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Datendieb Heinrich Kieber: "Er kriegte immer, was er wollte"

Er ist ein Lügner, ein Hochstapler und ein Schwätzer: Heinrich Kieber hat Kundendaten der Treuhandfirma des Fürsten von Liechtenstein verkauft*und einen der größten Steuerskandale ausgelöst. Eine TV-Dokumentation rechnet nun mit dem Nestbeschmutzer ab.

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eigene_meinung 16.02.2011, 09:52
70. Haben Sie den Artikel gelesen? Offensichtlich nicht!

Zitat von redwed09
Wer wurde denn erpresst? Wenn die Menschen aufgefordert werden sich an die bestehenden Gesetze zu halten da sonst Sanktionen erfolgen und nicht zu stehlen, zu rauben, zu morden oder keine Steuern zu hinterziehen, so ist das keine Erpressung. Was haben Sie für eine Vorstellung von einem Rechtsstaat?
Haben Sie den Artikel gelesen? Offensichtlich nicht!

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redwed09 16.02.2011, 13:25
71. Soll Rache genommen werden?

Zitat von eigene_meinung
Haben Sie den Artikel gelesen? Offensichtlich nicht!
Natürlich habe ich den Artikel gelesen. Warum ist aber in Liechtenstein wegen der angeblich versuchten Erpressung keine Anklage erhoben worden? Gibt es die versuchte Erpressung überhaupt? Oder soll hier Rache wegen der Informationen an die deutschen Strafverfolgungsbehörden geübt werden. Auch in Liechtenstein sollte der rechtsstaatliche Grundsatz gelten, dass jemand erst als Täter gilt, wenn er rechtmäßig verurteilt wurde. Dieses Prinzip nennt man Unschuldsvermutung. Ein solches Urteil ist nicht bekannt.
Zum Anderen können sich die Strafverfolgungsbehörden ihre Informanten nicht nach deren Führungszeugnis aussuchen. Ob das nun Mitglieder der organisierten Kriminalität oder wie in diesem Fall Leute sind, die für ihre Informationen bezahlt werden. Und das die Informationen von Herrn Kieber ihren Wert für die Bundesrepublik Deutschland hatten, steht ja wohl außer Zweifel.
Aber warum werden bei Steuerbetrügern andere Maßstäbe angelegt als bei anderen Kriminellen? Das leuchtet mir nicht ein.

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patrick_0911 16.02.2011, 15:35
72. Ich weiss nicht

warum da eine solche Aufregung herrscht. Die Herrschaften die den Staat um Millionen, wenn nicht Milliarden gebracht haben und zwar vorsätzlich haben damit die Schulbildung und den Bau von KIKA verhindert, haben damit den Bau von Krankenhäusern erschwert, haben damit des Strassennetzes verlängert, haben damit dafür gesorgt, dass die soziale Ungerechtigkeit höher war als vorher......

Und das ist nicht alles, tw. haben diese Typen wie der Zumwinkel noch nicht einmal Erben die was bekommen sondern nur immer noch mehr angehäuft, ohne dass davon jemand was hätte, ich darf doch mal getrost sagen, dass die Verbrecher hier nicht nur auf der einen Seite sitzen.

Zum Kieber; das ist ein Neurotiker der durch Zufall an diese Information kam und diese dazu ausnützen wollte und ausgenützt hat um den Häuptling der Steuerhinterzieher, dem Fürsten von Liechtenstein eins auszuwischen. Ich wage zu bezweifeln, dass niemand wusste auf was man sich da einliess, und es stellt sich doch die Frage wie das alles bezahlt wurde. Den Kieber wegen einem längst verjährten vermutlichen Einbruch in einer Villa in Ibiza anzuzeigen, und ihn per internationalen Haftbefehl zu suchen stinkt doch gegen den Himmel. Die Angelegenheit mit dem Wohnungskauf in Spanien ist auch nach einer Verurteilung in Spanien alles andere als klar, wer das Rechtssystem hier kennt würde da nicht so schnell schiessen

Dass es sich bei dem um einen Schwätzer handelt dessen Endziel die eigene Bereicherung war, das ist klar. Ethik hat der keine, aber die die mit ihm umgingen wohl kaum mehr.

