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Debatte über hohe Wohnkosten: Berlin will Mieterhöhungen für fünf Jahre verbieten
Paul Zinken / DPA

Geht es nach der Stadtentwicklungssenatorin, sollen Mieten in Berlin laut Medienberichten fünf Jahre lang nicht steigen dürfen. Der sogenannte Mietendeckel könnte bereits ab Januar 2020 gelten.

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hansa_vor 06.06.2019, 20:32
70.

Zitat von hps
Sehr verständlich, dass bei Interaktionen die beteiligten Parteien die Möglichkeiten zur Handlungsfreiheit besitzen müssen. Wenn dem, der den Preis für ein Produkt/Dienstleistung erhöhen will, die Macht dazu gegeben ist, muss seinem Partner ein äquivalentes Werkzeug zur Verfügung gestellt werden. Sei es durch Gesetz.
Echt? Also mir gehen die Preise für "Kuchen" ziemlich an die Substanz, könnten wir da nicht ein Gesetz erlassen welches die Kuchenpreise regelt?

Der Kommunismus ist nicht tot zu kriegen, Respekt ;)

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hansa_vor 06.06.2019, 20:53
71.

Zitat von hansi_wurst
Wir zahlten bis Ende der Neunziger genau 600 DM Kaltmiete für ein ganzes Haus mit 2 Kinderzimmern. Auf dem Land in Bayern. Heute bekommst Du das nicht für unter 1200 Euro kalt. Macht für mich eine Steigerung um 400%! Das ist irre. Da braucht mir kein Vermieter was vorzujammern. Das ist eine glasklare Sauerei.
Warum haben sie das Haus nicht gekauft?

Die Sauerei und ihr Unvermögen anderen anzulasten ist peinlich!

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spmc-12355639674612 06.06.2019, 21:19
72. Hatten Sie denn

Zitat von YoRequerrosATorres
...mein Mietnomade hat einen Schaden von 6500 Euro verursacht, 3100 Euro Miete nicht gezahlt und die Kaution sehr trickreich vorenthalten. Alles mein Fehler. Aber am Schlimmsten war, dass ich noch zu einer Strafe wg Körperverletzung und Spende von 1500 Euro verurteilt wurde, nur weil ich ihn und seine Tochter (ca 30 Jahre alt) mit Gewalt (nun ja, eigentlich nicht, wir waren aber 21 Leute, die ihm beim Auszug behilflich waren) aus dem vermieteten Haus entfernt habe - 3 Monate nach Ablauf der vorherigen Kündigung. Ein Jahr später ist das Verfahren wegen der Außenstände etc. wegen Unmöglichkeit der Einziehung durch den Gerichtsvollzieher aufgegeben worden. An so einen Menschen kann ich immer wieder geraten. Deshalb bin ich als Vermieter auch ein Freund eher radikaler Maßnahmen. Ach ja, zum Schlu?: ICH mußte seine Schlußrechnung Wasser, Strom zahlen, auch das Zeugengeld des Gerichts. Nicht etwa er....
einen Anwalt, der Ihnen vorher erklärt hat, wie das funktioniert oder eine Hausverwaltung, die mit so etwas Erfahrung hatte oder einen vollstreckbaren Rechtstitel, der Ihnen das entsprechende Vorgehen erlaubte? Falls nicht, wundert mich gar nichts. Mit seiner Privatarmee darf man jedenfalls i. d. R. nicht anrücken, um jemanden aus der Wohnung zu werfen..
Natürlich müssen SIE die ganzen Kosten tragen, ist doch logisch, wenn er nicht zahlen kann. Man sollte vorher schauen, wen man sich da ins Haus oder in die Wohnung holt. Aber 3100 Euro Mietschulden sind ja jetzt nicht die Welt ...
(Falls Sie es schon geahnt haben: Ich vermiete selbst Wohnungen und ja, auch ich habe gelegentlich mit säumigen Mietern zu tun).

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meimei 07.06.2019, 01:08
73.

Zitat von geschwafelablehner
Schnitt? Wo haben Sie denn diese Phantasie-Zahlen her? Hier ist ein link, zu welchen durchschnittlichen Preisen die Wohnungen angeboten werden: https://www.immowelt.de/immobilienpreise/berlin-neukoelln/mietspiegel . Wer sich nicht auskennt - Neukölln ist nicht grad ein Szene-Bezirk. Die Wohnungen sind übrigens nur im Großpaket für einen Appel und ein Ei weggegangen, der Mieter musste schon damals ein Vielfaches dieses Preises für seine selbstgenutzte Wohnung bezahlen.
nun ja, link angeklickt, zufällig auf 2-Zimmer-Wohnung geklickt. Oberen zwei Wohnungen mit 7,2 und 6,8 auf den Quadratmeter "voll im Rahmen" ;) - zugegeben, Vonovia und noch ohne Warm-Zuschlag. Aber den hat in der Regel ja nicht der Vermieter groß Einfluss...

