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Debatte über Eintrittsalter: Rente mit 69 - geht doch
DPA

"Eine bekloppte Idee", sagt Sigmar Gabriel. Ökonomen aber sehen keinen anderen Weg: Das Renteneintrittsalter soll auf 69 Jahre angehoben werden, so ihre Empfehlung. Wer hat Recht?

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ofelas 18.08.2016, 11:53
160.

Zitat von MickyLaus
diese neoliberalen Gedankenspiele. Arbeiten bis fast 70 und die andere Hälfe der Gesellschaft ißt Häppchen oder ist arbeitslos.
Medianrente: € 900
Medianpension:€ 2900

Der eine erhaelt 47% des Durchschnittslohns und der andere 70% des letzten Lohns.

Wieso ist unsere Debatte immer nur ueber die Rente, die angeblich Haushaltszwaengen gerecht werden muss? Pensionen werden sich um 100% steigern bis 2030, das waeren jaehrlich weitere >70 Mrd - wer soll das bezahlen?

Mindestrenten in der Schweiz, Niederlande, Oesterreich und Skandinavien (auch Frankreich) sind hoeher als bei uns.

Die Maxrenten und Pensionen aber niedriger...denke damit kommen die Politiker nicht zurecht

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Ezechiel 18.08.2016, 11:53
161. Genau # 21

Zitat von dave_t
Nötig wäre nämlich die Rente mit 70, oder 72! Wie man das dann so ausgestaltet, daß man Menschen, die mit 60 schon körperlich kaputt sind, entweder noch in anderen Bereichen zu Arbeit und Lohn verhilft (wo steht geschrieben, daß der sprichwörtliche Dachdecker, der mit 58 nicht mehr auf sein Dach kommt, sein Leben lang Dachdecker sein muß?), oder eben solidarisch auffängt, ist ein Problem der konkreten Ausgestaltung, aber kein Argument gegen die grundsätzliche Erhöhung des Eintrittsalters an sich.
Wenn der Dachdecker mit 60 nicht mehr auf das Dach kann, könnte er auch einen Job an der Börse haben. oder in einem Alterheim als Pfleger arbeiten. Mit seinen großen Händen könnte er auch als Feinmechaniker arbeiten. Nennen Sie mir einen Bereich in dem jemand der mit 60 kapuut ist noch eine Arbeit finden könnte. Ich hoffe, dass sie selbst noch jung sind und eine Arbeit haben und sich nicht auf die Schaffenkraft anderer verlassen.

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Nonvaio01 18.08.2016, 11:53
162. nicht jeder arbeiter sitzt im Buero

Zitat von suplesse
Aber krank werden kann man auch mit 40 Jahren. Wichtig ist eben auch eine Lebensführung, die weder Übergewicht noch Unbeweglichkeit produziert.
Ihre analyse zeigt doch sehr viel unwissen.

Es gibt berufe die man einfach nicht bis in das Alter machen kann.

Wollen Sie in einem Flieger sitzten wo der Pilot 69 ist?
Wollen Sie in einem Bus sitzten wo der fahrer 69 ist?
Wollen Sie von einem 70 Jaehrigen eine Herz OP bekommen?
Ein Baecker kann nicht solange arbeiten weil sich mehlstaub in der Lunge absetzt.
Ein Maurer hat mit 69 seine knochen fast 50 jahre hingehalten.
Wollen Sie LKW fahrer mit 69 auf der Autobahn?
Eine Krankenschwester die immer im schichtdienst ist, schaft die 69 auch nicht.

Alle beschaeftigten die aufgrund der berufe die Sie ausueben nicht bis 69 arbeiten koennen werden bestraft. Sie finden das richtig?

Alles nur auf Uebergewicht und unbeglichkeit abzuschieben ist schon krass.

Dann arbeiten eben alle nur noch im Buero.

Kein Brot, kein fleisch...nichts, denn alle berufe die Brot und Essen herstellen sind koerperlich extrem anstrengend und einfach nicht bis ins hohe alter zu machen.

Was wir dann haben ist eine gesellschaft die sich Ihre berufe danach aussucht die man am laengesten machen kann. Das ende ist eine hungernde Gesellschaft die bis 69 im Buero sitzt.

Ich war Konditor, bin dann aber auch genau diesem grund ins Buero gewechselt weil ich frueh merkte das ich betsraft werde da ich fruehrentner geworden waehre. Ich bin 43 und hab nun schon 2 ruecken OP's hintermir, danke meines berufes als Konditor wo ich mit 15 Jahren 50kg saecke schleppen musste.

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ldom 18.08.2016, 11:53
163.

Zitat von urmeli
Wann erklärt mir mal jemand, warum es in den 100 Jahren vor der neoklassischen Revolution funktioniert hat, dass das Rentenalter gesunken ist und die Lebenserwartung gestiegen.
das ist schnell erklärt:

1. Mehr Kinder
2. Die Lebenserwartung ist schneller gestiegen als Renteneintrittsalter
3. Hohe Wachstumsraten nach dem Krieg
4. Geringeres Anspruchsdenken der Rentner

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rösti 18.08.2016, 11:54
164. Wenn es geht..

