Forum: Wirtschaft
Debatte über Eintrittsalter: Rente mit 69 - geht doch
DPA

"Eine bekloppte Idee", sagt Sigmar Gabriel. Ökonomen aber sehen keinen anderen Weg: Das Renteneintrittsalter soll auf 69 Jahre angehoben werden, so ihre Empfehlung. Wer hat Recht?

Seite 14 von 93
Heinz Elmann 18.08.2016, 11:44
130. Mir unverständlich

dass man nicht gleich auf die gloriose Idee kommt, die Rente komplett aufzuheben.
Käm doch noch viiieeel billiger.

(Wer die Ironie findet, hat aufmerksam gelesen)

In fact: ich könnt allmählich heulen. Jedes Jahr noch ein bischen mehr und länger und mehr und länger und noch ein bischen ....
Klar. Ich hab gebuckelt und gespart und gemacht und getan. Und wofür?
Kann ja gleich auch alles hinschmeissen. Müsst ihr auch keine Rente für mich zahlen.

Beitrag melden
Spiegelleserin57 18.08.2016, 11:45
131. es geht nicht um wer hat Recht!

dass viele Leute bis zu diesem Alter gar nicht mehr arbeiten können sollte doch jedem klar sein.
Das Rentensystem uss umgestellt werden (siehe Schweiz) nur daran will sich auch Herr Gabriel nicht wagen.
Statistisch gerechnet kann man viel nur die Realität sieht anders aus. Wer am Schreibtisch arbeitet hat entweder bald schon ein Bandscheibenvorfall oder er arbietet eben gar nicht so lange am Tag.

Beitrag melden
FIFA87 18.08.2016, 11:45
132. Bosch Suprans Empfehlung....

Die Empfehlung von Bosch Supran am Ende des Artikels ist recht vernuenftig, nur ist zu befuerchten, dass - wie alle 4 jahre ueblich - zu Wahlkampfzeiten an der Rentenformel herumgedoktert wird. Rentner sind eine sehr bedeutende Waehlergruppe, und ein Politiker denkt idR nur bis zur naechsten Wahl, und nicht in Generationen.

Beitrag melden
peter.stein 18.08.2016, 11:45
133. Na, was wohl?

Zitat von RudiRastlos2
Wie machen das wohl die Franzosen, die mit 60 in Rente gehen?
Protestieren und sich wundern, warum Steigerungsrate bei der Arbeitslosigkeit nur noch von der der Staatsverschuldung übertroffen wird.

Beitrag melden
famd 18.08.2016, 11:45
134.

Das Tragische an der Rentendiskussion ist: Die Protagonisten der Verlängerung sehen das nicht im Vorteil des in der Zukunft Betroffenen, sie sehen diese Debatte aus starrer fiskalischer Mathematik hinsichtlich der Finanzierbarkeit des Systems oder im Interesse der Wirtschaft. Die Diskussion ist aktuell aber unsinnig, weil in d. Tat d. Wirtschaft nur die Leistungsfähigen braucht, da ständige Wachstums-&Profiterlöse nur auf die Knochen der 20-40 Jährigen machbar sind. Wenn man davon ausgeht, dass immer mehr junge Menschen später ab 26...30J in den steuerpflichtigen Beruf reingehen, könnte man vermuten, dass deren Mindest-Arbeitsjahre(45) für eine Rentenanwartschaft mit -65 nicht erfüllt werden - im Gegensatz zu Berufseintritten mit 18...19, deren Gesamtarbeitsjahre bequem auf 45 kommen. An Hand der (wahren) Jobstatistik, persönlicher Leidenswege und Aussagen von Jobvermittlern geht aber klar hervor, dass eine Beschäftigung oder Bewerbung ab 55 Jahre im hochindustriellen gewerblichen Bereich generell kaum zu Erfolg führen. Das sieht im Bereich der immateriellen Arbeit (z.B. Lehrkräfte, Ärzte, Wissenschaftler, Architekten, Verwaltungsbeamte) anders aus. Derartige Tätigkeiten unterliegen nicht den physischen Begrenzungen - die geistige Leistungsfähigkeit kann sogar bis 80 nutzbar sein. Was wir brauchen ist eine klare gesellschaftliche Einordnung beruflicher Perspektiven der Menschen im Einzelfall. Soll heißen, in der Tat müsse man Menschen ab 55 solchen Tätigkeiten anbieten, oder für diese Altersgruppe reservieren die sie zusätzlich erlernen und bis ...69+ ausüben könnten. Man kann beobachten, gerade junge Menschen üben immer mehr Jobs aus, die eigentlich für die Älteren ab 55..60 ideal wären. Da muss ein Umdenken erfolgen, man sollte ein Portfolio an Jobs speziell für die ab 55 reservieren wo sie nach eigenem Wunsch entweder in Teilzeit oder Vollzeit noch lange Jahre aktiv bleiben könnten.