Natürlich ist der Durchschnitt des Mietspiegels niedriger als Neumieten. Beides und die Kaufkraft in dieser Region sind wichtig.

Ich fände zum Beispiel auch den Median interessant, Zahlungen zu Wohnungsgrößen und deren "Schnitt" und Zimmer-Zahlen, und auch wie viele Menschen darin denn wohnen.

Ich meine, wenn nun vielleicht 10% der Berliner Wohnung enteignet werden würden, können die aktuellen Mieter ja nur sozialverträglich, nach Planzahlen in die dann passende Wohnung eingeplant werden, nicht wahr? ;)

Aber ja, das war jetzt schon veraltet, nun ist von Mietstopps die Rede...

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meimei 07.06.2019, 01:12
74.

Zitat von gctuser
"Vermietungskosten" nennt man ja gewöhnlich Betriebskosten. Wenn sie diese voll umlagefähigen Kosten selbst bezahlt haben, sind sie selber schuld.
Wenn man nicht verkaufen möchte, sentimentale Gründe vielleicht, oder der Markt es nicht hergibt, ohne Mieter fallen ja auch Kosten an. Für einen begrenzten Zeitraum kann sich da ja auch mal lieber halbe Miete als Beitrag auch rechnen. 1-2 Jahre überbrücken bis zur großen Sanierung für einen selber. Zwischenzeitlich findet man für einen kleineren Betrag gerade noch einen Mieter (der dann auch bereitwillig geht/Frist im Vertrag usw.)

Realistischer ist sicherlich das andere ;)

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meimei 07.06.2019, 01:19
75.

Zitat von ich2010
klar geht's auf die brachiale Weise auch. Verbessern wird sich dadurch nichts. Private Vermiete dürften es sich jetzt zweimal überlegen, ob sie ihre Wohnung überhaupt vermieten. Auf der einen Seite steigen die Kosten, der Mieter erwartet Instandhaltung und Modernisierung, möchte aber keinen Cent mehr bezahlen. Wenn der Vermieter nicht mal mehr eine Kostendeckung erhält, dann dürften im besten Fall die Mietwohnungen nur verfallen. Im schlimmsten Fall ziehen sich mehr und mehr private Vermieter zurück, weil sich die Vermietung nicht mehr lohnt und sich zum Draufzahlgeschäft entwickelt. Wieso solllte denn ein Vermieter eine Wohnung vermieten, wenn er dadurch nicht mal mehr seine Kosten decken kann und schlussendlich buchstäblich bezahlt, dass Fremde in seiner Wohnung leben. Private Vermieter sind doch kein Wohlfahrtsverein, der Geld verschenkt!
nun ja, der Marktwert der Wohnung wird so natürlich gedrückt, und wenn eine Privatperson dann verkaufen muss, eine Wohnungsgesellschaft wird sich da sicherlich finden - kostet ja dann wieder n Apple und Ei.

Es gibt so viele Gründe für höhere Kosten, Neubau und Bestand...

Der Staat und die Gemeinden tun ja wirklich ihr bestes, dass dies auch so bleibt, über Vorgaben und Steuern.

Niedrige bis gar keine Zinsen, Geld bunkern und waschen aus dem Ausland kommt sicher dazu, aber auch aus Pensionsfonds und Versicherern.

Abe auch noch Angebot und Nachfrage.

Immer nur nach den einfachen Lösungen zu schreiben ist dumm.

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YoRequerrosATorres 07.06.2019, 08:39
76. Der Anwalt hat den Prozeß begleitet...