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Gandhi 16.02.2011, 15:56
73. Na wo, wo , wo?

Zitat von patrick_0911
Kieber wird sich bald melden, das werden wir sehen, und irgendwann hat diese Geschichte ein böses Ende. Er bekam was er wollte......Weil er die Leute erpresste
Vor Kurzem soll er in Australien gesehen worden sein.

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harald997 16.02.2011, 18:09
74. Das Urteil existiert

Zitat von redwed09
Natürlich habe ich den Artikel gelesen. Warum ist aber in Liechtenstein wegen der angeblich versuchten Erpressung keine Anklage erhoben worden? ... Ein solches Urteil ist nicht bekannt.
Sie kennen das Urteil vielleicht nicht, aber es existiert: Aktenzeichen 01 KG.2003.17 und .20. Urteil des Obergerichts in Vaduz.

"Der Angeklagte Heinrich Kieber ist schuldig. Er hat ... im Januar 2003 den Landesfürsten, Seine Durchlaucht Hans Adam II von und zu Liechtenstein, durch gefährliche Drohung, nämlich durch die schriftliche Ankündigung von ihm unberechtigt erlangte Originalunterlagen und Datenträger der LGT Treuhand AG ausländischen Behörden und Medien zu übergeben, wodurch insbesondere die LGT Gruppe Kundengelder in Höhe von Milliarden Schweizer Franken verlieren werde, zu einer Handlung nämlich zur Einsetzung eines Sonderstaatsanwaltes und eines unabhängigen Richtergremiums sowie zur Ausstellung und Uebergabe von zwei auf unrichtige Namen lautende Reisepässe zu nötigen versucht."

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redwed09 16.02.2011, 20:20
75. Er war ein wertvoller Informant

Zitat von harald997
Sie kennen das Urteil vielleicht nicht, aber es existiert: Aktenzeichen 01 KG.2003.17 und .20. Urteil des Obergerichts in Vaduz. "Der Angeklagte Heinrich Kieber ist schuldig. Er hat ... im Januar 2003 den Landesfürsten, Seine Durchlaucht Hans Adam II von und zu Liechtenstein, durch gefährliche Drohung, nämlich durch die schriftliche Ankündigung von ihm unberechtigt erlangte Originalunterlagen und Datenträger der LGT Treuhand AG ausländischen Behörden und Medien zu übergeben, wodurch insbesondere die LGT Gruppe Kundengelder in Höhe von Milliarden Schweizer Franken verlieren werde, zu einer Handlung nämlich zur Einsetzung eines Sonderstaatsanwaltes und eines unabhängigen Richtergremiums sowie zur Ausstellung und Uebergabe von zwei auf unrichtige Namen lautende Reisepässe zu nötigen versucht."

Sie haben recht, das Urteil kannte ich nicht. Aber ich bleibe trotzdem bei meiner Meinung, dass sich die Strafverfolgungsbehörden ihre Informanten nicht nach Vorlage eines Führungszeugnises aussuchen können. Wichtig ist hier, ob der Informant sachdienliche Hinweise auf eine bestimmte Straftat geben kann. Diese wichtigen Hinweise hat Herr kieber gegeben. Seine Motive sollten hierbei keine Rolle spielen. Bei anderen Straftaten wird genauso verfahren. So ist die Information eines Mörders auf eine andere Straftat genau so wertvoll bei der Aufklärung einer Straftat wie die Information eines unbescholtenen Bürgers. Warum bei Steuerhinterziehung von einigen Leute andere Maßstäbe an den Informanten gestellt werden, ist für mich nicht nachvollziehbar.
Herr Kieber hat maßgeblich zur Aufklärung vieler Straftaten mit einem erheblichen Schaden beigetragen und dafür sollte er den Respekt aller ehrlichen Bürger haben.

