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Deal zwischen EU und Südamerika: Das bringt die weltgrößte Freihandelszone
REUTERS

Befürworter nennen sie ein Fanal für den Freihandel, Kritiker eine Katastrophe für das Klima: Die EU und der Staatenbund Mercosur richten die weltgrößte Freihandelszone ein. Was bedeutet der Deal? Die wichtigsten Antworten.

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Mehrleser 29.06.2019, 17:56
1. Handel ist bilateral

Wenn wir uns wünschen, dass tolle Produkte aus Deutschland weltweit gekauft werden, dann müssen wir auch grundsätzlich bereit sein, ausländische Produkte im Gegenzug zu kaufen.
Bei Lebensmittel entscheidet der Verbraucher. Dabei erwarte ich zuverlässige Herkunftsangaben auf den Produkten, an denen ich mich orientieren kann.

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loesje 29.06.2019, 18:12
2.

Könnte man zu diesem Thema mal Wissenschaftler zu Wort kommen lassen? Betroffene werden immer nur ihre Sicht auf die Dinge darstellen und das kann von der Realität sehr weit entfernt sein. Die EU wird sich doch wohl auch in Sachen Umwelt-/Klimaschutz in dem Abkommen abgesichert haben, damit eben nicht die Befürchtungen eintreffen. Kennt man schon den Vertragstext?

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Susi64 29.06.2019, 18:25
3. Deal??

ich hoffe doch sehr, dass es ein Vertrag mit allen notwendigen Unterschriften ist. Dealen tun Dealer und vorallem mit Drogen oder auch vor Gericht, wenn man normale Regeln umgehen will. Bzw. der Artikel ist schlicht woanders abgeschrieben.
Wem der Vertrag, was bringen wird, wird sich zeigen. Aber die Erfahrung zeigt, dass Freihandelsabkommen mit unterschiedlich starken Wirtschaften ein großes Risiko für den schwächeren Partner mit sich bringen. Ob das letzlich gut für Europa (Landwirtschaft) ist wird sich auch erst noch zeigen. Die Umwelt ist mit Sicherheit ein Verlierer, weil Lebensmittel die tausende von Kilometern transportiert werden nicht ökologisch sein können.

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maxi_stulz 29.06.2019, 18:55
4. Diese Angaben gibt es bei den jetzigen Produkten schon kaum

Zitat von Mehrleser
Wenn wir uns wünschen, dass tolle Produkte aus Deutschland weltweit gekauft werden, dann müssen wir auch grundsätzlich bereit sein, ausländische Produkte im Gegenzug zu kaufen. Bei Lebensmittel entscheidet der Verbraucher. Dabei erwarte ich zuverlässige Herkunftsangaben auf den Produkten, an denen ich mich orientieren kann.
Es wäre naiv zu glauben, daß das mit diesem Deal besser wird. Zusatzstoffe werden kaschiert, man kann nicht erkennen wo die Zutaten herkommen geschweige denn wie sie produziert wurden. Bei diesem Abkommen geht es um Geld, nicht um Verbraucher- oder gar Bürgerrechte. Geboren aus der Not wegen Trumps Kaskapaden stürzt man sich in ein Abkommen das noch zu viel Zank führen wird. Die Freihandelsjünger können immer nur kurzfristig denken und verstehen tiefergehende Zusammenhänge nicht einmal im Ansatz.

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dhrb 29.06.2019, 19:00
5. Der Verbraucher hat es in der Hand

Jeder kann ja die Agrarprodukte kaufen, die er sinnvoll findet. Ich kaufe Bio aus Europa, vorrangig aus D und Österreich.

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Jörg-Detlef 29.06.2019, 19:02
6. Die Umwelt ist mit Sicherheit ein Verlierer.

Zitat von Susi64
Wem der Vertrag, was bringen wird, wird sich zeigen. Aber die Erfahrung zeigt, dass Freihandelsabkommen mit unterschiedlich starken Wirtschaften ein großes Risiko für den schwächeren Partner mit sich bringen. Ob das letzlich gut für Europa (Landwirtschaft) ist wird sich auch erst noch zeigen. Die Umwelt ist mit Sicherheit ein Verlierer, weil Lebensmittel die tausende von Kilometern transportiert werden nicht ökologisch sein können.
Wenn Zölle wegfallen, verstärken sich in der Regel die Warenströme in sowohl der einen als auch der anderen Richtung. Der Verbraucher hat nur dann etwas davon, wenn die Zollersparnis an ihn weitergegeben wird und die Warenvielfalt sich im positiven Sinne verbessert. Dem steht gegenüber, dass in volkswirtschaftlicher Hinsicht bei ausgewogenen Handelsbilanzen die Preisänderungen ein Nullsummenspiel ergeben, die Warenvielfalt auch zu einer Warenschwemme führen kann, die staatliche Kontrollinstanzen überfordert. Weitere noch schwerer wiegende Nachteile kommen hinzu, wenn warenspezifische Probleme auftauchen, die den Kampf gegen die Klimakatastrophe erschweren. Dabei ist die Klimabelastung durch die Transporte mittlerweile zum geringsten aller Probleme geworden.

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inmado 29.06.2019, 19:17
7. Schiedsgerichte?

Sind dann auch wieder diese unsäglichen Schiedsgerichte Bestandteil des Abkommens? Und gibt es auch wieder diesen "Investorenschutz"? - Leider scheint der Spiegel kein Wort davon...

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D. Brock 29.06.2019, 19:28
8. Eine Katastrophe für ...

... die indigenen Völker Südamerikas.
"Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro gilt als Freund der Agrarindustrie, Umweltschutz hingegen gehört nicht zu seinen Prioritäten. Das könnte weltweite Auswirkungen haben, da der Regenwald als CO2-Speicher eine große Bedeutung im globalen Kampf gegen die Klimaerwärmung hat."

Mag sein, dass hierzulande wenigstens einige an Klimaerwärmung bzw. deren AbschwächungVermeidung Interesse haben.
Da der Artikel die von mir genannte Problematik noch nicht einmal nennt - denn die Rodung der Wälder entspricht, euphemistisch ausgedrückt, einer Enteignung der dort lebenden indigenen Völker (tatsächlich bedeutet es übelste Gewalt bis hin zu Morden, worüber man sich z. B. bei survival internationale informieren kann) - spricht dagegen Bände. .... Au weia!
Pfui! Schande!

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KR_53 29.06.2019, 19:50
9. Die Zone dürfte größer sein

Das Freihandelsabkommen mit Kanada CETA ist nach meinem Wissen so gestaltet, dass gegenseitig alle Freihandelsabkommen mit Drittstaaten anerkannt werden. Alle Drittstaaten, deren Abkommen mit Kanada oder der EU eine solche Öffnungsdklausel enthalten, sind bei CETA dabei. Ich gehe davon aus, dass die EU mit den Mercosur-Staaten ähnlich verhandelt hat. In dem Fall wäre die Freihandelszone Mercosur + EU + Kanada + Drittstaaten mit Öffnungsklausel, Südkorea z. B. nicht. Da wird der Vertragstext interessant.
So ganz nebenbei, wie attraktiv wird Großbritannien als Standort sein, wenn es sich aus all diesen Freihandelsabkommen verabschiedet? Boris wird das schon nachverhandeln...

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