Forum: Wirtschaft
Debatte über Eintrittsalter: Rente mit 69 - geht doch
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"Eine bekloppte Idee", sagt Sigmar Gabriel. Ökonomen aber sehen keinen anderen Weg: Das Renteneintrittsalter soll auf 69 Jahre angehoben werden, so ihre Empfehlung. Wer hat Recht?

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Dr.Watson 18.08.2016, 13:29
460. Och Joh!

Hier wird über die Rente geschrieben. Mein Partnerin, altersmäßig seit Jahren rentenberechtigt, nimmt diese halt einfach nicht in Anspruch. Das kann jede/r Rentenberechtigte/r machen und erhöht für jedes Jahr der Nichtinanspruchnahme diese um einen fast irrelevanten Prozentsatz.

Jeder ob er halt noch weiter selbständig arbeiten will und/oder kann.

Pensionäre sind angesichts ihrer real geringfügigen Einkommensminderung, 70% gemäß des letzten Einkommens bei oftmals nicht sehr lange zurückliegender "Beförderung" (das System läßt Grüßen!), eher deutlich untermotiviert.

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geando 18.08.2016, 13:29
461. Was ist mit der Steigerung der Produktivität?

Seit den Sechzigern ist die Produktivität der deutschen Wirtschaft (je nach Rechenmodell) etwa um das Drei- bis Zehnfache gestiegen. Das ist eine stetige Entwicklung, die in erster Linie mit der Automatisierung und der Prozessverbesserung einhergeht. Sprich: ein Arbeiter "leistet" heute 3-Mal mehr als ein Arbeiter vor 50 Jahren. Angesichts der bevorstehenden neuen Industriellen Revolution (auch Industrie 4.0 genannt) wird ein Arbeiter in 20 Jahren möglicherweise auch das dreifache eines heutigen Arbeiters produzieren. Theoretisch müsste doch durch diese enorme Steigerung der Rückgang an Quantität von Arbeitenden locker ausgeglichen werden? Auch heute stellt sich doch schon die Frage, wer in Zukunft überhaupt noch gebraucht wird um echte Produktivität zu generieren? Es ist jetzt schon klar, das eine immer kleiner werdende Zahl von Spezialisten eine immer grössere Produktivität generieren wird. Schon mittelfristig werden die meisten (egal ob aus dem Inland oder Zugewandert) durch das Bedarfsraster der Wertschöpfung fallen. Daher wird weder eine ungesteuerte Massenzuwanderung benötigt, noch lassen sich klare Aussagen zur Rentenentwicklung in den nächsten 20-40 Jahren machen. Abgesehen davon wäre es eine sinnvolle Sofortmassnahme, den Rentenbezug zum Teil an die Zahl der Kinder und deren Bildungsabschlüsse zu koppeln. Das würde endlich wieder einen Anreiz schaffen, Kinder zu bekommen und diese ordentlich Auszubilden, auch die "Mutterstrafe" bei der Rente wäre damit ausgeglichen, da die Rente dann weniger an eingezahlten Beträgen orientiert wäre, sondern auch an Leistungen in die Zukunft der Gesellschaft (Kinder und deren Erziehung).

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hagenlaw 18.08.2016, 13:29
462. Das sind doch alles nur Milchmädchenrechnungen

Wenn man das Renteneintrittsalter verschiebt, werden entsprechend mehr Renten wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung gezahlt werden müssen, was auch zu Lasten der Beitragszahler geht. Der Rest wird von Hartz IV leben müssen, wofür der Steuerzahler aufkommt. Zusätzlich wird es für die Junge Generation immer schwieriger, Arbeit zu finden, weil die Alten immer länger die Stellen besetzt halten. Kurz und gut, Verlängerung des Rentenbeitrittsalters bedeutet nur Umverteilung der Lasten. Warum da nicht besser eine feste Grundversorgung für jeden aus Steuergeldern bezahlt wird und jeder für eine darüber hinausgehende Altersversorgung nach seinem Gusto selbst sorgen muss, ist nicht nachvollziehbar.

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michaelroth3 18.08.2016, 13:29
463.

Zitat von Der_Franke
Bei dieser absurden Diskussion frage ich mich, warum diese Experten von Ökonomen nicht endlich mal fordern, daß ein Großteil der jungen Bevölkerung endlich mal wieder mit 16 Jahren eine Lehre beginnt, anstatt auf Kosten der Steuerzahler bis 25 zu studieren. Wir müssen nicht länger arbeiten, sondern wieder (wie früher) eher damit beginnen. Zwischen 16 und 25 liegen immerhin 9 Jahre. Und gerade Studenten kosten enorme Summen. Vorschlag von mir: Unis und Fachhochschulen aus der öffentlichen Finanzierung nehmen und privatisieren.
dann studieren nur die Reichen. Ist das gerecht ?

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MatthiasPetersbach 18.08.2016, 13:29
464.

Zitat von dt-t
...und Einkommen jeglicher Art und Herkunft aller Bundesbürger zu den Sozialversicherungen heranziehen? Die Beitragssätze würden dramatisch sinken und alle könnten bestens versorgt werden.
Das betrifft auch andere Bereiche:

Als Selbstständiger bezahle ich zum Beispiel für Mieteinnahmen einer geerbten Wohnung und eventuellen Bankzinsen Krankenversicherungsbeiträge.

Weil zur Bemessung der Krankenkasse ALLE meine Einkünfte herangezogen werden.

