Forum: Wirtschaft
Debatte über Enteignungen: "Der Boden des Unfriedens"
DPA

In Großstädten sind Wohnungen knapp, Mieten teuer. Linke Aktivisten und Politiker würden am liebsten Wohnkonzerne enteignen. Das Echo in der Presse ist einhellig: So entsteht nicht eine einzige neue Wohnung.

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Aberlour A ' Bunadh 08.04.2019, 10:04
30. Bei 10-15% Rendite die diese Konzerne erwirtschaften??????

Zitat von olaf77
Das ist ja super ! Man eignet Wohnungskonzerne und damit ist das die Wohnungsnot beseitigt?! Bei 10-15% Rendite die diese Konzerne erwirtschaften würde der Staat wahrscheinlich bei gleichbleibenden Mieten Verluste einfahren. Wie wäre es wenn der Staat einfach mal anfängt Wohnungen zu bauen! Das hilft wirklich und die kann er dann ja auch günstiger vermieten
Ich habe mal ein schottisches Wasserkraftwerk besucht, das in öffentlichen Eigentum ist. Die Betreiber sagten mir, dass es 18 Jahre gedauert hat, bis ein positiver Gewinn zu Buche stand. Interessant dabei ist, dass es in privater Rechtsform nie gebaut worden wäre. Ein ähnliches Problem haben wir auch auf dem Wohnungsmarkt. In der Sozialen Marktwirtschaft war es über Jahrzehnte Konsens, durch öffentliche Wohnungsbaugesellschaften "Sozialen Wohnungsbau" zu schaffen, der über Jahrzehnte für Entspannung auf dem Wohnungsmarkt gesorgt hat. Im Privatisierungswahn der Neunzigerjahre hat man seitens der öffentlichen Hand viele Liegenschaften verkauft, mit dem Ergebnis, dass es heute kaum noch öffentliche Wohnungsbaugesellschaften gibt. Nun könnte man sagen, wo ist das Problem? Es gibt doch noch immer staatliche Wohnungsbauförderungsprogramme. Diese werden aber durch Gesellschaften in privater Rechtsform kaum abgerufen, weil Sozialer Wohnungsbau nun mal zu geringe Renditen für private Eigner verspricht. Zusätzlich schreckt die zu erwartete Klientel ab. Ihre 10-15 Rendite erreichen Sie nur, wenn entsprechende Kundschaft mit entsprechend tiefen Brieftaschen auf der
Matte steht. Otto Normalverbraucher ist da nicht gewünscht.
Daher wir es nur einen Ausweg geben: Rückkauf der entsprechenden Liegenschaften zum Marktpreis durch die öffentlich Hand (gleich "Enteignung", passiert übrigens jeden Tag, wenn Autobahnen gebaut werden, hier hat Habeck völlig recht), genau wie bei vormals öffentlichen, kommunalen Energieversorgungsunternehmen in der Vergangenheit geschehen. Und dann nach schottischen Vorbild warten, bis ein eine Rendite erwirtschaftet wird. Die liegt allerdings nicht bei 10-15%. das ist klar.
Soll sie aber auch gar nicht. Mit 5% kann man in der Marktwirtschaft auch gut leben.

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theexpertspeaks 08.04.2019, 10:05
31. Enteignen? Und wer bitte baut dann den Wohnraum in der Zukunft?

Wohnungskonzerne sind natuerlich Gewinnoptimierer, aber keine Wucher-Unternehmen, dagegen koennte sich auch jeder vor gericht zu wehr setzen. Die steigenden Mieten in Berlin, Muenchen oder anderswo warden ja nicht von den Unternehmen diktiert, sondern sind ein resultat, dass heute alle in den coolen Staedten Leben wollen und niemand mehr auf dem Land. Und die Zwanderung (auch sehr qualifizierter Kraefte) tut ihr ueberiges dass Angebot und Nachfrage auseinanderlaufen.
Wenn man jetzt die Eigentuemer enteignet dann warden diese Firmen in solchen Staedten sicherlich keinen WOhnraum mehr schaffen - und das Problem verschaerft sich nur noch. Wenn wir uns die europaeischen nachbarlaender ansehen, dann Leben wir ja noch auf Wolke 7 in den deutschen Grossstaedten. Die sogenannte Urbanisierung macht eben jetzt auch vor unseren Staedten nicht halt, es ist ein globaler Trend - und wer wissen will wo das hinfuehrt, kann sich ja schon mal in Tokyo oder Hong Kong umsehen - oder muss halt auf's Land ziehen. Oder - wie waere es Aktien von Wohnungsbauunternehmen zu kaufen - dann ist man auch als kleiner Sparer am Trend beteiligt. :) - und kann sich vom Gewinn die ANzahlung fuer die eigenen 4 Waende leisten.

