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Darstellung von Suchergebnissen: EU droht Google mit Kartellverfahren
REUTERS

Die EU will härter gegen Google durchgreifen als die USA. Wettbewerbskommissar Almunia droht mit harten Strafen, sollte der Internetkonzern seine Suchmaschineneinstellungen nicht bald ändern. Denn Google missbrauche seine marktbeherrschende Stellung.

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okokberlin 11.01.2013, 10:29
30.

Zitat von Knarzi
Da sich Google inzwischen Wettbewerbstechnisch verhält wie MS um die Jahrtausendwende, wie zum Beispiel durch das Aussperren von Browser, weil man ja lieber nur noch auf Webkit optimiert, statt sich wie immer von Google gefordert an Webstandards zu halten, haben sie mal einen richtig dicken Dämpfer verdient. Google verkommt zu einem asozialen Drecksladen. Don't be evil? Schon lange nicht mehr!
das nehmen sie eine andere suchmaschine, wenn ihnen google nicht paßt.

was diese abgehalftere kommission macht, ist nichts anderes als die übliche wichtigtuerei. da muß ich nur den lebenlauf dieses kommissars lesen. nie außerhalb der potlik auch nur was ansatzweise gemacht und zustand gebracht.

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zaunkoenig1982 11.01.2013, 10:33
31. alles muss umsonst sein!

Zitat von optionslos
Erwarte ich in einem Lexikon, wenn ich nach dem Dichter Schiller suche, Verkaufsangebote von dubiosen Verlegern auf den ersten Seiten zu finden? Ich denke -zu Recht- nein! Schlimm genug, daß in dieser Welt mittlerweile alles und jeder mit Werbung traktiert wird, die er dann "ausblenden" kann/soll/muss.
Das Lexikon BEZAHLEN sie ja auch, also haben sie ein Recht darauf, von Werbung verschont zu bleiben. Google nutzen Sie aber kostenlos, da muss Ihnen klar sein, dass die sich über Werbung finanzieren. Von Luft und Liebe können die kaum leben.

Nicht immer die Konzerne haben Schuld, auch die Verbraucher. Keiner ist bereit zu zahlen, also werden alle mit Werbung zugeballert. Diese Umsonstmentalität hat das Internet doch erst zu dieser großen Werbemaschine gemacht.

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Zafolo 11.01.2013, 10:33
32. Da hat Microsoft seine Finger im Spiel

Beim Verfahren der FTC ist ziemlich klar geworden, dass nicht nur Microsoft ein erhebliches Interesse an einem Vorgehen gegen seinen Wettbewerber hat, sondern auch die Klagen auf direktes Betreiben von Microsoft erfolgten. Dabei wurden als Sockenpuppen vorgeschobene kleine Firmen durch millionenschwere Anwaltskanzleien vertreten wurden, die sonst für Microsoft arbeiten.

Sehr lesenswert die Kommentare im Technet Blog des Microsoft-Juristen:

http://blogs.technet.com/b/microsoft_on_the_issues/archive/2013/01/03/the-ftc-and-google-a-missed-opportunity.aspx

Nun ist auch Google als der 900-Pfund-Gorilla unter den Internetunternehmen sicherlich kein Waisenknabe. Es ist Aufgabe der Kartellbehörden, für Wettbewerb zu sorgen und Chancengleichheit für Unternehmen herzustellen.

Das Kartellrecht darf aber eben auch kein Rettungsring für Unternehmen sein, die sich selber stets wettbewerbsfeindlich verhalten haben und dann jammern, wenn ihre verbraucherfeindlichen Praktiken und Lock-In Strategien keinen Erfolg mehr haben. Dass Microsoft beispielsweise mit seinem Windows Phone auf dem Mobilmarkt Flops einfährt, liegt sicherlich auch an der mangelnden Qualität der Windows-Plattform. Systeme wie Bada, Ubuntu oder Tizen zeigen sehr gut, dass auch kleinere Newcomer durchaus Chancen haben, wenn sie die Anwender überzeugen können - Badas Marktanteil liegt mit Windows Phone etwa gleichauf. Und das, nachdem Microsoft im Fall von Nokias MeeGo wirklich alles getan hat, um ein konkurrierendes System abzuwürgen, selbst um den Preis des Untergangs eines europäischen Großunternehmens.

Schließlich ist das Internet ein sehr wettbewerbsfreundlicher Ort - wenn man eine andere Suchmaschine oder sonst einen alternativen Anbieter nutzen möchte, gibt man einfach dessen URL in den Browser an und gut.