Wenn es geht mit dem Job, der körperlich keinen verschleiss bringt, der kann ja bis 70 Arbeiten. Ich jedenfalls dachte das auch! Aber mit 60 fing es an, die Gelenke schwollen an,der Rücken macht sich nach längerer Arbeit bemerkbar. Ich muss dazu sagen ich war 45 Jahre Koch davon 30 Jahre Küchenchef ( sollte also körperlich nicht ganz so anstrengend sein denkt man!)
Mit 62 war ich körperlich fertig, alle Gelenke waren betroffen...dazu kam das ausgebrannt sein, das durch den täglichen Stress kam! Heute denke ich, das man mit einem Körperlich betonten Beruf nicht mehr bis 60 arbeiten kann. Meine Kollegen, die Beamte oder einen weniger körperliche Arbeit hatten, sind körperlich fit.
( bis auf das nächtliche aufstehen !!! )
Warun zahlen die Industrie Roboter keinen Beitrag zur Rente und Krankenvericherrung?

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soisses007 18.08.2016, 11:55
165. Finanzierung und Dynamik

Finanzierung: Langfristig benötigt die Rentenversicherung einen Zuschuß aus dem Bundeshaushalt. Finanziert z.B. durch Vermögenssteuer. Der Arbeitnehmer muss sich auf die Höhe seiner zukünftigen Rente verlassen können, was aktuell nicht der Fall ist. Ständig werden die Rentenhöhen reduziert, eine absolute Frechheit. Außerdem müssen alle Berufstätige in die Rentenverischerung (Selbständige, Beamte) einzahlen! Die jetzige Lösung übervorteilt alle Beamte, die sich darüber keine Gedanken machen müssen.
Dynamik: Ab 63 sollte man flexibel die Möglichkeit haben, seine Arbeitszeit zu reduzieren und bis 70 zu arbeiten. Dies ist sicher in zahlreichen Berufen möglich. Langsam ausklingen ist die Devise. Kernproblem ist aber immer die Finanzierung und die kommt ohne Staatszuschuß (siehe Beamtenpensionen!) zukünftig nicht aus.

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zyniker642 18.08.2016, 11:55
166. einfache Lösung

Wie wäre es wenn alle gemäß ihrer Leistungsfähigkeit einzahlen würden und es ein Höchst- und eine Mindestrente gibt? aber das wäre wahrscheinlich zu gerecht.

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tpro 18.08.2016, 11:55
167.

Zitat von trude2004
Was soll dieser Zirkus? Lasst den Leuten das Geld in der Tasche und diese sollen sich selbst versichern. Dieser gespielte Generationenvertrag ist doch lächerlich.
Das Problem bei Freiwilligkeit sind die Leute, welche sich dann nicht versichern und im Alter der Allgemeinheit auf der Tasche liegen.

Machbar wäre eine verpflichtende Altersvorsorge bei unabhängigen Anbietern, die unter staatlicher Aufsicht stehen, bei denen der Staat aber keinen Zugriff auf Einlagen hat. Aber nachdem der Staat seit Monaten tatenlos zusieht wie durch billiges Geld aus der EU private Altersvorsoge den Bach runtergeht, sähe es bei einer großflächigen Altersvorsorge auf privater Basis übel aus.

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h_hipper 18.08.2016, 11:55
168. Demographie? Produktivität!

Aber beim Umlageverfahren ist nicht die demografische Entwicklung entscheidend, sondern die Produktivität. Anders ausgedrückt : Das BIP ist in den letzten Jahrzehnten nicht geschrumpft sondern gewachsen.

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!!!Fovea!!! 18.08.2016, 11:55
169. Lustig...

Wie wäre es, wenn wir die Spitzenverdiener mehr besteuern. Die Arbeitgeber mehr in die Pflicht nehmen?

Was ist denn mit den x-tausenden Facharbeitern, die ins Land strömen, von denen uns immer erzählt wird, die die Wirtschaft sucht?

Die braucht man doch nur einzustellen und dann haben wir ein paar tausend Steuerzahler mehr?!

Warum drastische Diäten- und Rentenerhöhungen, wenn es dem Staat angeblich so schlecht geht?

Fragen über Fragen, die zu beantworten wäre wohl zu peinlich, lieber die Gesellschaft schröpfen und mit Zukunftsängsten füttern. Die Rente ist sischähr?!

Natürlich ist sie das, herabgesetzt und später ausgezahlt, sind das für den Staat nur Peanuts.

Nur noch peinlich dieses Land bzw. Industrieland, Exportweltmeister. Komme mir nun bloß keiner mit den Plattitüden: "In Afrika ist es schlimmer...."

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