Forum: Wirtschaft
Debatte über Enteignungen: "Der Boden des Unfriedens"
DPA

In Großstädten sind Wohnungen knapp, Mieten teuer. Linke Aktivisten und Politiker würden am liebsten Wohnkonzerne enteignen. Das Echo in der Presse ist einhellig: So entsteht nicht eine einzige neue Wohnung.

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mwroer 08.04.2019, 10:51
90.

Zitat von Leser161
Habe in der Berlin mal eine Wohnung gesehen die aus zwei zusammengefasst wurde. Hier könnte man ganz einfach durch teilen tatsächlich eine Wohnung mehr schaffen. Desweiteren geht es ja um die Bezahlbarkeit des Wohnraums. Hier könnte eine nicht profitgetriebene Bewirtschaftung günstigere Wohnungen mit einfacherer Ausstattung schaffen. Ich bin ja gar nicht für Enteignungen. Ich bin lediglich für eine ehrliche Diskussion. Ehrliche Diskussion ist etwas wessen wir uns eigentlich rühmen und weswegen wir ganz schnell bei der Hand sind auf andere Staaten herabzuschauen. Wo ich mich frage mit welchem Recht?
Die Diskussion geht aber hier um Enteignungen und die schaffen weder mehr Wohnraum noch günstigere Mieten - und man wendet ein Mittel ein dass 'ultima ratio' bleiben sollte. Wenn man diese Tür erst mal öffnet muss man vorher (!) fragen was da noch durchkommt.

Das der Staat mehr Wohnungen bauen sollte (Stichwort: günstige Wohnungen) ist überhaupt kein Thema. Sollte er! Dann muss man aber auch klar fragen:

1. Warum hat der Staat (Bund, land und Kommunen) viele Ihrer Wohnungen verkauft?

2. Warum werden 'Verdichtung' und Neubau von zigtausend Wohnungen (Berlin Tempelhof) von den *jetzigen* Anwohnern denn erbittert abgelehnt?

Und ganz realistisch muss man sich selbst fragen, Sie in diesem Fall, ob die Menschen 'einfachere Ausstattung' wollen. Meiner Erfahrung nach ist es nämlich so dass Wohnraum den man günstiger bekommt wenn man bereit ist selber Hand anzulegen, ein bisschen zu renovieren oder eben das Bad und die Küche selber 'upzugraden' der letzte der weg geht. Wobei es ja meistens nicht die Ausstattung der Wohnung ist sondern es rein um die Lage geht!

Und Ihr Beispiel 'Aus eins mach zwei' ... ja, kann. Dann haben Sie 2 Wohnungen für Singles und keine mehr für eine Familie ggf mit Kind.

Also Sie haben die gleiche Menge an Menschen untergebracht. Auf der gleichen Fläche. Nur halt andere. Und das ist sinnvoller weil ... ?

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muellerthomas 08.04.2019, 10:51
91.

Zitat von tomxxx
0: der Mietwahnsinn entsteht durch die Druckerpresse der EZB
Geldmengenwachstum in den letzten 10 Jahren: 3,0% p.a.
Geldmengenwachstum bis Ende 1998 zu goldenes Bundesbankzeiten: 7,9% p.a.

Wieso sind die Immobileinpreise in den 1990ern bei viel höherem Geldmengenwachstum als heute nicht explodiert?

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muellerthomas 08.04.2019, 10:53
92.

Zitat von christiansteiffen
Wenn etwas günstig zu bauen ist, dann Neubauten. Bauanträge werden ganz normal bearbeitet, innerhalb von einem Monaten.
:-) In welchem Parallenuniversum? Neubau ist so teuer wie noch nie und eiuen Baugenehmigung bekommen Sie niemals in einem Monat, eher in sechs Monaten.

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1848 08.04.2019, 10:54
93. Freie Presse

"Das Echo in der Presse ist einhellig: So entsteht nicht eine einzige neue Wohnung."

Ja, die Presseorgane gehören ja denen, die von Lohnarbeit leben.................

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three-horses 08.04.2019, 10:55
94. Nicht immer die alten Feldscheuchen.

Zitat von jogola
Sozialismus !
Dass aber etwas nicht stimmt, müssen Sie trotzdem akzeptieren.
Man müsste von 1500 Netto je Mann und Frau ausgehen. Nicht dass man das so umsonst bekommen soll, es sollte die Grenze für die Steuer, Abgaben und so maßgebend sein. Das werde der Staat ärmer
machen. Was positiv ist. Was auch sinnvoll wäre, der Boden verstaatlichen. Nicht enteignet aber nicht mehr verkaufbar...und wenn
die Familie, Betrieb das Ende segnet...ins Eigentum des Staates übergeht. Die Immobilien "über" dem Boden werden dann ziemlich an Wert verlieren. Was auch positiv wäre.