Beitrag melden
GSYBE 18.08.2016, 11:46
135. ich auch

Zitat von suplesse
Ich habe mich eh schon drauf eingestellt. 10 Jahre noch. Mir macht das Arbeiten Spaß und ich arbeite schon jetzt nur dann, wenn ich will. Wenn es gesundheitlich so bleibt, arbeite ich so lange ich kann. Ich möchte mich niemals dieser Horde gelangweilter Menschen anschließen, die von einem Wellness Urlaub und von einer "Erlebnistour" zur anderen hetzen.Wer sich darüber beklagt zu wenig Geld im Alter zu haben, soll halt was arbeiten. Geht halt nur, wenn die Gesundheit mitspielt. Aber krank werden kann man auch mit 40 Jahren. Wichtig ist eben auch eine Lebensführung, die weder Übergewicht noch Unbeweglichkeit produziert.
Sieht bei mir und meiner Frau (beide 58) ähnlich aus, aaaaaaber ... wir sind nicht der Masstab!

Der Masstab sollte der Erwerbstätige sen, der nicht unser Glück hatte oder hat.

Beitrag melden
slotermeyer 18.08.2016, 11:46
136. Wenn es die Arbeitsplätze gibt....

Dann aber bitte auch eine Regelung zur Beschäftigungspflicht von über 65-Jährigen, ähnlich der bei den Schwerbehinderten.
Jeder Betrieb muss auf mindestens 10% seiner Arbeitsplätze über 65-Jährige beschäftigen.
Falls nicht, müssen Ausgleichsabgaben (und zwar in einer Höhe die auch weh tut) an die Rentenversicherung gezahlt werden.
Würde mich interessieren, was die Industrie, die nach der Rente mit 69 schreit, davon hält.

Beitrag melden
moistvonlipwik 18.08.2016, 11:46
137.

Zitat von dirkschumacherowako
Jobs - die wird es für 68-Jährige nicht geben. Also werden die Renten faktisch gekappt.
Das ist auch das Ziel. Es geht nicht darum, länger zu arbeiten - es geht darum, die Renten zu kürzen, indem an die volle Höhe Bedingungen geknüpft werden, die kaum einer erfüllen kann.

Beitrag melden
Hamberliner 18.08.2016, 11:46
138. Jaja. Wir alle sterben pünktlich nach exakt gleich vielen Jahren. Geht's noch?

Hauptfehler dieser Propaganda (Studie oder Untersuchung kann man etwas so unseriöses nicht nennen) ist das völlige Ignorieren individueller Unterschiede zwischen einzelnen Menschen. Die einen sollen demnach arbeiten bis zum Tod, die anderen bekommen Jahrzehnte Siechtum und Demenz finanziert, und wieder andere genießen viele Jahre Hobby, Reisen, Lebensfreude auf Kosten anderer. Darauf,dass das Ende der Arbeitsfähigkeit davon abhängt, ob es sich um körperliche oder geistige Arbeit handelt, haben ja meine lieben Vorredner schon hingewiesen. Was soll also dieser Propaganda-Quatsch, was soll dieser Unsinn bezwecken, cui bono?

Beitrag melden
Spr. 18.08.2016, 11:47
139. Siggi im Wahlkampfmodus!

Gabriel hält ein Heraufsetzen des Rentenalters nur deshalb für "eine bekloppte Idee", weil er sich im Wahlkampfmodus befindet. Hat er sein Ziel erreicht und ist nach der Wahl in 2017 wieder Vizekanzler, wird er gar nicht schnell genug einer Anhebung des Rentenalters zustimmen können.

Nötig ist diese Anhebung jedoch keineswegs, sondern einfach nur von "der Wirtschaft" gewollt. Durchaus offensichtliches Ziel wird die Erhaltung eines Millionenheers von Arbeitslosen, gerne auch Landzeitarbeitslosen, sein. Das gibt so eine schöne Drohkulisse für die Noch-Arbeitnehmer ab, damit die sich weiterhin viel zu viel gefallen lassen und nicht wagen aufzumucken. Denn als Arbeitnehmer wollen die Befürworter der Anhebung des Rentenalters die Alten keineswegs haben, von die Regel bestätigenden Ausnahmen abgesehen.

Noch geht des "der Wirtschaft" zudem darum, den Gehaltsbestandteil "Arbeitgeberbeitrag zur Rentenversicherung" so niedrig wie irgend möglich zu drücken. Eingefroren ist er ja schon; steigen kann er nicht mehr. Aber NOCH gibt es den Gehaltsbestandteil Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung.

Die Versicherungs- und Finanzbranche hofft wohl auch auf mehr Leute, die sich weismachen lassen, sie könnten früher in Rente gehen, wenn sie in deren Produkte investieren. Tatsächlich schließen diese Leute aber nur eine Wette darauf ab, dass der Anbieter zum Fälligkeitstermin sowohl noch existiert als auch in der Lage ist, die Versprechen bei Abschluss einzulösen.

Von "der Wirtschaft" und damit von der Politik gewollte ist zudem das konsequente Ignorieren von Möglichkeiten zur Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung. In erster Linie die Struktur der Beitragszahler. Weder sollen alle in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, noch sollen etwa Sozialabgaben auf Arbeitsplatz vernichtende Maßnahmen erhoben werden. Wer sich selbst so dermaßen einschränkt, kann natürlich nur zwei mögliche Einflussnahmen sehen: Beitragserhöhungen oder Anhebung des Rentenalters.

Beitrag melden
Seite 14 von 93
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!