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CO2-Steuer: Umweltbundesamt will Heizöl und Benzin verteuern - aber Strompreise senke
DPA

Lässt sich das Steuersystem auf den Klimaschutz ausrichten - ohne Menschen mit niedrigen Einkommen zu überfordern? Das Umweltbundesamt ist davon überzeugt und präsentiert Vorschläge.

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andil 01.07.2019, 09:41
190.

Zitat von ich2010
jemanden als dumm zu bezeichnen, der Dank CO2 Steuer nicht mehr weiß wie er seine Familie ernähren soll, ist mehr als nur dreist. Nicht der Gutverdiener "bezahlt" den Klimaschutz, sondern der Kleinverdiener, der auf seinen alten Diesel angewiesen ist, um zur Arbeit zu kommen. Gerade die weniger gut betuchten Menschen leben nun mal in kleinen Ortschaften. Viele arbeiten zusätzlich noch im Schichtdienst. Da fährt kein ÖPNV. Und um ein Haus zu heizen benötigt man nun mal eine gewisse Menge an Heizöl. Wird das noch teurer, haben ärmere Familien ein noch größeres Problem. Die Annahme, dass ärmere Menschen kleine Wohnungen haben ist schlicht Blödsinn. Eine Familie mit 1 oder 2 Kindern lebt nicht auf 40 qm!!! Die Herrschaften Gutverdiener wohnen in Städten mit gut verfügbarem ÖPNV und können sich die hohen Mieten auch leisten. Und wenn aufgrund der Steuer die Lebenshaltungskosten ansteigen ist es diesen Herrschaften ebenso egal, die können das verkraften. Aber derjenige, der gerade mal so mit seinem Einkommen hinkommt und sich eben die teure Miete in den Städten nicht leisten kann, und auf sein Auto angewiesen ist, der hat dann wohl im Sinne der Grünen Pech gehabt. So - und was wird der dann tun? Eben - die Partei wählen, die ihm zumindest noch halbwegs Geld zum Leben übrig läßt! Eine Steuer einzuführen ohne bezahlbare Alternativen zu schaffen ist kontraproduktiv und verschärft nur noch die soziale Ungleichheit. Bei den nächsten Wahlen dürfte die AfD ordentlich Auftrieb bekommen. Die persönliche Existenz und die Finanzierung des Lebensunterhalts ist im Zweifel wichtiger als ein Klimawandel.
Leider falsch. Grundsätzlich ist die WiPo der AFD absolut keine für Geringverdiener sondern für Besserverdiener. Der Neoliberalen Weltanschauung gehen die Bedürfnisse der einfachen Leute am Allerwertesten vorbei. Nur verpacken Sie sich halt als "der Rächer des kleinen Mannes", genau wie Herr Trump.
Sehr wohl ist Wohnraumgröße statistisch mit höherem Einkommen in Verbindung zu bringen. Die Haupt CO2 Emissionen der Topverdiener liegt außerdem im Konsum, nicht beim heizen. Somit würden sie schon die Richtigen treffen. Das mit dem Einkommen auch die Gesamt-Emissionen steigen ist ebenfalls statistisch gut belegt. Wenn das gesammelte Geld wirklich zurückgezahlt würde, würden einkommensschwache Haushalte somit im Schnitt profitieren. Es wäre eine Belohung für "geringere Emissionen als der Durchschnitt" zu haben. Mit komplexen Systemen sollte man sich ausgiebig beschäftigen bevor man meckert.

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det42 01.07.2019, 09:43
191. Falsch... bitte Wissensstand aktualisieren

Zitat von max-mustermann
Klasse, dann werde ich in Zukunft meine Gasheizung abschaffen und wieder mit, energetisch gesehen, bescheuerten Stromheizungen heizen, toll.
Sie sind auf einem uralten Stand der siebziger, als die Grundlast so hoch war, dass man Strom aus großen Kohlekraftwerken auch in der Nacht los werden musste und völlig ineffektive Nachtspeicherheizungen gefördert wurden. Die Zeiten haben sich kolossal geändert. Heute gilt es, den schwankenenden Strom der Regenerativen Energieträger aufzufangen und hocheffiziente Wärmepumpen für die Heizung einzusetzen. Energetisch gesehen gibt es nichts besseres als Wärmepumpen, die die eingesetzte Strommenge drei bis fünffach in Heizenergie umwandeln... mit Wind- und Solarstrom ist das dann völlig CO2 frei und ohne jegliche Giftstoffe.

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jasper366 01.07.2019, 09:44
192.

Zitat von Weitblicker
es mal einfach nur die EEG zu senken und die MwST von dem Strompreis zu entfernen. In Holland kostet die KW/h 9ct inkl. aller Steuern. Dort fahren auch viel mehr E-Autos - weil es sich rückwirkend lohnt. So können sich auch Familien mit kleinem Einkommen ein E-Fahrzeug leisten.
In den NL gibt es definitiv nicht auf Grund eines niedrigen Strompreises prozentual mehr E-Fahrzeuge als bei uns.

