Forum: Wirtschaft
Debatte über Dürrehilfen: Vier Szenarien für die Zukunft der Bauern
AFP

Deutsche Landwirte leiden unter der Dürre. Politik, Verbände und Ökonomen streiten über die richtige Reaktion: weitere Subventionen - oder die Bauern dem Markt überlassen?

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Marvin__ 01.08.2018, 17:22
1. Noch ein Szenario

Bauern könnten einen Ausgleichstopf gründen, in den sie selber in guten Zeiten einzahlen und in schlechten Zahlen entnehmen - eine Versicherung auf Gegenseitigkeit, ohne Versicherungskonzerne, ohne Mehrwertsteuer.
Da selbst in Krisenjahren einige Bauern leiden, während andere profitieren, bräuchte es keine lange Vorlaufzeit. Aktuell etwa konzentrieren sich Medienberichte auf besonders trockene Regionen. In anderen Teilen Deutschlands fällt mehr, sogar genügend Regen - die Bauern dort werden eine normale Ernte einfahren und wegen der höheren Preise besonders gut verdienen.

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Georg_Alexander 01.08.2018, 18:12
2. Es hilft nichts, der Karren "Landwirtschaft in der EU"

sollte baldigst aus dem Dreck gezogen werden.
Entweder alle Landwirte werden staatlich angestellt zu Tarifen z. B. des öffentlichen Dienstes,
oder sie werden selbstständige Unternehmer, die sich den gleichen Bedingungen stellen müssen, wie jeder andere Unternehmer auch in der EU.
Letzteres wäre sicher die sinnvollere Lösung.
Aber diese politisch gewollte, staatlich alimentierte "Planwirtschaft mit kapitalistischem Antlitz" ist hochgradig intransparenten Lobbyistenaktivitäten ausgeliefert. Statt mit Steuergeldern die Lebensmittelpreise (EU-)staatlich organisiert, unnatürlich niedrig zu halten, sollte, auch aus Gründen der Nachhaltigkeit, der Lebensmittelpreis einem echten Markt ausgesetzt werden.
Im Gegensatz zur Nachkriegszeit, in der allgemeine Hungersnot ein ernstes Problem war, muss die Landwirtschaft jetzt nicht mehr besonders gefördert werden, um die Versorgung der Bevölkerung zu akzeptablen Preisen sicherzustellen - ganz im Gegenteil: Ähnlich wie in der DDR das subventionierte Brot des Bäckers den Schweinen vorgeworfen wurde, weil das Futter teurer war, wird auch jetzt staatlich gestützt ÜBERPRODUZIERT, da es kein Regulativ gegen die Verschwendung von Lebensmittel gibt. Der Preis wird ja künstlich niedrig gehalten... Zum 'Ausgleich' wird auch noch die Nichttätigkeit durch eine spezielle Förderung von Brachflächen entlohnt. Welch ein Irrsinn!
Das in der Nachkriegszeit aus verständlichen Gründen eingerichtete Landwirtschaftsministerium sollte heute komplett in das Wirtschaftsministerium übernommen werden. Der "Schutz der Natur" war schon immer nur ein vorgeschobenes Ziel dieser bäuerlichen Interessenvertretung und auch schon immer ein echter Interessenskonflikt zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Schonung der Umwelt.

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kalle76 01.08.2018, 18:30
3. Wohin mit den Subventionen?

Die Landwirte erhalten sowieso schon Milliarden an Subventionen - aber warum? Damit sie überleben und deren Produkte man Markt eine Chance haben.
Wie wäre es denn damit dass der Ertrag die Preise bestimmt? Brauchen wir Konsumenten zig Brote zur Auswahl, stets in jedem Supermarkt frischen Kohl und mehrere Sorten Kartoffeln?
Genau darin liegt doch die Krux: wir sind viel zu verwöhnt, wollen immer alles zu Spottpreisen - und zu jeder Jahreszeit!
Wie wäre es denn wenn mal auf dem Markt nur das angeboten würde was ohne Subventionen und Importe verfügbar wäre? Zu Preisen von denen ein Bauer hierzulande leben könnte? Ja dann wären die Gesichter erstmal lang aber das würde sehr dabei helfen Lebensmitteln gegenüber endlich mal umzudenken!

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fehleinschätzung 01.08.2018, 19:23
4. irgendwo habe ich die Zahl 41 Mio t Weizen

gelesen. Macht schlapp 500kg/Einwohner und 1,5 kg/Tag/Einwohner. so viel kann ich leider nicht essen, geschweige denn trinken. wozu also die Aufregung?

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kmgeo 01.08.2018, 21:11
5. öffentliche Leistungen

ohne Zweifel erbringen Landwirte Leistungen für die Öffentlichkeit. Nur sind das nicht alle, sondern eher die kleineren. die müssen unterstützt werden und nicht die Grössen agrarfabriken.

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derhey 01.08.2018, 21:22
6. Unsitte

immer nach dem Staat rufen, ob Bauern oder Wirtschaft, Subventionen wo auch immer. Nur sind das Steuergelder, wäre ja auch ok, aber wird das Getreide etc wegen der Dürre teurer, steigen auch die Preise für die Endprodukte und der Steuerzahler zahlt doppelt, einmal höhere Verbrauerpreise und die Subventionen. Bitte lieber Staat, seit Jahren habe ich 0,2 % Zinsen auf meine Spargroschen, da wäre doch ein bißchen Subvention auch gerecht oder?

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mitag 01.08.2018, 21:26
7. soviele

schlaubeutel, solange das futter im supermarkt billig zu haben ist kann man ja die klappe ganz weit aufreißen, wenn aber dann irgendwann nix mehr auf den tisch kommt oder sauteuer wird schauen die schlauen doof aus der wäsche. an alle schlaubeutel der bauer verkauft nicht teurer wenns wenig gibt, die händler machen das große geld wenns knapp wird. und dann noch eines, jeder der hier seine oberschlauheiten verbreitet sollte mal zu einem landwirt und da arbeiten, dann weiß er vielleicht von was er redet, sonst einfach klappe halten.

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naeggha 01.08.2018, 21:31
8. @4

Essen Sie hin und wieder mal Fleisch? Was meinen Sie wie das erzeugt wird? Natürlich muss man den Menschen helfen, die sich 365 Tage im Jahr 12 Stunden den Arsch aufreißen, damit wir alle etwas zu essen auf dem Tisch haben! Was soll überhaupt die Diskussion darüber?

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cededa 01.08.2018, 21:31
9. Noch eine Möglichkeit

Ich bin für eine Kombination aus 3 und 4.

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