghi 12.06.2019, 23:18
42.

Zitat von moev
Nein, das ist es selbstverständlich nicht. Wäre man auf Balkonien geblieben und hätte einfach nur das Geld gespendet hätte man damit den CO2-Austrag verringert. So hat man in lediglich stabil gehalten.
Das ist natürlich noch besser. Man kann auch fliegen und mehr spenden als man durch den Flug eigentlich müsste, hab ich auch schon gemacht. Dann ist es so wie zuhause bleiben und den darübergehenden Betrag spenden. Das ist kein Entweder-Oder.
Klimakompensation bei Flügen wird wahrscheinlich deshalb steigend angenommen, weil es einem direkt die Folgen des konkreten Handelns und die effektive Verminderung der Folgen zeigt bzw ermöglicht. Denn die wenigsten werden ohne Anlass einfach für CO2-Projekte spenden - wunderbar wenn doch.
Bei mir macht zB das Fliegen den Mehrheitsanteil meines gesamten Klima-Fußabdrucks aus (zB hier fußabdruck.de oder https://www.wwf.de/themen-projekte/klima-energie/wwf-klimarechner/ ). Dem kann ich direkt, proportional dem jeweiligen Flug und effektiv gegensteuern, weil ich nicht aufs Fliegen verzichten möchte.

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peaceonearth 13.06.2019, 09:13
43.

Zitat von Realist111
... was Sie schreiben, der Realität entspricht, sind Sie persönlich ja schon seit längerem auf einem guten Weg. Die Abhängigkeiten, was Kreuzfahrtschiffe betrifft, sind allerdings inzwischen dermaßen verflochten, dass Ihre radikalen Verbotsgedanken ;-) auf massiven Widerstand stießen, wenn man sie denn politisch in die Wege leitete. Aus der kroatischen Staat Zadar etwa ist bekannt, dass sie sich vehement darum bewirbt, von den Kreuzfahrtgesellschaften in deren Programm aufgenommen zu werden und nur zu dem Zweck einen nagelneuen Hafen für Großschiffe errichtet hat. Weshalb? Weil die Einnahmequelle für einen solchen Ort exorbitant gesteigert wird durch 50, 60, 70 Tausend Euro Kaigebühren täglich, durch Touristen, die in der Stadt selbst und im Hinterland nicht unerhebliche Mengen Geld lassen. Darüber hinaus: Was geschieht mit den Hunderttausenden Leuten, die weltweit auf diesen Schiffen ihr Geld verdienen und damit in ihren Heimatländern unter dem Strich eine siebenstellige Zahl von Familienmitgliedern ernähren können? Arbeitslos und irgendwann in Kürze auf der Liste der Wirtschaftsflüchtlinge, weil andere Verdienstmöglichkeiten rar sind? Nur zwei Aspekte - Ist alles nicht sooooo einfach ...
Flüchtlingsströme werden wir so oder so zu erwarten haben, ob nun Wirtschaftsflüchtlinge oder Klimaflüchtlinge. Das Argument Arbeitsplätze ist ja auch immer Thema, wenn es um die Frage des Kohleausstiegs geht. Ich denke, bei der Klimafrage können wir es uns nicht leisten, nur wegen der Arbeitsplätze die Klimakiller weiter zu behalten. Denn in gar nicht so langer Zeit werden andere Themen wie Nahrungsbeschaffung weit wichtiger sein. Natürlich muss man darüber nachdenken, wie man den Menschen einen Ausgleich geben kann, wie man z.B. neue Arbeitsplätze schaffen kann. Aber nur wegen der Arbeitsplätze so weitermachen wie bisher, das ist einfach nur Selbstbetrug und früher oder später wird man auch das einsehen müssen.
Das ist sicherlich alles gar nicht einfach - da sind wir uns einig.

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