Diese Fahrzeuge werden im Gegensatz zu konventionellen Fahrzeugen nämlich extremst subventioniert: keine Zahlung 'Wegbelasting' beim Kauf (nach 2025 nur einmalig 350 EUR), Vorteile bei der (sonst recht hohen) KFZ-Steuer, ebenso keine 'bijtelling' für privat genutzte Firmenwagen (Versteuerung Geldwerter Vorteil).

All das sorgt dafr das sich der hohe Kaufpreis eines E-Fahrzeuges dem einen konventionellen annähert bzw. durch zudem geringe Unterhaltskosten rechnet.

Was man auch nicht vergessen darf, die NL sind ungefähr so groß wie Niedersachsen und der prozentuale Inlandsverkehr ist dort genau so hoch wie auch in Deutschland - nur mit deutlich kürzeren Wegen.
Das kommt E-Fahrzeugen natürlich auch noch einmal entgegen.

Auch in Norwegen sieht es ähnlich aus, viele Belastungen wie Luxussteuer gibt es für E-Fahrzeuge nicht.

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wolle0601 01.07.2019, 09:52
193. Verkehr auf die Schiene

ist auch eines dieser Laberthemen, bei dem die Grünen sich endlich mal ehrlich machen müssen. Bedeutet nämlich mehr Schienen. Bedeutet kürzere Planungszeiten und mehr Durchgriff, auch gegen lokale Käferschützer-BIs bzw. "not in my backyard"-Aktivitäten aller Art. Und eventuell Evakuieren von Ortschaften, die an hochfrequentierten Strecken liegen.

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oldsiamsir 01.07.2019, 09:54
194. Wie erwartet

Zitat von ich2010
Die Pendlerpauschale gleicht doch nicht die Wegekosten aus. Schon jetzt nicht! Und was offenbar keiner begriffen hat: alles, was bei Produktion, Transport und Lagerung in irgendeiner Weise fossilen Treibstoff benötigt, wird teurer. Der Bürger zahlt somit nicht nur die direkte Steuererhöhung sondern auch die indirekte - und das MEHRFACH! Das erhöht künstlich die Lebenshaltungskosten. Grüne Politik für das grüne Gutverdienerklientel. Der Rest bleibt auf der Strecke. Dass das nach hinten losgeht, kann man sich jetzt schon denken. Das dürfte dann der AfD und Co in die Händel spielen. Anstatt zu verteuern und den Leuten das Leben noch schwerer zu machen sollten sich die Herrschaften erstmal um bezahlbare echte Alternativen kümmern.
Alle wollen Umweltschutz, aber andere sollen sich dafür einschränken. Das ist, was zu erwarten war: Sobald es die eigene Lebensführung betrifft, ist alles Murks. Wer erkennt, dass Maßnahmen zum Umweltschutz unabdingbar sind, wird auch damit klarkommen, dass der eigene Lebensstil hinterfragt werden muss.

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kayakclc 01.07.2019, 10:07
195. Ökosteuer gibt es schon und hat keine Lenkungsfunktion

Was nach 20 jahren offensichtlich völlig vergessen ist: die Schröder/Fischerregierung führt die Ökosteuer auf Fossile Brennstroffe Benzin,Diesel auch für die Stromerzeugung ein, die man heute auch CO2 Steuer nennen könnte. Sie bringt so ca 20Mrd€/Jahr in den Staathaushalt und ist mitlerweile in einer "Energiesteuer" absorbiert. Das jetzt über eine CO2 Steuer diskutiert wird, beweist nur, dass diese Steuer zwar eine großes Aufkommen hat, aber keine Lenkungsfunktion, da die heutige Akteure sie aus ihrem Bewustsein verdrängt haben.
Die mangende Lenkungsfunktion ergibt sich aus der Mangel von Alternativen: die Menschen können keine Entscheidung für oder gegen ein Verhalten treffen, well wir alle zu Hause Stromverbraucher haben und zur Arbeit müssen. Also ist jede CO2 Steuer nur ein Preistreiber: der Staat hat mehr Geld in der Tasche und die Verbraucher weniger!

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Olli Ökonom 01.07.2019, 10:13
196.

Zitat von litholas
In den letzten 10 Jahren ist Windkraft um 20% billiger geworden, und die Kosten für Solarstrom sind sogar auf ein Viertel gesenkt worden.
Selbst wenn das stimmen würde, müsste man Solarstrom noch subventionieren, damit genauso günstig ist wie Strom aus Gaskraftwerken.

