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Debatte über Eintrittsalter: Rente mit 69 - geht doch
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"Eine bekloppte Idee", sagt Sigmar Gabriel. Ökonomen aber sehen keinen anderen Weg: Das Renteneintrittsalter soll auf 69 Jahre angehoben werden, so ihre Empfehlung. Wer hat Recht?

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HaPeGe 18.08.2016, 14:52
650. Verehrter Forist,

Zitat von darksystem
Einfachste Lösung: Rente abschaffen. Das bisherige Modell auslaufen lassen, den "Zwangsbeitrag" aus den Lohnnebenkosten streichen, und ein staatliches Rentendepot einrichten bei dem die Einzahlung freiwillig ist. Dieses Rentendepo bekommt das Recht eingeräumt mit den Einlagen zu wirtschaften und so Gewinne zu erzielen welche .....
das ist der menschenverachtendste Vorschlag, den ich kenne ! Denn nicht alle Mitglieder der arbeitenden Bevölkerung können es sich leisten, so für das Alter vorzusorgen, dass sie im Alter auch genügend haben. Die Sozialversicherungen waren und sind in Deutschland immer Solidaritätsversorgungen gewesen, und das sollten sie auch bleiben. Es wäre nur mittlerweile aus meiner Sicht notwendig, dass auch die Beamten, die Freiberufler, die Selbständigen und die Unternehmer einzahlen. Dann käme auch wieder genügend Geld in die Kasse. Denn im Moment kosten vor allem die Beamten sehr viel Geld durch ihre recht hohen Pensionen, die immer noch aus den Steuern bezahlt werden.

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rolf.piper 18.08.2016, 14:53
651. Benjamin

du stellst wieder die falschen Fragen, es geht nicht darum, wer recht hat, sondern was gerecht ist. Und gerecht ist, wer seine 40 Jahre gearbeitet hat, soll mit 100 Prozent in Rente gehen, wer allerdings nur 25 Jahre gearbeitet hat, darf noch 15 Jahre länger arbeiten, er kann sich ausrechnen, wie alt er dann ist!
Natürlich wird es in Deutschland wieder die treffen, die mit 16 einen Beruf gelernt haben (Lehre ect.) und dann mit 70 als Vollinvalide den Löffel abgeben, das spart Rente, die dann diejenigen mit kassieren, welche mit 30 ihre Selbstfindung abgeschlossen haben (vielleicht).

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rkinfo 18.08.2016, 14:56
652. USA haben flexibel 62-70 als Rentenbeginn

Die meisten US-Bürger nutzen auch die früher Rente.

Allerdings bedeuten 8 Jahre weniger Lebensarbeitszeit ca. -20% Einzahlungsvolumen und die Rentendauer erhöht sich sogar um +50%. Entsprechend sind die lebenslangen Abschläge happig.

Würde man in echter Altersteilzeit 62-70 arbeiten, wären nur ca. 10% an Beitragsvolumen fehlen.
Die Rente 67 statt 70 per Teilzeit bedeutet +6% mehr Beiträge, aber auch +15% Rentendauer d.h. etwa die gleiche Wirkung. Diese alternative Rente 62-70 lässt sich aber individuell mit Arbeitgebern viel besser optimieren als die statische Rente 67 oder gar 69.
Unsere Arbeitgeber wäre sicherlich interessiert, die Arbeitsverträge ab 62 zu ändern und ggf. stetig kürzere Kündigungszeiten im Alter zu bekommen.

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Freedom of Seech 18.08.2016, 14:57
653.

Zitat von kilminster
Ja, einen Lohn von dem man leben kann zu wollen und nicht jedes Jahr hoffen zu müssen, dass der Zeitvertrag auch verlängert wird ist schon ein echter Egotrip. Da kann ich schon verstehen, dass Ihnen so etwas gegen den Strich geht. Betonkonservativ höchster Güte!
Da Sie sich selbst bemitleiden (auch eine Form Ego Trip - die anderen sind schuld) muss ich es wohl nicht auch noch machen.

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anubis1981 18.08.2016, 14:58
654. Und woher sollen die Jobs kommen?

Im Moment sind ca. 45 Jahrgänge (18-63) im Arbeitsverhältniss. Und sagen wir, um die Zahlen einfach zu halten, dass bei ca. 80 Millionen Deutschen und einer durchschnittlichen Lebenserwartung von ca 80 Jahren, jeder Jahrgang ca 1 Millionen Menschen umfasst (natürlich entspricht das nicht der tatsächlichen Demographie funktioniert aber auch damit, macht die Zahlen nur unnötig komplizierter).
Und von diesen 45 Jahrgängen mit ca 45 Millionen Menschen sind aber immer noch 5,5 Millionen Arbeitslos (Jaja die Quacksalber in Berlin sagen 3,3 aber die rechnen sich die Zahlen ja auch schön indem sie jeden aus den Arbeitslosen rausrechnen den sie eben rausrechnen können).
Nun möchten die Clowns in unsere Bundesregierung, auf diesen übersättigten Markt noch 6 Millionen (6 zusätzliche Jahrgänge) Arbeitnehmer mehr drauf werfen? Glauben die denn das nur weil mehr Menshen Arbeit suchen das dann plötzlich mehr Arbeitsplätze aus dem Boden schießen?
Aber der Hintergedanke unserer feinen "Volksvertreter"(und diesen Ausdruck benutze ich sehr frei hier) ist das wenn sich mehr Arbeitnehmer um wenige Jobs schlagen unsere feinen Chefetagen die Löhne drücken können denn man muss als Arbeitnehmer ja nehmen was da kommt egal ob Hungerlohn oder nicht.
Der zweite Grund für diesen KÜHNEN Plan unserer Bundestagsabgeordneten ist GELD SPAREN, damit man es an anderer Stelle, natürlich die die dem "kleinen Bürger" im Leben nicht hilft, mit offenen Armen aus dem Fenster zu schmeißen.
Denn es ist einfacher teure Renten mit billigem Harz IV zu ersetzen und sich die Differenz einzustecken.

