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Debatte über Enteignungen: "Der Boden des Unfriedens"
DPA

In Großstädten sind Wohnungen knapp, Mieten teuer. Linke Aktivisten und Politiker würden am liebsten Wohnkonzerne enteignen. Das Echo in der Presse ist einhellig: So entsteht nicht eine einzige neue Wohnung.

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olaf77 08.04.2019, 09:07
1. Das eigentliche Problem auf andere schieben

Das ist ja super ! Man eignet Wohnungskonzerne und damit ist das die Wohnungsnot beseitigt?! Bei 10-15% Rendite die diese Konzerne erwirtschaften würde der Staat wahrscheinlich bei gleichbleibenden Mieten Verluste einfahren. Wie wäre es wenn der Staat einfach mal anfängt Wohnungen zu bauen! Das hilft wirklich und die kann er dann ja auch günstiger vermieten

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white-beach 08.04.2019, 09:10
2. Nur mehr bauen ist Illusion

Boden ist nicht vermehrbar. Neue Wohnungen in der Peripherie von Städten schafft Infrastrukturprobleme. Lösung kann nur sein, den vorhandenen Wohnraum effizient zu nutzen. Z.B. 4 köpfige Familien benötigen nicht mehr als 130 qm, Paare nicht mehr als 90 qm. Nur das schafft Platz im Zentrum. Wer will denn 2 Stunden zur Arbeit fahren ?

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nachdenklich14 08.04.2019, 09:25
3. Ich will,in der Grossstadt wohnen

Also bitte lieber Staat sorge dafür ich will billige Mieten, viel Wohnraum und energetisch saniert das ist ein Menschenrecht so sagen es ich die Polemiker unter den Politikern. Und schon schreit man nach Enteignung wie zu Erichs beste Zeiten. Wäre es auch eine Möglichkeit den Menschen Wohnraum anzubieten außerhalb der Ballungsgebiete und der Staat trägt Sorge, dass das Umfeld dafür geschaffen wird oder ist es soweit, dass nur,die anderen dafür,sorgen sollen dass es mir besser geht mehr ist es doch nicht. Der Ruf nach enteignen tönt laut der Ruf dass auch die Mieter sich bewegen und im Umfeld günstige Wohnungen wahrnehmen klingt leise ist wohl,eine sehr einseitige Sache.

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r-bolter 08.04.2019, 09:26
4. Wohnpreiskrise - wer hat bessere Vorschläge?

Fakt: Deutschand hat heute den höchsten Bestand an Wohnungen und Wohnflächen seit Kriegsende - wir haben keine "Wohnungsnot", sondern eine schlichte Immobilienblase+Mietpreiskrise, dank dem seit 35 Jahren von CDU/CSU/FDP betriebenen Neokapitalismus! Enteignung ist auch nur für kriminelle Immobilienhaie ein notwendiges Mittel gedacht, aber selbst die will Söder ja schützen ...
Da helfen auch nicht die wenigen Neubauten: Sollen wir dann umgekehrt beim Platzen der Blase die Wohnungen wieder abreißen??? Das Argument "Enteignung schafft keine Wohnungen" ist daher schlicht Blödsinn - wir brauchen billigere Mieten, und dafür machen die Gegner der Enteignung keine Vorschläge und blockieren eine effektive Mitpreisbremse ... warum wählt sie das Volk dann immer noch ???

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Kopf-Tisch 08.04.2019, 09:29
5. Ausreichend günstigen Wohnraum schaffen

Der Gedanke, die Wohnkonzerne für einen symobilschen Euro zu enteignen, ist natürlich toll. Aber das wird so wohl leider nicht funktionieren. Von staatlicher Seite könnte man regulierend eingreifen, indem sehr günstiger Wohnraum in ausreichender Menge geschaffen wird. Keine Luxuswohnungen, sondern kleine, schlicht ausgestattete Wohnungen: z.B. ca. 20qm+(Bewohneranzahlx10qm), Miniküche, Bad mit Dusche. Es müsste so viel Wohnraum vorhanden sein, dass jemand, der in einer anderen Stadt Fuss fassen muss oder möchte, keine Sorge haben muss, überhaupt bezahlbar unter zu kommen - im Idealfall sogar mit einem leichten Überangebot. Dann bleibt Wohnen bezahlbar und auch die Mieten für normale Wohnungen sinken wieder.

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hansi_wurst 08.04.2019, 09:32
6. Mieten

Mieten dürften lediglich so stark wie die Löhne steigen. DAS wäre mal eine wirksame "Mietpreisbremse".
Letztendlich würden sie dann im Vergleich zu den Löhnen sinken.
Außerdem - ich höre hier immer "Enteignung"?!?? Eine echte Enteignung wäre wohl, wenn mir der Staat mein Haus oder mein Auto ohne Entschädigung wegnimmt (wie ist das eigentlich mit den Steuern ;) ). Aber hier ist wohl eher die Rede von abkaufen. Und glaubt mir - die Firmen werden davon profitieren ohne Ende.
Wie immer.

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nachdenklich14 08.04.2019, 09:34
7. Dieses Anspruchdenken das in Deutschland

So stark verbreitet ist liegt wohl,auch daran, dass jede Partei ihre Toten Pferde durch das Dorf treiben und froh ist, dass der Bürger sein Augenmerk in eine andere Richtung wendet die Berliner Stimmenfänger tun ihr übriges mit den Parolen Enteignung und suggestiveren den Menschen dass dies der einzige Weg ist und deshalb ja nicht schlimm diese Schuldigen zu bestrafen. Warum fällt niemand auf dass in den Bundesländern regiert durch linke, SPD, grüne also,den größten Enteignungsschreier diese Wohnungsnot ebenso groß ist wie bei allen anderen also sollte man sich doch fragen wer hat hier versagt und nichts getan.

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eichhörnchensheriff 08.04.2019, 09:37
8. Das Geld für die Enteignung ist ja nicht weg

sondern kommt in den kommenden Jahren durch Mieteinnahmen wieder rein. Das Land steckt nur vor. Ein großer Unterschied zu Bankenrettung.

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GyrosPita 08.04.2019, 09:38
9.

Zitat von olaf77
Das ist ja super ! Man eignet Wohnungskonzerne und damit ist das die Wohnungsnot beseitigt?! Bei 10-15% Rendite die diese Konzerne erwirtschaften würde der Staat wahrscheinlich bei gleichbleibenden Mieten Verluste einfahren. Wie wäre es wenn der Staat einfach mal anfängt Wohnungen zu bauen! Das hilft wirklich und die kann er dann ja auch günstiger vermieten
Der Gag ist ja das der Staat diese Wohnungskonzerne ja quasi erst erschaffen hat. Zu Beginn der 2000er Jahre wurden massenhaft kommunale Wohnungen verkauft um mit dem Erlös Löcher in den Gemeindefinanzen zu stopfen. Der Bund hat da auch fleißig mitgemischt. Den Verkauf des Wohnungsbestandes des Bundeseisenbahnvermögens hat Terra Firma (die Private-Equity-Sparte der Nomura-Bank) mittels einer schnell gegründeten Gesellschaft namens Deutsche Annington für den Einstieg in den deutschen Markt genutzt. Die ganzen Konzerne LEG, Vonovia, Gaghfah und wie sie alle heißen wären heute ein zu vernachlässigende Größe am Markt wenn unsere Politiker ihnen nicht widerstandslos das Tafelsilber hinterher geworfen hätten.

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