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Speckbulle! 01.07.2019, 10:14
197. Interessant, aber wie immer nur theoretisch

Es gibt Rechner für Gas, Strom, Heizöl etc. da kann man seinen KWH Verbrauch eingeben und erfährt wieviel Tonnen CO2 dadurch erzeugt werden. Sollten solche Späße kommen wie eine CO2 Steuer z.B. 40€ pro Tonne, schauen viele dumm aus der Wäsche. Alte Heizungen zahlen drauf Neue kompensieren etwas. Aber mit 100 Euro Energiegeld pro Person kommt man wohl nicht aus und zahlt drauf. Allein wenn zu Gas und Strom noch Sprit höher besteuert wird. Steuersenkungen müssten erstmal von den Strom und Gaslieferanten wirklich beim Kunden ankommen und nicht als zusätzlicher Gewinn vereinnahmt werden.
Des weiteren, vor allem wo jetzt mit drohenden Mietdeckel Diskussionen und der in der Umlegung auf den Mieter wackelnden, noch offnen neuen, Grundsteuer Vermietern die sanieren/renovieren wollen nur Steine in den weg gelegt werden, werden Diese mit Recht den Teufel tun und schöne energieeffiziente Heizungen einzubauen, damit der Mieter weniger CO2 Steuer für das heizen zahlt. Den Investitionsstau der kommen wird haben wir dann den Grünen und der SPD zu verdanken, naja die CSU ist auch nicht besser. Es wird ja gerade die neue Grundsteuer beschlossen, da man aber eine 2/3 Mehrheit also auch Grüne und FDP braucht, starten die Grünen einen Erpressungsversuch, ähnlich wie die CSU welche Ihre Extraweisswurst für Bayern durchgebacht hat. Jetzt drohen die Grünen mit Ihrer Minderheit nur zuzustimmen, wenn die Grundsteuer nicht mehr auf die MIeter umgelegt werden darf. Ganz großes Tennis, der Vermieter erhöht dann einfach die Kaltmiete. Machen das viele Vermieter und das werden SIe steigt der Mietspiegel und man darf mehr Miete nehmen. Gleichzeitig ist der Mietspiegel aber Teil der neuen Berechnungsformel von Herrn Scholz für die Grundsteuer, welche dann wiederum steigen würde. Merkt Ihr was? Das wäre eine Teuerungs-Spirale nach oben. Irgendwann kommen dann Grüne und SPD und sagen "Wäh die Mieten steigen ja?" und raffen nicht das Sie dran Schuld sind. Um den Ruin dann komplett zu machen noch schnell den Mietdeckel beschließen, dann kann der Mieter in seiner verfallenden Bude versauern, weil der Vermieter dank des Mietdeckels nur noch die notwendigsten Sachen instandhalten lässt um Kosten zu sparen. Erinnert sich eigentlich keiner mehr an die DDR? Wie dort viele Gebäude aussahen dank eingefrorenen Mieten. Geschichte wiederholt sich nur wir lernen nichts draus.

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afxtwin 01.07.2019, 10:18
198. Also soll der Zalando-Angestellte das Klima retten?

Wenn Normal- und Niedrigverdiener an der Zapfsäule ihren 14 Jahre alten Clio volltanken, retten sie also den Planeten und zahlen drauf. Dem Fahrer des fetten SUV an der Nachbarsäule war der Spritpreis schon IMMER egal, sonst führe er nicht so einen Panzer. Im Idealfall ist das auch ein Firmenwagen, da steigert sich das "egal" zu "scheißegal". Steigen die Spritpreise noch weiter, überlegt er sich das mit dem E-Mobil tatsächlich und kauft sich einen. Der Clio-Fahrer kann das nicht, denn 90.000 für ein Auto ausgeben, das wird er niemals schaffen. Also rettet er weiter den Planeten, ist angekotzt und wählt vielleicht irgendwann vor lauter Frust die blaue Alternative, die einem das blaue vom Himmel verspricht.

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Olli Ökonom 01.07.2019, 10:19
199.

Zitat von litholas
Solarstrom und Windkraft aus neuen Anlagen sind billiger als Strom aus neuen Kohlekraftwerken - aber nicht billiger als Strom aus bereits amortisierten Kohlekraftwerken. Es könnte also niemand Solar- oder Windkraftanlagen bauen, weil deren Strom von den alten Kraftwerken aus dem Markt gedrängt würde. In den nächsten 18 Jahren sollen aber jährliche 155 bis 270 Mrd kWh Kohlekraft und 90 Mrd kWh Kernkraft wegfallen - nicht nur aus Umweltschutzgründen, sondern weil die Anlagen auch in die Jahre kommen. Dafür werden entweder 300.000 bis 500.000 MWp Solarstrom gebraucht, oder 150.000 bis 200.000MWp Windkraft. Also über doppelt so viel, wie wir jetzt haben. Wenn man also den Bau neuer Kohlekraftwerke vermeiden will, die den Strom teurer erzeugen würden als neue Solar- und Windkraftanlagen, dann muss man dafür sorgen, dass genug Solar- und Windkraftanlagen gebaut werden.
Da aber Solarkraftwerke teurer den Strom produzieren als Gaskraftwerke, müssen wieder Subventionen her., die der Verbraucher zahlen muss. WAs für ein Schwachsinn. Entweder die EE sind billiger, dann werden sie sich auch ohne Subventionen durchsetzen oder es wird keinen weiteren Ausbau geben.

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