Zitat von spmc-12355639674612
einen Anwalt, der Ihnen vorher erklärt hat, wie das funktioniert oder eine Hausverwaltung, die mit so etwas Erfahrung hatte oder einen vollstreckbaren Rechtstitel, der Ihnen das entsprechende Vorgehen erlaubte? Falls nicht, wundert mich gar nichts. Mit seiner Privatarmee darf man jedenfalls i. d. R. nicht anrücken, um jemanden aus der Wohnung zu werfen.. Natürlich müssen SIE die ganzen Kosten tragen, ist doch logisch, wenn er nicht zahlen kann. Man sollte vorher schauen, wen man sich da ins Haus oder in die Wohnung holt. Aber 3100 Euro Mietschulden sind ja jetzt nicht die Welt ... (Falls Sie es schon geahnt haben: Ich vermiete selbst Wohnungen und ja, auch ich habe gelegentlich mit säumigen Mietern zu tun).
...der aber erst zustande kam, als er schon ein Jahr nicht mehr da wohnte. Den Rechtstitel hatte ich ja schon vorher. Die Pflicht zum Verlassen des Hauses hatte er noch früher...eigentlich sogar fristlos unverzüglich wegen mehrmaliger aufeinanderfolgender Nichtzahlung. Wäre ich der korrekten juristischen Vorgehensweise gefolgt, hätte der Mieter sogar noch länger die Besetzung des Hauses hinziehen können. Insofern ist die Zahlung von 1500 ggü einer eventuellen weiteren Beschädigung der Wohnung und zusätzlichen nicht gezahlten Mieten sogar noch die billigste Variante gewesen. Rechtlich wirklich schwierig, auch für das Gericht. Ich bin auch intensiv ermahnt worden, dies nicht wieder zu tun.

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spmc-12355639674612 07.06.2019, 09:04
77. Selbstjustiz

Zitat von YoRequerrosATorres
...der aber erst zustande kam, als er schon ein Jahr nicht mehr da wohnte. Den Rechtstitel hatte ich ja schon vorher. Die Pflicht zum Verlassen des Hauses hatte er noch früher...eigentlich sogar fristlos unverzüglich wegen mehrmaliger aufeinanderfolgender Nichtzahlung. Wäre ich der korrekten juristischen Vorgehensweise gefolgt, hätte der Mieter sogar noch länger die Besetzung des Hauses hinziehen können. Insofern ist die Zahlung von 1500 ggü einer eventuellen weiteren Beschädigung der Wohnung und zusätzlichen nicht gezahlten Mieten sogar noch die billigste Variante gewesen. Rechtlich wirklich schwierig, auch für das Gericht. Ich bin auch intensiv ermahnt worden, dies nicht wieder zu tun.
geht in Deutschland halt nicht und das hat gute Gründe, Mietnomaden hin oder her ...
Allerdings haben Sie durchaus recht, wenn Sie denken, dass es ein teilweise enormes Defizit beim Durchsetzen von Recht in Deutschland gibt. Die Gesetze sind da aber nicht das Problem. Dennoch kann ich nur dringend davon abraten, deswegen AfD zu wählen oder auf andere dumme Gedanken zu kommen ;-)

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k70-ingo 07.06.2019, 12:47
78.

Zitat von markus_wienken
Gerade als Rentner möchte ich in der Stadt leben. So gut wie alles ist mehr oder weniger leicht fußläufig (oder per ÖPNV, Taxi) erreichbar, Apotheken, Ärzte, Geschäfte und dergleichen vieles mehr. Je nachdem wo Sie auf dem Land wohnen benötigen Sie ein Auto und/oder jemanden der Sie fährt denn selbst Taxen sind nicht überall verfügbar. Erst letztes Jahr beim Besuch meiner Eltern erfahren, wo ich zum Notdienst (Zahnarzt) in eine 12km entfernte Stadt fahren musste, gleiches galt für die Apotheke. Viele Fachärzte finden Sie auch erst in der nächsten Stadt.
Verständlich, daß Sie das möchten - es obliegt aber Ihnen allein, den Wunsch auch in die Tat umzusetzen. Ihnen, nicht dem Staat oder der Allgemeinheit.

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k70-ingo 07.06.2019, 13:12
79.

Zitat von hansi_wurst
Wir zahlten bis Ende der Neunziger genau 600 DM Kaltmiete für ein ganzes Haus mit 2 Kinderzimmern. Auf dem Land in Bayern. Heute bekommst Du das nicht für unter 1200 Euro kalt. Macht für mich eine Steigerung um 400%! Das ist irre. Da braucht mir kein Vermieter was vorzujammern. Das ist eine glasklare Sauerei.
Hätten Sie das oder ein ähnliches Haus damals gekauft, wären Sie heute fein raus, vielleicht sogar Vermögensmillionär - denn in einigen Gegenden sind auch die Häuser um 400% wertvoller geworden.

Daß Sie diese Gelegenheit des Eigentumserwerbs und der Vermögensbildung nicht genutzt, sondern stattdessen über Jahre zigtausend Euro für Miete ein für alle Mal aus dem Fenste geworfen haben, ist ganz allein Ihre eigene Schuld, nicht die von Vermietern.

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