Wenn also ausgerechnet Microsoft, das Dienste wie Bing auf seinen Plattformen pusht, gegenüber keinen Erfolg hat, dann doch wohl deswegen weil es die Kunden qualitativ nicht überzeugt.

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zaunkoenig1982 11.01.2013, 10:37
33.

Zitat von fischblase
(...) Und hätte Microsoft das Ganze ungeniert weiter betreiben dürfen, hätten sie ja den Explorer als einzigen Browser zu Windows kompatibel machen können, dazu eine nicht wechselbare voreingestellte Suchmaschine, die dann wohl Bing gewesen wäre. (...)
Wenn Ihnen Google nicht passt, gebe ich einen Tipp, wie Sie Googles marktbeherrschende Stellung umgehen können. Sie tippen beispielsweise Bing in Ihren Browser ein. Das klappt sogar wenn Sie Google Chrome als Browser verwenden. Es gibt immer eine Alternative. Manchmal sind die Leute nur zu faul.

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discotieren 11.01.2013, 10:38
34.

Zitat von zaunkoenig1982
.. nun ja, offensichtlich braucht die EU-Kommission Geld, also strengt man irgendwelche Schadensersatzforderungen an. Im Ernst: Die EU sollte sich lieber mal Gedanken machen, warum innovative Technologien und Konzerne überall entstehen, aber nicht in der EU. Warum gibt es kein europäisches Microsoft, europäisches Google, europäisches Oracle, Apple, Facebook, etc etc. Wir ruhen uns auf den Lorbeeren von Konzernen wie Siemens, VW, Mercedes aus, die über 70 Jahre alt sind. Seit 1972 (SAP-Gründung) ist kein deutscher Weltkonzern mehr gegründet worden. Alle oben genannten US-Konzerne sind jünger.
Ich nenne ihnen mal drei mögliche Gründe:

1. Die USA haben das ausgefeilteste "Informationsbeschaffungssystem" der Welt, lesen sämtliche Email, kennen jede Bankbewegung und wenn nötig, holen sie Menschen von der Straße (Italien) und bringen sie in "Behandlung". Oder killen sie gleich mit einer Drohne. Rechtsstaat geht anders.

2. Die USA sortieren nach Leistungsfähigkeit die Menschen aus: Wer was kann und bereit ist, sich krumm zu legen, darf einreisen. "Leistungsträger" fehlen deshalb in allen anderen Ländern.

3. In den USA gilt: Wirtschaftsinteressen haben nahezu unbedingte Vorfahrt. Ein indikatives Beispiel: Für die Werbeindustrie gilt "Opt-Out", statt wie hier, in der EU, Opt-In: Sie, als Konsument müssen im Zweifel BEWEISEN, dass sie keine Werbung wollen, d.h. mit teurem Einschreiben mit Rückschein PRO Spammer.

4. Die USA tun das in Wirtschaftsförderung, was wir in soziale Unterstützung tun: Krankenversicherung etc.

5. Die USA erlauben bis heute die Anmeldung, d.h. Monopolisierung von Ideen als Patente, über die man hier laut lachen würde ... "Fortschrittsbalken", "One-click-buy" etc. etc. US-Spezialisten sprechen selbst von einem völlig verotteten US-Patentsystem. Aber wozu es noch immer gut ist? Um ausländische Firmen kaputt zu prozessieren, denn allein die Anwaltskosten sind so immens, dass man besser auch 10.000 schwachsinnige Geistesblitze anmeldet.


Was die USA der EU voraus haben ist: Verkaufswille extrem, Marketingwille extrem, Monetarizing jeglicher Aktion/Sache/Gedankens.

Und nun auch, unseres Privatlebens:

"Wir wissen, wo du bist. Wir wissen, wo du warst. Wir wissen mehr oder weniger, worüber du nachdenkst." - SPIEGEL Online Zitate.

Dazu will Google wie facebook noch einen Klarnamenszwang. China hat ihn - konsequent, gell? - gerade eingeführt. In Deutschland steht noch das Gesetz dagegen - § 13 VI TMG.

Aber wer wird siegen? Die zerstrittene EU oder die kampfbereite USA?

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cpberlin 11.01.2013, 10:42
35. optional

Genau die kontextsensitive Einbettung von Karten, Videos und Produkten ist einer der Gründe, warum ich immer noch Google gegenüber anderen Suchmaschinen bevorzuge. Und das es dabei Google-Dienste sind, erklärt sich ja wohl von selbst. Was würde denn passieren, wenn Google dort eine Karte von Microsoft dort einbauen würde? Letztere würden (zurecht) Lizenzgebühren dafür haben wollen. Von Mißbrauch kann in dieser Hinsicht aus meiner Sicht keine Rede sein. Google hat seinen Marktanteil da völlig zu recht erarbeitet. Da müssen die anderen Suchmaschinenbetreiber sich eben mal etwas genauer überlegen, wie sie sinnvolle Mehrwerte schaffen. Aber genau dieser Innovationsdruck wird mit Drohungen wie der der EU-Kommision ja effektiv ausgehebelt, wenn sie sich damit durchsetzen.