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kalsu 08.04.2019, 10:56
95. Wie soll das denn gehen?

Vonovia, Deutsche Wohnen und andere sind Aktiengesellschaften. Während man noch einen einzelnen Landwirt beim Autobahnbau enteignen kann, ist das bei Kapitalgesellschaften praktisch ausgeschlossen. Was viele nicht wissen (wollen): Ein Großteil derer, die da demonstieren sind Miteigentümer dieser Gesellschaften. Oder glauben die etwa, ihre betrieblichen und privaten Altersvorsorgeprogramme sind Sparbücher? Die Gelder stecken in Fonds, die wiederum in Aktien und weiteren Fonds investieren und so auch in kapitalmarktnotierte Papiere von Vonovia, Deutsche Wohnen und Co. Eine (teilweise) Enteignung dieser Gesellschaften würde eine Vernichtung von Anlagevermögen gleichkommen - einer Vernichtung von Anlegerkapital. "Enteignen" ist der völlig falsche Begriff. Das ist Populismus pur und diesmal fallen auch die Grünen darauf rein. Es kommt allenfalls ein Rückkauf von Wohnraum in Frage. Wohnraum, der von den Kommunen vor ein paar Jahren den Gesellschaften unter Marktwert regelrecht aufgedrängt wurde um mit den Erlösen die Schulden zu bedienen. Ein Rückauf wäre vermutlich doppelt so teuer. Und da die Städte und Kommunen immer noch kein Geld haben (auch wenn das gern anderes dargestellt wird) müssten die sich höher Verschulden als vorher. Die einzige funktionierende Lösung wäre, Schulden machen und damit günstigen Wohungraum neu schaffen. Das geht aber auch nicht weil es gerade keine Kapazitäten auf dem Bau gibt. Oder man auf städtschen Brachflächen lieber "Kreativcenter" baut, wo dann Leute arbeiten die sich teure Wohnungen leisten können.Oder wie in Berlin, sich eine riesige "Spielwiese" leistet. Stuttgart hat die frei werdende Fläche vom Bahnhofsgelände auch an profitorientierte Unternehmen verkauft, anstatt dort selbst altiv zu werden und innerstädtische Wohnquartiere zu schaffen. Was auch dazu führen würde das nicht mehr so viele aus dem Umland pendeln müssten und die Luft im Talkessel verpesten. Unsere Gesellschaftsform nennt sich Kapitalismus - es regiert das Kapital. Es geht ums private Geld, um nichts anderes.

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gruenerfg 08.04.2019, 10:57
96. Lebenszeichen

Deutschland lebt noch ein bißchen, das kann man doch nur feiern.

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fx33 08.04.2019, 10:57
97. Welch Wunder!

Welch Wunder! Die großen Zeitungen schreiben gegen Enteignungen!
Die gehören samt und sonders großen Medienkonzernen, und die gehören Kapitalisten, die die Sorge haben, dass Enteignungen vielleicht auch zu manipulative und realitätsverdrehende Medien treffen könnte. Sie wissen nämlich, dass die neoliberale Manipulation der Massen ein Mißbrauch ihrer Marktmacht darstellt und damit legitimes Ziel einer Vergesellschaftung. Selbst Jung-Journalisten, die keine bezahlbare Wohnung finden, schreiben gegen Enteignungen, damit sie wenigstens ihren Job behalten...

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Misha 08.04.2019, 11:03
98. Ja, das ...

Zitat von wolle0601
ist die Migration in die Städte. Deren Ursache zu beseitigen ist die Lösung. Größere Leutemagnete wie Unis, Behörden und Firmen ins Umland verlagern. Bessere Mobilität und Infrastruktur im Ländlichen. Und mittelfristig haben vollgestopfte Städte eh keine Zukunft, der autonom basierte ÖPNV 2.0 wird die Migration in die Städte beenden. In das weitere Vollstopfen Ressourcen reinzustecken wäre massive Steuergeldverschwendung.
Ja. das ist ein Problem. Nun haben wir ja bald 84 Mio. Einwohner (2010: 80 Mio.) und die Zuwanderung erfolgt nur in die Großstädte.

Und die Verlagerung von Firmen funktioniert nicht, weil die EU mit dem Wettbewerbsrecht dazwischenfunkt!

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Haarfoen 08.04.2019, 11:04
99. Genossenschaften

Wie üblich, wird die Diskussion wieder auf den Kampf Staat vs. Privatwirtschaft gelenkt.
Dabei sind Wohngenossenschaften die Lösung. In Sachen Überbelegung und faire Verteilung. Die großen Kapitalgesellschaften gehören nicht "enteignet", sie gehören "vergesellschaftet", das Eigentum gehört in die Hände der Bürger. Die Bürger selbst können am Besten damit umgehen.

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