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mitbestimmender wähler 16.02.2011, 22:57
76. Selbstanzeige in der Schweiz brachte 2010 einige Milliarden mit kleinstem Aufwand

Zitat von redwed09
Begreifen Sie doch endlich mal die Tatsache, dass Steuerhinterziehung eine Straftat wie jede andere Straftat ist und das Steuerhinterzieher genauso solche Straftäter sind wie andere Straftäter auch. Diese Täter richten einen genauso großen volkswirtschaftlichen Schaden an und zum großen Teil einen noch größeren Schaden wie Betrüger, Rauschgifthändler, Diebe, Räuber und andere Kriminelle.
Das sind Annahmen. es ist davon auszugehen das 40% der Fälle die Steueroptimierung betreffen und legal an der Grenze liegen und keine Steuerhinterziehung sind.

Die schwarzen Schafe die gefunden werden bringen ein wenig mehr Geld in den Deutschen Topf als der Neu geschaffene Beamtenklotz kosten verursacht. Sprich für ein paar Eurofighter wird s reichen.
Das ganze Theater wird zur Folge haben, das noch mehr Kapital und Unternehmer legal abwandern und noch weniger eingenommen wird.

Nun spricht man sich EU Seits aus Angst vor Abwanderungen in die Schweiz, gegen den Steuerwettbewerb der unter Schweizer Gemeinden herrscht und pocht auf einen Einheitssteuersatz in der Schweiz.........

Mit dem Resultat das sich nun die Westschweiz über einen Einheitssteuersatz am einigen sind. Pech für die EU, die Kantone würden die Unternehmenssteuer von 10 auf 5% senken und die Holdingsteuer von 0.5% auf 0.005% extrem senken.

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harald997 17.02.2011, 11:21
77. "Für 4 Millionen sage ich, wer der Mörder von Schleyer ist"

Zitat von redwed09
Wichtig ist hier, ob der Informant sachdienliche Hinweise auf eine bestimmte Straftat geben kann. ... Seine Motive sollten hierbei keine Rolle spielen. ... So ist die Information eines Mörders auf eine andere Straftat genau so wertvoll bei der Aufklärung einer Straftat wie die Information eines unbescholtenen Bürgers.
Ich kann Ihrer Argumentation folgen und bin im Grundsatz einverstanden. Aber folgende Überlegung mag meine Irritation verdeutlichen:
Angenommen Herr Kieber hätte beim BND oder der Polizei geklingelt und gesagt: "Ich weiss, wer der Mörder von Schleyer ist. Für 4 Millionen sage ich es Ihnen."

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redwed09 17.02.2011, 12:59
78. Belohnungen sind üblich

Zitat von harald997
Ich kann Ihrer Argumentation folgen und bin im Grundsatz einverstanden. Aber folgende Überlegung mag meine Irritation verdeutlichen: Angenommen Herr Kieber hätte beim BND oder der Polizei geklingelt und gesagt: "Ich weiss, wer der Mörder von Schleyer ist. Für 4 Millionen sage ich es Ihnen."
Bei schweren Verbrechen werden immer Belohnungen für sachdienliche Hinweise zur Aufklärung einer Straftat von den Behörden angeboten. Wenn, wie bei Herrn Kieber, Straftaten von mehreren hundert Kriminellen aufgeklärt werden können und dazu noch ca. zwei Milliarden € mehr in die Staatskasse kommen, die sonst als angerichteter Schaden hätte eingestuft werden müssen, ist der Preis für die CD duraus gerechtfertigt.
Wenn es eine andere Möglichkeit zur Aufklärung dieser Straftaten gegeben hätte, wären diese vielleicht genutzt worden. Aber so ging es nur über die Zahlung an Herrn Kieber.

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