Liebe Leute die glauben Rente mit 69 ist nötig, lasst euch keinen Bären aufbinden. Rente mit 69 hilft keinem einzigen deutschen normal Bürger. Was Berlin da abzieht ist Panik mache im nahmen der Industrie. Die Industrie will billige Arbeitsplätze damit die sich die Taschen noch voller stopfen können.

Wenn wir wirklich etwas bewirken wollen müssten wir dafür sorgen das ALLE in die Rente einzahlen und zwar auch den gleichen Anteil. Soll heissen keine Berufsgruppe kann isch aus der gesetzlichen Rente ausklinken und abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze. Aber da würde man den Reichen ja in die Tasche fassen und die haben teure Anwälte und Beziehungen zu unseren Bundestagsfutzis, das wird also NIE passieren.

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andmy_ 18.08.2016, 14:59
655.

Zitat von rolf.piper
du stellst wieder die falschen Fragen, es geht nicht darum, wer recht hat, sondern was gerecht ist. Und gerecht ist, wer seine 40 Jahre gearbeitet hat, soll mit 100 Prozent in Rente gehen, wer allerdings nur 25 Jahre gearbeitet hat, darf noch 15 Jahre länger arbeiten, er kann sich ausrechnen, wie alt er dann ist!
Ich finde das nicht gerecht! Wenn man keine Kinder großgezogen hat und später Kinder anderer für sich arbeiten lässt, empfinde ich als ungerecht. Sowohl eigene Arbeitsleistung als auch die Kinder sollten berücksichtigt werden, sonst funktioniert das Ganze nicht und ist auch nicht gerecht!

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johnny_b 18.08.2016, 14:59
656. Leider notwendig

Alle die hier sagen, dass in vielen Berufen ein Arbeiten bis 65+ unmöglich ist - ihr habt vermutlich recht damit. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass das Renteneintrittsalter steigen muss oder das Rentenniveau sinken muss, das ist eine reine mathematische Frage.

Wenn 65 Rentner auf 100 Erwerbstätige kommen muss jeder mit seinem Rentenbeitrag 0,65 Rentner finanzieren. Selbst wenn die nur 43% Rentenniveau haben und man berücksichtigt, dass der Rentenbezugslohn in der Regel höher als der Durchschnittlohn ist, sind das dann schon 28% des Lohns, den jeder Beschäftigte zur Finanzierung der Alten beitragen muss. Sowas ist auf Dauer nicht tragbar, die Jungen müssen ja auch von irgendwas leben!

Vermutlich ist Rente mit 69 für viele Berufe nicht realisierbar, aber dann macht doch bitte Alternativvorschläge! Drastisch niedrigeres Rentenniveau? Kinderkriegzwang? Lebensalter künstlich "begrenzen"?

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lazyfox 18.08.2016, 14:59
657. Jobfresser Sozialabgaben = falsch

Jobfresser ist die Tatsache, dass so viele Einkommen, so viel Einkommensvolumen nicht an den Sozialabgaben beteiligt werden. Sonderregelungen für Beamte und Beitragsgrenzen höherer Gehältern verteilen die Last auf die unteren Einkommen. Die größten Nutznieser (Gutverdiener und Beamte) der Gesellschaft entziehen sich der sozialen Verantwortung. Und demnächst werden immer mehr Arbeitsplätze von intelligenten Automaten ersetzt. Also noch weniger Beitragszahler. Bei so vielen Lehrern und Akademikern im Parlament verwundert es doch, dass nur wenige sinnvolle praktische Regelungen gemacht werden.

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hypnos 18.08.2016, 14:59
658.

Zitat von naklar261
machts gut leute. zahle ab naechstem Jahr genau null euro in dieses system. viel spass damit und den ewigen debatten darueber. achja...es ist bekloppt.
Es lebe die entsolidarisierte Gesellschaft! Jeder ist sich selbst der Nächste. Und genügt sich. Hauptsache man muss nichts abgeben.

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Ukko257 18.08.2016, 14:59
659. Das alte Rentensystem ist obsolet

Solange Beamte und andere Günstlinge der Bourgeoisie nichts in die Kassen einzahlen und die ostdeutsche Bevölkerung immer noch ungleich behandelt wird, solange das neoliberale Dogma vorherrscht, wird sich nichts ändern.

Die Regierung und diese BWL-Amöben, die sich Ökonomen nennen, nur an den Symptomen herumdoktern anstelle den ganzen Staatsfinanzapparat sozial und gerecht umzubauen, nützt das nichts. Die sollen alle mal ihr Wolkenkuckucksheim verlassen und einen Monat in einem Job arbeiten, der mehr als die Hälfte ihrer Freizeit aufbraucht und ihnen nur 2/3 des Geldes gibt, was sie für ein akzeptables Leben brauchen.

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