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macrifice 11.01.2013, 10:44
36. optional

Yep, es steht jedem frei zu verwenden (oder nicht) was immer er will. Ich finde mich bei google bestens zurecht und die Dinge, die ich suche. Wer nicht mit gesundem Menschenverstand entscheiden kann, ob das für ihn gut ist, oder auf Werbeangebote von wem auch immer reinfällt, der hat es nicht besser verdient. Wieso verklagt denn niemand die großen Elektromärkte? Dort gibt es genauso scheinbar günstige Angebote und die Menschen bezahlen dort teilweise 50% mehr für Produkte, als in alternativen Geschäften. Das ist genau der gleiche Mist hier wie bei Facebook. Die meisten dort sind in einem Alter, in dem sie selbst durch eigenständiges Denken entscheiden können sollten, wem und welche Informationen über sich sie dort preisgeben. Und überall müssen irgendwelche EU Kommissionen und sogenannte Verbraucherschützer die Menschen bevormunden. Genauso ist es völlig uninteressant, ob Microsoft den Internet Explorer als Standard in Windows mitliefert. Niemand muss diesen oder Windows nutzen, wenn ihm das nicht passt. Man sollte sich in der EU vielmehr um die wirklichen Probleme kümmern, aber bei den richtigen Kartellen traut sich kein Schwein ran. Deshalb werden wir auch weiterhin Ostern und Weihnachten aus unerfindlichen Gründen 10% mehr für's Benzin bezahlen.

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Zafolo 11.01.2013, 10:45
37. Ich bin übrigens durchaus für Gleichbehandlung

Ich bin durchaus für Gleichbehandlung im Wettbewerb und vor dem Gesetz.

Wenn Google in der EU mit Werbung Gewinne macht, sollen sie selbstverständlich auch angemessen Steuern bezahlen - wie jedes andere Großunternehmen auch.

Umkehrt geht es dann aber auch nicht, dass ein Monopol wie das von Microsoft von staatlichen Instituionen noch gefördert wird, indem an Schulen und Universitäten vorwiegend Windows eingesetzt wird. Da geht es ganz klar darum, die jungen Fachkräfte auf ein bestimmtes System zu konditionieren. Ebenso ist nicht einzusehen, warum Städte und Kommunen alles mit Windows machen sollen, wenn es auch günstige und leistungsfähige andere Alternativen gibt. Hier muss endlich Wettbewerbsgleichheit geschaffen werden.

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genia249 11.01.2013, 10:45
38. Marktmacht?

Natürlich wenn ein Händler am Markt schöne, schmackhafte Äpfel anbietet inmitten anderer Händler die nur habverdorbene Früchte feilbieten wird sich doch niemend wundern, daß die Leute nur das gesunde Obst kaufen. Und nun will der Bürgermeister dieser Marktgemeinde den Händler mit den schönen Äpfeln zwingen auch verfaulte anzubieten, weil sonst die Spezeln des Bürgermeistes überhaupt keinen Umsatz mehr machen. Jeder wird sagen: "Das ist lächerlich!"

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zaunkoenig1982 11.01.2013, 10:52
39. Gähn

Zitat von Zafolo
Beim Verfahren der FTC ist ziemlich klar geworden, dass nicht nur Microsoft ein erhebliches Interesse an einem Vorgehen gegen seinen Wettbewerber hat, sondern auch die Klagen auf direktes Betreiben von Microsoft erfolgten.
Dass sich die Konzerne gegenseitig verklagen (wg. Marktverzerrung oder dann abwechslungshalber wg. Patenten) ist ja bekannt. Da steht Microsoft nicht allein da.

Jetzt sind wir also bei einem Artikel über Google in der Diskussion wieder beim Microsoft-Bashing angekommen.

Sie müssen sich dann aber schon auf eine Linie konzentrieren. Entweder schreiben Sie, Microsoft sei ein böser böser Monopolist der Wettbewerber ausschließt. Oder sie schreiben dass Microsoft erfolglos ist und Marktanteile an Newcomer wie irgendwelche Linux-Varianten verliert, weil die MS-Produkte so arg schlecht sind.

Beides zusammen geht nicht, ich habe noch nie von einem Monopolisten mit schwindenden Marktanteilen gehört.

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