Beim "Normalbürger" sind die Sozialleistungen usw. über den Hauptjob abgedeckt - und die Erträge einer Wohnung und des Nagelstudios der Ehefrau erfahren vielleicht ne steuerliche Belastung - aber Sozialleistungen sind da gaaaaanz weit weg.

Mal abgesehen davon, daß Ehefrau und Kinder noch kostenlos mit krankenversichert sind.

Ich will mich da nicht beklagen - aber daß das ganze System von vermeidbaren Ungerechtigkeiten und Ungleichbehandlung nur so strotzt, ist doch SEHR offensichtlich.

Anscheinend nur für die Verantwortlichen nicht.

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Freedom of Seech 18.08.2016, 13:31
465. die Schuldfrage

In den 80-iger/90-iger Jahren gab es im Millieu der Linksliberalen eine sehr verbreitete Stimmung: die Welt ist schrecklich, Kinder kriegen deshalb verantwortungslos also lassen wir es lieber krachen (Parties) solange es die Welt noch gibt. Viele Vetreter dieser Spezies haben es dann irgendwann mit den Parties sein lassen und sich auf ihre Karriere konzentriert (natürlich ohne den Balast von Kindern), ohne Kinder auch nie Geldsorgen, morgens immer ausgeruht zur Arbeit und immer schön nett zum Chef und den Kollegen die für die eigene Karriere mal wichtig sein könnten. Anders die getressten Mütter und Väter: die hatten häufig noch Zusatzjobs (oder Überstunden) um finanziell über die Runden zu kommen, kam ihnen eine Kollege oder der Chef mal blöde rüber hat man zurückgeblafft was meistens keine gute Idee war (was die Karriere betrifft). Also meinen kinderlosen linksliberalen Damen und Herren an dier Spitze der Karriereleiter: Sie tragen eine Mitverantwortung für die Misere.

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Duggi 18.08.2016, 13:31
466. Die Geldpolitik macht die EZB,

die Bankenaufsicht sollte die BaFin machen.
Wozu also brauchen wir die Bundesbank?
Ach ja, damit sie sich zum Renteneintrittsalter äußert.;-)

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rearranger 18.08.2016, 13:31
467. Excel-Spielereien

Es ist schon bezeichnend, wie schnell die These der Bundesbank bestätigt wird: Schäuble findet das gut! Dann muss es doch stimmen! Dazu noch ein paar Frickeleien im Excel-System, bis das gewünschte Ergebnis da steht. Ist nur mit 69 zu erreichen? Na dann eben so. - Es ist aber so, dass eine Erhöhung des Rentenalters nur die Stabilisierung der Rentenkassen zum Ziel hat - nicht die Lebensqualität der Menschen. Das wird zu einem immer zynischeren Spiel: Während denen, die jenseits der 60 mit körperlichen und gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, Flexibilität nicht empfohlen, sondern befohlen wird - soll der Dachdecker doch im Büro Dachziegel verkaufen, soll mit Tabellenkalkulationen das jetzige System in aller Ewigkeit festgeschrieben werden. Was wir aber brauchen, ist eine Neubewertung von Arbeit, wie sie sich in den USA mit Mindestlöhnen in Metropolen jenseits von 15 Dollar abzeichnet. Für Maschinen, die Menschen Arbeit wegnehmen, müssen Sozialbeiträge gezahlt werden, mit denen Renten finanziert werden. Und es müsste mal fundiert erhoben werden, wie fit die Alten wirklich sind - wie steht es bspw. mit dem Anteil der Erwerbsunfähigkeit, der an Demenz, Parkinson und Krebs erkrankten Menschen? Aber das könnte ja in den simplen Rechenspielen stören. Eine Entschuldigung für unterlassenes Nachdenken ist das nicht. Und das am Wohle der Menschen orientierte Denken ist doch eigenlich genau das, was von Politikern und Finanzexperten zu verlangen ist. Im übrigen: Vielen der heute unter 35-jährigen wird gar nichts anderes übrig bleiben, solange zu arbeiten, wie es irgendwie geht. Schönen Gruß an die Generation Praktikum!

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tpro 18.08.2016, 13:32
468.

Zitat von Freedom of Seech
Irrtum. Statstisch gesehen sind Kinder Rentenzahler. Als Teil der Familienarbeit kann man sie auch so erziehen, dass sie tatsächlich mit hoher Wahrscheinlichkeit Rentenzahler werden.
Statistisch gesehen haben Sie recht. Praktisch sind Kinder aber erst Rentenzahler, wenn sie einen Job bekommen, bei dem Sie auch wirklich einbezahlen. Wenn die Anzahl an Arbeitsstellen gleich bleibt, sich die Azahl Arbeitssuchender aber erhöht, ist das ein Nullsummenspiel. Firmen suchen sich die Besten aus, die Anderen müssen vom Staat alimentiert werden.

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omop 18.08.2016, 13:32
469. SPD heuchlerisch..

Bei den Frauen mit Kindern (U3) kann es ihr nicht schnell genug gehen, die Kinder aus der Familie herauszureissen und die Frauen (oder Männer) wieder ins Arbeitsleben zu drängen. Fakt ist längere Rentenbezugsdauern verursachen höhere Kosten. Nun stellt sich die Frage kappt man die Leistung (durch Heraufsetzung des Eintrittsalters) oder findet man Finanzierungsmöglichkeiten (Mwst. etc.)..

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