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ruhepuls 08.04.2019, 10:05
32. Auf dem Weg in den Zwangsstaat?

Zitat von white-beach
Boden ist nicht vermehrbar. Neue Wohnungen in der Peripherie von Städten schafft Infrastrukturprobleme. Lösung kann nur sein, den vorhandenen Wohnraum effizient zu nutzen. Z.B. 4 köpfige Familien benötigen nicht mehr als 130 qm, Paare nicht mehr als 90 qm. Nur das schafft Platz im Zentrum. Wer will denn 2 Stunden zur Arbeit fahren ?
Klar gibt es viele Bereiche, in denen "wir" uns nicht "vernünftig" verhalten: Muss man/frau in Urlaub fahren/fliegen? Braucht ein Paar ohne oder mit einem Kind ein ganzes Haus für sich? Braucht man/frau unbedingt zwei Autos? Wie viele Hosen, Hemden und Schuhe braucht(!) man/frau? Brauchen wir die tägliche Dusche? Brauchen wir drei Mahlzeiten am Tag? Brauchen wir Fleisch? Brauchen wir..?
Es gibt sehr viel, was wir nicht unbedingt brauchen. Früher ging es auch ohne Flugreisen, Auto und vollen Kleiderschrank. Der Punkt ist nur, dass genau das unsere Freiheit ausmacht. Wenn wir alles verbieten wollten, was unvernünftig ist, dann bliebe nicht sehr viel übrig. Dann muss man den Menschen aber auch erklären, wofür sie in Zukunft leben sollen. Und wer da nichts "gutes" anzubieten hat, der kann sich auf einen Bürgerkrieg gefasst machen.
Jede weitere Zwangsmaßnahme ist nichts anderes als ein Stimmenvermehrungsprogramm für die AfD, denn immer mehr Leuten stinkt es, dass sie ständig gegängelt werden - egal, ob aus politischer Korrektheit, Umweltschutz oder sonst was.

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Palmstroem 08.04.2019, 10:05
33. Zurück in die gute alte Zeit?

Wohin Enteignungen und staatlich subventionierte billige Mieten führen, kann jeder an Bildern von Immobilien in der DDR-Zeit deutlich sehen. Einfach mal nach Vorher-Nachher Bildern googeln und sofort wird klar, selbst für wenig Geld würde da heute niemand wohnen wollen!

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moneysac123 08.04.2019, 10:06
34. Marktpreise

Ist doch logisch dass der Preis mit der Nachfrage steigt. Wenn alle in Berlin Mitte oder München City leben möchten, dann wird der Wohnraum dort knapp. Dafür kann man auf dem Land für 6 Euro wohnen, dort stehen virlerorts viele Wohnungen oder sogar Häuser leer. Insgesamt gibt es genug Wohnungen, nur kann nicht jeder den Anspruch haben, direkt in bester Citylage zu wohnen, wenn das alle anderen auch tun. Schon gar nicht, wenn das Haushaltseinkommen niedrig ist, dann muss man sich etwas in seiner Preisklasse suchen. Das haben besonders linke nicht richtig verstanden. Mietobergrenzen werden das Problem nicht beheben, denn 1. ist der Platz knapp und 2. sind Investitionen in MIetshäuser weniger rentabel, wenn der Ertrag gedeckelt ist. Dann überlegen sich Wohnungsbauer lieber zweimal, ob es sich lohnt zu bauen und zu vermieten. Auf dem Land lebt es sich aber sowieso viel gesünder und naturnaher als in der Innenstadt.

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der_anonyme_schreiber 08.04.2019, 10:07
35.

Zitat von eichhörnchensheriff
sondern kommt in den kommenden Jahren durch Mieteinnahmen wieder rein. Das Land steckt nur vor. Ein großer Unterschied zu Bankenrettung.
D.h der Staat muss damit auch Gewinne machen.
Und bei 15Milliarden, im günstigen Fall, sogar recht ordentliche.
D.h ist dann der Staat der Miethai?
Meinen Sie beim Staat fallen Nebenkoste niedriger aus weil er so gut mit Geld umgehen kann?

Diese Diskussion ist echt lächerlich.

Heute ein Teilnehmer der Demos in der Sueddeutschen Zeitung. Berlin Mitte, 9€ Warm. Das ist für den Turbokapitalismus. Der nennt das Wucher.
Diese Diskussion ist lächerlich und lenkt von den real existierenden fehlenden Wohnungen ab.

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ruhepuls 08.04.2019, 10:09
36. Unsinn...

Zitat von eichhörnchensheriff
sondern kommt in den kommenden Jahren durch Mieteinnahmen wieder rein. Das Land steckt nur vor. Ein großer Unterschied zu Bankenrettung.
Wenn das Geld wieder reinkommen soll, dann werden die Mieten auch nicht fallen dürfen. Genau deshalb sind sie ja so hoch, weil jeder, der eine Wohnung baut oder saniert, die eingesetzten Mittel wieder reinholen muss. Teuer gebaut oder saniert = teuer vermietet. So einfach ist das. Und der Staat macht Bauen ständig teurer, genauso wie die gestiegenen Ansprüche der Mieter.
Es wäre interessant, wer heute wirklich in eine Sozialwohnung vom Typ "Platte" ziehen würde. Die könnte man billig bauen - und billig vermieten.

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DietrichHorstmann 08.04.2019, 10:09
37. Es geht um dauerhaft niedrigere Mieten

in erster Linie. Mehr Wohnungen von wem und zu welchem strukturell niedrigerem Preis.

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taglöhner 08.04.2019, 10:11
38.

Zitat von eichhörnchensheriff
sondern kommt in den kommenden Jahren durch Mieteinnahmen wieder rein. Das Land steckt nur vor. Ein großer Unterschied zu Bankenrettung.
Dann könnte man mit dem Geld ja auch bauen. Wären dann und nur dann zusätzliche Wohnungen. Mit dem selber Bauen kennt man sich ja aus :).
Wäre halt nur peinlich, wenn man dann zuschießen muss, weil nicht rentabel.

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reichsvernunft 08.04.2019, 10:11
39. Symptom

Ja, es gäbe bessere Ansätze. Entbürokratisierung. Zwangsmaßnahmen gegen Arbeitgeber endlich home-office, etc. zum Standard zu machen, wo es möglich ist (wäre auch gut für das Thema Karriere und Familie, und würde Pendelverkehr verringern). Vernünftiges wirtschaften beim ÖPNV. Ausbau der Infrastruktur ins Umland. Und, ganz brutal, Schaffung großer Wohnkasernen mit modernen Designmethoden, die diese auch bewohnbar gestalten. Beim Schrei nach Enteignung geht es aber um was ganz anderes. Seit der Wende wird kontinuierlich von unten nach oben umverteilt, und die Politik macht mit. Und damit ist nicht der Mittelstand oder der Besserverdiener gemeint, sondern global frei agierendes Kapital. Das stinkt allen. Gewaltig. Faire Löhne, vernünftige Steuerpolitik, eine Begrenzung von Gewinnmargen in sozial notwendigen Bereichen wo sie denn privatisiert sind... es gäbe schon Möglichkeiten sozialen Frieden herzustellen, doch unsere hoch korrupte Führung mag diese Ideen gar nicht. Also kracht es immer wenn großes Geld sich mal als Zielscheibe anbietet. Und das zu Recht. Um intelligente Lösungen zu finden, muss erstmal der Krach auf der Straße laut genug werden, dass ihn die Seilschaftler in Politik und Wirtschaft auch hören und merken, so geht's nicht weiter, sonst brennt bald der Benz. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass sich langsam eine Mehrheit in der Bevölkerung findet, die sich gegen Bürokraten und völlig durchgeknallte Kapitalverwalter sowie deren Haustiere (Politiker) wendet und nicht jede Woche einem anderen Schockthema (Immigration! Kriminelle! Steuersünder der Woche! Trump! China! Terrorgefahr!) hinterhereifert.

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